Mainzer Bistumsnachrichten Nr. 5

Panama, Januar 2019: Eindruck vom Weltjugendtag in Panama (c) Bistum Limburg
Panama, Januar 2019: Eindruck vom Weltjugendtag in Panama
Mi, 6. Feb 2019
am (MBN)

Die Bilder zu den aktuellen MBN finden Sie am Ende dieser Seite zusammengefasst in einer Galerie.

Berichte

  • Weltjugendtagspilger zurück in Deutschland
  • Weihbischof Bentz mit Adveniat-Kommission in Ecuador
  • „Tag des Geweihten Lebens“ im Priesterseminar
  • Thomas Jacob als Leiter am Ketteler-Kolleg eingeführt
  • Ausbildung bei Katholischer Journalistenschule

Vorschau

  • Infotag „Theologie im Fernkurs“ (6.4.)

MBN vor 40 Jahren

  • Priester des Bistums Mainz verzichten auf 13. Monatsgehalt

Berichte

„Ihr seid das Jetzt Gottes“

Weltjugendtagspilger aus Limburg, Mainz und Speyer zurück in Deutschland

Panama. Eine Woche voller Gastfreundschaft und Eindrücken in Panama liegt hinter den 56 Pilgern aus den Bistümern Limburg, Mainz und Speyer: Am Freitag, 1. Februar, sind sie zurückgekehrt. Den feierlichen Abschluss des Weltjugendtages bildeten die Vigilfeier am Samstag, 26. Januar, und der Abschlussgottesdienst mit Papst Franziskus und 700.000 Gläubigen am Sonntag, 27. Januar.  Nach der Weltjugendtagswoche haben die deutschen Pilger die letzten Tage der Fahrt zur Erholung am Strand verbracht. Zu den „Tagen der Begegnung“ waren sie in einer Gemeinde in Costa Rica. Der nächste Weltjugendtag findet 2022 in Lissabon in Portugal statt.

Keine Angst vor dem Leben zu haben und es so zu nehmen, wie es kommt. Davon sprach der Heilige Vater bei der feierlichen Vigil in Panama-Stadt. Er verwies damit auf Maria, die, ohne es zu wollen oder danach zu streben, mit ihrem Ja zu Gott zur Frau mit dem größten Einfluss aller Zeiten geworden sei. „Ja zu sagen zum Herrn bedeutet, den Mut zu haben, das Leben, wie es kommt, mit all seiner Zerbrechlichkeit und Begrenztheit und oft sogar mit all seinen Widersprüchen und Sinnlosigkeiten, mit der gleichen Liebe anzunehmen“, sagte der Papst. Er sprach auch über die Verantwortung, die ältere Menschen gegenüber der Jugend haben. „Wie leicht ist es, junge Menschen zu kritisieren und die ganze Zeit herumzunörgeln, wenn wir ihnen Arbeits- und Bildungsmöglichkeiten sowie Gemeinschaftserfahrungen vorenthalten, die Halt geben und Zukunftsträume wecken“, sagte Franziskus.

In seiner Predigt beim Abschlussgottesdienst am Sonntag, 27. Januar, nahm er auf diesen Aspekt wieder Bezug: „Vergesst nicht, dass Ihr nicht das Morgen seid, dass Ihr nicht die ,Zwischenzeit‘ seid, sondern das Jetzt Gottes. Ich bitte Euch, das, was Ihr in diesen Tagen erlebt habt, nicht abkühlen zu lassen“, sagte er zu den etwa 700.000 Gläubigen.

