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Livno/Mainz. Der Erzbischof von Sarajevo in Bosnien-Herzegowina, Kardinal Vinko Puljic, hat am Samstag, 19. Oktober, im bosnischen Livno die Kapelle des neu errichteten Klosters der Schulschwestern vom heiligen Franziskus geweiht. Der Neubau wurde mit finanzieller Unterstützung des Bistums Mainz geschaffen.
Das Bistum ist mit der Kongregation eng verbunden, weil kroatische Schwestern aus Bosnien seit fast vier Jahrzehnten im Bistum Mainz tätig sind. So gehörten zu den Konzelebranten des Festgottesdienstes neben Kardinal Puljic und dem Bischof von Banja Luka, Franjo Komarica, in dessen Diözese das Kloster liegt, der Mainzer Generalvikar, Prälat Dr. Werner Guballa, und dessen Vorgänger, Apostolischer Protonotar Martin Luley. Guballa, der Kardinal Karl Lehmann vertrat, überbrachte ein Grußwort des Mainzer Bischofs, in dem dieser die wertvolle Arbeit der Schwestern in dem noch stark unter den Folgen des Bürgerkriegs (1992-1995) leidenden Landes würdigte.
Puljic und Komarica unterstrichen ebenso, dass die Franziskanerinnen ein Segen für das Bistum Banja Luka und das ganze Land seien. Der Orden hat weltweit ca. 1800 Mitglieder, von denen etwa die Hälfte im ehemaligen Jugoslawien tätig ist. Zur bosnisch-kroatischen Provinz gehören zurzeit 264 Schwestern.
Guballa hob hervor, dass die Schwestern mit der Klostergründung in Livno ein Zeichen dafür setzten, dass Bosnien auch für die katholische Minderheit Heimat bleibe. „Durch Sie möchte Gott den Menschen, die suchen, die vielleicht heimatlos sind, in ihrem Herzen und durch die äußeren Lebensbedingungen heimatlos, sagen: Kommt und seht, wo der Glaube wohnt!" Die Schwestern sollten ihre Hoffnung, die sie im Herzen tragen, an die Menschen austeilen und ihnen sagen: „Habt Mut, der Gegenwart Gottes hier zu vertrauen", ermutigte der Generalvikar in seinem Grußwort in kroatischer Sprache.
Kardinal Puljic erklärte in der Festpredigt in der überfüllten Kapelle „Christus König", die Schwestern setzten mit dem neuen Kloster ein Signal dafür, dass es sich lohne, in dem „vom Blut unserer Vorfahren getränkten Land" zu bleiben. „Sie haben ihr Leben gegeben, das wir hier bleiben können", bekräftigte er.
Bischof Komarica dankte dem Bistum Mainz für die Unterstützung und der Mainzer Delegation, zu der auch einige Schwestern gehörten, für ihr Kommen. Er beklagte, dass von den mehr als 200 000 vertriebenen kroatischen Bosniern erst knapp 8.000 in ihre Heimat zurückkehren konnten, von den 70.000 aus seiner Diözese nicht einmal 2.000. Nachdrücklich bedauerte der Bischof, dass die Weltöffentlichkeit dies kaum zur Kenntnis nehme und die internationale Politik ihrer Verantwortung für ein friedliches Miteinander der ethnischen Gruppen und Kulturen in dieser Region nur unzureichend gerecht werde.
Komarica betonte, dass nur durch tätige Liebe der Hass, der im Bürgerkrieg zum Ausbruch kam, überwunden werden könne. Er verwies darauf, dass die katholische Kirche in Bosnien ihre karitativen Dienste insbesondere in der Versorgung der Kranken und der Unterstützung der Armen ohne Ansehen der Person für die Angehörigen aller Volksgruppen und Religionen zur Verfügung stellt.
Sehr herzlich dankte der Bischof Generalvikar Guballa und Prälat Luley für die langjährige Verbundenheit und dafür, „dass Sie im Namen von Kardinal Lehmann hier sind". Er betonte, es sei „Gottes Fügung, dass wir uns hier als Familie Gottes zu Hause fühlen" und unterstrich: „Ihr Herz für Livno, Banja Luka, Sarajevo und ganz Bosnien ist Zeichen der Anwesenheit des Geistes Gottes hier wie auch in der Diözese Mainz und im deutschen Volk." Dann verlas er das Gründungsdekret und übergab es der Provinzoberin Sr. Ana Antonovic. Die Provinzoberin, die ihren Sitz in Sarajevo hat, dankte dem Bistum Mainz für die hochherzige Hilfe und bat darum, diesen Dank an Kardinal Lehmann zu übermitteln. „Wir werden immer dankbar sein und für Euch beten", bekräftigte sie.
Ein besonderes Wort des Dankes richtete sie an die Patres des benachbarten Franziskanerklosters, namentlich an den Guardian des Klosters, P. Andjelko Barun OFM, die das Grundstück für den Neubau zur Verfügung gestellt hatten. Ebenso dankte sie den Architekten und den Handwerkern für die gute Arbeit. Nach Plänen der Zagreber Architekten Vladimir Kasun und Ivica Pavec wurde ein Haus für 20 Schwestern und zehn Kandidatinnen gebaut. Das Raumprogramm umfasst darüber hinaus weitere Gästezimmer, Küche und Speisesaal sowie Gruppenräume für Jugendarbeit, Einkehrtage, Exerzitien und Bildungsseminare. Zentrum des Hauses ist die Kapelle „Christus König". Leitmotiv der Architekten bei ihrer Planung war es, wie sie unter Hinweis auf Kriege und Stürme, die das Land heimgesucht haben, betonten, „eine Burg zu bauen, um den Glauben zu festigen".
Für die Praxisbezogenheit und Funktionalität der Räume sorgte die Ökonomin des Ordens, Sr. Susanne Milardovic, die ständig in engem Kontakt zu den Architekten und Handwerkern stand und schließlich auch für eine gute und zweckdienliche Inneneinrichtung sorgte. Die Schwestern seien das Wagnis für dieses Haus eingegangen, bekannte sie, weil sie es für eine zukunftsorientierte Arbeit brauchten und weil es in ihrer Provinz noch immer an Räumlichkeiten mangele. Noch heute müssen die Schwestern in den meisten ihrer Einsatzorte Räume anmieten, zumal sie in der Zeit der kommunistischen Diktatur nur im Untergrund arbeiten konnten.
