Mainzer Bistumsnachrichten Nr. 39

Mainz, 9. November 2019: Die stellvertretende Sprecherin des Katholikenrates, Brigitte Hörnlein, und Sprecher Patrick Landua beim Austausch zur laufenden Amtszeit des Gremiums.
Mainz, 9. November 2019: Die stellvertretende Sprecherin des Katholikenrates, Brigitte Hörnlein, und Sprecher Patrick Landua beim Austausch zur laufenden Amtszeit des Gremiums.
Mi 13. Nov 2019
am (MBN)

Weitere Bilder zu den MBN Nr. 39/2019 in der Bildergalerie am Ende der Seite.

Berichte

  • Stabile Beteiligung bei den PGR-Wahlen
  • Bischof Kohlgraf segnete Räume des COJ
  • Vollversammlung des Katholikenrates
  • Ausstellung „Vom Himmel hoch…ganz aus der Nähe“
  • Mainzer Ökumenepreis verliehen

Personalien

  • Michael Ritzert wird Ehrendomkapitular
  • Zwei Priester zu Geistlichen Räten ernannt

Vorschau

  • Fest des heiligen Martinus (11.11.)
  • Bistum auf Mainzer Büchermesse vertreten (16.-17.11.)
  • Vespergottesdienst mit Bischof Ackermann (19.11.)

Berichte

Stabile Wahlbeteiligung

Bischof Peter Kohlgraf gratulierte neu gewählten Pfarrgemeinderäten

Mainz. Der Mainzer Bischof Peter Kohlgraf hat den neu gewählten Mitgliedern der Pfarrgemeinderäte im Bistum Mainz gratuliert. „Wir befinden uns im Bistum Mainz auf dem Pastoralen Weg: Gemeinsam wollen wir darüber beraten, wie wir zukünftig Kirche in der Welt und Kirche bei den Menschen sein können. Auf diesem Pastoralen Weg werden insbesondere die Pfarrgemeinderäte eine wichtige Rolle spielen: Ich gratuliere den neu gewählten Mitgliedern der Pfarrgemeinderäte ganz herzlich und wünsche ihnen für ihre Arbeit Gottes Segen. Ich freue mich, dass Sie nicht nur das Gemeindeleben aktiv gestalten wollen, sondern auch Verantwortung für die Zukunft unserer Kirche im Bistum Mainz übernehmen“, sagte er am Sonntagabend, 10. November, in Mainz.

Kohlgraf dankte auch allen, die sich zu einer Kandidatur bereit erklärt hatten: „Dies ist für mich ein wichtiges Zeugnis aktiven Christ-Seins. Ich danke außerdem den Wahlleiterinnen und -leitern in den Pfarreien unseres Bistums und den Verantwortlichen auf überdiözesaner Ebene für die Vorbereitung und Durchführung der Wahl.“

Rund 95.000 Katholikinnen und Katholiken gingen zur Wahl

Die Wahlbeteiligung bei den Pfarrgemeinderatswahlen im Bistum Mainz ist gegenüber den Wahlen von vor vier Jahren stabil geblieben. Nach Auszählung der Stimmen lag sie bei 15,67 Prozent gegenüber 15,97 Prozent vor vier Jahren (Stand: 11. November, 12.00 Uhr mittags). Insgesamt sind im Bistum Mainz rund 95.000 Katholikinnen und Katholiken zur Wahl gegangen. Die Wahlen am 9. und 10. November fanden in rund 330 Pfarreien und Filialen sowie Gemeinden anderer Muttersprache statt. Von den rund 2.800 Kandidaten wurden 1.710 Frauen und Männer in die Gremien gewählt.

Ordinariatsdirektor Hans Jürgen Dörr, Leiter des Dezernates Seelsorge, in dessen Zuständigkeitsbereich die Pastoralen Räte im Bistum Mainz fallen, zeigte sich erfreut über die stabile Wahlbeteiligung. „Ich bin über die Wahlbeteiligung angenehm überrascht. Wir brauchen dieses Zeichen der Stabilität, damit wir nun gute Gremien bilden können. Das ist auch wichtig hinsichtlich der nächsten Phasen des Pastoralen Weges.“

Dörr äußerte sich am Sonntagabend, 10. November, im Bischöflichen Ordinariat in Mainz. Gemeinsam mit Bischof Peter Kohlgraf informierte er sich noch am Wahlabend im Rechenzentrum des Bischöflichen Ordinariates über die eingehenden Ergebnisse. Auch Ulrich Janson, der die Ergebnisse der PGR-Wahlen seit dem Sonntagnachmittag verfolgt hatte, freute sich über die gute Wahlbeteiligung. „Die Stimmung im Vorfeld war erstaunlich gut. Gut ist jetzt auch die Beteiligung“, sagte er. Janson ist Referent für Pfarrgemeinde-, Seelsorge- und Dekanatsräte im Bischöflichen Ordinariat Mainz.