„Tage der Begegnung“ in Costa Rica

„Die Tage der Begegnung fand ich total interessant. Es war eine ganz andere Kultur, die wir kennengelernt haben“, erzählt Sophie Utner aus Nieder-Olm im Bistum Mainz. Während der „Tage der Begegnung“ lebten die jungen Erwachsenen in Gastfamilien in Chacarita in der Diözese Puntarenas, begegneten Jugendlichen aus Costa Rica und lernten sie so kennen. „Ich fand es großartig, dass die Leute so viel getanzt haben. Und dass sie den Gottesdienst tanzend gefeiert und ihn fröhlicher gestaltet haben.“ Zudem habe sie in Panama viele Leute aus verschiedenen Ländern getroffen und sei vor allem mit Menschen aus Lateinamerika ins Gespräch gekommen. Ein besonderes Highlight war für Utner die offizielle Hymne des Weltjugendtags. „Die Stimmung, die immer beim Singen des Mottolieds aufkam, auch gerade ganz am Ende beim Abschlussgottesdienst, war einfach toll.“ Aber auch der Glaube spielte für Utner eine wichtige Rolle. In Deutschland werde sie häufig gefragt, warum sie glaube und in die Kirche gehe. „Beim Weltjugendtag war es so, dass du weißt, hier sind Leute, die glauben das Gleiche wie ich. Eine große Gemeinschaft.“

Diese Gemeinschaft hat auch Julia Schwarzer aus Wiesbaden erlebt. „Wir sind in einer Kirche, die eben nicht an nationale Grenzen gebunden ist, sondern, die weltumfassend ist und an der alle teilhaben können. Das war etwas ganz besonderes, das zu sehen.“ Einerseits sei das bei den Großveranstaltungen beim Schwenken der Fahnen deutlich geworden, andererseits aber auch beim Verschenken und Austauschen von kleinen Geschenken, wie etwa Armbändern. „Da hat man wirklich gemerkt, dass die Welt gar nicht so groß ist und das war wirklich sehr schön. Da ist der Glaube auch einfach ein verbindendes Element, auf das man gut aufbauen kann, denke ich“, erzählt Schwarzer.

Zum ersten Mal sind die drei Diözesen Limburg, Mainz und Speyer gemeinsam zu einem derartigen Großereignis gefahren. Pfarrer Mathias Berger, Diözesanjugendseelsorger des Bistums Mainz, war an der Organisation der Fahrt beteiligt. „Ich glaube, es war auch für die Jugendlichen eine gute Erfahrung, mit Teilnehmern aus den Nachbardiözesen zu fahren. Wir drei Diözesen liegen so dicht beieinander. Diese Fahrt zu dritt war mehr als die Summe der Teile.“ Bei internationalen Fahrten, wenn erfahrungsgemäß nicht so viele Teilnehmer dabei seien, sei diese gemeinsame Organisation und die gemeinsame Fahrt eine gute Form. Er könne sich vorstellen, erneut mit den beiden anderen Diözesen zusammen zu fahren, sagte Berger.

Herzlichkeit in den Gastfamilien

Zu den Höhepunkten neben der Vigil und den anderen Veranstaltungen mit dem Papst zählte für die Jugendlichen aus den deutschen Bistümern auch die Gastfreundschaft der Familien in Panama. „Mir hat die Herzlichkeit der Gastfamilien gut gefallen. Sie haben uns alle herzlich aufgenommen, haben uns teilweise mit Geschenken überhäuft, gekocht, begleitet und dafür gesorgt, dass es uns an nichts fehlt“, sagte Lea Bürmann aus Frankfurt. Das Urteil von Martin Held aus Köngernheim im Bistum Mainz lautete: „Es war wie immer super.“ Für Held war es der bisher sechste Weltjugendtag. „Einen speziellen Höhepunkt kann ich nicht nennen. Für mich zählt das Gesamtpaket.“