Zurzeit setzt sich die Hausgemeinschaft aus 13 Schwestern und fünf Kandidatinnen zusammen. Von den Schwestern arbeitet eine als Krankenschwester in der Inneren Abteilung im Krankenhaus in Livno. Drei geben unentgeltlich Religionsunterricht in der Schule. Andre sind in der Pfarrseelsorge und in der Hauswirtschaft tätig.
Die Provinzoberin hob hervor, dass die Schwestern nun ein Dach über dem Kopf haben und das Ordensleben in Gemeinschaft besser leben könnten. Sie verwies auf das Provinzkapitel im kommenden Jahr. Dabei werde es um die künftige Arbeit gehen. „In erster Linie wollen wir für die Menschen da sein, die durch den Krieg noch verwundet sind und Orientierung brauchen", unterstrich sie. Darüber hinaus gelte es, für die alten und kranken Schwestern zu sorgen.
Sk (MBN)
Dieburg. Die Förderung der Familienerholung in Hessen steht für die hessische Sozialministerin Silke Lautenschläger ganz oben auf ihrer Wunschliste: „Ich halte das für den nächsten Punkt, den wir aufgreifen werden, wenn sich die Haushaltssituation verbessert", sagte Lautenschläger am Dienstag, 22. Oktober, auf einem Diskussionsabend des Familienbundes der Katholiken im Bistum Mainz. Der Familienbund hatte zu der Diskussion unter der Überschrift „Familienpolitik vor der Haustür" in das Pfarrzentrum St. Wolfgang in Dieburg eingeladen. An das Gespräch schloss sich die Mitgliederversammlung des Familienbundes an.
Lautenschläger reagierte mit ihrer Äußerung auf einen konkreten Vorschlag des Familienbundes zur „Förderung der Familienerholung in Hessen". Sie wies darauf hin, dass die Förderung der Familienerholung durch die rot-grüne Landesregierung abgeschafft worden war. Derzeit seien die Förderungen in diesem Bereich auf die Investitionskostenzuschüsse für entsprechende Einrichtungen beschränkt. Zwar wäre in Hessen die Wiedereinführung eines Zuschusses möglich gewesen, allerdings nur in einem sehr geringen Umfang. „Mit einem geringen Zuschuss ist der Familie nicht gedient", sagte die Ministerin. Sie erläuterte, dass ihr Ministerium einen Schwerpunkt beim Thema „Vereinbarkeit von Familie und Beruf" gesetzt habe. In der „Offensive für Kinderbetreuung" werden in diesem Jahr knapp zehn Millionen Euro in neue und zusätzliche Angebote zur Tagesbetreuung investiert. Im kommenden Jahr werden die Mittel dazu auf 10,5 Millionen Euro aufgestockt.
Angesichts der demographischen Entwicklung in Deutschland sei die Steuerpolitik von grundsätzlicher Bedeutung für die Familienpolitik. „Für junge Leute spielt das finanzielle Risiko durchaus eine Rolle dabei, ob sie eine Familie gründen oder nicht", sagte Lautenschläger. Deshalb lehne sie die von der Bundesregierung beabsichtigte finanzielle Belastung der Familien ab. So sei die Erhöhung der Rentenbeiträge „eine doppelte Belastung für Familien". Dadurch würden die Familien „abgestraft". Für einen zweiten Vorschlag des Familienbundes unter der Überschrift „Partnerschaftskompetenz stärken" sah die Ministerin derzeit kaum Umsetzungschancen. Wörtlich sagte sie: „Ich würde dem nicht kritisch gegenüber stehen, aber bei der aktuellen Haushaltslage sehe ich keine Möglichkeiten für ganz neue Projekte. Sie verwies auf zwei niederschwellige Angebote des Landes Hessen in diesem Bereich, die zunächst einmal weitergeführt würden.
Nach seiner Begrüßung hatte Kurt Janssen, Diözesan-Vorsitzender des Familienbundes der Katholiken im Bistum Mainz, das Konzept zur „Förderung der Familienerholung in Hessen" vorgestellt. Die Mehrheit der Mehrkinderfamilien könne sich nach wie vor keinen Urlaub mit der ganzen Familie leisten. Doch eine gemeinsame Erholungszeit von zwei Wochen bedeute einen großen Gewinn für eine Familie, erläuterte Janssen. Die Umsetzung der Förderung könne auf zwei Wegen erfolgen: entweder durch einkommensabhängige Zuschüsse an einzelne Familien wie in Rheinland-Pfalz oder durch eine Projektförderung für Familienguppen bzw. Angebote qualifizierter gemeinnütziger Träger.
Klaus Heizmann, Geschäftsführer des Familienbundes der Katholiken im Bistum Mainz, hatte den Vorschlag zum Projekt „Partnerschaftskompetenz stärken" vorgestellt. Dies könne durch erprobte Seminare geschehen, an denen Paare gemeinsam auch mit ihren Kindern teilnehmen könnten. „Damit Paare auch Paare bleiben", brauche es eine Stärkung der Erziehungsfähigkeit von Eltern, sagte Heizmann. Doch für viele Paare seien gemeinsame Bildungsmaßnahmen mit der gesamten Familie kaum vorstellbar. Die bisherigen Erfahrungen mit solchen Maßnahmen seien sehr positiv. So würden die Kurse oft auf privater Ebene eigene Nachfolgetreffen organisieren, sagte Heizmann. Die Moderation des Abends hatte Susanne Metzger-Rehn, stellvertretende Vorsitzende des Familienbundes, übernommen.
tob (MBN)
Worms. Bischof Burchard habe Worms mit dem Bau von St. Paulus „eine umfassende Freiheitsidee" geschenkt: „St. Paulus war ein Symbol für Freiheit", sagte Festredner Stefan Weinfurter am Freitag, 18. Oktober, beim Akademischen Festakt zur Eröffnung des Jubiläumsjahres „1000 Jahre St. Paulus, Worms". Der Heidelberger Professor für Mittlere Kirchengeschichte zeichnete in seinem Vortrag „Die Ursprünge von St. Paulus, Worms" einen Grundriss von Bischof Burchards Wirken in der Stadt Worms. Im Rahmen des Jubiläumsjahres bieten die Dominikaner in den nächsten zwölf Monaten ein vielfältiges kulturelles und geistliches Programm in der ganzen Stadt an.