In der Wahlzentrale des Bistums Mainz liefen im Laufe des Abends über Telefon, Fax und E-Mail die Ergebnisse aus den Pfarrgemeinden der Diözese ein. Während die Wahlbeteiligung gegen 18.45 Uhr noch unter 15 Prozent lag, machte sich aufgrund der stetig steigenden Werte im Laufe des Abends Zufriedenheit breit. Um 20.30 Uhr lag der Wert erstmals bei 15,5 Prozent. Die Mitarbeiter der EDV-Abteilung sorgten zusammen mit Mitarbeitern der Diözesanstelle für Pfarrgemeinde-, Seelsorge- und Dekanatsräte um Monika Dörr und Ulrich Janson dafür, dass immer die aktuellsten Zahlen im Internet abrufbar waren.

In acht der 20 Dekanate im Bistum Mainz hat die Wahlbeteiligung leicht zugenommen. Die höchste Wahlbeteiligung bei den Dekanaten wurde mit 21,5 Prozent im Mainz-Süd verzeichnet; die stärkste Steigerung der Wahlbeteiligung gab es im Dekanat Bingen mit 1,6 Prozent. Die niedrigste Wahlbeteiligung gab es mit 9,7 Prozent im Dekanat Darmstadt. Rund 82 Prozent der Stimmen wurden in diesem Jahr per Briefwahl abgegeben. Auch in diesem Jahr wurden wieder mehr Frauen (973) als Männer in die Gremien gewählt (737). Die größte Gruppe machen nach wie vor die 46- bis 55-Jährigen aus (506); die Zahl der 16- bis 25-Jährigen in den Pfarrgemeinderäten liegt bei 162.

Erstmals gab es im Bistum Mainz die Möglichkeit, dass Jugendvertreterinnen und Jugendvertreter durch eine eigene Jugendversammlung direkt in den Pfarrgemeinderat gewählt werden können. In rund fünfzehn Pfarreien konnte zum jetzigen Termin nicht gewählt werden. Gründe waren unter anderem aktuelle Pfarrerwechsel und dass nicht genügend Kandidaten für den Pfarrgemeinderat gefunden wurden. Für diese Gemeinden findet im am 29. Februar/1. März 2020 ein Nachwahltermin statt.

Bei den Wahlen am Samstag, 9., und Sonntag, 10. November, waren etwa 650.000 Katholiken zum vierzehnten Mal aufgerufen, die Mitglieder für die Pfarrgemeinderäte (PGR) im Bistum Mainz zu wählen. Insgesamt wurden 60 Gesamtpfarrgemeinderäte gewählt, die sich aus etwa 150 Pfarreien und ihren Filialgemeinden zusammensetzen. Mit 60 Prozent haben die Frauen wieder die Mehrheit der rund 2.700 Kandidaten gestellt. Wie bereits in den vergangenen Jahren fand die Wahl an einem gemeinsamen Termin mit den benachbarten Diözesen Fulda und Limburg statt. Das gemeinsame Motto lautete: „Kirche gemeinsam gestalten“.

Entstanden ist der Pfarrgemeinderat als Gremium der Laien nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil (1962-1965). Die Mitverantwortung aller Gemeindemitglieder für die Sendung der Kirche ist Leitidee des Gremiums. Die Räte sollen das Leben in den Gemeinden mitgestalten und Sorge für die Gemeindemitglieder tragen. Eine weitere wichtige Aufgabe ist die Beratung des Pfarrers in pastoralen Fragen.