Katechesen mit Weihbischöfen Bentz und Wübbe

Zum Programm des Weltjugendtages gehörten auch besondere Gottesdienste und Katechesen mit Bischöfen. Weihbischof Dr. Udo Markus Bentz aus dem Bistum Mainz und Weihbischof Johannes Wübbe aus dem Bistum Osnabrück sprachen in ihren Katechesen jeweils über Teile des offiziellen Mottos des Weltjugendtages: „Siehe, ich bin die Magd des Herrn, mir geschehe, wie du es gesagt hast“ (Lk 1, 38). Während Weihbischof Wübbe von der Berufung jedes Menschen und auch der Berufung Marias sprach, beschäftigte sich Weihbischof Bentz mit der Frage nach der Beziehung zu Gott. Als Magd oder Knecht des Herrn, „sind wir keine willenlosen Geschöpfe in der Hand Gottes“, sagte Bentz. Vielmehr sei der Mensch von Gott geliebt und würdevoll. „Ich bin frei zu sagen: Hier bin ich.“ Mit dieser Freiheit gehe aber auch Verantwortung einher, betonte Bentz. Jeder Mensch müsse sich bei Entscheidungen fragen, ob er diese auch verantworten könne. Bei den Katechesen richteten die Jugendlichen auch kritische Anfragen, etwa zum Thema Frauenpriestertum oder der Segnung von gleichgeschlechtlichen Paaren, an die Bischöfe.

PM (MBN)

 

„Amazonassynode hat auch für Deutschland eine große Bedeutung“

Adveniat-Kommission besuchte Ecuador / Teilnahme von Weihbischof Bentz

Essen/Bonn/Mainz. Das Lateinamerika-Hilfswerk Adveniat wird die Amazonassynode, zu der Papst Franziskus für den Herbst 2019 nach Rom eingeladen hat, intensiv begleiten und die Themen nach Deutschland bringen. Das kündigte Weihbischof Dr. Reinhard Hauke, Erfurt, stellvertretender Vorsitzender der Adveniat-Kommission, zum Abschluss einer Reise der Kommission nach Ecuador am Montag, 4. Februar, in einer Pressemittelung an. „Der Schutz des gemeinsamen Hauses im Amazonasbecken ist eine Überlebensfrage für die gesamte Welt. Die Amazonassynode hat daher auch eine große Bedeutung für Deutschland“, sagte Weihbischof Hauke. „Es geht aber nicht nur um die ökologische Frage, sondern auch um den Schutz der mehr als 400 indigenen Völker, die dort leben.“ Weihbischof Hauke betonte, dabei gehe es nicht um Folklore, sondern auch um die Bewahrung des Wissens und der Spiritualität der Indigenen. An der Reise hatte als Mitglied der Kommission auch der Mainzer Weihbischof Dr. Udo Markus Bentz, der auch Generalvikar des Bistums Mainz ist, teilgenommen.

Mit dem panamazonischen kirchlichen Netzwerk Repam (Red Eclesial PanAmazonia), das seinen Sitz in der ecuadorianischen Hauptstadt Quito hat, verfüge die Kirche über ein innovatives Instrument, das auch politisch wirke und die Menschenrechte der Indigenen einklage. „Es ist gut, dass Adveniat das Netzwerk nicht nur fördert, sondern gleichzeitig auch aktives Mitglied des Netzwerkes ist“, sagte Weihbischof Hauke. Adveniat helfe auf diese Weise auch, das Kreuz, das die Armen in Lateinamerika tragen müssen, mitzutragen.

Die Bischöfliche Kommission Adveniat hatte eine Woche lang Ecuador bereist und sich dabei intensiv über die Situation im Amazonasraum informiert. In Puyo, wo 2014 der Beschluss zur Gründung von Repam gefallen war, besuchte die Kommission Siedlungen der Kichwa-Indigenen und Adveniat-Projekte, die insbesondere der Bildung dienen. „Die Indigenen müssen befähigt werden, ihre Rechte auch international selbst einzufordern“, sagte Weihbischof Hauke.

Ein weiteres Thema der Dialogreise der Kommission war die Situation der Flüchtlinge aus Venezuela. Mehr als eine halbe Million Menschen aus dem krisengeschüttelten Venezuela sind derzeit in Ecuador. Das Land Ecuador zählt 16,7 Millionen Einwohner. Kirchliche Einrichtungen und Orden betreuen viele der Flüchtlinge. Adveniat unterstützt Flüchtlingsprojekte zum Beispiel in Quito.