Mit dem Abriss der Salierburg im Jahr 1002 habe Bischof Burchard eine besondere Epoche für die Stadt eingeleitet. Weinfurter wies darauf hin, dass Bischof Burchard mit dem Wormser Hofrecht der Stadt einen geschützten Rechtsraum geschaffen habe. Dadurch habe er der Stadt eine bis dahin nicht gekannte Freiheit geschenkt. Freiheit müsse dabei verstanden werden als „Zustand des Friedens und der Verantwortung zur Überwindung von Ungerechtigkeiten". Durch den Bau von St. Paulus anstelle der Salierburg sei die Kirche „nicht nur Eckstein für die neue bischöfliche Verantwortung", sondern eben auch „Symbol für Freiheit". Durch die gezielten Baumaßnahmen der drei Stifte St. Martin, St. Andreas und St. Paulus, sowie des Domes habe Bischof Burchard „den Lebensraum der Stadt gegliedert und effizient gestaltet".
Kardinal Karl Lehmann dankte den Wormser Dominikanern für ihr Glaubenszeugnis und ihre Mithilfe in der Seelsorge der Stadt. Ein Kirchbau lebe vor allem durch die Liturgie, die in ihm gefeiert werde. Wörtlich sagte der Bischof. „Für viele Christen ist St. Paulus ein lebendiger und vom Geist Christi inspirierter Kirchbau." Er dankte den Dominikanern besonders für die Renovierung und Instandsetzung von St. Paulus. Ministerpräsident Kurt Beck bezeichnete St. Paulus als „großartige Kirche". Das Land sei stolz darauf, dass in Rheinland-Pfalz solche Denkmäler zu finden seien. Besonders dankbar sei er für die seelsorgliche Arbeit der Dominikaner in Worms, denn dadurch „geben sie den Menschen eine Basis im Glauben und eine Stütze im Leben".
Der Wormser Oberbürgermeister Gernot Fischer dankte in seinem Grußwort den Dominikanern für die Arbeit „ihres lebendigen und aufgeschlossenen Konventes". Sie leisteten „einen beachtlichen Beitrag zur religiösen und kulturellen Bereicherung unserer Stadt". Dekan Manfred Simon überbrachte im Namen des katholischen Dekanates Worms Glückwünsche zum Jubiläum. Es sei gut, „dass es mitten in der Stadt einen Ort gelebten Glaubens gibt, wo die Menschen aus ihren eigenen Grenzen heraus auf Gott verwiesen werden", sagte Simon. Dekan Harald Storch beglückwünschte die Dominikaner für das evangelische Dekanat Worms-Wonnegau und lobte die „ökumenische Nachbarschaft" zu der Ordensgemeinschaft.
Pater Josef kleine Bornhorst OP, Prior des Wormser Dominikanerkonventes, hatte die Gäste in der vollbesetzten Klosterkirche zu Beginn des Festaktes begrüßt. Zum Abschluss stellte er die Jubiläumsfestschrift „St. Paulus 1002-2002. Kollegiatsstift – Museum – Dominikanerkloster" vor. Angesichts der 1000jährigen Geschichte der Kirche erhebe das Buch keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Der Prior betonte, dass die Erforschung der Geschichte von St. Paulus noch nicht abgeschlossen sei. Musikalisch gestaltet wurde der Festakt vom Orchester der Jugendmusikschule Worms unter Leitung von Reinhard Volz und dem Organisten Christian Bonath.
tob (MBN)
Mainz. Der Diözesanverband Mainz der Katholischen Frauengemeinschaft Deutschlands (kfd) hat in seiner Jahresversammlung am Freitag/Samstag, 18./19. Oktober, ein neues Leitungsteam gewählt. Mit Ausnahme von Barbara Schwender, Obertshausen-Hausen, wurde das Leitungsteam komplett neu besetzt.
Neue geistlich-theologische Begleiterin des Verbandes wurde Andrea Ziegler, Pastoralreferentin in Mühlheim-St. Maximilian Kolbe. Wegen der Übernahme neuer Aufgaben hatte ihre Vorgängerin Christine Schardt, Pastoralreferentin in Mainz-St. Stephan, nicht mehr für das Amt kandidiert. Des weiteren wurden Angelika Görlitz, Hausen, Birgit Müller, Hanau-Steinheim, und Isabella Rathgeb, Schwabenheim, neu in das Leitungsteam gewählt. Renate Zöller, Weiskirchen, die bisherige Sprecherin des Diözesanverbandes, und Hildegard Pieroth, Hanau-Steinheim, schieden satzungsgemäß aus dem Gremium aus.
Auch Margret Froitzheim, Mainz-Gustavsburg, gab ihr Amt in jüngere Hände. Sie hatte den Verband im Frauenrat Hessen vertreten. Monika Kroker, Bürstadt, stellte sich nicht mehr zur Wahl, da sie als Erste Vorsitzende der Hospiz-Initiative im Ried e.V. den Schwerpunkt ihrer ehrenamtlichen Tätigkeit auf diese Aufgabe verlagert hat.
Zum Abschied betonte Diözesan-Frauenreferentin Ellen Ullrich die vortreffliche Zusammenarbeit der Frauen, die sich nach ihren Worten mit ihren je eigenen Fähigkeiten zu einem starken Team zusammengefunden hatten. Die Generalsekretärin des kfd-Bundesverbandes, Annette Rieks, überbrachte die Grüße des Präsidiums und dankte den scheidenden Mitgliedern für ihr Engagement.
Der Jahresbericht des Leitungsteams machte die Schwierigkeit deutlich, junge Frauen für die Verbandsarbeit zu gewinnen. Durch den weiter wachsenden Anteil berufstätiger Frauen sinke die Bereitschaft zu einer dauerhaften Bindung an ein Ehrenamt. Stattdessen übernähmen Frauen Aufgaben in Form von Projektarbeit, deren Abschluss absehbar ist.
In der Projektarbeit zeige sich die Leistungsfähigkeit einer kleinen Gruppe von Frauen, die viel bewirken könnten. In diesem Zusammenhang wurde von der kfd-Diözesanversammlung auch die Predigt des Erzbischofs von Köln, Kardinal Joachim Meisner, diskutiert, der auf der Herbstvollversammlung 2002 der deutschen Bischöfe in Fulda nicht nur einen Glaubensnotstand in der Kirche ausgerufen, sondern in einem Interview auch die kfd direkt angegriffen habe. Im Gegensatz zu dieser Meinung sehe sich der Diözesanverband der kfd „als lebendige Gruppe in der Mitte der Glaubenden und als wesentlicher Träger von Frauenbildungsarbeit in den Gemeinden".
