Mainzer Bistumsnachrichten Nr. 1

7. Januar 2004

(v.r.n.l.) Bischof Wolfgang Huber, Bild-Chefredaktuer Kai Diekmann und Kardinal Karl Lehmann. (c) MBN
(v.r.n.l.) Bischof Wolfgang Huber, Bild-Chefredaktuer Kai Diekmann und Kardinal Karl Lehmann.
Datum:
Mi. 7. Jan. 2004
Von:
MBN

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Berichte

  • Silvesterpredigt von Kardinal Lehmann
  • Kardinal weist Kritik am Wort der Bischöfe "Das Soziale neu denken" zurück
  • Kardinal Volk als großer "Zeuge des Glaubens" gewürdigt
  • Abschlussgottesdienst zum "Jahr der Bibel" im Mainzer Dom
  • Hauptpreise des Ideenwettbewerbs zum Jahr der Bibel überreicht
  • Peter Madros berichtete über Situation der Christen im Heiligen Land
  • Pfadfinder übergaben Friedenslicht aus Bethlehem an Kardinal Lehmann

Personalien

  • Kardinal Lehmann wird mit Courage-Orden geehrt (18.1.)
  • Ernst Sondermann mit Martinus-Medaille ausgezeichnet
  • Drei Eiserne Priesterjubiläen (6.1.)

Vorschau

  • Bundesarbeitsgemeinschaft Ständiger Diakonat tagt in Mainz (13.-15.1.)
  • Neujahrsempfang von Kardinal Lehmann (10.1.)

Neuerscheinungen

  • Herbstvollversammlung des Katholikenrates (14./15.11.)
Berichte

Lehmann fordert Mut zur Veränderung und zum missionarischen Zeugnis

Im Silvestergottesdienst im Dom gedachte der Kardinal der Opfer von Not und Gewalt

Mainz. Zu einem vierfachen Mut hat der Bischof von Mainz, Kardinal Karl Lehmann, im Gottesdienst zum Jahresabschluss am Silvesterabend, 31. Dezember, im Mainzer Dom aufge-rufen. „Das Jahresende und der Neubeginn sind die Chance, dass wir den Lauf der Dinge zwar nicht anhalten, aber doch geistig und spirituell unterbrechen können, um in Besinnung und Meditation den künftigen Weg zu bedenken“, erklärte Lehmann in seiner Predigt.

An erster Stelle forderte der Mainzer Bischof den Mut zur Zukunft und die Bereitschaft zu Veränderungen. Die Welt gehe nicht unter, „wenn es auch wieder Zeiten einer stärkeren Ein-schränkung gibt, ohne dass deswegen jemand hungern muss“. Mut zur Zukunft setze voraus, „dass wir eine größere Veränderungsbereitschaft gewinnen“. Wenn der Sozialstaat deutscher Prägung, um auch künftig funktionieren zu können, an einigen Stellen umgebaut werden müsse, sei dies nicht notwendig schon sein prinzipieller Abbau. Aber bei jeder Transformation müsse man „höllisch aufmerksam sein“, ob dabei nicht heimlich oder offen Umverteilungs-prozesse stattfinden, die am Ende zu Lasten derer gehen, „die sich in unserer Gesellschaft nicht so lauthals wehren können wie politisch und medial durchsetzungsfähigere Gruppen“.

Darüber hinaus forderte Lehmann den Mut zu Kindern, den Mut zu einem neuen Europa und schließlich besonders nachdrücklich den Mut zum missionarischen Zeugnis. Bei allem Reden über die Reform der Sozialsysteme komme die Unentbehrlichkeit eines gelungenen Verhält-nisses zwischen den Generationen zu kurz, mahnte er. Das Projekt eines neuen Europa dürfe nicht scheitern. Dazu gebe es keine Alternative. In der Diskussion um eine europäische Ver-fassung dürften die Christen in der Bemühung nicht nachlassen, die bislang weitgehend ver-drängten Themen des Gottesbezuges und der biblisch-christlichen Wurzeln Europas zur Sprache zu bringen. Zur Ökumene verwies Lehmann auf die Ermutigung des Ökumenischen Kirchentages in Berlin und erklärte: „Wir müssen noch entschlossener die noch trennenden Unterschiede angehen.“ Zum missionarischen Zeugnis gehöre auch die Lebendigkeit des Glaubens nach innen wie nach außen. Das missionarische Zeugnis sei eine Schlüsselkategorie für das Gelingen von Kirche heute und morgen. „Wenn wir nicht intensiver an die Hecken und Zäune gehen, werden wir immer mehr wirkungslos und echolos auf uns zurück geworfen.“ Das Jubiläum des 1250. Todestages des Hl. Bonifatius sei gerade in Mainz eine besondere Verpflichtung und Chance zum missionarischen Aufbruch.

Zu Beginn des Gottesdienstes gedachte Lehmann der Opfer von Not und Gewalt in vielen Ländern der Welt. Dabei verwies er besonders auf die Opfer der Erbebenkatastrophe im Iran und die Ermordung des Apostolischen Nuntius in Burundi, Erzbischof Michael Aidan Courtney. Nuntius Courtney, der vor seinem Dienst in Burundi als Beobachter des Vatikan beim Europarat in Straßburg tätig war, sei in dem seit Jahren vom Bürgerkrieg heimgesuchten Land von Rebellen regelrecht hingerichtet worden. Courtney habe unter Einsatz seines Lebens für die Kirche und die Menschen in Burundi seinen Dienst ausgeübt, erklärte Lehmann und un-terstrich, dass mit Courtney erstmals ein Apostolischer Nuntius in Ausübung seines Dienstes getötet worden sei. In Beileidsschreiben an den Präsidenten der katholischen Bischofskonferenz in Burundi, Bischof Simon Ntamwana, Bujumbura, und Kardinalstaatssekretär Angelo Sodano im Vatikan brachte Lehmann seine Anteilnahme und Mittrauer auch im Namen der deutschen Bischöfe und der katholischen Christen in Deutschland zum Ausdruck. Den Wortlaut des Beileidsschreibens an die burundischen Bischöfe las Kardinal Lehmann den Gläubigen im Mainzer Dom vor.