Hinweise:

am (MBN)

 

Gaben und Fähigkeiten entdecken

Bischof Peter Kohlgraf segnete neue Räume des COJ im Mainzer Priesterseminar

Mainz. Der Mainzer Bischof Peter Kohlgraf hat am Freitag, 8. November, die Räumlichkeiten des Christlichen Orientierungsjahres (COJ) eingeweiht. Die Feier begann mit einem Gottesdienst in der Augustinerkirche, anschließend segnete Kohlgraf die Räume, die sich in einem Flügel des Mainzer Priesterseminars befinden. In seiner Predigt sagte Bischof Kohlgraf unter anderem, dass Gott die Menschen unterschiedlich anspreche. Die einen erlebten Gottes Ruf in einem Augenblick, andere brauchten eine längere Zeit des Kennenlernens. Er sei aber davon überzeugt, dass Gott „mit jedem etwas vorhabe“. „Es ist gut, dass Sie während des COJ gemeinsam und leben und einander bereichern“, sagte Kohlgraf weiter, „denn vielleicht entdecken die anderen Gaben und Fähigkeiten in Ihnen, derer Sie sich selbst gar nicht bewusst sind.“ Für die Zeit und den gemeinsam Weg des COJ wünschte er den Teilnehmerinnen und dem Teilnehmer Gottes Segen.

Zum 1. September haben sieben Frauen und ein Mann zwischen 17 und 19 Jahren das neue Angebot das Bistums Mainz wahrgenommen; sie leben gemeinsam in einer Wohngemeinschaft im Priesterseminar. Die jungen Erwachsenen kommen aus allen Teilen des Bistums. Die COJler absolvieren einen Freiwilligendienst (Freiwilliges Soziales Jahr oder Bundesfreiwilligendienst) und werden in dieser Zeit zudem von der Berufungspastoral im Bistum Mainz in Zusammenarbeit mit dem Referat Freiwilligendienste des Bundes der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) und dem Referat Freiwilligendienste des Diözesancaritasverbandes Main begleitet.

Der Leiter der Berufungspastoral, Pfarrer Markus W. Konrad, umschreibt das Anliegen des COJ folgendermaßen: „Wir sind überzeugt, dass jeder Mensch seine ganz eigene Berufung hat, und es sich lohnt, ihr auf die Spur zu kommen. Dazu will das COJ junge Menschen in einer Lebensphase der Orientierung und Entscheidungsfindung begleiten und unterstützen. Das Jahr bietet Zeit und Erfahrungsräume, um gemeinsam und persönlich wichtigen Lebensfragen nachzugehen und für sich ein Stück weiterzukommen.“ Das Leben in der Wohngemeinschaft, das Engagement im Freiwilligendienst sowie das Rahmen- und Begleitprogramm bieten dazu vielfältige Möglichkeiten zu erleben, was Christ-Sein für das eigene Leben bedeuten kann.

In der Wohngemeinschaft gibt es regelmäßige gemeinsame Aktivitäten. Angeboten werden unter anderem verschiedene Workshops wie Sprachkurse, musikalische Angebote oder sportliche Aktivitäten. Auch persönliches Coaching und gemeinsame Exkursionen und Bildungstage stehen auf dem Programm. Als christliche Gemeinschaft werden die COJler auch Gottesdienst feiern sowie verschiedene Gebets- und Spiritualitätsformen kennenlernen. Weitere Ansprechpartner in der Berufungspastoral sind neben Pfarrer Konrad: die Pastoralreferentin Claudia Fontana und Helena Gilbert sowie Pastoralreferent Andreas Baaden.

Hinweis: www.coj-mainz.de

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Dörr: „Der Katholikenrat hat ein riesiges Potential“

Letzte Vollversammlung des Katholikenrates in der laufenden Amtsperiode

Mainz. Mit einem Dank für ihr großes Engagement in der laufenden Amtsperiode des Katholikenrates würdigte der Seelsorgedezernent des Bistums Mainz, Ordinariatsdirektor Hans Jürgen Dörr, die Arbeit der rund 65 Delegierten in den vergangenen vier Jahren. „Der Katholikenrat hat ein riesiges Potential“, betonte Dörr, der nach der Zusammenführung der Dezernate Jugendseelsorge, Pastorale Räte und Seelsorge im Dezernat Seelsorge als Vertreter der Bistumsleitung an der Vollversammlung des Katholikenrates teilnahm. „Jeder in der Kirche hat eine Mission“, sagte Dörr. Das müsse in den kommenden Jahren noch deutlicher werden und der Katholikenrat könne einen wichtigen Beitrag dazu leisten sagte er. Dörr, der Pastoralreferent ist, wies darauf hin, dass mit ihm erstmals ein Laie in der Bistumsleitung Ansprechpartner für den Katholikenrat sei. Das Treffen fand am Samstag, 9. November, im Hildegard-Saal des Erbacher Hofes in Mainz statt.