Der abschließende Frauengottesdienst der Diözesanversammlung stand unter dem Thema „Vom Zupacken und Loslassen". Dabei standen zwei alttestamentliche Frauengestalten, Noomi und Rut, im Mittelpunkt, die trotz ihrer Verschiedenheit im Vertrauen auf Gott einen gemeinsamen Weg gehen (Rut 1,16). Die scheidenden Mitglieder des Leitungsteams übergaben ihren Nachfolgerinnen zum Zeichen der Kontinuität der Arbeit mit herzlichen Wünschen Staffelhölzer.
D.B. (MBN)
Mainz. Entwicklungshilfe ist keine Einbahnstraße. Das ist eine der Grundüberzeugungen, die hinter dem „Reverse-Projekt" steht. Bisher findet der Einsatz von jungen Leuten aus Afrika, Asien oder Lateinamerika in Deutschland nur selten statt. Die gängige Vorstellung sieht nur die Dritte Welt als Entwicklungshilfe-Gebiet vor. Ein Austausch findet fast nur von Nord nach Süd statt. Die Initiatoren des Mainzer Pilot-Projektes wollen das ändern und haben mit der Kolumbianerin Diana Granados Soler einen Anfang gemacht. Seit September leistet die 20-Jährige für ein Jahr einen Freiwilligendienst im Mainzer Weltladen Unterwegs und der Pfarrer-Landvogt-Hilfe.
„Um zu einem besseren Verständnis und zu mehr Gerechtigkeit zwischen den Menschen in der Welt beizutragen, genügt es nicht, Entwicklungshilfe in den Ländern des Südens zu leisten. Ebenso wichtig ist die Bewusstseinsarbeit hier bei uns", ist Angelika Schroers vom Weltladen Unterwegs überzeugt. Die Initiative zum Reverse-Projekt in Mainz ging von ihr aus. In Alois Bauer vom Referat Gerechtigkeit und Frieden im Bischöflichen Ordinariat Mainz, wo es bereits ähnliche Überlegungen gegeben hatte, fand sie einen Kooperationspartner. Ein weiterer Partner wurde in Günther Götz von der Pfarrer-Landvogt-Hilfe in Mainz gefunden. Durch die Mitarbeit in der Teestube für Obdachlose soll Diana Soler „soziale Realitäten in Deutschland kennen lernen", erklärt Angelika Schroers.
Zur Vorbereitung auf ihre Aufgaben hat Diana Soler vor Dienstantritt einen zweimonatigen Deutschkurs an der Volkshochschule Mainz besucht. Auf ihrer ersten Veranstaltung für den Weltladen konnte sie gleich mit ihren neuen Deutschkenntnissen glänzen. Vor Unterstützern des Reverse-Projektes erzählte sie auf Deutsch über ihre ersten Erfahrungen in Deutschland. Besonders gut gefällt ihr das multikulturelle Umfeld ihrer Mainzer Unterkunft. Im Wohnheim der Katholischen Hochschulgemeinde (KHG) hat sie Nachbarn aus aller Herren Länder. Die deutsche Sprache allerdings „ist ein bisschen schwierig", wie Diana Soler einräumt.
Spanisch wird sie in Mainz jedoch noch öfter gebrauchen können, als sie sich das vorher vorgestellt hat. In der Teestube der Pfarrer-Landvogt-Hilfe gibt sie für Interessierte einmal in der Woche Spanisch-Unterricht. Einige der Besucher dort waren schon einmal in Lateinamerika und frischen nun ihre alten Kenntnisse bei ihr wieder auf. Im Weltladen soll die Entwicklungshelferin aus dem Süden neben dem Verkauf vor allem in der Bildungsarbeit der Einrichtung mitarbeiten. Diana Soler wird beispielsweise in Schulen oder Jugendgruppen über Projekte des Fairen Handels oder ihr Heimatland Kolumbien berichten.
Der Deutschland-Aufenthalt ist aber nur ein Aspekt des Reverse-Projektes. Wenn Diana Soler nach Kolumbien zurückkehrt, soll sie sich in Kolumbien um eine Etablierung von Produkten des Fairen Handels kümmern. Damit sie in Deutschland die notwendigen Kontakte dafür knüpfen kann, wird sie beim Fair Handelshaus gepa ein Praktikum absolvieren. Gepa ist die größte Fair Handelsorganisation in Europa.
Ein Jahr in Deutschland hat natürlich seinen Preis. Für ihre Arbeit erhält Diana Soler ein Taschengeld. Dass sie überhaupt die Möglichkeit für diesen Freiwilligendienst hat, ist jedoch zum großen Teil den 70 Unterstützern dieses Pilot-Projektes zu verdanken. Zu den Kosten von rund 17.500 Euro haben die Unterstützer etwa 5.000 Euro durch Spenden beigesteuert, erläutert Alois Bauer. Der Rest wird durch zahlreiche Zuschüsse finanziert. Die Unterstützung für das Projekt zieht weite Kreise: So wurde beispielsweise das Flug-Ticket von der Lufthansa zur Verfügung gestellt, die KHG beteiligt sich an der Finanzierung des Zimmers, das Bischöfliche Ordinariat kommt für die Versicherungen auf und die Volkshochschule hat den Sprachkurs übernommen. Hinzu kommt noch die prominente Unterstützung für das Reverse-Projekt. Die Schirmherrschaft haben die rheinland-pfälzische Sozialministerin Malu Dreyer, der ZDF-Intendant Markus Schächter und Domkapitular Heinz Heckwolf übernommen.
„Wir träumen natürlich davon, dass dieses Pilot-Projekt weitergeht und nach Diana noch andere hierher kommen können", sagt Angelika Schroers. Für „sehr realistisch" hält Alois Bauer eine Ausweitung nach der Premiere mit Diana Soler. „Unser Projekt ist finanziell gut abgesichert und durch die lange Vorlaufzeit solide gegründet." Allerdings stehe nach Abschluss des Projektes erst einmal eine umfangreiche Nachbetrachtung des Pilot-Projektes an. „Wir haben keinen zeitlichen Druck für eine Fortsetzung", sagt Alois Bauer. Wenn das Projekt fortgesetzt werde, sei es jedoch sinnvoll zunächst „die bestehenden Kontakte nach Kolumbien weiter zu nutzen".