Sk (MBN)

 

Lehmann: „Transformation des Sozialstaates notwendig“

Kardinal weist Kritik am Wort der Bischöfe „Das Soziale neu denken“ zurück

Mainz. Sachliche Kritik statt undifferenzierter Polemik hat der Bischof von Mainz und Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Karl Lehmann, in der Auseinandersetzung um die am 12. Dezember 2003 vorgelegte Studie der deutschen Bischöfe „Das Soziale neu denken. Für eine langfristig angelegte Reformpolitik“ eingefordert. In der ersten Ausgabe der Kirchenzeitung für das Bistum Mainz „Glaube und Leben“ im neuen Jahr (Nr. 1/4.1.2004) räumt Lehmann in seiner Kolumne „Auf ein Wort“ ein, dass Kritik in einem solchen Bereich nützlich und notwendig sei. Jede Kritik müsste dem zu Kritisierenden jedoch Gerechtigkeit entgegenbringen.

In den wenigen rasch veröffentlichten negativen Stellungnahmen – denen in vieler Hinsicht ein positives Echo entgegenstehe – fehle es an dieser Gerechtigkeit, bedauert der Kardinal. Dabei sei manches offenbar von Anfang an schlecht gelesen worden. Umbau des Sozialstaates bedeute nicht automatisch Abbau, stellt er klar. Im Übrigen sehe der Bischofstext auch den Umbau nicht einfach unproblematisch, denn es werde ja die Sorge vorgetragen, dass es dabei zu weiteren Ungleichheiten kommen könnte. Als Beispiele nennt Lehmann die Bevorzugung lautstarker Interessen zu ungunsten von leiseren Gruppierungen, wie z.B. Familien mit Kindern, Alleinerziehenden, Langzeitarbeitslosen u.a. sowie Bevorzugung aktueller Bedürfnisse gegenüber denen künftiger Generationen. Dazu stellt er fest: „Ich kann schlechterdings nicht verstehen, warum man gerade diese Kriterien für jeden Umbau als Zustimmung zu einem generellen Sozialabbau einfach übersieht.“ Es sei auch völlig unangemessen, fügt Lehmann hinzu, das Wort zur wirtschaftlichen und sozialen Lage in Deutschland „Für eine Zukunft in Solidarität und Gerechtigkeit“ aus dem Jahr 1997 gegen dieses jüngste Dokument auszuspielen. Schon in den ersten Zeilen dieses Textes stehe der Satz: „Der Sozialstaat ist an Belastungs- und Finanzierungsgrenzen gestoßen.“ Von einer stärkeren Eigenverantwortung sei bereits damals an sehr vielen Stellen die Rede, unterstreicht er.

Schließlich werde immer wieder bedauert, dass der neue Text nicht gemeinsam mit der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) veröffentlicht wurde. Er habe entgegen manchen Behauptungen schon am Tag der Veröffentlichung, am 12. Dezember, deutlich erklärt: „Wir haben im sozialen und ethischen Bereich auch nach 1997 viele gemeinsame Verlautbarungen, z.B. zur Migration und zur Alterssicherung und zur Bioethik.“ Von einem „Alleingang“ könne deshalb keine Rede sein. Aber es habe auch getrennte Erklärungen gegeben, wie z.B. in den Äußerungen zur Gesundheitsreform. Es solle und werde auch in Zukunft beides geben, einzelne und gemeinsame Initiativen, macht Lehmann deutlich. Bei dem jüngsten Text sei die evangelische Seite stets informiert worden. Eine gewisse Rolle habe sicher auch gespielt, dass der Rat der EKD mit seiner Amtsperiode 2003 zu Ende ging und man nicht gerne den künftigen Rat im Voraus in Pflicht nehmen wollte. Die Stellungsnahmen des neuen Ratsvorsitzenden, Bischof Dr. Wolfgang Huber, und des Vizepräsidenten aus der Kirchenkanzlei der EKD, Dr. Hermann Barth, hätten deutlich gemacht, „dass mehr Übereinstimmungen als Differenzen bestehen“, unterstreicht Lehmann.

Die Art der Kritik könne er sich letztlich nur verständlich machen von der Annahme her, dass eine Transformation des Sozialstaates als nicht notwendig betrachtet werde. Dies halte er allerdings für eine groteske Fehleinschätzung, „die wir uns in Verantwortung der Zukunft gegenüber nicht erlauben dürfen“. Schon die demographische Schieflage, die in ihrem Ausmaß offensichtlich von vielen immer noch verkannt werde, „sollte uns die Augen öffnen“, mahnt Lehmann und unterstreicht, dass eine Transformation des Sozialstaates gerade um ihn zu erhalten, notwendig sei.

Sk (MBN)

 

Kardinal Volk als großer „Zeuge des Glaubens“ gewürdigt

Festgottesdienst mit Kardinal Lehmann zum 100. Geburtstag seines Vorgängers

Steinheim. Als großen „Zeugen des Glaubens“ hat der Bischof von Mainz, Kardinal Karl Lehmann, seinen Vorgänger auf dem Mainzer Bischofsstuhl, Kardinal Hermann Volk (1903-1988) gewürdigt. Am Samstag, 27. Dezember, wäre Kardinal Volk 100 Jahre alt geworden. Am Tag seines 100. Geburtstags feierte Lehmann ein festliches Pontifikalamt in der Marien-kirche in Steinheim, der Heimatstadt von Hermann Volk. Der Gottesdienst stand unter dem Leitwort „In Verehrung und Dankbarkeit“.

