Mainzer Bistumsnachrichten Nr. 2

14. Januar 2004

Kardinal Lehmann begrüßte Sternsinger aus der Mainzer Pfarrei St. Stephan und der evangelischen Altmünstergmeinde. (Bitte klicken Sie auf das Bild für eine druckfähige Version) (c) MBN
Kardinal Lehmann begrüßte Sternsinger aus der Mainzer Pfarrei St. Stephan und der evangelischen Altmünstergmeinde. (Bitte klicken Sie auf das Bild für eine druckfähige Version)
Datum:
Mi. 14. Jan. 2004
Von:
MBN

Bischöfliche Pressestelle Mainz, Leiter: Jürgen Strickstrock, Bischofsplatz 2, 55116 Mainz
Postanschrift: Postfach 1560, 55005 Mainz, Tel. 06131/253-128 oder 129, Fax 06131/253-402.
E-Mail: pressestelle@bistum-mainz.de

Berichte

  • Guballa zum Bischofsvikar für die Caritas ernannt - Deinhart zum Diözesan-Caritasdirektor
  • Beim Neujahrsempfang nannte Lehmann die Gottesfrage als erste Priorität
  • Ministerpräsident Kurt Beck empfing Sternsinger aus Rheinland-Pfalz
  • Zentrale Veranstaltung mit Weihbischof Neymeyr zum Weltfriedenstag in Butzbach
  • Programm des Familienbildungswerkes Kreis Bergstraße erschienen
  • Missionsbenediktiner sprach über Leben und Werk des hl. Benedikt von Nursia
  • Vortrag von Lutz von Padberg über Bonifatius

Personalien

  • Neuer Leiter des Kommissariats der Bischöfe in Hessen

Vorschau

  • Arbeitsgruppe "Gedenktag 27. Januar" erinnert an Kinder als Opfer des Nationalsozialismus

Dokumentation

  • Hirtenbrief der deutschen Bischöfe zum Weltjugendtag 2005
Berichte

Guballa Bischofsvikar für die Caritas - Deinhart Diözesan-Caritasdirektor

Kardinal Lehmann überreichte Ernennungsurkunden beim Neujahrsempfang des Verbandes

Mainz. Der Bischof von Mainz, Kardinal Karl Lehmann, hat Weihbischof Dr. Werner Guballa zum Bischofsvikar für die Caritas und den stellvertretenden Geschäftsführer des Caritasverbandes für die Diözese Mainz, Peter Deinhart (59), zum Diözesan-Caritasdirektor ernannt. Lehmann überreichte die Ernennungsurkunden im Rahmen des Neujahrsempfangs des Diözesan-Caritasverbandes am Montag, 12. Januar, im Caritas-Haus in Mainz.

Als Bischofsvikar ist Guballa der direkte persönliche Beauftragte des Bischofs für die Caritas. Er wird Vorsitzender des Aufsichtsrats, den die neue Satzung des Caritasverbandes für die Diözese Mainz vorsieht. Der Aufsichtsrat wird sich nach der Wahl der neuen Gremien gemäß der neuen Satzung im zweiten Quartal 2004 konstituieren.

Kardinal Lehmabnn dankte Weihbischof Guballa für seine Bereitschaft, den Vorsitz im neuen Aufsichtsrat zu übernehmen. Er verwies darauf, dass der neue Bischofsvikar intensive Caritas-Erfahrungen in seiner Zeit als Pfarrer von St. Ludwig in Darmstadt (1991 bis 1996) gesammelt habe, als er zugleich auch Vorsitzender des Caritasverbandes Darmstadt war. 1996 berief ihn Bischof Lehmann zum Generalvikar des Bistums Mainz und zum residierenden Domkapitular. Kurze Zeit später übernahm er die Aufgaben als stellvertretender Vorsitzender des Verwaltungsrates des St. Vincenz und Elisabeth Hospitals in Mainz. Im Februar letzten Jahres wurde Guballa von Papst Johannes Paul II. zum Weihbischof ernannt und am 21. April 2003 im Mainzer Dom durch Kardinal Lehmann zum Bischof geweiht.

Zusammen mit seiner Ernennung zum Diözesan-Caritasdirektor wurde Deinhart auch zum Mitglied des künftigen Vorstandes ernannt. Der jetzige Vorsitzende des Caritasverbandes für die Diözese Mainz, Domkapitular Msgr. Hans-Jürgen Eberhardt, wird nach der neuen Satzung ebenfalls Diözesan-Caritasdirektor und zugleich Sprecher des neuen Vorstandes sein.

Deinhart stammt aus Wölkendorf (Kreis Bamberg). Nach dem Studium der Katholischen Theologie an der Universität Würzburg studierte er an der Katholischen Fachhochschule in Köln Sozialarbeit. Beide Studiengänge schloss er mit dem Diplom ab. Deinhart ist verheiratet und Vater von fünf inzwischen erwachsenen Kindern. Von 1974 bis 1978 arbeitete Deinhart beim Caritasverband Mainz in der Suchtberatung und wechselte im September 1978 als Referent für Gefährdeten- und Behindertenhilfe zum Diözesan-Caritasverband. In dieser Zeit hat er sich große Verdienste um den Aufbau eines flächendeckenden Netzes von Suchtberatungsstellen der Caritas in der Diözese Mainz erworben und den Aufbau des Caritas-Fachverbandes Kreuzbund vorangetrieben, der Selbsthilfe- und Helfergemeinschaft für Suchtkranke und deren Angehörige. Nicht minder wichtig war Deinhart der Aufbau von Beratungsstellen für psychisch Kranke und die Einbindung ihrer Angehörigen in die Beratungsarbeit.

Von Ende 1988 bis Ende 1993 war Deinhart Leiter der Abteilung "Soziale Dienste II" beim Diözesan-Caritasverband, bevor er 1994 stellvertretender Geschäftsführer wurde. Seit dem Ausscheiden von Diözesan-Caritasdirektor Mario Junglas im Herbst 2002 leitete Deinhart in dieser Funktion faktisch den Caritasverband für die Diözese Mainz zusammen mit dessen Vorsitzendem, Domkapitular Hans-Jürgen Eberhardt. Über die Caritas hinaus ist Deinhart unter anderem Vorsitzender des Arbeitskreises "Kinder, Jugend, Frauen und Familien" der Liga der Freien Wohlfahrtsverbände in Hessen und seit November 2003 Vorsitzender der Caritas im Land Hessen.