Hinweis: Redaktionen, die Kontakt zu Diana Granados Soler aufnehmen wollen, um mehr über ihre Arbeit zu erfahren, wenden sich an den Weltladen Unterwegs, Telefon (06131) 226943. Alois Bauer vom Referat Gerechtigkeit und Frieden ist zu erreichen unter Telefon (06131) 253-263.
tob (MBN)
Mainz. Sie läuft derzeit in SWR 3, die Dokumentarfilmreihe „Das 3. Leben", die über zehn Jahre hinweg Menschen nach ihrer Pensionierung begleitete. Und als Medienverbundprojekt in Kooperation von Katholischer Erwachsenenbildung Rheinland-Pfalz und SWR wurde sie kürzlich mit dem rheinland-pfälzischen Weiterbildungspreis ausgezeichnet. Am Samstag, 19.Oktober, hatte das Bildungswerk der Diözese Mainz zu einem Studientag eingeladen unter Leitung von Elisabeth Eicher-Dröge, Diözesanreferentin für Mitarbeiterfortbildung im Bildungswerk, und Hartmut Heidenreich, Direktor des Diözesanbildungswerks, um die Filme und das Begleitmaterial vorzustellen und deren Einsatz in der Bildungsarbeit zu erproben. Die 17 Teilnehmenden, überwiegend selbst im „3. Leben", waren Bildungsbeauftragte aus dem Bistum Mainz und Nachbarbistümern, engagierte evangelische Christen, in der Seniorenarbeit bzw. Seniorenorganisationen tätig oder auf der Suche nach einem ehrenamtlichen Engagement.
In die Alten- und Altersbildung führte Heidenreich ein und machte deutlich, dass Bildung - als Auseinandersetzung mit sich, der Gesellschaft, der Welt und deren Zusammenhang sowie eigenen Handlungsmöglichkeiten - im Alter für die einen, bei genügend zeitlichen und materiellen Ressourcen, Teil der Kultivierung des eigenen Lebens sei, für andere ein notwendiges Recht. Bei der Altersbildung gehe es aber nicht nur um ältere Menschen, sondern auch um jüngere, die sich frühzeitig auf ihre Lebensphase nach der Pensionierung vorbereiten möchten oder die mittelbar betroffen seien als Angehörige. Heidenreich, der auch der Kommission „Altenbildung" der Kath. Bundesarbeitsgemeinschaft für Erwachsenenbildung (KBE) vorsitzt, kündigte für November eine neue KBE-Broschüre „Bildung lebenslang" zur Bildungskonzeption im „3. und 4. Alter" an. Er charakterisierte das Alter als zunehmend festgelegt durch Entscheidungen (Beruf, Lebenspartner, Wohnort etc.) - die Frage sei dabei, ob man das als Einschränkung und Verlust sehe oder auch positiv, als Entlastung. Jede Entscheidung und ihre Realisierung im Leben bedeute notwendig den Ausschluss anderer Möglichkeiten. In einem allerdings finde ein Umdenken statt: Das Alter werde trotz fragilerer Physis, überhaupt steigender auch sozialer Verletzlichkeit, von der Altersforschung schon lange nicht mehr als bloßer Verfallsprozess gesehen - vielfache Kompensationsprozesse erhalten oder steigern gar manche Kompetenzen. So sei die emotionale Intelligenz älterer Personen durchschnittlich höher. Er erinnerte an den Theologen Alfons Auer, der für ein geglücktes Alter dreierlei wichtig fand: die Chancen nutzen, die Zumutungen annehmen, die Erfüllungen auskosten.
In einem zweiten Schritt stellte er das gesamte Medienverbundprojekt vor: die Entwicklung seit 1991 (teils wiederum anhand von Filmbeispielen) bis zu der nun vorliegenden Video-Edition mit den persönlichen Rückblicken der Porträtierten, einem Reader „Das 3. Leben - Neue Bilder des Alterns" zu verschiedenen, in den Filmen angesprochen Altersfragen (vom Lernen über Wohnformen bis Religiosität im Alter), einem methodisch-didaktischen „Praxishandbuch `Das 3. Leben´" mit konkreten Vorschlägen zum Einsatz jedes Films und einem Kopiervorlagenheft mit Arbeitsblättern. Auch Informationen zur Demenzerkrankung oder ein Text zur Patientenverfügung fehlen nicht.
Eicher-Dröge führte in den ersten Porträtfilm „Tao, Most und Ehrenamt - Lebens-Strategien" und den Aufbau der Filme ein: Jeweils zwei Pensionäre werden in Jahresschritten begleitet, deren Geschichte durchaus kontrastreich verläuft. Da ist z.B. der Buchhalter aus einer ländlichen Gemeinde, begeisterter Obstgärtner, eingebunden in den Ort und vielfältige Ehrenämter. Da ist der städtische Pensionär, der sich an Friedensdemonstrationen beteiligt, auf der Suche nach sich selbst ist, Trommelkurse besucht und sich verliebt. Da ist die pensionierte Psychiaterin, die sich wundert, dass niemand mehr nach ihrer Erfahrung fragt. Da ist der ehemalige Hochschullehrer, der erfährt, dass sein einziger Sohn Krebs hat und der bei sich selbst Anzeichen einer Demenzerkrankung spürt. Anhand eines weiteren Films „Grenzerfahrungen - von Sehnsucht und Kummer" regte Eicher-Dröge an, das didaktische Begleitmaterial in Kleingruppen zu „testen".
Die Teilnehmenden zeigten sich positiv überrascht von der Eindrücklichkeit der Filme, die Takt und Respekt vor den Personen zeigen - und vielleicht ja gerade deshalb dennoch sehr persönlich werden. Es wurde auch in der Gruppe deutlich, dass man jeweils selbst als Person berührt wird und es nicht nur um Planungen für andere geht. Auch das Material wurde als sehr gute und entlastende Vorarbeit für die Bildungspraxis bezeichnet. Es wurde mehrfach darauf hingewiesen, wie wichtig eine eigene Stelle für die in ihrer Bedeutung schon demographisch immer dringlicher werdende Altenarbeit und Altersbildung sei.