Der Auftrag Jesu an seine Jünger „Ihr sollt meine Zeugen sein“, ziehe sich wie ein roter Faden durch das Leben von Kardinal Volk, erklärte Lehmann in der Predigt. Es sei das Schlüssel-wort seines theologischen Denkens und seines Handelns als Seelsorger, Pfarrer, Professor, Wissenschaftler, Bischof und Kardinal gewesen. Das Glauben der Mitchristen habe ihm tief am Herzen gelegen, getragen von der Überzeugung, dass „vor Gott alle Menschen gleich sind“. Dies habe ihn gegen allen Klerikalismus und alles Funktionärstum in der Kirche ge-wappnet. Für Volk sei es selbstverständlich gewesen, dass alle Gläubigen zum „Wandernden Volk Gottes“ gehörten. Deshalb habe er sich in besonderer Weise ein Wort des hl. Augustinus zu eigen gemacht: „Mit euch bin ich Christ, für euch bin ich Bischof.“

Alle Reformen der Kirche hatten für Kardinal Volk den Sinn, das Wachsen im Glauben zu fördern. „Wir sind nicht Zuschauer, sondern beteiligt“, bekräftigte Lehmann. Christus habe die Annahme des Evangeliums an diese Zeugenschaft geknüpft. Das Vermächtnis Christi an seine Jünger am Himmelfahrtstag sei auch das Vermächtnis von Kardinal Volk: „Ihr sollt meine Zeugen sein bis an die Grenzen der Erde.“ In allen Etappen seines Wirkens habe Volk diese Zeugenschaft gelebt. In der Zeit des Nationalsozialismus habe er als Pfarrer von Nidda mit dem Fahrrad die Familien in den 30 zugehörigen Gemeinden besucht, deren Väter und Söhne im Krieg waren. Aus der sorgenden Anteilnahme und dem zuhören können habe er oft ein entscheidendes Wort des Trostes und der Hilfe sagen können. „Darin war er ein brüderlicher Zeuge.“

Dies habe er in Münster als Professor fortgesetzt, was im Wortsinn „Bekenner“ heiße. Hier sei er vielen Männern und Frauen begegnet, die im Krieg Fürchterliches erlebt hatten, und habe sich ihren Sorgen und Fragen gestellt. Viele Studierende habe er so in ihren späteren Berufen als Priester, Ordensleute und Laien in der Kirche verwurzelt. „Er war ein unbestech-licher Zeuge, der wusste, wo man weiter fragen muss, betonte Lehmann. So habe er sich auch nicht mit der Trennung der Christen zufrieden gegeben. Damals sei „auf den Trümmern unse-res Vaterlandes“ der Arbeitskreis evangelischer und katholischer Theologen gegründet wor-den. Volk habe zu den Pionieren dieses Jaeger-Stählin-Kreises gehört und sei lange auf katholischer Seite dessen wissenschaftlicher Leiter und in der Nachfolge von Kardinal Jaeger Vorsitzender gewesen. „Als Kardinal der Weltkirche war es ihm ein Anliegen zu sagen: Christus hat sein Leben für alle Menschen ohne Unterschied gegeben.“ In den Jahren des II. Vatikanischen Konzils habe er die Träume und Nöte der vielen Völker, die zur Weltkirche gehören, besonders intensiv erlebt und nach dem Konzil in Bistum Mainz und darüber hinaus vermittelt.

Zu seinen Kernanliegen gehörte dabei die Anerkennung der Würde der Laien als Mitchristen und der Einsatz für die Ökumene. „Er war überzeugt, dass das Zeugnis des Glaubens in der Ökumene wächst.“ Neben der Heiligen Schrift und der Kirche gehörten auch die Verwurzelung in der Heimat und Familie zu den Säulen des Lebens von Kardinal Volk, unterstrich Lehmann. „Er wusste, dass wir auf den Schultern früherer Generationen stehen.“ Deshalb habe er immer enge Kontakte nach Steinheim gepflegt und seine Heimatstadt oft besucht.

Dies spiegelt sich eindrucksvoll in einer Ausstellung über Kardinal Volk und Steinheim, die nach dem Festgottesdienst in der alten Pfarrkirche St. Johann Baptist von Lehmann eröffnet wurde. Neben Fotos aus der Kindheit und Jugend von Hermann Volk sowie aus seinem späteren Wirken als Professor in Münster (1945-1962) und als Bischof von Mainz (1962-1981) sowie als Kardinal der Weltkirche (seit 1973), sind eine Vielzahl von Dokumenten zu sehen, außerdem viele Briefe, die Steinheimer Bürger zur Verfügung gestellt haben. Gezeigt werden auch Gewänder und andere Gegenstände aus dem Leben des Steinheimer Ehrenbürgers. Eines der Glanzstücke der Ausstellung ist das Brustkreuz aus Steinheimer Achat, das zur Bischofs-weihe im Jahr 1962 von dem Goldschmied Rudi Krammig gefertigt wurde.

In die Ausstellung führte der Pfarrgemeinderatsvorsitzende Heinzludwig Schwab ein. Er erin-nerte daran, dass in dieser Kirche, die zurzeit wegen Renovierungsarbeiten eine Baustelle ist, Hermann Volk am 4. Januar 1904 getauft wurde, hier die erste Heilige Kommunion und das Sakrament der Firmung empfangen sowie seine Primiz gefeiert hat. Pfarrer Thomas Catta dankte ihm, Norbert Kemmerer und Michael Maaser für die aufwendige Vorbereitung dieser Ausstellung, die viele Facetten aus dem Leben von Kardinal Volk und der Stadt Steinheim anschaulich macht. Der Hanauer Stadtrat Rolf Frödel unterstrich in einem Grußwort die Ver-bundenheit Hanaus mit Kardinal Volk und Steinheim, dem 1320 die Stadtrechte verliehen wurden und das 1974 nach Hanau eingemeindet wurde. Zu Kardinal Lehmann sagte er: „Wir schätzen ihr offenes Wort und Ihre klaren Weisungen."

Im Pontifikalamt wirkten als Konzelebranten u.a. mit der frühere langjährige Generalvikar von Kardinal Volk und Kardinal Lehmann, Apostolischer Protonotar Prof. Dr. h.c. Martin Luley, Domkapitular em. Prälat Josef Seuffert, Mainz, und Dekan Pfarrer Rupert Rützel, Altenstadt, die beide aus Steinheim stammen, sowie der Hanauer Regionaldechant Msgr. Dr. Norbert Zwergel, der während seines Theologiestudiums Professor Volk in Münster erlebt hat. Musikalisch gestaltet wurde das Pontifikalamt vom Mädchenchor am Dom und St. Quintin in Mainz unter Leitung von Domkantor Andreas Bollendorf, von einem Kirchenchorquartett von St. Johann Baptist unter Leitung von Norbert Imgram, einem Trompetenensemble unter Leitung von Wolfgang Huhn und den Organisten Matthias Guthier und Christof Kruyer.