 Gottesdienst mit Kardinal Lehmann

Der Überreichung der Urkunden an den neuen Bischofsvikar für Caritas, Weihbischof Guballa, und den neuen Diözesan-Caritasdirektor, Peter Deinhart, ging ein Gottesdienst in der Kapelle des Caritashauses voraus. Konzelebranten mit Kardinal Lehmann waren Weihbischof Guballa und der Vorsitzende des Diözesan-Caritasverbandes, Domkapitular Msgr. Hans-Jürgen Eberhardt. Nach der anstehenden Satzungsänderung des Diözesan-Caritasverbandes, die noch in diesem Jahr vollzogen wird, übernimmt Bischofsvikar Guballa den Vorsitz im Aufsichtsrat des Diözesan-Caritasverbandes. Eberhardt wird Diözesan-Caritasdirektor und Sprecher des Vorstandes.

Kardinal Lehmann erklärte in seiner Predigt vor den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Caritashauses und den übrigen Gästen – unter ihnen die Direktoren der Bezirkscaritasverbände - das Evangelium sei eine Provokation. Es rufe die Menschen dazu auf, sich nicht zu ängstigen und sich keine Sorgen zu machen. Aber dies sei in einer Zeit, da überall Probleme aufbrechen, für viele nur schwer nachzuvollziehen. Der Kardinal dankte den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern dafür, dass sie trotz Ärger und Enttäuschungen den Menschen in Not zugewandt bleiben. "Sie haben es oft schwer, weil sie der konkreten Not gegenüber stehen und sagen müssen: ´Ich kann nicht helfen, kann den Platz nicht halten`." Das Wichtigste in der Caritas-Arbeit sei die Sensibilität für andere.

Es gebe so viel Rücksichtslosigkeit, Ellenbogenmentalität und Rohheit in der Gesellschaft, bedauerte Lehmann. Dem müsse gegengesteuert werden. Besonders ärgerlich sei es, wenn die, die viel Geld in der Tasche haben, meinten, sie müssten noch mehr haben, erklärte der Kardinal und verwies auf die Mahnungen des hl. Origines, der davor gewarnt hat, unempfindlich zu werden gegen die Not anderer und diese nicht wahrzunehmen. Heute habe sich das Bild der Not geändert, stellte Lehmann fest und verwies darauf, dass es sehr viel verborgene Not gibt. Wenn man sich nicht Zeit nehme und sich des Anderen annehme, könne man diese Not nur schwer wahrnehmen, betonte er. Entscheidend sei das solidarische Mitleiden mit anderen. Dies sei das Größte, was die Caritas einbringen könne.

Durch die aktuellen Sparmaßnahmen seien die Beratungsdienste der Caritas besonders betroffen, bedauerte Kardinal Lehmann. Die Caritas habe es deshalb in ihrer Professionalität und ihren Hilfsangeboten schwer, nicht hinter dem eigenen Anspruch zurück zu bleiben. Deshalb gehöre in der jetzigen Situation der Realismus dazu, "dass wir nicht mehr alles leisten können". Unverzichtbare Hilfen müssten nach wie vor geleistet werden, aber es müssten auch Kräfte aufgebracht werden, um die Menschen in mehr Eigenverantwortung zu führen. Eigenverantwortung sei ein schwieriges Wort geworden, räumte Lehmann ein. Dabei sei zu beachten, dass Menschen nicht in die Hilflosigkeit getrieben werden. Die damit gegebene Spannung sei im neuen Sozialwort der Bischöfe ("Das Soziale neu denken") deutlich zum Ausdruck gebracht worden. Umbau des Sozialstaates bedeute nicht seinen Abbau. Vor allem Familien mit Kindern, Alleinerziehende und Langzeitarbeitslose dürften nicht auf der Strecke bleiben. Ein zweites, betonte Lehmann, sei ihm besonders wichtig. Die Arbeit der Caritas dürfe nicht ausschließlich von den aktuellen Bedürfnissen ausgehen. "Wir müssen stärker in die Zukunft blicken, dürfen die künftigen Generationen nicht durch Schulden zumauern", mahnte er.

jow/Sk (MBN)

 

Zum Glaubenszeugnis gerade unter schwierigen Bedingungen ermutigt

 Beim Neujahrsempfang nannte Kardinal Lehmann die Gottesfrage als erste Priorität

Mainz. In der aktuellen Situation der Kirche steht nach den Worten von Kardinal Karl Lehmann die Dringlichkeit der Gottesfrage an erster Stelle. Bei seinem diesjährigen Neujahrsempfang betonte der Mainzer Bischof am Samstag, 10. Januar, im Erbacher Hof in Mainz, Gott sei kein "Exponent unserer Wünsche". Vielmehr führe er die Menschen und fordere sie heraus, gebe aber auch manche Rätsel auf. Lehmann forderte dazu den "Mut zum Gebet". Ohne das Gebet könne es keine lebendige Gottesbeziehung geben, unterstrich er. Deshalb sei es so wichtig, ansprechende Gottesdienste zu gestalten, in denen Menschen Gott erfahren könnten.

Im vielfältigen Wandel der Gesellschaft komme es auf das Glaubenszeugnis der Christen an, betonte Lehmann. Je mehr sich die Elemente der Volkskirche dem Ende zuneigten, desto notwendiger werde diese Zeugenschaft, zu der die Christen durch das Elternhaus und die Erziehung in Kindergarten und Schule, durch den Religionsunterricht, die Jugendarbeit und die Erwachsenenbildung befähigt würden. Hohe Priorität habe auch der Einsatz für Ehe und Familie, fügte der Kardinal hinzu. Er rief zum missionarischen Zeugnis in der Gesellschaft auf. Vorbilder hierzu könnten sein der hl. Augustinus (354-430), der vor 1650 Jahren geboren wurde, und der hl. Bonifatius (672-754), der vor 1250 Jahren starb. Ihrer gedenke die Kirche in diesem Jahr besonders.