Erster Vorschlag zur Frauenkommission im Bistum Mainz 

BDKJ-Diözesanvorsitzende Nadine Wacker stellte einen ersten Entwurf für die Einrichtung einer Frauenkommission im Bistum Mainz vor. Demnach solle eine Frauenversammlung bzw. Frauensynode (mit rund 80 Delegierten) zusammenkommen, um die Mitglieder der Frauenkommission zu wählen, die aus acht bis zehn Personen bestehen soll (zunächst für zwei, später für vier Jahre). Der Sprecher des Katholikenrates, Patrick Landua, wies darauf hin, dass es sich um einen ersten Vorschlag handele, der noch optimiert werde. Auch bei der Benennung als „Frauenkommission“ sei noch nicht das letzte Wort gesprochen, betonte Landua. Zunächst würden die Anregungen der Katholikenratsmitglieder in den Vorschlag mitaufgenommen, bevor Seelsorgedezernent Dörr und er den Vorschlag mit dem Mainzer Bischof Peter Kohlgraf besprechen werden.

Die Diözesanversammlung des Bistums Mainz hatte sich in der September-Sitzung einstimmig für die Einrichtung einer Frauenkommission im Bistum Mainz ausgesprochen, um das Thema „Rolle der Frau in der Kirche“ im Bistum Mainz zu verankern. Eingebracht worden war die Einführung einer Frauenkommission auf Vorschlag der Katholischen Frauengemeinschaft Deutschlands (kfd) und des Katholischen Deutschen Frauenbundes (KDFB).

In Kleingruppen haben sich die Mitglieder des Katholikenrates außerdem zum Pastoralen Weg im Bistum Mainz und über die zu Ende gehende Amtsperiode ausgetauscht. In mehreren Wortmeldungen wurde deutlich, dass Informationen zum Pastoralen Weg bei den Gemeindemitgliedern oftmals wenig oder gar nicht ankommen. Angeregt wurden für die nächste Amtszeit des Katholikenrates etwa eigene Social Media-Aktivitäten des Katholikenrates bei Facebook oder Twitter.

In der laufenden Amtszeit hat der Katholikenrat unter anderem fünf Stellungnahmen veröffentlicht und zwar zu den Themen „Ökumene“, „Katholiken gegen Rechtspopulismus“, „Gegen Ausbeutung von Kindern“, „Sexueller Missbrauch“ und „Diakonat der Frau“. Patrick Landua kündigte an, dass sich der erweiterte Vorstand des Gremiums Ende November mit Bischof Kohlgraf zu einem Gespräch über die Amtszeit zusammensetzen werde. Im Anschluss an die Pfarrgemeinderatswahlen an diesem Wochenende wird sich der neue Katholikenrat des Bistums Mainz bei seiner Sitzung am 13. und 14. März 2020 konstituieren.

Der Katholikenrat ist das höchste Laiengremium in der Diözese Mainz. Der Rat versteht sich als „das Organ des Laienapostolates im Sinne des Konzilsdekretes über das Apostolat der Laien“, wie es in der Präambel seines Statutes heißt. Mitglieder des Gremiums sind Laienvertreter aus den 20 Dekanaten, den katholischen Verbänden und aus dem Beirat von Katholiken anderer Muttersprache im Bistum Mainz. Das Gremium tagt in der Regel zweimal im Jahr und hat 65 Mitglieder. Sprecher des Katholikenrates ist Patrick Landua aus Nierstein.

tob (MBN)

 

 „Von so nah können Sie die Wasserspeier erst wieder in 100 Jahren sehen“

Ausstellung „Vom Himmel hoch … ganz aus der Nähe“ im Mainzer Dommuseum

Mainz. „Unsere Ausstellung versteht sich auch als Anregung, den Bestand der Denkmäler am Mainzer Dom zu erforschen.“ Das sagte der Direktor des Mainzer Dom- und Diözesanmuseums, Dr. Winfried Wilhelmy, vor Journalisten am Mittwoch, 6. November. Wilhelmy machte deutlich, dass es zu allen Ausstellungsstücken nur sehr wenig gesichertes Wissen gibt. „Ich würde mich freuen, wenn unsere Ausstellung Forschungen zu den Stücken auslösen könnte.“ In der Kabinettausstellung sind ab Freitag, 8. November, acht Wasserspeier des Westturmes sowie zwei Schreinfiguren des Marienaltares ausgestellt, die nach den erfolgten Sanierungsarbeiten am Westturm bzw. nach dem Einbau der Domorgel am Marktportal wieder an ihren Platz zurückkehren.