Sk (MBN)

 

Freude über rege Beteiligung

Abschlussgottesdienst zum „Jahr der Bibel“ im Mainzer Dom

Mainz. „Wir freuen uns über die rege Beteiligung und das hohe Interesse, die in diesem Jahr in oft neuen Formen der Bibel zuteil geworden sind.“ Das sagte der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Karl Lehmann, am Sonntag, 28. Dezember, beim ökumenischen Abschlussgottesdienst zur bundesweiten Aktion „2003. Das Jahr der Bibel“ im Mainzer Dom. Die vielen positiven Erfahrungen zeigten, dass die Bibel „kein totes Buch ist“. Wörtlich sagte Lehmann: „Sie provoziert und reizt, sie nährt und stärkt, sie leitet und macht doch frei.“ Der Gottesdienst unter dem Leitwort „Gesucht – Gefunden - Gesandt“ wollte mit Blick auf die Geschichte der Weisen aus dem Morgenland (Mt 2,1-12) „dankbarer Rückblick und zugleich ein ermutigender Vorblick in die künftige Arbeit mit der Bibel werden“, sagte der Mainzer Bischof.

Neben Kardinal Lehmann wirkten auch der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Bischof Dr. Wolfgang Huber, Bischof Dr. Walter Klaiber, Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Deutschland, und Jürgen Werth, Hauptvorstand der Deutschen Evangelischen Allianz, in dem Gottesdienst mit. Die Feier wurde live vom Fernsehsender Phoenix von 16.00 bis 17.30 Uhr übertragen.

Das Jahr der Bibel habe viel mehr Menschen erreicht, als mancher Skeptiker erwartet hatte, sagte Bischof Huber. „In ökumenischer Gemeinschaft haben wir von unserem Glauben Zeugnis abgelegt und deutlich gemacht, dass wir in der Weite und Vielfalt der Christenheit mit der biblischen Botschaft eine gemeinsame Wurzel haben.“ Weiter sagte er: „Die Bibel ist das Unterpfand einer ökumenischen Zukunft, wie wir sie uns heute kaum noch vorstellen können.“ Jetzt komme es darauf an, „dass auf das Jahr der Bibel viele Jahre mit der Bibel folgen“, sagte der EKD-Ratsvorsitzende in seiner Aussendungspredigt. Für den Umgang mit der Bibel durch die Jahre empfahl Huber „die drei Weisheiten Rücksicht, Einsicht und Zuversicht als Begleitung“. Damit die Welt nicht „rücksichtslos wird, müssen wir Christen die Bibel immer wieder erinnern und erschließen“, erklärte er.

Der Erfolg der Aktion „2003. Das Jahr der Bibel“ wird von den Umfrageergebnissen einer Untersuchung, die das Institut „Emnid“ im Auftrag der Veranstalter vorgenommen hat, belegt. Insgesamt 39 Prozent der Bundesbürger ist das „Jahr der Bibel“ danach ein Begriff. Elf Prozent haben davon über Freunde, Bekannte oder Verwandte erfahren. 28 Prozent geben an, es aus den Medien zu kennen. Im Ost-West-Vergleich fällt auf, dass die Bekanntheit in beiden Teilen Deutschlands etwa gleich groß ist. 40 Prozent der Westdeutschen und 39 Prozent der Ostdeutschen wissen mit dem „Jahr der Bibel“ etwas anzufangen.

Die Aktion „2003. Das Jahr der Bibel“ wird von allen Kirchen, die in der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK) zusammengeschlossen sind, und den christlichen Werken und Verbänden getragen. Das bundesweite Bibeljahr war mit drei Zielen angetreten: die Bibel in die Öffentlichkeit tragen, das Leben mit der Bibel in den Gemeinden stärken und Menschen für die Bibel begeistern. Insgesamt haben sich rund 15.000 Gemeinden mit etwa 150.000 Einzelveranstaltungen wie Bibelkursen, Bibelwochen, Ausstellungen, Festen, Gottesdiensten, kreativen Sonderveranstaltungen und vielen anderen Aktivitäten am Jahr der Bibel beteiligt.

tob (MBN)

 

Hauptpreise des Ideenwettbewerbs zum Jahr der Bibel überreicht

Huber, Klaiber und Lehmann würdigten die drei Sieger-Projekte - Sonderpreis für BILD

Mainz. Nach dem festlichen ökumenischen Gottesdienst, mit dem am Sonntagnachmittag, 28. Dezember, im Mainzer Dom die bundsweite Aktion „2003. Das Jahr der Bibel“ ihren Abschluss fand, wurden im Haus am Dom die drei Hauptpreise des Ideenwettbewerbs zum Jahr der Bibel verliehen. Die Liturgen des Gottesdienstes, Kardinal Karl Lehmann, Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Dr. Wolfgang Huber, Vorsitzender des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), und Bischof Dr. Walter Klaiber, Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Deutschland (ACK), übergaben die Preise im Namen der Deutschen Bibelgesellschaft und des Katholischen Bibelwerks.

 

Sie wurden von den Vertretern der Ökumenischen Projektgruppe in der Stadt Bamberg, der evangelischen Kirchengemeinde Rietberg bei Bielefeld und der Ökumenischen Projektgruppe aus Rotenburg/Wümme entgegengenommen. Mit einem Sonderpreis wurde die BILD-Zeitung ausgezeichnet. Die Preisträger wurden von einer Jury aus 160 Einsendungen ermittelt. Die Preise vier bis 50 bestehen aus Buch- und Medienpakten. Am Ideenwettbewerb haben Kirchengemeinden, freie Werke, Gemeindegruppen, Gemeinden und Projektgruppen teilgenommen.