In einer Unterkunft für Flüchtlinge bei Maristenbrüdern in Quito traf die Delegation auch den stellvertretenden Vorsitzenden der Venezolanischen Bischofskonferenz, Erzbischof Mario Moronta Rodríguez von San Cristóbal de Venezuela, sowie den Apostolischen Nuntius in Venezuela, Andrés Carrascosa Coso. Mehrere Flüchtlinge aus Venezuela berichteten von ihren Erfahrungen auf der Flucht aus dem Land sowie von den Gründen für ihre Flucht. „Ich habe 31 Jahre als Lehrer in einer kirchlichen Schule gearbeitet“, berichtete ein Flüchtling. „Aber der Lohn von mir und meiner Frau reichte einfach nicht mehr zum Überleben für meine Familie.“

In der Basilica del Voto Nacional in Quito feierten die Bischöfe gemeinsam mit Erzbischof Moronta und Nuntius Carrascosa einen Gottesdienst mit Flüchtlingen aus Venezuela. „Der Einsatz und Schutz für Flüchtlinge aus Venezuela ist eine wesentliche Aufgabe für Adveniat“, betonte Weihbischof Hauke.

In Esmeraldas an der Pazifikküste Ecuadors informierte sich die Kommission über die Lebensumstände der Menschen 30 Monate nach dem verheerenden Erdbeben. Das Lateinamerika-Hilfswerk Adveniat hatte hier Wiederaufbauhilfe geleistet. Bischof Eugenio Arellano Fernández, Apostolischer Vikar von Esmeraldas, berichtete zudem von der wichtigen Arbeit der Kirche in den Bereichen Erziehung und Afropastoral.

Man habe einen guten Einblick über die Kirche in Ecuador bekommen, sagte Weihbischof Hauke. Die ganzheitliche Pastoralarbeit der Kirche sei insbesondere dort wichtig, wo es um die Sorge für die Armen gehe. Gerade in der Erdbebenregion und unter den Indigenen im Tiefland liege die Armutsquote über 90 Prozent, das heißt, sie verfügen über weniger als zwei Dollar am Tag. „Die diakonische Pastoralarbeit ist hier ebenso wichtig wie die Bildungsarbeit, damit es gelingen kann, Menschen aus der Armut zu holen“, sagte Weihbischof Hauke.

An der Dialogreise nach Ecuador nahmen neben Weihbischof Hauke und Weihbischof Bentz auch die Weihbischöfe Matthias König, Paderborn, Rolf Steinhäuser, Köln, weitere Berater der Kommission sowie die Adveniat-Geschäftsführer teil.

PM (SDBK)

 

„An der Hand Gottes gehen“

Vortrag von Regens Dennebaum über Edith Stein beim „Tag des Geweihten Lebens“ 

Mainz. „Die entscheidende Motivation für die Taufe war bei Edith Stein die Sehnsucht nach dem persönlichen Gebet.“ Das sagte der Regens des Mainzer Priesterseminars, Dr. Tonke Dennebaum, in seinem Vortrag beim „Tag des Geweihten Lebens“ im Mainzer Priesterseminar am Montag, 4. Februar. Der Tag stand unter der Überschrift „An der Hand Gottes gehen. Edith Stein und das Gebet“.

Als geistliche Grundhaltung von Edith Stein bezeichnete Dennebaum „das Sich-Führen-lassen oder an-der-Hand-Gottes-gehen“. Dabei gehe es nicht darum, „anderen nachzulaufen oder blind zu vertrauen, sondern sich auf Gott hin auszurichten, um von dort her frei zu werden“, sagte Dennebaum. Und weiter: „Das Leben an der Hand des Herrn ist also die zentrale Glaubensbotschaft, die Edith Stein weitergeben möchte. Glauben bedeutet in diesem Sinn nicht zuerst, einen Glaubenssatz unterschreiben zu können, etwas für wahr zu halten oder eine Sache im theoretischen Sinn als richtig zu akzeptieren. Für Edith Stein meint der religiöse Grundakt des Glaubens, die fides, etwas anderes, nämlich, dass ‚das, was ich erfasse, in mich eindringt, indem ich es erfasse; es ergreift mich in meinem personalen Zentrum, und ich halte mich daran fest’“. Die Moderation hatten Pater Frano Prcela OP und Schwester Ancilla-Maria Ruf übernommen.