Der Kardinal ging auch auf die notwendigen Sparmaßnahmen der Kirche ein. In seinen Aufgaben stoße auch das Bistum Mainz seit Jahren auf finanzielle Grenzen, stellte er fest. Schulden würden im Blick auf die nachfolgenden Generationen konsequent vermieden. Nachdrücklich dankte er den kirchlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, insbesondere aus dem Bereich der Caritas, dass sie den Mut haben, auf die Folgen aufgezwungener Sparmaßnahmen gerade für die Armen und Benachteiligten hinzuweisen. Zugleich dankte er ihnen für die Geduld, ihren Auftrag unter eingeschränkten Bedingungen durchzutragen.

Am Neujahrsempfang nahmen mehr als 200 Führungspersönlichkeiten aus den Dekanaten, den Ordensgemeinschaften, der Caritas, den Pastoralen Räten. den Einrichtungen und den Verbänden im Bistum Mainz teil. Generalvikar Prälat Dietmar Giebelmann, der auch Dezernent für die Pastoralen Räte ist, hieß die Gäste zum Beginn des Empfangs willkommen. Er würdigte besonders das Engagement der Ehrenamtlichen und der Ordensgemeinschaften, die nach seinen Worten ein "sichtbares Zeichen der Gegenwart Gottes in unserer Welt geben". Sehr herzlich dankte er den Sternsingergruppen der Pfarrei St. Stephan und der evangelischen Altmünstergemeinde, die mit ihren Segenswünschen den Neujahrsempfang des Bischofs eröffneten. Ebenso dankte er Edda Schöneck, Schülerin der Bensheimer Liebfrauenschule, die mit Werken von Debussy und Schubert den Neujahrsempfang am Flügel musikalisch umrahmte.

 

Der Geschäftsführende Vorsitzende der Diözesanversammlung, Caritasdirektor i.R. Wilhelm Schulze, Bensheim, erinnerte in seiner Neujahrsansprache an die Arbeitsschwerpunkte der jetzt zu Ende gehenden vierjährigen Amtszeit des Katholikenrates und der Diözesanversammlung mit ihren Ausschüssen. Der Katholikenrat habe sich beispielsweise mit der Neukonzeption der Schwangerenberatung, der Hospiz-Arbeit, der Aids-Problematik, Arbeitslosenprojekten und der Ökumene befasst. Für die Diözesanversammlung nannte er als Schwerpunkte Fragen der Bioethik und der Berufungspastoral. Im Blick auf die Zukunft sei es wichtig, nicht nur die Hauptamtlichen, sondern auch die Ehrenamtlichen in ihrem Engagement zu ermutigen und zu fördern. Es habe ihn besonders nachdenklich gestimmt, wie schwierig sich im vergangenen Jahr in einzelnen Pfarreien die Suche nach Kandidatinnen und Kandidaten für die Pfarrgemeinderatswahlen gestaltet habe, bekannte er. Nachdrücklich rief er zu engerer Zusammenarbeit von Hauptamtlichen und Ehrenamtlichen auf. Wegen der personellen und finanziellen Schwierigkeiten seien die Pfarrgemeinden herausgefordert, neue Formen der Zusammenarbeit zu entwickeln.

Sk (MBN)

 

"Ein großes Dankeschön für Eure Hilfe"

Ministerpräsident Kurt Beck empfing Sternsinger aus Rheinland-Pfalz

Mainz. Ministerpräsident Kurt Beck hat allen Sternsingern in Rheinland-Pfalz "ein großes Dankeschön für Eure Hilfe" gesagt. Die Kinder in Ruanda, dem diesjährigen Beispielland der bundesweiten Sternsingeraktion, "haben Eure Hilfe ganz besonders nötig", erklärte Beck am Donnerstag, 8. Januar, beim Empfang von Sternsingern in der Mainzer Staatskanzlei. Ohne Hilfe von außen könne dem Land nicht geholfen werden. Inzwischen gebe es aber Hoffnung, dass "in Ruanda etwas aufgebaut werden kann", sagte Beck. Er erinnerte daran, dass Ruanda bereits seit 21 Jahren Partnerland von Rheinland-Pfalz ist. Die Sternsinger waren aus den Diözesen, Limburg, Mainz, Speyer und Trier in die Staatskanzlei gekommen. Aus dem Bistum Mainz waren Kinder aus den Pfarreien St. Peter/St. Emmeran in Mainz und aus St. Michael und St. Remigius in Ingelheim mit dabei.

Ralf Pius Krämer, Präses des Bundes der Deutschen Katholischen Jugend in Trier, wies in seinem Grußwort darauf hin, dass sich in Rheinland-Pfalz etwa 2.200 Gruppen mit rund 80.000 Sternsinger an der diesjährigen Aktion beteiligt haben. Er wies darauf hin, dass die Hilfe durch die Sternsingeraktion die Menschen "unabhängig von Nationalität und Religionszugehörigkeit erreiche". Diakon Thomas Gensler, der im Bischöflichen Jugendamt für Ministranten und die Sternsingeraktion zuständig ist, schätzt die Zahl der Sternsinger im Bistum Mainz auf etwa 10.000. "Wir können von den Sternsingern lernen, dass wir nicht nur für die Menschen da sind, die in unserer Gemeinde wohnen, sondern auch für diejenigen, die in unserer Gemeinde arbeiten", sagte Maria-Grittner-Wittig, Pastoralreferentin in St. Peter/St. Emmeran. Sie lud alle Mitarbeiter der Staatskanzlei, des Landtages und der Ministerien ein, "unsere Kirche zu nutzen, wenn Sie mal eine Auszeit brauchen".