Die Wasserspeier, die normalerweise in etwa 65 Metern, auf Höhe der Domuhr angebracht sind, und die beiden anderen Figuren können in der Kabinett-Ausstellung des Dommuseums ganz aus der Nähe betrachtet werden. „Von so nah können Sie die Wasserspeier des Domes erst wieder in 100 Jahren sehen“, betonte Wilhelmy. Bis zum 22. Dezember werden die Kunstwerke in der Ausstellung „Vom Himmel hoch … ganz aus der Nähe. Die Figuren des Marienaltars und die Wasserspeier des Doms“ im Dommuseum gezeigt. Die Ausstellung wird am Freitag, 8. November, vom Mainzer Domdekan, Prälat Heinz Heckwolf, eröffnet.

Die Wasserspeier sind künstlerisch gestaltete Ablaufrohre, die sich an vielen Kathedralen finden. Acht verschiedene Tiere bzw. Mischwesen sind auf den Mainzer Wasserspeiern dargestellt. Ob sie aus der Zeit des Spätbarock stammen oder aus dem 19. Jahrhundert, ist bislang nicht bekannt. Vor allem bei den um 1500 gearbeiteten Schreinfiguren des Marienaltares - ein heiliger Bonifatius und ein heiliger Martin - sei die schlechte Quellenlage verwunderlich, sagte Wilhelmy. „Sie gehören zu den qualitätsvollsten Figuren überhaupt im Mainzer Dom. Es sind Spitzenstücke der deutschen Spätgotik.“ Wegen der Arbeiten an der neuen Domorgel haben sie erstmals seit ihrer Aufstellung in einem neugotischen Schrein 1875 ihren Platz verlassen. Die Marienfigur, die so genannte „Schöne Mainzerin“, ist zur Verehrung auf den Altar der Laurentius-Kapelle versetzt worden.

Zur Ausstellung gibt es verschiedene öffentliche Führungen: „Samstags um 3“ findet am 16. November und 14. Dezember jeweils um 15.00 Uhr statt; „Sonntags um 2“ am 10. und 24. November, sowie 8. und 22. Dezember, jeweils um 14.00 Uhr. Außerdem gibt es noch die Reihe „Kunst am Mittag“, bei der am Mittwoch, 13. November, und Mittwoch, 11. Dezember, eine kurze Führung angeboten wird.

Hinweis: Weitere Informationen unter www.dommuseum-mainz.de

tob (MBN)

 

Mainzer Ökumenepreis verliehen

Fünf Initiativen für ehrenamtliches Engagement ausgezeichnet

Mainz. Wie breit in Mainz das ehrenamtliche Engagement in der Flüchtlingshilfe aufgestellt ist, zeigte sich am Mittwoch, 6. November, in der ökumenischen Josefskapelle des städtischen Altenheims. Dort zeichneten die beiden Dekane Markus Kölzer (katholisch) und Andreas Klodt (evangelisch) die Arbeit von fünf Initiativen mit dem Mainzer Ökumenepreis aus.  Er wird seit 2011 im alle zwei Jahre verliehen. Gut zwei Dutzend Mitarbeiter nahmen an der Feierstunde teil. Der Preis ist mit jeweils 200 Euro pro Einrichtung dotiert. „Ehrenamt tut gut, Anerkennung tut auch gut“, sagte Präses Birgit Pfeiffer vom evangelischen Dekanat zur Begrüßung der Preisträger. Die beiden Dekane würdigten insbesondere die Ausdauer und die Beharrlichkeit der Initiativen und stellten sie kurz vor.

Der Mainzer Sozialdezernent Eckart Lensch (SPD) zeigte sich beeindruckt von der Vielfalt des Engagements und dankte den Initiativen dafür. In Mainz sei insbesondere seit 2015 „aus dem Stand“ eine breite Bürgerbewegung erwachsen, die eine große Hilfsbereitschaft bewiesen habe. „Mit der wachsenden Zahl der Flüchtlinge wuchs auch die Zahl der Initiativen.“  

Ausgezeichnet wurden folgende Initiativen:

Das Centrum für Begegnung in Marienborn ist seit 2007 eine wichtige Anlaufstelle im Wohnquartier Am Sonnigen Hang. Sie wird von der evangelischen Kirchengemeinde und der katholischen Pfarrgemeinde St. Stephan sowie der dortigen Caritasgruppe getragen. Diese unterstützt Flüchtlinge und andere Menschen, die Hilfe benötigen, in Alltags-dingen, hilft mit Formularen und Anträgen, vermittelt zu Pflegestützpunkten und Beratungsstellen, hilft bei der Kommunikation mit Kindergärten und Schulen. Nähcafé, Mütterfrühstück, Sprachkurse und Spielnachmittage für Kinder und Jugendliche runden das Angebot ab.