Zur Bildungspraxis verwies das Leitungsduo des Workshops, Dröge-Eicher und Heidenreich, darauf, dass die 15 Videofilme für Bildungsveranstaltungen im Bildungswerk der Diözese Mainz auszuleihen sind und das Begleitmaterial dort zu erwerben ist. Sonntags 13.30 bis 14.00 Uhr mit Wiederholung samstags um 15.00 bis 15.30 Uhr laufen derzeit die Filme in SWR 3 (siehe auch http://www.das-dritte-leben.de/).
Nach einer Austauschrunde - auch zu Hinweisen auf bundesweite und örtliche Seniorenprogramme und -initiativen, vom selbstorganisierten Seniorencafé über die Ausbildung zum „SeniorTrainer" bis zur Tauschbörse - boten die Seminarleiter an, ad experimentum jährlich zu einem Austausch zur Altenarbeit und Altersbildung einzuladen.
H. H. (MBN)
Mainz. Domdekan Weihbischof Wolfgang Rolly und Joachim Schneider, Erster Vorsitzender des Fördervereins der Musica Sacra, haben am Donnerstag, 17. Oktober, offiziell den neuen Bus der Mainzer Domchöre an Domkapellmeister Professor Mathias Breitschaft übergeben. Weihbischof Rolly freute sich über das neue Fahrzeug: „Der Bus ist eine große Hilfe für viele kleine Dienste der Domchöre." Der silberfarbene Kleinbus bietet Platz für neun Personen und fährt bereits seit rund zwei Monaten für die verschiedenen Ensembles am Mainzer Dom. Finanziert wurde das etwa 20.000 Euro teure Fahrzeug durch Mittel des Vereins der Freunde und Förderer der Musica Sacra am Hohen Dom zu Mainz und durch das Mainzer Domkapitel, wie Ludwig Stauder, Geschäftsführer des Fördervereins, bei der Busübergabe erläuterte. Die Übergabe fand im Hof vor dem Chorhaus am Mainzer Dom statt.
Weihbischof Rolly hob hervor, dass der alte Bus der Domchöre einen sinnvollen neuen Verwendungszweck gefunden habe. Auf Initiative von Alois Nilles, dem ehemaligen Leiter des Mainzer Theresianums, wurde das alte Fahrzeug überholt und kommt jetzt in der Mission zum Einsatz. Der alte Kleinbus war rund zehn Jahre im Dienst gewesen und auf den Reisen der Chöre bis in die Ukraine gekommen. Joachim Schneider sagte, mit dem neuen Bus „geht ein kleiner Traum in Erfüllung". Er wünschte den Musikern „allzeit gute Fahrt". Verwendet wird der Bus vor allem für die Chöre und zum Transport von Musikinstrumenten. Durch den Kleinbus erhöhe sich die Flexibilität des Mainzer Domchores, erläuterte Domkapellmeister Breitschaft. Aktuell wird der Bus genutzt, um Domsänger zu den Proben der Zauberflöte ins Wiesbadener Staatstheater zu bringen.
tob (MBN)
Wien/Rüsselsheim. Die Katholische Arbeitnehmerbewegung (KAB) im Bistum Mainz veranstaltete vom 6. bis 12. Oktober in Zusammenarbeit mit der Akademie für politische und soziale Bildung „Haus am Maiberg", Heppenheim, in Österreich die siebte Bildungsurlaubsveranstaltung zum Thema „Automobilbau in Europa – Soziale Wirklichkeit in Europa". Neunzehn Teilnehmer aus Rüsselsheim und Umgebung erkundeten unter der Leitung von Hans Zinkeisen, Betriebsseelsorge Rüsselsheim, und Heribert Kron, KAB Mainz, markante Beispiele der wirtschaftlichen und sozialen Wirklichkeit der Nachbarn Österreich.
Erste Informationen gab es bei der Gewerkschaftszentrale des ÖGB in Wien. Karl Klein, Mitglied des ÖGB-Präsidiums, und Andreas Gjecaj, Bundessekretär der KAB Österreich, erläuterten das österreichische Gewerkschaftssystem. Dabei wurde deutlich, dass auch in Österreich eine Konzentration vieler kleiner Gewerkschaften zu großen schlagkräftigen Gewerkschaften im Gange ist. Vor der Weiterfahrt nach Graz stand u.a. eine Besichtigung der Opel Austria Powertrain GmbH auf dem Programm.
Der nächste Tag begann mit einer alternativen Stadtrundfahrt durch Wien. Der Chefredakteur von „Zeitzeichen", der Zeitung der KAB Österreichs, Josef Lohmann, zeigte neben den glanzvollen Zeiten der österreichischen Hauptstadt auch Bereiche der späten Industrialisierung.
Besonders herausragend für die Teilnehmer war die Information, dass die Stadt selbst der größte Hauseigentümer in Wien ist und viele preiswerte Wohnungen zur Verfügung stellt. Ein Besuch bei Magna Steyr Puch Fahrzeugtechnik machte Unterschiede in der Betriebsseelsorge zwischen Österreich und Deutschland deutlich. Dort werden für andere Automobilunternehmen Fahrzeuge produziert, z.B. der Mercedes-Geländewagen und der Daimler-Chrysler Voyager. Beim Gespräch mit dem Vorsitzenden des Angestelltenbetriebsrates machten die deutschen Kollegen ihr Unverständnis darüber deutlich, dass es in Österreich die Aufteilung in einen Arbeiter- und einen Angestelltenbetriebsrat gibt.
Eine Podiumsveranstaltung des Caritasverbandes und der KAB zum Thema „Karriere mit Lehre – Lehrstellenmarkt am Ende" zeigte, dass in Österreich ähnliche Probleme wie in der Bundesrepublik bestehen: Immer mehr Betriebe verweigerten mit dem Hinweis auf hohe Kosten die Ausbildung von Lehrlingen, beklagen aber andererseits einen Mangel an Fachkräften. Noch gravierender als in Deutschland erscheine gerade im ländlichen Raum die Benachteiligung von Mädchen in der Ausbildung in technischen, zukunftsträchtigen Berufen. Die bevorzugten Berufe bei Mädchen seien Einzelhandelskauffrau und Friseurin, und bei den männlichen Lehrlingen Kfz-Mechaniker.