Getragen wird die Sternsingeraktion vom Kindermissionswerk "Die Sternsinger" und dem Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ). Die Erlöse aus dem Dreikönigssingen sind für Kinder-Hilfsprogramme rund um den Globus bestimmt. Rund 2.000 Projekte in Asien, Ozeanien, Afrika, Lateinamerika und Osteuropa konnten zuletzt jährlich aus den Erlösen der Aktion unterstützt werden.

tob (MBN)

 

"Die Spielregeln des Reiches Gottes"

 Zentrale Veranstaltung mit Weihbischof Neymeyr zum Weltfriedenstag in Butzbach

Butzbach. "Wer sich als Christ politisch engagiert und für den Frieden einsetzt, tut das nicht neben seinem Christ-Sein, sondern aus der Mitte seiner Berufung heraus." Das sagte Weihbischof Dr. Ulrich Neymeyr am Samstag, 10. Januar, in Butzbach. Christen hätten den Auftrag, sich für den Frieden zu engagieren. "Das gilt nicht nur für die große Politik, sondern es gibt auch Friedensarbeit in den Pfarrgemeinden und Verbänden", sagte Neymeyr in seiner Predigt beim zentralen Friedensgottesdienst des Bistums Mainz in der Kirche St. Gottfried in Butzbach.

Zwar habe Christus "kein Recht erlassen und den Menschen kein Gesetzbuch hinterlassen", sagte der Weihbischof, "aber er hat uns die Spielregeln des Reiches Gottes ins Stammbuch geschrieben". Der Evangelist Matthäus habe diese "Spielregeln" in der Bergpredigt zusammengefasst. Forderungen wie die Feindesliebe seien "Zumutungen für den Einzelnen", sagte Neymeyr, "aber sie sind Bausteine einer neuen Welt des Reiches Gottes".

Gott habe den Menschen seine Welt anvertraut, betonte der Weihbischof. "Er hat uns zugetraut, dass wir eine menschenfreundliche und gerechte Welt bauen." Weiter sagte er: "Jedes Mal, wenn es Krieg, Gewalt oder Terror in der Welt gibt, ist Gott vielleicht am meisten enttäuscht, obwohl er uns eine gerechte Welt zutraut. Das darf uns Christen nicht mehr ruhen lassen."

Neymeyr erinnerte daran, dass Papst Johannes Paul II. seine Botschaft zum Weltfriedenstag 2004 wie bereits 1979 unter die Überschrift gestellt hatte: "Eine stets aktuelle Aufgabe: Zum Frieden erziehen". Der Papst habe erkannt, wie wichtig es ist, die Menschen in Familie, Kindergarten, Schule und Jugendgruppen aufzurufen, zum Frieden zu erziehen, sagte der Weihbischof. "Denn nur wer den Frieden daheim gelernt hat, wird Frieden in der großen, weiten Welt mitbauen und mittragen können." Konzelebranten des Gottesdienstes waren der Geistliche Beirat von Pax Christi im Bistum Mainz, Pfarrer Kurt Sohns, Offenbach-St. Paul, und Pfarrer Eberhard Heinz, Butzbach-St. Gottfried.

 Podiumsdiskussion im Gemeindehaus St. Gottfried

Vor dem Friedensgottesdienst war im Pfarrheim von St. Gottfried der Weltfriedenstag Thema einer Podiumsdiskussion mit Weihbischof Neymeyr, der Kleinen Schwester Marlene aus Frankfurt und Claudia-Maria Kukla, Pax Christi. Schwester Marlene war lange Jahre in Japan, Südafrika und auf den Philippinen tätig. Sie berichtete wie Claudia-Maria Kukla, die fünf Jahre lang als Friedensfachkraft in Banja Luka gearbeitet hatte, über ihren Friedensdienst, den sie im Ausland geleistet hat.

Weihbischof Neymeyr ging in seinem Beitrag auf die theologischen Überlegungen zu einem "gerechten Krieg" ein, für die Thomas von Aquin drei Bedingungen formuliert habe, "mit denen er Geschichte gemacht hat". Erstens müsse ein solcher Krieg von einer "legitimen Autorität geführt werden, die sich zur Streitschlichtung nicht mehr an eine höhere Autorität wenden könne". Zweitens müsse "ein schwerer Rechtsbruch vorliegen" und schließlich müsse die Kriegsführung unter einer moralischen Absicht stehen und dem Frieden dienen, "also die Nachkriegsperspektive mit im Blick haben", sagte Neymeyr.

Im heutigen Nachdenken über das Völkerrecht hätten sich weitere Kriterien herausgebildet, erläuterte Neymeyr. So müsse sich der Einsatz von Gewalt auf die Abwehr einer Aggression gegen Unschuldige richten und könne nur durch die rechtmäßige Autorität eines Staates erfolgen. Außerdem müssten alle Möglichkeiten zu einer friedlichen Lösung ausgeschöpft sein. Die realistische Aussicht auf Erfolg der Aktion, und dass die Leiden voraussichtlich geringer sind als die durch die Aggression verursachte Leiden, seien weitere Kriterien, die im Völkerrecht vereinbart worden seien.

Neymeyr verwies darauf, dass Papst Johannes Paul II. in seiner Botschaft zum Weltfriedenstag den Kampf gegen den Terrorismus für notwendig hält. Dabei dürften jedoch keine rechtsstaatlichen Prinzipien verletzt werden. Weihbischof Neymeyr bezeichnete in diesem Zusammenhang die Inhaftierung von mehreren hundert Häftlingen durch die USA auf dem Militärstützpunkt Guantanamo als "Bruch dieser Prinzipien". "Auch für Guantanamo gilt das Wort des Papstes. Der Zweck heiligt nicht die Mittel", sagte Neymeyr.

Die Versöhnung bezeichnete Neymeyr "als speziellen christlichen Beitrag zum Frieden". Dazu zitierte er aus der Botschaft von Papst Johannes Paul II. zum Weltfriedenstag: "Es gibt keinen Frieden ohne Versöhnung! Ich wiederhole es auch bei dieser Gelegenheit, wobei ich besonders die Krise vor Augen habe, die in Palästina und im Mittleren Osten weiter um sich greift: Eine Lösung für die sehr ernsten Probleme, unter denen die Bevölkerungen jener Regionen schon allzu lange zu leiden haben, wird man nicht finden, solange man sich nicht entschließt, die Logik der einfachen Gerechtigkeit zu überwinden, um sich auch der Logik der Vergebung zu öffnen."