Der Stadtteiltreff Gonsenheim wurde 1998 gegründet und ist in der Elsa Brandström-Straße beheimatet. Hier wohnen knapp 5.000 Menschen aus verschiedenen Nationen. Der Treff ist eine Begegnungsstätte für Menschen aus der „Elsa“ und deren Umgebung, aber auch für den gesamten Stadtteil. Allein in dieser Initiative engagieren sich 260 Menschen ehrenamtlich, berichteten Sunneva Günther (25) und Andreas Ullner (56) am Rande der Feierstunde. Die Studentin an der Katholischen Hochschule (KH) Mainz und der Pastor der evangelischen freikirchlichen Gemeinde in Mainz nahmen die Urkunde und den Scheck für ihren Stadtteiltreff entgegen.

Die Mainzer Initiative Allianzhaus (MIA) engagiert sich für die Betreuung der Flüchtlinge im Allianzhaus an der Großen Bleiche in der Mainzer Innenstadt. Sie fördert die Integration der in Mainz lebenden Flüchtlinge mit dem Ziel, ein neues Zuhause zu finden und Teil der pluralen und freiheitlichen demokratischen Gesellschaft zu werden. Wichtig ist den Initiatoren, den Flüchtlingen zu helfen, sowie Selbstverantwortung und Eigenständigkeit zu entwickeln.

„Ankommen in Hechtsheim“ wurde 2015 gegründet, also in dem Jahr, in dem bislang die meisten Flüchtlingen nach Deutschland kamen. „Miteinander Hechtsheim sein“, werde hier gelebt, würdigte Dekan Andreas Klodt die Initiative. So versorgt eine mehrsprachige Whats-App-Gruppe die Flüchtlinge in Deutsch, Arabisch, Farsi und Eng-lisch mit Informationen zu Impfungen, Verträgen, Anlaufstellen zur Sprachförderung oder Malkurse für Kinder. Die Mitarbeiter begleiten Flüchtlinge bei Behördengängen und Arztbesuchen und helfen bei alltäglichen Dingen. Getragen wird die Initiative von der katholischen und der evangelischen Kirchengemeinde des Stadtteils.

Die Sprachfüchse Laubenheim sind aus einer Kooperation des Caritasverbandes Mainz mit der Schulsozialarbeit der Grundschule Laubenheim entstanden. Fünf ehrenamtlich tätige Frauen betreuen einmal pro Woche für eine Stunde Kinder der ersten bis vierten Klasse, um auf spielerische Weise deren Sprachfähigkeit zu verbessern.

ath (MBN)

Personalien

Michael Ritzert zum Ehrendomkapitular ernannt

Der Geistliche ist bischöflicher Beauftragter für die Priester im Bistum Mainz

Mainz. Pfarrer Michael Ritzert, seit 2018 bischöflicher Beauftragter für die Priester im Bistum Mainz, ist heute, Montag, 11. November, vom Mainzer Bischof Peter Kohlgraf mit Zustimmung des Mainzer Domkapitels zum Ehrendomkapitular am Mainzer Dom ernannt worden. Als bischöflicher Beauftragter steht Ritzert im Sinne einer Personalbegleitung und -entwicklung in engem Kontakt zu den Priestern vor Ort und unterstützt sie bei Veränderungsprozessen. Der Termin für die Einführung wird noch festgelegt.

Nach den Statuten des Mainzer Domkapitels kann der Mainzer Bischof Priester mit besonderen Aufgaben im Bistum, aber auch Pfarrer bedeutender Pfarreien, zu Ehrendomkapitularen ernennen. Sie erhalten damit das Recht, die violette Chorkleidung der Domkapitulare und das 1829 von Großherzog Ludwig I. von Hessen gestiftete Kapitelskreuz zu tragen.

Michael Ritzert wurde am 27. September 1956 in Worms geboren. Nach seinem Theologiestudium wurde er am 12. Juni 1982 von Kardinal Hermann Volk zum Priester geweiht. Es folgten Stellen als Kaplan in Budenheim und Darmstadt-St. Ludwig. 1985 wurde er Pfarrverwalter in Gau-Bischofsheim und Seelsorger im Referat „Schulbegleitende Arbeit“ im Bischöflichen Jugendamt in Mainz. Im Jahr 1987 wechselte er als Religionslehrer und Schulseelsorger an das Mainzer Willigis-Gymnasium. Ab 1996 wirkte er als Pfarrer in Friedberg. Im Jahr 2009 wechselte er als Pfarrer nach Budenheim, wo er auch als Seelsorger am Hospiz St. Christophorus in Mainz-Drais tätig war. Kardinal Karl Lehmann ernannte ihn 2011 zum Geistlichen Rat. Im Jahr 2014 ging er als Pfarrer nach Bad König, Michelstadt und Vielbrunn und war Leiter des Pfarreienverbundes „Am Odenwälder Einhardsweg“.