Zum Abschluss des Tages feierte der Personaldezernent des Bistums Mainz, Domkapitular Prälat Hans-Jürgen Eberhardt, mit den Ordensleuten und Mitgliedern der Säkularinstitute einen Gottesdienst in der Mainzer Augustinerkirche. Konzelebrant war neben Regens Dennebaum Ordensreferent Pater Frano Prcela OP. Begonnen hatte der Gottesdienst mit einer Kerzenweihe und einer Prozession in die Kirche. Der „Tag des Geweihten Lebens“ fand zum 18. Mal im Bistum Mainz statt. Veranstalter ist der Ordensrat des Bistums Mainz.

Stichwort: Tag des Geweihten Lebens

Papst Johannes Paul II. hatte 1997 den „Tag des Geweihten Lebens“ mit dem Fest „Dar-stellung des Herrn“ (2. Februar) verbunden. Im Mittelpunkt dieses Tages stehen der Dank und das Gebet für die Frauen und Männer, die sich „in besonderer Weise dem Herrn geweiht haben“. Gemeint sind in erster Linie Ordensgemeinschaften und Säkularinstitute. Dieser Tag soll nach den Worten des damaligen Papstes aber auch „die Kenntnis und die Wertschätzung des geweihten Lebens im ganzen Gottesvolk fördern“.

Hinweis: www.bistum-mainz.de/orden

tob (MBN)

 

„Das Ketteler-Kolleg hat einen besonderen Auftrag“

Thomas Jacob als Schulleiter am Ketteler-Kolleg und -Abendgymnasium eingeführt

Mainz. Studiendirektor Thomas Jacob, bisher Referent für kirchliche Schulen in Hessen im Dezernat Schulen und Hochschulen des Bistums Mainz, ist am Donnerstag, 31. Januar, als neuer Schulleiter des Ketteler-Kollegs und -Abendgymnasiums in Mainz eingeführt worden. Jacob war bereits seit 2018 kommissarischer Leiter der Schule und von 2003 bis 2010 Lehrer für Deutsch und Geschichte an der Schule. Das Ketteler-Kolleg und
-Abendgymnasium ist eine Einrichtung des Zweiten Bildungsweges in Trägerschaft des Bistums Mainz, das Erwachsenen den Weg zum Abitur ermöglicht.

In ihrem Festvortrag würdigte Ordinariatsdirektorin Dr. Gertrud Pollak Jacob als einen Lehrer, in dessen Denken und Handeln Schule, Bildung und Erziehung immer Schwerpunkte gewesen seien. Er bringe für die neue Aufgabe „den nötigen persönlichen Elan und ein reiches Potpourri an Erfahrungen als Pädagoge“ mit. Weiter sagte Pollak, die Dezernentin für Schulen und Hochschulen des Bistums ist: „Es sind nun mal wichtige und notwendige Überlegungen heute, was Schule, was Bildung auf den Weg bringen kann oder auch nicht. Dabei geht es nicht um andere Formen, neue Konzepte oder – wie derzeit besonders aktuell – um Digitalisierung in der Bildung. Zutiefst geht es wirklich um den Menschen, um Kinder und Jugendliche und ihre Entwicklungsmöglichkeiten. Gerade hier hat das Ketteler-Kolleg mit all seinen Bildungszweigen einen ganz besonderen Auftrag – der einzelne Mensch mit seiner Biografie, der junge Erwachsene steht zunächst im Vordergrund. Diese Schule leistet einen besonderen Dienst an individuellen Lebenswegen – mit vielen Möglichkeiten, aber auch mit nicht immer leichten Grenzerfahrungen.“

Hinweis: www.ketteler-kolleg.de

am (MBN)

 