Die Moderation der Podiumsdiskussion hatte Pax Christi-Präsidiumsmitglied Dr. Marie-Luise Buchwald, Nieder-Olm, übernommen. Die Veranstaltung war eine Kooperation der Pax Christi Bistumsstelle Mainz mit der Pfarrei St. Gottfried und dem Referat Gerechtigkeit und Frieden des Bistums Mainz.

tob (MBN)

 

Familien begleiten, unterstützen und stärken

 Programm des Familienbildungswerkes Kreis Bergstraße erschienen

Viernheim. Soeben ist das Programm zum ersten Semester 2004 des Familienbildungswerkes Kreis Bergstraße erschienen. Die Einrichtung will als Familienbildungsstätte in kirchlicher Trägerschaft "Familien in ihrem Leben begleiten, unterstützen und stärken", schreibt Leiterin Silvia Schoeneck in ihrem Vorwort. Familien-, Erziehungs- und Glaubensfragen sind Schwerpunkte des Programms. Außerdem sind auch Kurse zu den Themenbereichen Persönlichkeitsentwicklung, Kreativität, Gesundheitsförderung und Hauswirtschaft im Angebot. Im Mai wird die Einrichtung ihr 40-jähriges Bestehen feiern.

Hinweis: Weitere Informationen bei der Geschäftsstelle des Familienbildungswerkes Kreis Bergstraße, Weinheimer Straße 44, 68519 Viernheim, Tel.: 06204/72471, Fax: 06204/701622, E-Mail: familienbildungswerk@t-online.de , Internet: www.familienbildungswerk.de

tob (MBN) 

 

Als Vater des abendländischen Mönchtums und Europas gewürdigt

 Missionsbenediktiner sprach über Leben und Werk des hl. Benedikt von Nursia

Mainz. Das Interesse am Klosterleben nehme zu, ebenso die Sehnsucht nach Geborgenheit in einer religiösen Gemeinschaft, erklärte der Missionsbenediktiner P. Benedikt Nettebrock OSB aus dem Kloster Jakobsberg bei Ockenheim/Rheinhessen. "Der Zug ins Kloster zu gehen wird immer stärker, wir bekommen immer mehr Anfragen von Laien für Tagungen", berichtete er anlässlich eines gut besuchten Vortrags zum Thema "Der heilige Benedikt und seine benediktinischen Gemeinschaften". Dies bestätigte auch der überraschend starke Besucherandrang zu dem Vortrag, den Nettebrock am Donnerstag, 8. Januar, im Erbacher Hof in Mainz hielt.

Der Missionsbenediktiner sprach im Rahmen der Vortragsreihe der Bistumsakademie Erbacher Hof "Geleit ins Geheimnis: Große geistliche Gestalten als Herausforderung für die Gegenwart - Leben und Werk - Spiritualität - Aktualität". Das Thema selbst, bekannte er, habe ihn in große Bedrängnis gebracht. Denn um Benedikts Leben rankten sich viele Rätsel. Auskunft über ihn geben, wie Nettebrock darlegte, das "Zweite Buch der Dialoge" von Papst Gregor dem Großen sowie die von Benedikt selbst verfassten Mönchsregeln.

Der Vater des abendländischen Mönchtums wurde wohl im Jahr 480 in Nursia als Sohn reicher Eltern geboren und ging in jungen Jahren zum Studium der freien Künste nach Rom. Er flüchtete jedoch in die Einsamkeit. Mönche scharten sich wegen seines heiligmäßigen Lebens um ihn. So entstanden am Fluss Annio zwölf Klöster unter seiner Leitung. Schließlich zog Benedikt wegen nicht endender Anfeindungen mit einigen Getreuen in den Süden Italiens. Über der Stadt Cassino rissen sie einen Apollo-Tempel nieder und erbauten dort das Kloster Montecassino, das Mutterkloster der Benediktiner. Wohl um das Jahr 547 verstarb Benedikt dort.

Nach dem "Zweiten Buch der Dialoge" von Gregor dem Großen bestimmten die Gabe der Unterscheidung zwischen Gut und Böse, gepaart mit fester Entschlossenheit im Handeln, sowie das Bemühen um "discretio", um das "rechte Maß", die Lebenslinien Benedikts. Die Erfahrungen seines langen Mönchdaseins habe er schließlich in einem Gesetzbuch des klösterlichen Lebens, der "Benedictus-Regel" gebündelt. Als Basis dafür dienten ihm die Heilige Schrift und ältere Mönchsregeln.

Benedikt habe im fundamentalen Unterschied zu diesen Mönchsregeln auf die Pflicht des absoluten Gehorsams gegenüber dem Abt verzichtet. Vielmehr stellte er diesen "mitten unter die Mönche". Vor allen wichtigen Entscheidungen musste er den Rat der Mönche einholen. Benedikt habe ein Handbuch geschaffen, das dabei helfen solle, die Forderungen des Evangeliums im Alltagsleben in Gebet und Arbeit ("ora et labora") zu erfüllen.

Der von Benedikt gegründete Orden hat das Antlitz Europas wesentlich mitgestaltet, betonte Nettebrock. Papst Paul VI. habe ihn 1964 als "Vater Europas" gefeiert, der mit der Bibel und dem Pflug den Kontinent geprägt hat. Seit Ende des 19. Jahrhunderts sind die Benediktiner in einer Konföderation von 22 Kongregationen zusammengefasst. An der Spitze steht der Abtprimas in Rom. Diese Struktur sei die Stärke der Benediktiner, unterstrich Nettebrock.

GK (MBN)

 

Bonifatius – Missionar und Reformer

 Lutz von Padberg würdigte Leben und Werk des "Apostels der Deutschen"

Mainz. Am Beginn des "Bonifatius-Jahres" 2004 anlässlich des Gedenkens an den Tod des "Apostels der Deutschen" vor 1250 Jahren (Bonifatius wurde am 5. Juni 754 in Dokkum/Friesland von Räubern erschlagen) hat der Historiker Prof. Dr. Lutz E. von Padberg, Paderborn, in einem Vortrag Leben und Werk dieses großen Missionars und Kirchenreformers gewürdigt. Von Padberg sprach am Dienstag, 13. Januar, im Erbacher Hof in Mainz. Sein Vortrag "Bonifatius – Missionar und Reformer" eröffnete die Vortragsreihe "Bonifatius – Apostel der Deutschen". Mission und Christianisierung vom 8. bis ins 20. Jahrhundert", die vom Institut für Landeskunde an der Universität Mainz in Verbindung mit der Akademie des Bistums Mainz, Erbacher Hof, veranstaltet wird. Der Vorsitzende des Instituts, Prof. Dr. Franz Josef Felten, Professor für die Geschichte des Mittelalters an der Universität Mainz, betonte bei der Begrüßung der zahlreichen Besucher im überfüllten Hildegard-Saal des Erbacher Hofs, dass das Thema Christianisierung und Mission nicht nur wegen Bonifatius aktuell sei. Dazu verwies er auf die Diskussion über das Kopftuch und andere religiöse Zeichen.