am (MBN)

 

Zwei Priester zu Geistlichen Räten ernannt

Bischof Peter Kohlgraf würdigt zum Martinstag verdiente Seelsorger

Mainz. Anlässlich des Festes des Bistumspatrons, des heiligen Martin von Tours (11. November), hat der Mainzer Bischof Peter Kohlgraf zwei Priester der Diözese mit dem Ehrentitel „Geistlicher Rat“ ausgezeichnet. Die Ernennungen sind, wie es in den Urkunden heißt, Zeichen des Dankes und der Wertschätzung des priesterlichen Dienstes der Geehrten. Zu Geistlichen Räten wurden ernannt:

Pfarrer Karl-Heinz Drobner (Jahrgang 1952) war nach seiner Priesterweihe im Jahr 1982 als Kaplan in Mainz, Groß-Bieberau und Nieder-Roden tätig. 1988 wurde er zum Dr. theol. promoviert und im selben Jahr Pfarrer in Lützelwiebelsbach und Seckmauern. Seit 2006 leitet Drobner die Pfarrgruppe Lützelbach. Von 2009 bis 2012 war er stellvertretender Dekan des Dekanates Erbach; seit 2014 ist er Dekan des Dekanates Erbach. Im Oktober 2019 wurde er in diesem Amt bestätigt.

Pfarrer Stefan Wanske (Jahrgang 1974) war nach seiner Priesterweihe Kaplan in Mainz und Dienheim, bevor er 2006 Bischöflicher Sekretär von Kardinal Karl Lehmann wurde. 2009 ging Wanske als Pfarrer nach Friedberg und war von 2011 bis 2014 stellvertretender Dekan des Dekanates Wetterau-West. Seit 2014 ist er Dekan des Dekanates Wetterau-West. In diesem Amt wurde er im September 2019 bestätigt.

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Vorschau

Fest des heiligen Martinus (11.11.)

Pontifikalamt mit Weihbischof Bentz im Mainzer Dom (17.11.)

Mainz. Zum Fest des heiligen Martinus (11. November), Patron des Mainzer Domes und des Bistums Mainz, feiert der Mainzer Weihbischof Dr. Udo Markus Bentz am Sonntag, 17. November, um 10.00 Uhr im Mainzer Dom ein Pontifikalamt. Konzelebranten sind Domkapitular Prälat Dr. Peter Hilger und Dompräbendat Gerold Reinbott. Die musikalische Gestaltung des Gottesdienstes übernehmen die Domkantorei St. Martin und die Mainzer Dombläser unter der Leitung von Domkapellmeister Professor Karsten Storck. An der Orgel des Mainzer Domes spielt Domorganist Professor Daniel Beckmann.

Am Tag des Hochfestes, Montag, 11. November, feiert Domkapitular Professor Dr. Franz-Rudolf Weinert um 12.15 Uhr einen Gottesdienst im Mainzer Dom. Bereits am Vorabend, Sonntag, 10. November, lädt die Mainzer Dompfarrei um 18.00 Uhr zu einem Martinsspiel im Mainzer Dom ein, dem sich ein Martinsumzug durch die Straßen der Altstadt anschließt. Die Mainzer Martinus-Schule in der Weißliliengasse veranstaltet am Dienstag, 12. November, einen Martinsumzug durch die Mainzer Altstadt; Start ist um 18.00 Uhr auf dem Liebfrauenplatz. Darüber hinaus ist von Freitag, 8., bis Sonntag, 17. November, täglich von 18.00 bis 21.00 Uhr in der Martinus-Schule, Weißliliengasse, ein „Martinsleuchten zur Ehre des heiligen Martin“ zu sehen.

Stichwort: Heiliger Martin

Am 11. November gedenken die Katholiken des heiligen Martin (Martinus). Die nach ihm benannten Umzüge erinnern an die Legende, wonach Martin noch als römischer Soldat seinen Mantel mit einem frierenden Bettler geteilt haben soll – erst später wurde er Bischof von Tours. Martin wird meist hoch zu Pferd bei der Mantelteilung dargestellt, so beispielsweise auch beim Dachreiter auf dem Westchor des Mainzer Domes. Im Bistum Mainz sind 22 Kirchen dem heiligen Martin geweiht, neben dem Mainzer Dom unter anderen die Basilika in Bingen.