Seit 50 Jahren erfolgreich

Katholische Journalistenschule ifp bildet wieder Volontäre aus

München. Die katholische Journalistenschule ifp bildet wieder Volontärinnen und Volontäre aus. Bewerbungsschluss für die nächste Ausbildungsrunde ist der 1. März. Die Volontäre werden multimedial ausgebildet und nach Tarif bezahlt. In ihren Redaktionen – unter anderem bei katholisch.de, bei Kirche im Privatfunk Stuttgart oder beim Missio Magazin – arbeiten sie an den jeweiligen Publikationen mit. Hinzu kommen bis zu drei Monate Praktikum etwa beim ZDF, der dpa oder der FAZ.

In den Seminaren am ifp mit einer Gesamtdauer von zwei Monaten vermitteln erfahrene Referenten die journalistischen Grundlagen. Am Ende steht den Volontären der Weg in alle Medien offen. Zusatzangebote wie ein Mentorenprogramm, Journalistenreisen oder Sprechtraining erweitern die Kompetenzen der Volontäre. „Medien müssen sich das Vertrauen der Menschen immer wieder erarbeiten. Dazu braucht es einen qualitätsorientierten Journalismus. Den gibt es nur mit einer guten Ausbildung. Das ifp leistet diese erfolgreich seit 50 Jahren“, erklärt Bernhard Remmers, Journalistischer Direktor der katholischen Journalistenschule. Zentral ist die individuelle Begleitung der Volontäre: „So findet jeder seinen persönlichen Weg in den Beruf“, sagt Studienleiter Burkhard Schäfers. Zu den 3.000 Absolventen des ifp gehören Stefan Leifert (ZDF), Christiane Florin (Deutschlandfunk) und Klaus Brinkbäumer (Der Spiegel).

Hinweis: Weitere Informationen zum Volontariat an der katholischen Journalistenschule ifp auch im Internet unter www.journalistenschule-ifp.de. Die Volontäre bloggen unter http://voloblog.journalistenschule-ifp.de.

PM (MBN)

Vorschau

Infotag „Theologie im Fernkurs“ (6.4.)

Ausbildung ist Voraussetzung für Ständige Diakone

Mainz. Am Samstag, 6. April, findet von 9.30 bis 13.30 Uhr im Priesterseminar St. Bonifatius (Augustinerstraße 34, 55116 Mainz) der Infotag „Theologie im Fernkurs“ statt. Dazu sind alle eingeladen, „die Fragen zu ihrem Glauben haben und mehr von ihrem Glauben wissen und verstehen wollen“, wie es in der Einladung dazu heißt. Der Infotag ist auch eine Einführung für Menschen, die ehrenamtlich in Pfarreien mitarbeiten oder mitarbeiten möchten und ihr Engagement auf eine gute theologische Basis stellen wollen. Schließlich soll auch Interessenten am Ständigen Diakonat der Kurs vorgestellt werden, da die Teilnahme an diesem Kurs eine Voraussetzung ist, um Diakon zu werden.

Die Katholische Akademie Domschule Würzburg bietet den Kurs im Auftrag der Deutschen Bischofskonferenz an. Die jeweils 24 Lehrbriefe werden von den Teilnehmenden privat studiert und optional in einer Begleitgruppe besprochen. Der Infotag „Theologie im Fernkurs“ ist für die Teilnehmenden kostenfrei und endet mit einem Mittagsessen. Referenten sind: Dr. Eckard Türk, Leiter der Begleitgruppe „Theologie im Fernkurs“, Pfarrer Markus Warsberg, Bischöflicher Beauftragter für den Ständigen Diakonat, und Diakon Norbert Tiegel, Ausbildungsleiter für die Ständigen Diakone. Zudem wird Diplom-Bibliothekarin Martina Pauly am Beispiel der Mainzer Martinus-Bibliothek eine „Einführung in die Literarturrecherche“ geben.