Bonifatius gehöre zu den Baumeistern Europas "als Missionar, der er sein wollte, und als Reformer, der er sein musste", sagte Felten. Von Padberg, für den die Christianisierung Europas seit vielen Jahren einen Schwerpunkt seiner Forschungen bildet, gilt als bester Kenner des Bonifatius und der Geschichte seiner Zeit. Bonifatius gehört nach seinen Worten zu den Baumeistern des christlichen Europa, "weil er die Weichen für die Entwicklung der mittelalterlichen Welt mitgestellt hat". Eine gewisse Tragik liege darin, dass Bonifatius als Missionar zwar zahlreiche Menschen erreichte und durch die Taufe in die Kirche eingegliedert habe, aber in seinem Hauptbestreben der Sachsenmission letztlich gescheitert sei. Eine weitere Tragik liege darin, dass er es erreichte, eine romorientierte fränkische Landeskirche zu schaffen, aber beim Vollzug des entscheidenden Bündnisses zwischen den Karolingern mit dem Papsttum im Abseits stand.

Auch in seinem Bestreben, die fränkische Kirche von "unwürdigen Elementen" zu reinigen, hatte Bonifatius nur einen Teilerfolg. In der Bonifatiusüberlieferung hat die Fällung der Donareiche bei Geismar (nahe Fritzlar) im Jahr 723 eine herausragende Bedeutung. Solche "handfesten Beweise" für die Macht Gottes seien damals wichtige Bestandteile der Mission gewesen. Aber solchen "Paukenschlägen" musste, wie von Padberg hervorhob, missionarische Kleinarbeit folgen, für die sich Bonifatius genauso einsetzte, auch wenn er sie selbst nicht leisten konnte.

Von Padberg legte dar, dass Bonifatius zwar auf einer Missionsreise ermordet wurde, aber sein Sterben nicht im eigentlichen Sinn ein Märtyrertod um des Glaubens willen war. Die Tat, die damals als ein "ungeheurer Frevel" empfunden wurde, verbreitete sich wie ein Lauffeuer in ganz Europa. Bonifatius wurde rasch als Heiliger und Märtyrer verehrt. Dazu habe nicht zuletzt sein Biograph Willibald von Mainz beigetragen, der zur Abfassung seiner "Vita Bonifatii" durch den Nachfolger des Bonifatius als Bischof von Mainz, Lul, veranlasst wurde. Bereits im Jahr seines Todes wurde Bonifatius durch eine Synode in Canterbury zum Schutzpatron der Angelsachsen erhoben. Die Krönung seines Lebenswerkes konnte Bonifatius nicht persönlich miterleben. Eine Woche vor seinem Tod wurde Pippin durch Papst Stephan II. in St. Denis zum König der Franken gesalbt. Es war das erste Mal, dass ein Stellvertreter Christi, ein Nachfolger des Petrus, über die Alpen reiste. Damit war klar, wie von Padberg feststellte, dass sich das Papsttum von Byzanz löste und sich nach Westen orientierte.

Der Historiker berichtete, dass Bonifatius bereits 716 zum ersten Mal eine Missionsfahrt zu den Friesen organisiert hatte, die aber ebenso scheiterte wie seine Missionsreise zusammen mit Willibrord in den Jahren 719 bis 721. "Trotz aller Verschleierung der Quellen ist klar, dass sie im Streit auseinander gingen", erklärte von Padberg. Als große Gestalt der Kirchengeschichte stehe Bonifatius für den Übergang von der Mission zur Christianisierung und die Romorientierung des angelsächsischen und des fränkischen Reichs. "Sein Tod war die Geburt eines Heiligen", unterstrich von Padberg. Dies sei besonders im Streit um seine Gebeine sichtbar geworden, die Utrecht und Mainz für sich haben wollten. Darin hätte eine große Aufwertung ihrer Bischofssitze gelegen. Schließlich habe Fulda in diesem Streit die Oberhand behalten. Gemäß dem ausdrücklichen Wunsch des Verstorbenen wurden seine Gebeine dort beigesetzt. Nach der Überführung von Utrecht nach Mainz gab es den berühmten Leichenzug von Mainz nach Fulda, dessen Nachgestaltung im Bonifatiusjahr ein wichtiges Element des Gedenkens ist.

Die Größe des hl Bonifatius bestand in erster Linie darin, dass er sich durch nichts, auch nicht um kurzer Erfolge willen, davon abbringen ließ, seine Glaubensüberzeugung durchzusetzen. Dies habe ihn vor allem im höheren Alter zu einem unbequemen Gesprächspartner gemacht, der den Politikern seiner Zeit als starrsinnig und unbeweglich erschien. Aber Bonifatius ordnete alles seinem christlichen Glauben unter. Die Verkündigung dieses Glaubens war der Mittelpunkt und das höchste Ziel seines Lebens. Durch die Festschreibung vieler deutscher Bistümer, vor allem in Bayern, habe er nachgewirkt bis in die Gegenwart, betonte von Padberg. Vor allem die Bibel sei für ihn die Kraftquelle seiner missionarischen und reformerischen Arbeit gewesen.