Martin wurde um das Jahr 316 in der Stadt Sabaria geboren, die heute in Ungarn liegt. Der Sohn eines römischen Tribuns trat auf Wunsch seines Vaters in die römische Armee ein. Nach seiner Bekehrung ließ sich Martin im Alter von 18 Jahren taufen, quittierte seinen Dienst und wurde zunächst Missionar. Seit 371 war er Bischof von Tours und widmete sich der Mission der noch weitgehend heidnischen ländlichen Gebiete. Er starb am 8. November 397 auf einer Seelsorgereise. Sein Grab in Tours galt als fränkisches Nationalheiligtum. Sein Mantel wurde als so genannte „Reichskleinodie“ verehrt und auf Feldzügen mitgeführt. Sie wurde in einem besonderen kleinen, dem Gottesdienst geweihten Raum aufbewahrt, der danach Kapelle (von lateinisch „cappa“, zu deutsch „Mantel“) genannt wurde. Der Kult um den heiligen Martin breitete sich rasch in Liturgie und Volksfrömmigkeit aus. Martin war einer der ersten Nichtmärtyrer, der als Heiliger verehrt wurde.

Zumeist am Vorabend des 11. November ziehen Kinder mit häufig selbst gebastelten Laternen zu einem Martinsfeuer. Sie werden dabei von einem Reiter begleitet, der, mit römischem Helm und Purpurmantel bekleidet, an den Soldaten Martin und dessen gute Tat erinnern soll. Die Martinsgans erinnert an die Legende, nach der sich der Heilige in einem Gänsestall versteckt haben soll, um seiner Wahl als Bischof zu entgehen. Die schnatternden Tiere verrieten ihn jedoch.

Hinweis: Weitere Informationen zum heiligen Martin sowie zu den Bräuchen rund um das Martinsfest auch im Internet unter www.martin-von-tours.de. Informationen zu den Martinsumzügen im Dekanat Mainz-Stadt unter www.kath-dekanat-mainz.de.

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Bistum bei Mainzer Büchermesse vertreten (16.-17.11.)

20. Auflage findet erstmals in der Akademie der Wissenschaften statt

Mainz. Die Abteilung Publikationen im Bistum Mainz ist mit einem Stand auf der 20. Mainzer Büchermesse vertreten. Die traditionelle Veranstaltung findet von Samstag, 16., bis Sonntag, 17. November, jeweils von 11.00 bis 18.00 Uhr statt; Veranstaltungsort ist erstmals die Akademie der Wissenschaften (Geschwister Scholl-Straße 2). Veranstalter  ist das Kulturamt der Landeshauptstadt Mainz in Zusammenarbeit mit der Arbeitsgemeinschaft der Mainzer Verlage. Die Abteilung Publikationen wird am Stand Nr. 1 die Neuerscheinungen dieses Jahres und andere Bücher präsentieren, außerdem eine große Auswahl an Weihnachts- und Grußkarten.

Hinweise: 

tob (MBN)

 

Vespergottesdienst mit Bischof Ackermann in Mainz-St. Ignaz (19.11.)

Vorstellung der Publikation „Chorbuch Tagzeitenliturgie mit dem ,Gotteslob‘“

Mainz. Anlässlich der Herbstsitzung der Liturgiekommission der Deutschen Bischofskonferenz unter dem Vorsitz des Trierer Bischofs Stefan Ackermann findet am Dienstag, 19. November, um 18.15 Uhr ein Vespergottesdienst in der Kirche St. Ignaz in Mainz statt. Musikalisch gestaltet wird der Gottesdienst unter anderem mit dem „Chorbuch Tagzeitenliturgie mit dem ,Gotteslob‘“, dessen zweiter Band gerade erschienen ist.

Die Publikation wurde von der Deutschen Bischofskonferenz gefördert. Im Anschluss an den Gottesdienst wird ein Exemplar dieses Chorbuchs an Bischof Ackermann übergeben. Musikalisch wird die Vesper durch einen Projektchor unter Leitung von Regionalkantorin Mechthild Bitsch-Molitor gestaltet. Solistin ist Julia Adams, an der Orgel spielt Thomas Drescher, bis 2018 Diözesankirchemusikdirektor des Bistums Mainz.

am (MBN)

Bilder zu den MBN Nr. 39 vom 13. November

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