Lehmann übergab den ersten Preis des Ideenwettbewerbs, der mit 3.000 Euro dotiert war, an die Vorsitzende des katholischen Dekanatsrats in Bamberg, Eva Hastenteufel-Knörr. Die Projektgruppe hatte, wie Lehmann hervorhob, in genialer Weise analog zur „Nacht der Museen“ vom 20. zum 21. September 2003 eine „Nacht der Bibel“ durchgeführt. Den spektakulären Auftakt bildete ein biblisches Feuerwerk, bei dem Passagen der Heiligen Schrift, zum Beispiel die Schöpfungsgeschichte und Moses vor dem brennenden Dornbusch, in Wort und Bild mit pyrotechnischen Effekten umgesetzt wurden. In dieser Nacht gab es in Bamberg insgesamt 29 Einzelveranstaltungen zur Bibel. Ein Erlös in Höhe von 4.700 Euro, der durch die Nacht der Bibel erzielt wurde, kam der Lebenshilfe Bamberg und der Behindertenschule in Scheßlitz zugute. Damit wurde, wie Lehmann unterstrich, vorbildhaft ein Bezug zum „Europäischen Jahr der Menschen mit Behinderung“ hergestellt.

Bischof Huber würdigte das Projekt „Bibeldorf Rietberg“ und überreichte den zweiten Preis in Höhe von 2.000 Euro an Pfarrer Dietrich Fricke. Auf dem 18.000 Quadratmeter großen Gelände des ehemaligen Klärwerks der Stadt hatte die Projektgruppe mit zwei hauptamtlichen und 50 ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ein Bibeldorf errichtet. Dazu gehörten eine Wüstenlandschaft aus 1.000 Kubikmetern Sand, vier Beduinenzelte, eine Stadtmauer und elf kleine Häuser, mit denen die Umwelt zur Zeit Jesu dokumentiert wurde. Es sei gelungen, dadurch einen neuen Zugang zur Welt der Bibel zu eröffnen, betonte Huber.

Die Ökumenische Projektgruppe von Rotenburg/Wümme hatte auf dem Marktplatz der Stadt einen Bibelpavillon aus Holz errichtet. Dafür wurde ihr der dritten Preis (1.000 Euro) zuerkannt, den Bischof Klaiber Christian Kindel übergab. Der ACK-Vorsitzende berichtete in der Laudatio, dass der massive Holzbau von einem ortsansässigen Architekturbüro entworfen und von Handwerksbetrieben erbaut wurde. Dabei seien in die Gestaltung bewusst christliche Symbole wie Kirchenschiff, Arche und Zelt sowie ein graues Band als Zeichen des ökumenischen Zusammenhalts eingesetzt worden. Der Bibelpavillon bleibt bis Ende März an den Markttagen geöffnet.

Einen Sonderpreis für das „Projekt mit der größten medialen Breitenwirkung“ erhielt die Bild-Zeitung für die Idee und die tägliche Umsetzung der Rubrik „Meine Lieblingsbibelstelle“. Kardinal Lehmann übereichte die Auszeichnung Chefredakteur Kai Diekmann. Die mit vier Millionen Exemplaren auflagenstärkste Tageszeitung in Deutschland, die täglich rund zwölf Millionen Leser erreicht, habe beispielhaft die aktuelle Bedeutung der Bibel für Menschen von heute zum Ausdruck gebracht, lobte Lehmann. Er würdigte auch, dass Bild und Bild am Sonntag häufig über Aktivitäten im Jahr der Bibel berichtet haben. Auch durch gemeinsame Hörbuchproduktionen in Kooperation mit der Deutschen Bibelgesellschaft und dem Katholischen Bibelwerk habe Bild dabei mitgewirkt, dass die biblische Botschaft – gelesen von Peter Hahne – viele Zeitgenossen neu erreicht habe.

In seinem Dankeswort erklärte Diekmann, Bild habe in diesem Jahr mehrere Auszeichnungen erhalten. Dieser Preis sei für ihn jedoch der wichtigste. Es sei gelungen, der Bibel jeden Tag an prominenter Stelle der Zeitung Raum zu geben. „Wir haben dies durchgehalten. Das macht mich stolz“, bekannte er. Dies und die verschiedenen Bibel-Projekte, an denen sich die Zeitung beteiligte, machten deutlich: „Die Bild-Zeitung ist nicht nur Bohlen, sondern auch Bibel.“

Sk (MBN)

 

„Wir haben Sorge, dass die Kirche stirbt“

Peter Madros berichtete bei Deutschlandbesuch über Situation der Christen im Heiligen Land

Mainz/Jerusalem. Über die schwierige Situation der Christen im Heiligen Land hat der katholische Priester Dr. Dr. Peter Madros, Jerusalem, bei seinem Deutschlandbesuch Mitte Dezember berichtet. Seit dem Beginn der zweiten Intifada habe sich die Lage besonders für die christliche Minderheit im Heiligen Land extrem zugespitzt: „Wir haben Sorge, dass die Kirche stirbt, genau an dem Ort und in dem Land, wo Jesus geboren wurde“, sagt er. Die angespannte politische und ökonomische Situation habe dazu geführt, dass viele Christen, besonders um die Stadt Bethlehem herum, auswanderten. Das anstehende Weihnachtsfest werde für die Christen im Heiligen Land „ein trauriges Fest“. Während früher Weihnachten in Bethlehem stets ein Treffpunkt für Christen aus aller Welt gewesen sei, würden in diesem Jahr kaum Pilger und Touristen erwartet. „Wir sind weit entfernt von unseren Mitchristen, deren Besuche uns ermutigt und finanziell geholfen haben.“ Madros ist im Lateinischen Patriarchat in Jerusalem unter anderem Vertreter der Weltbibelföderation und Vizepräsident des Katholischen katechetischen Komitees im Nahen Osten.

Ein Ziel seines Deutschlandbesuches war es, den guten Kontakt zum Ritterorden vom Heiligen Grab in Jerusalem zu halten. Denn durch die Deutsche Statthalterei des Ritterordens vom Heiligen Grab in Jerusalem erfährt das Lateinische Patriarchat besondere Unterstützung und Solidarität. Neben Bau und Unterhalt von Kirchen, Schulen, Kindergärten, Sozialstationen und Altenheimen, engagieren sich die Ordensritter ebenso bei der Ausbildung von jungen Leuten und durch Hilfen für sozial Schwache und Benachteiligte. Gefördert werden Einrichtungen, die neben Christen auch Muslimen und Juden zur Verfügung stehen. Regelmäßigen Kontakt zu Peter Madros hält Ltd. Rechtsdirektor i. R. Heinz Brauburger, Leitender Komtur der Komturei St. Hildegard, Mainz-Wiesbaden. Brauburger war bis zum Jahr 2000 Justitiar des Bistums Mainz.