Sk (MBN)

 

Personalien

 Neuer Leiter des Kommissariats der Bischöfe in Hessen

 Justitiar Guido Amend wurde Nachfolger von Prälat Franz Kaspar

Wiesbaden/Mainz. Guido Amend (58) hat mit Beginn dieses Jahres die Leitung des Kommissariates der Katholischen Bischöfe im Lande Hessen übernommen. Er ist Nachfolger von Prälat Prof. DDr. Franz Kaspar (65). Das Kommissariat wurde im Jahr 1959 gegründet. Gründungsleiter war der spätere Mainzer Domdekan und Dezernent für Schulen und Hochschulen im Bischöflichen Ordinariat Mainz, Prälat Dr. Hermann Berg. In seiner Nachfolge übernahm 1979 Kaspar die Leitung des Katholischen Büros in Hessen.

 Franz Kaspar

Prälat Dr. Franz Kaspar, der am 8. Dezember 2003 sein 40-jähriges Priesterjubiläum gefeiert hat, wurde am 24. Mai 1930 in Dernbach/Westerwald geboren. Nach Abschluss seines Studiums wurde er am 8. Dezember 1963 im Limburger Dom zum Priester geweiht. Während seiner Kaplansjahre (1964-1968) wirkte er in Frankfurt-Sindlingen, Hadamar und Bad Ems. 1968 wurde Kaspar Schulpfarrer in Bad Ems mit dem Titel "Studienrat im Kirchendienst". Im Dezember 1970 übernahm er als Direktor die Leitung des St. Vinzenz-Stiftes in Aulhausen, einer Einrichtung für Behinderte. 1978 verlieh ihm Papst Johannes Paul II. den Titel Monsignore (Päpstlicher Ehrenkaplan) und 1982 den Titel Päpstlicher Ehrenprälat. An weiteren Ehrungen erhielt Kaspar 1979 durch den hessischen Kultusminister den Titel "Honorarprofessor" an der Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt. Durch den Bundespräsidenten wurde er mit dem Bundesverdienstorden am Bande sowie mit dem Bundesverdienstkreuz 1. Klasse, außerdem durch den Ministerpräsidenten mit dem hessischen Verdienstorden ausgezeichnet.

 Guido Amend

Guido Amend wurde am 25. März 1945 in Weiher/Odenwald geboren. Nach dem Abitur studierte er zunächst Theologie und Philosophie in Trier und schloss 1967 das Studium der Rechtswissenschaften an, das er an den Universitäten in Frankfurt/Main, Lausanne und Marburg absolvierte. 1972 legte er das 1. juristische Staatsexamen in Marburg ab. Amend wurde 1974 zum Doktor der Rechtswissenschaften (Dr. jur.) promoviert. Nach dem Referendariat in Bonn und Los Angeles legte er 1976 das 2. juristische Staatsexamen ab. Anschließend wirkte er zunächst als Rechtsberater in einer Physikalischen Forschungsgemeinschaft in Weinheim/Bergstraße. 1977 folgte er der Berufung als Justitiar in das Kommissariat der Bischöfe im Lande Hessen in Wiesbaden. Zusätzlich ist er seit 1981 auch geschäftsführender Referent im Kommissariat.

Sk (MBN)

 

Vorschau

"Auf Wiedersehen im Himmel"

Arbeitsgruppe "Gedenktag 27. Januar" erinnert an Kinder als Opfer des Nationalsozialismus

Mainz. Über 100 Kinder und Jugendliche aus Mainz wurden in den Jahren 1939 bis 1945 deportiert und in Konzentrationslagern ermordet. An sie und alle Kinder und Jugendlichen, die Opfer des Nationalsozialismus wurden, will eine Gedenkveranstaltung am Dienstag, 27. Januar, im Mainzer Dom erinnern (Beginn: 18.30 Uhr). Die Veranstaltung steht unter dem Titel "Auf Wiedersehen im Himmel – Kinder und Jugendliche als Opfer des Nationalsozialismus". Das Bistum Mainz ist damit zum siebten Mal am "Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus" (27. Januar) mit einer eigenen Veranstaltung beteiligt.

Die Veranstaltung ist als Oratorium gestaltet und erinnert mit Gedichten und Texten von Kindern und aus der Sicht von Erwachsenen an die Kinder und Jugendlichen, siw sMla zu Opfern wurden. Die Musik dazu stammt von Domorganist Albert Schönberger. Gestaltet und vorbereitet wird die Veranstaltung von Mitgliedern der Arbeitsgruppe "Gedenktag 27. Januar" des Bischöflichen Ordinariates Mainz, des Katholischen Dekanates Mainz-Stadt und Domorganist Schönberger. Mitwirkende sind Gaby Reichardt, Susanne Baum und weitere Sprecherinnen und Sprecher, die Domkantorei St. Martin Mainz, die Deutschen Kammervirtuosen Mainz, die Mainzer Dombläser, Chris Jones (Gitarre), Winfried Späth (Panflöte) und Lutz Brenner (Orgel/Harmonium). Eine begleitende Ausstellung informiert am 26. und 27. Januar während der Öffnungszeiten des Mainzer Domes u.a. mit Fotos und Berichten von Opfern, auch aus Mainz-Kastel und Mainz-Kostheim, über das Geschehen im Nationalsozialismus. Außerdem findet am 27. Januar, um 12.00 Uhr, ein Schulgottesdienst zum Thema im Mainzer Dom statt.

Der Nationale Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus wurde 1996 in Erinnerung an den Tag der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz am 27. Januar 1945 durch den damaligen Bundespräsidenten Roman Herzog eingeführt. Seither nimmt die Arbeitsgruppe "Gedenktag 27. Januar" des Bischöflichen Ordinariates Mainz und des Katholischen Dekanates Mainz-Stadt jedes Jahr eine andere Gruppe von Opfern in den Blick. Die Arbeitsgruppe möchte der Opfer gedenken und an die Täter und Mitläufer erinnern. Insbesondere möchte sie dazu anregen, sich auf der Grundlage historischer Fakten der persönlichen Auseinandersetzung zu stellen. Ein besonderer Schwerpunkt der Arbeitsgruppe ist die Entwicklung von liturgischen Formen des Gedenkens.