Die Einrichtung von Arbeitskammern war Thema eines Gespräches mit Addi Kaufmann, Arbeitskammer Graz. Arbeitskammern gibt es in der Bundesrepublik nur im Saarland und in Bremen. Die Pflichtmitgliedschaft in der Arbeitskammer gibt den Arbeitnehmern einen weitergehenden Schutz und eine weitergehende Vertretung ihrer Anliegen und Rechte als dies in Deutschland der Fall ist. Kaufmann verhehlte nicht, dass durch eine konservativ-liberale Regierung die Gefahr bestand, dass die Arbeitskammern durch administrative Maßnahmen in ihrer Funktion geschwächt werden sollten. Jörg Haider hatte mehrfach in der Vergangenheit mit dem Slogan geworben, dieses System der Zwangsmitgliedschaft in der Arbeitskammer sei überholt. Erfreulicherweise habe die Koalition aus ÖVP und FPÖ an diesem System nichts verändert, sagte Kaufmann
H.K. (MBN)
Berlin. Vom 28. Mai bis 1. Juni 2003 findet in Berlin erstmals ein Ökumenischer Kirchentag (ÖKT) statt. Zu der Veranstaltung unter dem Motto „Ihr sollt Gottes Segen sein" werden über 100.000 Teilnehmer erwartet. Veranstaltet wird der ÖKT vom Zentralkomitee der Deutschen Katholiken (ZdK) und dem Deutschen Evangelischen Kirchentag (DEKT). Auch orthodoxe Christen, Anglikaner, Mitglieder evangelischer Freikirchen und Altkatholiken beteiligen sich am ÖKT.
Die katholischen deutschen Bischöfe werden in einem Hirtenwort zur Teilnahme am ÖKT aufrufen. Das Schreiben soll Anfang 2003 in allen katholischen Gemeinden verlesen werden. Dies hat der Würzburger Bischof Paul-Werner Scheele bei der Herbstvollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz mitgeteilt. Scheele, der Vorsitzender der Kommission für ökumenische Fragen der Bischofskonferenz ist, sagte, durch das Hirtenwort solle die Bedeutung des ÖKT herausgestellt werden. Er erwarte, dass der ÖKT die Einheit der Christen mehre.
Zur aktiven Mitwirkung am Programm des ÖKT haben sich bisher bereits 2.300 Gruppen mit rund 30.000 Mitgliedern angemeldet. Es wurden etwa 1.100 Gruppen zugelassen, die auf einer großen Messe, der Agora, ihr kirchliches und zivilgesellschaftliches Engagement vorstellen möchten. Von den etwa 750 Bewerbern im Bereich Musik, Theater und Kleinkunst konnten aus organisatorischen Gründen nur 250 berücksichtigt werden.
Seit kurzem besteht die Möglichkeit, sich für den ÖKT anzumelden. Für Einzelteilnehmer setzen die Organisatoren verstärkt auf die Anmeldung über Internet oder die telefonische Servicenummer. Im Internet ist der ÖKT zu erreichen unter www.oekt.de oder telefonisch unter der Servicenummer 030/23455555. Auf diesem Weg können auch die Unterlagen für Gruppenanmeldungen (ab zehn Personen) bestellt werden, die grundsätzlich über den Postweg laufen. Die Tagungsunterlagen mit dem ausführlichen Programm des ÖKT erscheinen im April 2003 und werden dann allen angemeldeten Teilnehmern zugeschickt.
Die Teilnahmekosten belaufen sich für eine Dauerkarte auf 79 Euro, ermäßigt 48 Euro. Eine Familien-Dauerkarte kostet 127 Euro. Außerdem werden auch Tageskarten und so genannte Abendkarten erhältlich sein. Der Tagungseintritt für die gesamte Zeit schließt den Eintritt zu den Veranstaltungen des ÖKT ein, die Tagungsunterlagen mit Programmheft, Liederbuch und Stadtplan, Benutzung der öffentlichen Nahverkehrsmittel im Raum Berlin, sowie das Angebot eines Gemeinschafts- oder Privatquartiers. Die Vermittlung kostet zwölf Euro pro Person oder 24 Euro für Familien. Quartiere werden nur für die gesamte Dauer des ÖKT vermittelt. Privatquartiere stehen allerdings nur in begrenzter Zahl zur Verfügung und werden vorrangig an ältere Teilnehmer vermittelt. Zum ÖKT wird es rund 30 Sonderzüge mit stark ermäßigten Fahrpreisen aus ganz Deutschland nach Berlin geben. Routen und Preise werden voraussichtlich ab November feststehen und auf der Internetseite des ÖKT nachzulesen sein.
Hinweis: Drei Ansprechpartner stehen für Journalisten zur Verfügung. Bei Wünschen nach Informationen und Interviewpartnern und bei Fragen zum Programm: Theodor Bolzenius, ZdK, Hochkreuzallee 246, 53175 Bonn, Telefon: 0228/38297-28, Fax: 0228/38297-48, E-Mail: presse@zdk.de oder Rüdiger Runge DEKT, Magdeburger Straße 59, 36037 Fulda, Telefon 0661/96950-70, Fax 0661/96950- 90, E-Mail: presse@kirchentag.de . Bei Fragen zur Organisation und Vorbereitung am Kirchentagsort ist zuständig: Martin Jochen Wittschorek, ÖKT, Otto-Braun-Straße 25, 10178 Berlin, Telefon 030/23455-185, Fax 030/23455-300, E-Mail: mailto:medien@oekt.de.
tob (MBN)
Mainz. Die Herbstvollversammlung des Katholikenrates findet von Freitag, 8. November, bis Samstag, 9. November, im Erbacher Hof in Mainz statt. Die Sitzung soll einen inhaltlichen Schwerpunkt ist das Thema Ökumene bieten und versteht sich „als erster Schritt auf dem gemeinsamen Weg zum Ökumenischen Kirchentag (28. Mai bis 1. Juni 2003) in Berlin", wie es in der Einladung heißt. Das Leitwort der Vollversammlung lautet:
Der aktuelle Stand der ökumenischen Bemühungen wird zu Beginn der Tagung am Freitagabend durch Gastreferenten vorgestellt. Die Ökumene aus evangelischer Sicht wird Pfarrer Jörg Bickelhaupt, Beauftragter der EKHN für den interkonfessionellen Dialog, darstellen. Die katholische Seite wird vertreten durch das Referat von Klaus Nientiedt, Chefredakteur des Konradsblatts, der Kirchenzeitung des Erzbistums Freiburg. Tagungsbeginn wird nach einem geistlichen Impuls und dem gemeinsamen Abendessen um 19.15 Uhr sein.