Hinweise:  

  • Anmeldung bis zum 29. März bei Ausbildungsleiter Diakon Norbert Tiegel, Augustinerstraße 34, 55116 Mainz, Telefon: 06131/253-426, E-Mail: tiegel@bistum-mainz.de, oder bei der Begleitgruppe „Theologie im Fernkurs“, Große Weißgasse 13, 55116 Mainz, Telefon: 06131/253-861, E-Mail: eckhard.tuerk@bistum-mainz.de
  • Weitere Informationen zu „Theologie im Fernkurs“ auch im Internet unter: fernkurs-wuerzburg.de

am (MBN)

MBN vor 40 Jahren

„Priester des Bistums Mainz verzichten auf 13. Monatsgehalt“ ist ein Artikel in den Bistumsnachrichten überschrieben: „Die übliche Weihnachtsgratifikation (13. Monatsge-halt) werden in diesem Jahr die Priester des Bistums Mainz nicht erhalten. Mit den dadurch eingesparten zwei Millionen D-Mark soll der angespannten Haushaltslage des Bistums begegnet und dazu beigetragen werden, die Personalkosten für neu einzustellende Laienmitarbeiter im pastoralen Dienst zu sichern. Dies empfahl der Priesterrat des Bistums auf einer Sondersitzung im Januar 1979.

Der Bischof von Mainz, Kardinal Hermann Volk, hat diesen Vorschlag akzeptiert und in Kraft gesetzt. In einem persönlichen Brief an alle Priester des Bistums dankte der Bischof dem Priesterrat für diese Empfehlung, der von einer großen Solidarität für die Sorgen des Bischofs zeuge. Er bat alle Priester des Bistums, die Empfehlung des Priesterrates und seinen Beschluss anzunehmen und zu bejahen. Wörtlich schreibt der Kardinal: ‚Ich bin überzeugt, dass dies ein Zeichen ist für alle Gläubigen und besonders für die anderen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Bistum.’

Nur mit allergrößter Anstrengung sei es gelungen, den Bistumsetat 1979 in Einnahmen und Ausgaben auszugleichen. Zu den dafür erforderlichen außerordentlichen Maßnahmen zählten eine zehnprozentige Kürzung (1,5 Millionen D-Mark) der Zuweisungen für Pfarrgemeinden, vier Millionen D-Mark weniger für Bistumsverwaltung, Zielgruppenseelsorge, Schule, Caritas, Erwachsenenbildung. Die abzusehende künftige Entwicklung unserer Finanzen, unter anderem bedingt durch Steuerreform, Konjunkturlage, lasse auch keine schnelle Besserung erwarten, zumal die Personalausgaben stiegen. Das Kirchensteueraufkommen in 1979 werde höchstens den Stand von 1977 erreichen, erläuterte Kardinal Volk die Finanzsituation.“

Über den in lateinischer Sprache gehaltenen internationalen Militärgottesdienst mit Kardinal Volk in Mainz berichten die MBN: „‚Wer den Frieden Gottes sucht und sich damit abhängig macht von Gott, macht sich unabhängig von den Menschen und den Umständen in dieser Welt’, sagte der Bischof von Mainz, Kardinal Hermann Volk, am 28. Januar in einem internationalen Gottesdienst aus Anlass des Weltfriedenstages in Mainz, an dem amerikanische, deutsche und französische Soldaten mit ihren Familien, darunter auch der Befehlshaber im Wehrbereich IV, Generalmajor Horst-Bodo Schuwirth, teilnahmen. Aus dem Frieden in uns könnten wir Frieden um uns und in der Welt schaffen helfen, betonte Kardinal Volk. Um des Friedens willen rüsten zu müssen, sei grotesk und schrecklich. Wenn wir Vertrauen zu den Menschen haben könnten, könnten wir mit den Rüstungsausgaben den Hunger in der ganzen Welt beseitigen. So bleibe uns, den Willen zum Frieden in der Welt zu stärken. Dazu müssten wir die Macht des Friedens erkennen. ‚Es kann nicht im Großen Frieden sein, wenn er nicht im Kleinen ist’, betonte der Kardinal. Deshalb müsse die Erziehung zum Frieden schon bei den Kindern beginnen, die lernen sollten, dass der Stärkere sein Unrecht nicht durchsetzen dürfe. Es sei wichtig, zu Beginn des Jahres sich bewusst zu machen, dass Frieden zu schaffen, eine Aufgabe für das ganze Jahr sei. Der in lateinischer Sprache gehaltene Gottesdienst stand unter dem durch ein dreisprachiges Transparent dargestellten Motto ‚Nein zur Gewalt, Ja zum Frieden’.