Rund 80 Prozent der Palästinenser seien inzwischen arbeitslos, berichtet Madros. Teilweise lebe die Bevölkerung „am Rande einer humanitären Katastrophe“. Oft seien die palästinensischen Christen, die mit vier Prozent Bevölkerungsanteil nur eine kleine Minderheit stellen, Diskriminierungen ausgesetzt. „Unser Glaube wird jeden Tag in den Medien angegriffen“, berichtet Madros. Themen wie Dreifaltigkeit, die Menschwerdung Gottes und die Authentizität der Bibel würden sowohl von muslimischer als auch von jüdischer Seite in Frage gestellt.

Madros beschreibt die Lage der Christen im Heiligen Land nicht nur als politisches Problem, sondern auch als Religionsproblem. „Das Problem ist ideologisch. Wir werden so behandelt, weil wir Christen sind. Viele Israelis lehnen uns ab, weil wir Araber sind, andere weil wir Christen sind und auch viele Muslime lehnen uns ab, weil wir Christen sind.“ Als christlicher Palästinenser verlange er nur Gleichheit, keine Privilegien. Er wies darauf hin, dass der allergrößte Teil der Fördermittel der Europäischen Union direkt an die Palästinensische Autonomiebehörde fließe und damit nicht den Christen im Land zu Gute komme.

Für Madros ist es „Botschaft und Sendung“ als Christ im Heiligen Land zu leben. Trotz der schwierigen Situation „habe ich immer Hoffnung“, sagt er. Die Präsenz von Christen an den Wirkungsstätten Jesu sei „für die ganze christliche Welt von großer Bedeutung“. Deshalb hoffe er immer wieder auf die Solidarität und Unterstützung aus dem Ausland, damit die Kirche wachsen könne. Aktuell engagiere sich das Lateinische Patriarchat besonders mit einem Förderprogramm gegen Arbeitslosigkeit und dem Bau von Einrichtungen für junge Familien. Großer Wert werde darauf gelegt, dass „keinem Kind der Besuch einer unserer 46 Schulen verweigert wird, weil die Eltern nicht das Schulgeld aufbringen können“, erklärt Madros.

Eine der großen Stärken des Lateinischen Patriarchates sieht Madros in der großen Erfahrung der Diözese im interreligiösen Dialog. Die anderen Ortskirchen könnten von der Kirche in Jerusalem viel lernen über die Praxis der Religionen untereinander. „Da könnte Jerusalem ein echtes Vorbild sein.“ Das Lateinische Patriarchat in Jerusalem umfasst neben Israel und Palästina auch Jordanien und Zypern. Insgesamt rund 165.000 Katholiken leben dort.

Hinweise: Weitere Informationen zum Lateinischen Patriarchat in Jerusalem auf der offiziellen Internetseite http://www.lpj.org - Informationen zum Ritterorden unter http://www.ritterorden.de

tob (MBN)

 

„Licht und Freude für die Herzen der Menschen“

Pfadfinder übergaben Friedenslicht aus Bethlehem an Kardinal Lehmann

Mainz. „Das Licht von Bethlehem bringt Licht und Freude für die Herzen der Menschen.“ Das sagte Kardinal Karl Lehmann am Samstag, 20. Dezember, in Mainz. Auch wenn das Friedenslicht nicht gleich die Welt verändern könne, sei es doch „von großer Bedeutung“ für die Gesellschaft, sagte Lehmann in der Kapelle des Mainzer Bischofshauses. Pfarrer Markus Konrad, Diözesankurat der Deutschen Pfadfinderschaft Sankt Georg (DPSG) und Diözesanjugendseelsorger, hatte mit Pfadfinderinnen und Pfadfindern aus Mainz das Friedenslicht an Kardinal Lehmann weitergegeben. Der Mainzer Bischof dankte den Pfadfinderinnen und Pfadfindern für ihren Dienst „als Boten und Zeugen des Lichtes“. Veranstaltet wird die Aktion Friedenslicht in Mainz vom Diözesanverband Mainz der DPSG, der Pfadfinderinnenschaft St. Georg (PSG) und dem Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ).

Der Schein des Friedenslichtes solle Kardinal Lehmann bei seinem Engagement für Menschen, die Solidarität benötigen, „ermutigen und bestärken“, erklärte Pfarrer Konrad. Er wies darauf hin, dass es gerade Lehmann ein Anliegen sei, den Blick „auf die Menschen zu richten, die am Rande stehen und sich schwer tun, ihre berechtigten Bedürfnisse zu artikulieren“. Am Sonntag, 14. Dezember, waren nach dem Aussendungsgottesdienst des Friedenslichtes in Mainz-St. Peter rund 800 Menschen auf die Theodor-Heuss-Brücke zu einer Lichterkette als Zeichen gegen soziale Kälte in der Gesellschaft zusammengekommen. Weitere Stationen des Friedenslichtes werden am Montag, 22. Dezember, das Büro des Mainzer Sozialdezernenten Michael Ebling und das Mainzer Thaddäusheim für wohnungslose Männer sein.

Seit 1994 beteiligen sich deutsche Pfadfinder an der Aktion Friedenslicht, die ursprünglich auf eine österreichische Initiative zurückgeht. In der Geburtsgrotte Jesu in Bethlehem wird das Licht entzündet und anschließend nach Wien transportiert, von wo aus es in ganz Europa verteilt wird. Am 14. Dezember fanden in über 30 deutschen Städten zentrale Aussendungsfeiern statt.

tob (MBN)

 

Personalien

Kardinal Lehmann wird mit Courage-Orden geehrt

Verleihung am 18. Januar im Bürstädter Bürgerhaus – Klaus Schlappner hält Laudatio

Bürstadt. Für seine Bemühungen um die Ökumene und den Dialog in Kirche und Gesellschaft wird der Bischof von Mainz, Kardinal Karl Lehmann, mit dem Courage-Orden des Heimat- und Carnevalvereins (HCV) Bürstadt ausgezeichnet. Die Verleihung am Sonntag, 18. Januar,findet um 14.11 Uhr im Bürstädter Bürgerhaus während des Ordensfestes des HCV statt. Dies hat der Vorsitzende des HCV, Jürgen Ruh, Anfang Januar mitgeteilt.