Der Samstagmorgen beginnt um 8.30 Uhr zunächst mit einer Gruppenarbeit über die Ökumenearbeit in den Gemeinden. „Die Praxis in den Gemeinden – Wunsch und Wirklichkeit" ist dieser Programmpunkt überschrieben. Danach soll durch Kurzberichte aus den Gruppen eine Ideensammlung für einen gemeinsamen Weg der Diözese zum Ökumenischen Kirchentag 2003 entstehen. Es soll vor allem um konkrete Vorschläge zur Vorbereitung des Kirchentages in den Gemeinden gehen und um Möglichkeiten, möglichst viele Gemeindemitglieder zur Teilnahme zu motivieren. Nach einer „Aktuellen Stunde" und einem Taufgedächtnis-Gottesdienst in der St. Bernhard-Kapelle des Erbacher Hofes endet die Herbstvollversammlung mit einem gemeinsamen Mittagessen.
tob (MBN)
Seligenstadt/Mainz. Nach dem großen Erfolg bei der Uraufführung im letzten Jahr kommt das Musical „Martin in Mainhattan" in diesem Jahr wieder auf die Bühne. Der Dekanatschor Seligenstadt und die Band „Confidence" werden das moderne Musical zu St. Martin an drei Terminen im November aufführen. Termine sind am Samstag, 9. November, um 19.00 Uhr in St. Marien in Seligenstadt, Freitag, 15. November, um 20.00 Uhr in St. Josef in Neu-Isenburg und am Sonntag, 17. November, um 19.30 Uhr in St. Alban in Mainz. Das Musical ist ein Projekt des Dekanates Seligenstadt. Die Musik dazu hat Regionalkantor Thomas Gabriel geschrieben.
In elf Szenen wird die Geschichte des Bankers Martin erzählt, der kurz davorsteht, einen Superdeal abzuschließen. Er ist drauf und dran die Firma MPP mit seiner Bank zu übernehmen und scheut dabei nicht davor zurück, den Mitarbeitern ihren Job zu nehmen. Gewissenlos kämpft er für sein Ziel und vernachlässigt dabei sogar seine Familie. Sein Sohn Philipp ist gerade frisch in das junge Mädchen Laura verliebt, deren Mutter bei MPP angestellt ist. Als jedoch herauskommt, dass Philipps Vater die Firma übernehmen wird, bricht für Laura eine Welt zusammen. Ihre alleinerziehende Mutter wäre arbeitslos und könnte nicht mehr für sie sorgen.
Philipp fühlt sich vor den Kopf geschlagen und kann nicht verstehen, was sein Vater da gerade zu tun versucht. Gerade jetzt, wo er doch mit Laura einen schönen Urlaub verbringen wollte. Er appelliert an das gute Gewissen seines Vaters, der ihn jedoch erst nicht verstehen will. Doch Martin vergisst die Worte seines Sohnes nicht. Engel und Teufel, welche sein Gewissen verkörpern, liefern sich einen erbitterten Zweikampf. Ein Kampf voller Emotionen und offen bis zum Schluss, der zwischen ihnen geführt werden muss. Die Musik ist eine Mischung aus Rock und Jazz. Acht Musiker wirken in der Band mit. Neben dem Chor gibt es sechs Solisten auf der Bühne. Weitere Informationen über das Musical gibt es unter www.martinsmusical.de im Internet.
tob (MBN)
Bonn/Mainz. Der Appell ist eindeutig: „Gebt uns Hoffnung" lautet der Titel des internationalen Weltmissionssonntags, den die katholische Kirche in Deutschland am 27. Oktober feiert. In diesem Jahr hat das Missionswerk der katholischen Kirche Missio das Thema Aids in den Mittelpunkt gestellt. Im folgenden der Aufruf der deutschen Bischöfe zum diesjährigen Weltmissionssonntag im Wortlaut:
„Am kommenden Sonntag feiert die katholische Kirche den Sonntag der Weltmission. Er erinnert uns daran, dass der Glaube ein Geschenk ist, das wir nicht für uns behalten dürfen, sondern an alle Menschen weitergeben sollen. Am Sonntag der Weltmission richtet sich unser Blick auf die jungen Kirchen in Afrika, Asien und Ozeanien. Vielerorts erleben sie ein starkes Wachstum und beeindrucken zugleich durch die Vielfalt und die Tiefe ihrer geistlichen Zeugnisse. Wenn die jungen Kirchen auch immer noch der Hilfe von außen bedürfen, so sind sie doch innerhalb weniger Jahrzehnte in oft staunenswerter Weise in ihre Aufgabe hineingewachsen, in eigener Würde und in eigener missionarischer Verantwortung das Evangelium zu verkünden und die Heilssendung Jesu an alle sichtbar werden zu lassen.
Eine bevorzugte pastorale Aufmerksamkeit gilt dabei jenen Menschen, die unter oft schwierigsten Umständen ihr Leben meistern müssen. Überall in der Welt weiß sich die Kirche zum ‚evangelischen Zeugnis ... der Liebe zu den Armen und den Kleinen, zu den Leidenden` gerufen (Papst Johannes Paul II., Enzyklika Redemptoris missio, Nr. 42). Zu ihnen gehören auch die Opfer der Immunschwäche Aids, die sich gerade in den armen Ländern während der letzten Jahre dramatisch ausgebreitet hat. Die Kirche bemüht sich um die Kranken und Sterbenden, aber auch um die von der Krankheit Bedrohten. Nicht nur materielle und medizinische Hilfe ist gefragt; mindestens ebenso gefordert ist menschlicher Beistand und seelsorgliche Begleitung. Die Aktionen zum diesjährigen Weltmissionssonntag unter dem Leitwort ,Gebt uns Hoffnung‘ richten den Blick deshalb in besonderer Weise auf unsere Schwesterkirchen im südlichen Afrika, die durch diesen Dienst an den Armen ein eindrucksvolles Zeugnis ihrer Glaubenskraft geben. Wir bitten alle katholischen Christen in unserem Land um ihr Gebet und auch um großzügige finanzielle Hilfe. So tragen wir dazu bei, dass das weltweite Band der Hoffnung gefestigt und vielen Menschen Leben und Zukunft aus dem Glauben eröffnet wird."
Der Weltmissionssonntag wurde 1926 allgemein eingeführt. Jeweils am vorletzten Sonntag im Oktober (in Deutschland eine Woche später) sind alle Gläubigen aufgerufen, in besonderer Weise Solidarität mit den Kirchen auf der ganzen Welt zu üben.
DBK (MBN)