 Meditation zu den Chagall-Fenstern / Zeitzeugenbericht von Monsignore Mayer

Im Rahmen der zahlreichen Veranstaltungen zum Gedenktag findet am Samstag, 24. Januar, von 15.00 Uhr bis 16.30 Uhr in Mainz-St. Stephan eine Meditation zu den Chagall-Fenstern statt. Monsignore Klaus Mayer, emeritierter Pfarrer von St. Stephan, wird die Besucher zu einem tieferen Verständnis der biblischen Botschaft und ihrer Zeichenhaftigkeit in Chagalls Fenstern führen. Für Interessenten wie Bildungseinrichtungen und Schulen (ab 10. Klasse), Kirchengemeinden oder Vereine bietet Mayer einen Zeitzeugenbericht "Wie ich überlebte. Die Jahre 1933-1945" an. Eine Terminvereinbarung erfolgt über das Pfarramt St. Stephan unter Telefon 06131/231640.

Hinweise:

  • Zu den Gedenkveranstaltungen ist eine liturgische Handreichung erhältlich beim Liturgiereferat des Bischöflichen Ordinariates, Tel. 06131/253-244, Fax: 06131/253-558, E-Mail: liturgie@Bistum-Mainz.de
  • Ein Begleitheft mit dem Titel "Texte, die mitgehen 2004" gibt es beim Frauenreferat des Bischöflichen Ordinariates, Tel. 06131/253-255, Fax: 06131/253-586, E-Mail: frauenseelsorge@Bistum-Mainz.de
  • Einen Überblick über die Veranstaltungen zum 27. Januar bietet die Broschüre "Veranstaltungen zum Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus am 27. Januar", die vom Präsidenten des Landtages Rheinland-Pfalz herausgegeben wurde.

tebo (MBN)

 

 

Dokumentation

Jugendliche der Welt nach Deutschland eingeladen

Hirtenbrief der deutschen Bischöfe zum Weltjugendtag 2005

Liebe Schwestern und Brüder!

Papst Johannes Paul II. hat die Jugendlichen der Welt zum XX. Weltjugendtag 2005 nach Deutschland eingeladen. Das Leitwort dieses Ereignisses lautet: Wir sind gekommen, um Ihn anzubeten (Mt 2,2). Mit diesem Wort der Weisen aus dem Morgenland stellt der Heilige Vater die Berufung des Menschen, Christus zu suchen, zu finden und anzubeten, in den Mittelpunkt dieser Tage.

Freuen Sie sich mit uns über dieses große Ereignis! 10 Tage lang werden junge Menschen im Alter von 16 bis 30 Jahren aus allen Erdteilen ihre Glaubenserfahrungen austauschen, ihre Liebe zu Jesus Christus vertiefen, Gottesdienst feiern und Versöhnung im Sakrament der Buße finden. Als Christen verschiedener Länder und Kulturen werden sie einander begegnen und so die Gemeinschaft der weltumspannenden Kirche erfahren.

Zuerst werden die Teilnehmer aus aller Welt vom 11. bis 15. August 2005 in den deutschen Diözesen zu Gast sein. Hierbei sollen sie unser Land und die Kirche in Deutschland kennen lernen und sich am Tag des Sozialen Engagements Menschen in Not zuwenden. Die Gestaltung dieser Tage wird in den einzelnen Bistümern unter möglichst großer Beteiligung aller erfolgen.

Danach sind unsere Jugendlichen mit ihren Gästen aus aller Welt vom 16. bis 21. August nach Köln eingeladen. Dort werden sie mit Bischöfen ihrer Sprache zu Katechesen zusammenkommen, zum Dom wallfahren, den Kreuzweg gehen und ein großes Jugendfestival feiern. Den Höhepunkt und Abschluss des Welttreffens bildet am 21. August der festliche Gottesdienst mit dem Heiligen Vater.

Die Vorbereitung dieses Ereignisses soll zu einem geistlichen Aufbruch unserer Kirche werden. Das heutige Fest der Taufe Jesu Christi, die am Beginn seines öffentlichen Wirkens steht, ermutigt uns dazu: Wir müssen die Zeichen der Zeit und unsere Verantwortung erkennen, uns selbst im Glauben zu erneuern und missionarisch Kirche zu sein. Der Weg zum Weltjugendtag ist hierbei eine außerordentliche Chance und Verpflichtung.

Auf diesem Weg wird uns das Kreuz begleiten, das im Vorfeld eines jeden Weltjugendtags zusammen mit einer Ikone der Gottesmutter von Jugendlichen als Zeichen der Hoffnung getragen wird. Am Palmsonntag 2004 wird es von Berlin aus seine Pilgerreise durch alle deutschen Diözesen beginnen. Wir alle sind eingeladen, das Weltjugendtagskreuz durch unsere Diözesen zu begleiten!

Machen Sie den Weltjugendtag zu Ihrem persönlichen Anliegen und helfen Sie, dass er in Ihrer Umgebung und in unserem ganzen Land zu einem großen Thema wird! Berücksichtigen Sie bitte auch bei Ihrer Urlaubsplanung 2005 den Termin des Weltjugendtags, damit die Jugendlichen der Welt keine leeren Häuser und Gemeinden antreffen. Sie sollen in unseren Familien, in unseren Pfarreien und Gemeinschaften, in unseren Verbänden und Einrichtungen eine herzliche Gastfreundschaft erleben. Es wäre schön, wenn möglichst viele Gäste in Privatquartieren wohnen könnten. Schon heute bitten wir Sie um Ihre Mitwirkung und großzügige Unterstützung.

Vor allem aber bitten wir Sie um Ihr Gebet für eine gute Vorbereitung und ein gutes Gelingen des Weltjugendtags, damit er wirklich zu einem großen Fest des Glaubens wird.

Ein herzliches "Vergelt's Gott" sagen wir allen, die schon heute Verantwortung übernommen haben und an der Vorbereitung mitwirken.

Die Jugend der Welt freut sich auf Deutschland. Auch Papst Johannes Paul II. hat mehrfach seine Vorfreude zum Ausdruck gebracht. Geben auch wir der Freude Raum, Gastgeber beim XX. Weltjugendtag 2005 sein zu dürfen. Im Vertrauen auf Gott stellen wir uns dieser Verantwortung und erbitten hierfür seinen Segen.

Würzburg, den 24.11.2003

Das Hirtenwort wurde am Sonntag, 11. Januar 2004, in allen Gottesdiensten einschließlich der Vorabendmesse verlesen.

(MBN)