Mit der 20. Verleihung des Courage-Ordens wird erstmals ein Geistlicher geehrt. Karl Lehmann sei ein Wunschkandidat des Bürstädter Vereins, erklärte Ruh. Er habe den Courage-Orden verdient, weil er klar Position beziehe, zugleich aber für die Fähigkeit zum Dialog auch in schwierigen Fragen des Glaubens stehe. Lehmann bemühe sich mit Nachdruck und Geduld darum, dass Kirche und Gesellschaft gemeinsam Antworten auf die aktuellen sozialen und wirtschaftlichen Probleme suchen. Außerdem sei er ein wichtiger Partner im ökumenischen Dialog.

Die Laudatio auf Kardinal Lehmann hält der frühere Fußballtrainer Klaus Schlappner, zuletzt Trainer der chinesischen Nationalmannschaft, der den Courage-Orden im letzten Jahr (Januar 2003) bekommen hat.

Sk (MBN)

 

Ernst Sondermann mit Martinus-Medaille ausgezeichnet

Verdienste um Vorbereitung des Diözesan-Katholikentages besonders gewürdigt

Rödermark. Für seine Verdienste um die Diözese Mainz ist Bauingenieur i. R. Ernst Sondermann (65) , Rödermark-Urberach, durch den Bischof von Mainz, Kardinal Karl Lehmann, mit der Martinus-Medaille, der höchsten Auszeichnung des Bistums, geehrt. Sondermann ist seit 1992 Vorsitzender des Dekanatsrates des Dekanates Rodgau. Auf Bistumsebene arbeitete er seit 1996 im Diözesan-Pastoralrat und seit 2000 im Katholikenrat des Bistums Mainz mit. Er hat sich in den Sachausschüssen Ökumene und Gemeindepastoral der Diözesanversammlung im Bistum Mainz engagiert.

Generalvikar Prälat Dietmar Giebelmann, der auch Dezernent für die Pastoralen Räte im Bistum Mainz ist, überreichte ihm die hohe Auszeichnung am Tag vor Heiligabend, Dienstag, 23. Dezember, in Urberach. Er würdigte besonders die Mitarbeit Sondermanns bei der Vorbereitung des Diözesankatholikentages in Mainz 2001. In seiner Laudatio dankte der Generalvikar Sondermann für sein langjähriges Engagement auf der Ebene des Bistums, des Dekanates und in seiner Heimatgemeinde, wo er von 1979 bis 2003 Mitglied des Pfarrgemeinderates und Verwaltungsrates der Pfarrei St. Gallus war. Aus gesundheitlichen Gründen sei es Sondermann jedoch nicht mehr möglich seine bisherigen Aufgaben fortzuführen, teilte der Generalvikar mit.

Sk (MBN)

 

Drei Eiserne Priesterjubiläen (6.1.)

Wilhelm Friedrich, Philipp Keller und Josef Manefeld wurden vor 65 Jahren geweiht

Mainz/Rodgau/Lampertheim. Drei Priester des Bistums Mainz begehen am Dienstag, 6. Januar, den 65. Jahrestag ihrer Priesterweihe. Wilhelm Friedrich, Philipp Keller und Josef Manefeld wurden am 6. Januar 1939 von Bischof Albert Stohr im Mainzer Dom zu Priestern geweiht.

Wilhelm Friedrich wurde am 22. März 1922 in Bürstadt geboren. Nach seiner Weihe wurde er 1939 zunächst Kaplan in Heppenheim. Ab 1940 war er als Militärpfarrer eingesetzt und kehrte 1950 aus der Kriegsgefangenschaft zurück. Danach wirkte er als Kaplan in Lampertheim-St. Andreas, bis er 1953 Pfarrer von Lampertheim-Mariä Verkündigung wurde. 1983 trat Friedrich in den Ruhestand. 1978 verlieh ihm der Mainzer Bischof den Titel Geistlicher Rat. Wilhelm Friedrich wohnt in Lampertheim.

Philipp Keller wurde am 30. November 1912 in Nieder-Roden geboren. Zunächst war er in verschiedenen Gemeinden in der Diözese Passau eingesetzt. Nach Wehrdienst und Gefangenschaft wurde Keller 1946 Kaplan in St. Kilian in Mainz-Kostheim, ab 1949 in Offenbach-St. Marien. 1952 wurde er Pfarrer in Rüsselsheim-St. Josef. 1985 trat er in den Ruhestand. 1981 ernannte ihn der Mainzer Bischof zum Geistlichen Rat. Philipp Keller wohnt in Rodgau.

Josef Manefeld wurde am 1. April 1915 in Mainz geboren. Zunächst war er ab 1939 Vikar in Rottweil am Neckar. Nach Wehrdienst und Kriegsgefangenschaft wurde Manefeld 1948 Kaplan in Mainz-St. Stephan. Ab 1951 war er Religionslehrer an den Mainzer Berufsschulen, von 1956 an der Maria Ward-Schule. Im Jahr 1959 wurde er Pfarrer in Mainz-Hechtsheim, wo er bis zu seinem Ruhestand 1984 wirkte. 1967 wurde Manefeld Dekan im Dekanat Mainz. 1978 wurde ihm der Päpstliche Ehrentitel „Monsignore“ verliehen. Josef Manefeld wohnt in Mainz.

tob (MBN)

 

Vorschau

Bundesarbeitsgemeinschaft Ständiger Diakonat tagt in Mainz (13.-15.1.)

Jahrestagung mit Beauftragten und Sprechern aus 27 Bistümern – Studientag mit Zulehner

Mainz. Die Bundesarbeitsgemeinschaft Ständiger Diakonat in der Bundesrepublik Deutschland veranstaltet in diesem Jahr erstmals ihre Jahrestagung in Mainz. Von Dienstag, 13. Januar, bis Donnerstag, 15. Januar, treffen die Bischöflichen Beauftragten der 27 Diözesen, die Vertreter der diözesanen Arbeitsstellen, die Ausbildungsleiter und die Diözesansprecher der Ständigen Diakone im Erbacher Hof in Mainz zusammen. Die Jahrestagungen finden jeweils in einem anderen Bistum statt.