Ausführlich berichten die MBN über eine Veranstaltung im Kontakt-Club von Katholischem Büro Mainz und der Bischöflichen Pressestelle zum Thema Bildung: „Ein Schulsystem muss allen Kindern gerecht werden und darf nicht abhängen von jeweiligen Elternwünschen. Eltern müssen bereit sein, auf Kosten der eigenen Kinder dieses Schulsystem auch für Unterprivilegierte wie Ausländerkinder zu öffnen.’ Mit dieser Forderung schloss Professor Dr. Alfons Schorb, Leiter des Bayrischen Staatsinstituts für Bil-dungsforschung und Bildungsplanung, München, sein die Eltern bewusst provozierendes Referat ‚Sind die Eltern an der Bildungsmisere schuld?’ am 11. Januar im Kontakt-Club-Mainz. Die Eltern hätten sich noch nie so engagiert im Bildungswesen wie heute. Sie wirkten aktiv mit in der Schule und setzten sich für ihre Kinder ein. So erhielten eine Mil-lion, das sind zehn Prozent aller Schulkinder in der Bundesrepublik, Nachhilfeunterricht. Neben dieser, die Kinder unterstützenden positiven Mitwirkung, gebe es aber auch eine gegen die Schule aggressive, protestierende, wenn die Erwartung der Eltern auf einen individualisierten, auf ihr Kind zugeschnittenen, Unterricht nicht erfüllt werde, betonte Schorb. Sie übersähen dabei, dass die Fähigkeit und Verpflichtung der Lehrer, die Kinder zu begaben, begrenzt sei.

Das Engagement solcher Eltern stelle oft eine Ersatzhandlung für den immer schwieriger werdenden Kontakt zu ihren Kindern dar. Sie verstünden sich nicht mehr als Exponent der gesamten Elternschaft, sondern nur noch als Sprecher für ihr eigenes Kind und ver-langten die Unterstützung ihres eigenen Lebensstiles durch die Schule. Zwei Drittel der heutigen Schülereltern gehörten der sozialen Mittelschicht an, deren Ziel sozialer Auf-stieg und Sicherheit sei. Dies versuchten sie über die Schule auch für ihre Kinder zu erreichen.

‚Damit ist das Schicksal der Schule besiegelt’, stellte Schorb fest. Benachteiligte Kinder könnten dabei nicht gefördert werden und fielen wiederum durch die Maschen. Das Prinzip der Solidarität, durch die Schule soziale Gerechtigkeit herzustellen, müsse auf der Strecke bleiben. Die Lehrer würden durch das dauernde auf die Finger-Sehen, durch Prozessdrohungen in ihrem pädagogischen Spielraum immer mehr eingeschränkt und mieden das Risiko der Pädagogik, die Entwicklung der Kinder zu fördern. Die Individualität der Schüler verschwinde mehr und mehr hinter Notenbüchern und einklagbaren Forderungen. Die Bedingungen für die Erzielung beurteilte Schorb heute an den Schulen als schlecht. Sie sei in einer pluralistischen Gesellschaft mangels allgemein verbindlicher Ziele nicht klar zu definieren. Man habe auch zu lange die wissenschaftliche Bildung als Hauptziel propagiert.“

Mainzer Bistumsnachrichten Nr. 2 vom 2. Februar 1979

 

Bilder in druckfähiger Qualität zu den Mainzer Bistumsnachrichten Nr. 5 vom 6. Februar 2019

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