Als Vertreter des gastgebenden Bistums Mainz wird Weihbischof Dr. Werner Guballa am Dienstagnachmittag, 13. Januar, um 15.00 Uhr, die Tagungsteilnehmer begrüßen. Im Mittelpunkt des Treffens stehen der Erfahrungsaustausch zur Situation der Ständigen Diakone und pastoraltheologische Fragen. Dazu wird vor dem Plenum am Dienstagnachmittag der Beauftragte der Deutschen Bischofskonferenz für den Ständigen Diakonat, Weihbischof Dr. Johannes Kreidler, Rottenburg-Stuttgart, ein Statement halten. Kreidler ist Vorsitzender der Kommission für Geistliche Berufe und Kirchliche Dienste der Deutschen Bischofskonferenz.

Weitere Statements werden erwartet vom Vorsitzenden der Bundesarbeitsgemeinschaft, Diakon Helmut Spahn, Münster i.W., vom Geschäftsführer des Internationalen Diakonen-Zentrums (IDZ), Klaus Jürgen Kaus, Rottenburg, und vom Sprecher der Arbeitsgemeinschaft der Ausbildungsleiter, Diakon Rolf Busemann, Hildesheim. Außerdem wird ein Vertreter der Bundesvereinigung der Evangelischen Diakone und Diakonissen (VEDD) ein Grußwort sprechen. Am Dienstagabend stellt sich traditionsgemäß die gastgebende Diözese vor. Diese Aufgabe haben zwei bewährte Kabarettisten, Diakon Franzrudolf Kordel und Ordinariatsrat Thomas Klumb, Leiter der Abteilung Öffentlichkeitsarbeit, übernommen. Sie sollen dafür sorgen, dass bei aller Brisanz der Probleme der Humor nicht zu kurz kommt.

Der Mittwoch ist Studientag des Jahrestreffens. Er wird eröffnet durch ein Impulsreferat des Pastoraltheologen Prof. Dr. Paul Zulehner, Wien. Er stellt eine von ihm durchgeführte Studie vor unter dem Titel „Diakone als dienende Männer, eine kulturelle Elite“. Die damit zusammenhängenden Fragen werden in Arbeitsgruppen und im Plenum diskutiert. Am Mittwochabend um 18.00 Uhr feiert der Bischof von Mainz und Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Karl Lehmann, mit den Teilnehmern der Jahrestagung die Eucharistie. An das gemeinsame Abendessen schließt sich ein Gespräch mit Kardinal Lehmann an. Der Donnerstagvormittag der Jahrestagung ist den Regionaltreffen vorbehalten (Regionen Süd, Ost, Nord, Nordwest und Mitte-Südwest). Zum Rahmenprogramm gehören Führungen durch den Dom, die St. Stephans-Kirche, das Gutenberg-Museum und das römische Mainz.

Sk (MBN)

 

Neujahrsempfang von Kardinal Lehmann (10.1.)

Ansprachen von Generalvikar Giebelmann und Wilhelm Schulze

Mainz. Der Bischof von Mainz, Kardinal Karl Lehmann, gibt am Samstag, 10. Januar, um 11.00 Uhr, im Erbacher Hof in Mainz, seinen traditionellen Neujahrsempfang. Dazu eingeladen sind die Mitglieder des Domkapitels und der Dezernentenkonferenz, die Ordensoberen und Leitungen der Geistlichen Gemeinschaften, die Mitglieder des Diözesan-Pastoralrates, des Diözesan-Kirchensteuerrates, der Verbände im Bistum Mainz und der diözesanen Einrichtungen sowie der Dekanatsräte der insgesamt 20 Dekanate im Bistum Mainz.

Neben dem Kardinal werden der Dezernent für die Pastoralen Räte, Generalvikar Prälat Dietmar Giebelmann, und der Geschäftsführende Vorsitzende der Diözesanversammlung, Wilhelm Schulze, Bensheim sprechen. Als besondere Gäste werden Sternsinger der Mainzer Pfarrgemeinden St. Ignaz und St. Stephan am Neujahrsempfang teilnehmen und Segenswünsche vortragen. Musikalisch umrahmt wird die Feier durch Edda Schöneck am Flügel. Die Schülerin der Jahrgangsstufe 12 der Liebfrauenschule in Bensheim spielt Werke von Debussy und Schubert. Im Anschluss an das Programm ist Gelegenheit zu Begegnung und Gespräch.

Hinweis für die Redaktionen: Pressevertreter sind beim Neujahrsempfang herzlich willkommen.

Sk (MBN)

 

Neuerscheinungen

Tipps zur Erstkommunion

Angebote der Familienseelsorge für das Jahr 2004

Mainz. Gerade erschienen ist die Broschüre des Referates Ehe- und Familienseelsorge im Bistum Mainz über die Veranstaltungen im Jahr 2004. Sie richtet sich an Familien und Verantwortliche in der Arbeit mit Familien. Angeboten werden unter anderem Wochenendseminare, Erlebnistage, Exerzitien und Freizeiten. Außerdem informiert das Heft über Zuschussmöglichkeiten und verweist neben Arbeitsmaterialien auch auf wichtige Adressen in der Ehe- und Familienberatung. „Damit es ein Fest wird” heißt der Titel einer eintägigen Veranstaltung mit praktischen Tipps für Familien mit Erstkommunion-Kindern. Das Seminar wird sowohl am Samstag, 14. Februar, als auch am Sonntag, 15. Februar, im Schönstattzentrum in Rodgau-Weiskirchen angeboten. Aus den Erfahrungen vorangegangener Tage ist bereits die Broschüre „Da bin ich mitten unter euch” zum Thema entstanden.

Hinweis: Weitere Informationen bei Klaus Heizmann, Referat Ehe- und Familienseelsorge, Bischofsplatz 2, 55116 Mainz, Tel.: 06131/253-253, Fax: 06131/253-586, E-Mail: familienseelsorge@bistum-mainz.de

tob (MBN)