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Mainz. Die Mainzer Bistumsleitung hat die Gläubigen der Diözese aufgerufen, dem Spendenaufruf von Caritas international zu folgen und den Opfern der Flutkatastrophe finanziell großzügig zu helfen. Spenden werden auf folgende Konten von Caritas international erbeten: Postbank Karlsruhe, Kontonummer 202 753, BLZ 660 10075, und bei der Bank für Sozialwirtschaft Karlsruhe, Kontonummer 202, BLZ 660 20500, Stichwort „Flut".
Als Soforthilfe stellt das Bistum Mainz 150.000,- Euro aus Haushaltsmitteln den Diözesen in den betroffenen Gebieten zur Verteilung an die Opfer zur Verfügung. Zusätzlich gibt der Diözesan-Caritasverband e.V. dem Deutschen Caritasverband e.V. 25.000 Euro als Ersthilfe. Dies hat der Leiter des Dezernates Seelsorge, Domkapitular Prälat Heinz Heckwolf, heute im Namen von Kardinal Karl Lehmann und Generalvikar Dr. Werner Guballa, die beide in Urlaub sind, mitgeteilt. „Die schreckliche Not darf uns nicht gleichgültig lassen, sondern fordert unsere Solidarität mit den Opfern", betonte Heckwolf.
Sk (MBN)
Bingen. Zur Solidarität mit den Opfern der Hochwasserkatastrophe hat der Weihbischof der Diözese Rottenburg-Stuttgart, Thomas Maria Renz, Rottenburg, beim Eröffnungsgottes- dienst des Binger Rochusfestes aufgerufen. Anknüpfend an das Leitwort der diesjährigen Festoktav „Menschen, die aus der Hoffnung leben, sehen weiter", betonte Renz vor mehr als 2000 Wallfahrern, gerade in den Stunden der Not, sei Gott den Menschen besonders nahe. Von diesem Vertrauen seien Menschen beseelt gewesen, die, als in Bingen die Pest wütete, die Rochuskapelle erbauten wie auch die nachfolgenden Generationen, welche die Kapelle nach Zerstörungen wieder aufgebaut haben.
Das Hochwasser sei für Hunderttausende von Opfern eine „Hoffnungsprobe", unterstrich Renz und stellte fest: „Viele haben in den Fluten alles verloren, was sie besaßen. Sie stehen mit leeren Händen da, buchstäblich vor dem Nichts." Mit ihnen sollten sich die Christen aus der Hoffnungskraft ihres Glaubens in besonderer Weise solidarisieren, bekräftigte er. Renz wies darauf hin, dass die Not, die viele in erschreckendem Ausmaß in Deutschland erleiden müssten, in anderen Ländern, wie z.B. Bangladesh, zum Alltag gehöre.
Zugleich hob der Weihbischof in seiner Predigt hervor, dass nicht nur die Flutkatastrophe, sondern auch die Welle der Solidarität und Hilfsbereitschaft eine Dimension angenommen habe, die viele nicht für möglich hielten. Er verwies auf Zigtausend freiwillige Helfer, die in den Katastrophengebieten Tag für Tag zu retten versuchten, was zu retten ist. Darüber hinaus gebe es zahllose Spender, die großzügig die Opfer mit Geld unterstützten. Dies alles seien unübersehbare Zeichen der Hoffnung. Es zeige, dass die Deutschen „kein Volk von Egomanen" seien, sondern Menschen, die Herz und Hände haben für die, die sich selbst nicht helfen können. „Unsere Vorfahren waren beseelt von großem Gottvertrauen", unterstrich Renz. Ihnen gelte es nachzueifern aus der Überzeugung, dass Gott in der Not den Menschen besonders nahe ist, weil er im Leiden seines Sohnes die dunkle Seite des Lebens durchlitten hat. Es gelte, in der heutigen Not, die Augen und die Herzen für die leidenden Menschen zu öffnen. Diese Hilfe werde dann zum sichtbaren Zeichen der Nähe Gottes.
Nachdrücklich verwies Weihbischof Renz auf die Signalwirkung der Weltjugendtage in Paris (1997), Rom (2000) und Toronto (2002). Er zitierte ein Wort Goethes, der 1814 an der Wiedereinweihung der Rochuskapelle teilnahm: „Hoffnung gibt nach Sturmnacht Morgenröte". Vor drei Wochen habe er dies in Toronto mit 800 000 Jugendlichen in beeindruckender Weise erlebt. „Es war die große Erfahrung gemeinsamer Hoffnung", betonte er. Sie sei eine Zwillingsschwester der Glaubensfreude, welche die Jugendlichen ausstrahlten. Die Älteren sollten dankbar zur Kenntnis nehmen, dass diese Jugendlichen zu „Missionaren der Hoffnung" werden. Es sei von Paris, Rom und Toronto eine solche Hoffnungskraft ausgegangen, wie er sie auch für das nächste Weltjugendtreffen 2005 in Köln erwarte.
Der Rektor der Rochuskapelle, Oblatenpater Dr. Josef Krasenbrink OMI, der zusammen mit dem Pfarrer von Bingen-St. Martin, Gerhard Choquet, das Rochusfest vorbereitet hat und leitet, sagte in seinem Dankeswort am Schluss des Gottesdienstes zu Weihbischof Renz: „Sie haben uns Mut gemacht, weiter zu sehen und weiter zu gehen." Choquet hatte zu Beginn des Gottesdienstes die mehr als 2000 Pilger willkommen geheißen, von denen ein Großteil zu Fuß von der St. Martins-Basilika zum Rochusberg in einer Prozession gegangen war. Erstmals waren bei der Prozession auch Vertreter der wiederbelebten Rochusbruderschaft dabei. Namentlich hieß er die Binger Oberbürgermeisterin Birgit Collin-Langen sowie Mitglieder des Stadtrates willkommen, die sich dem Gelübde von 1666 verpflichtet fühlen. Zu den Geistlichen, die den Gottesdienst als Konzelebranten am Altar mitfeierten, gehörten u.a. Dekan Norbert Sittel, Bingen-Büdesheim, Msgr. Dr. Günter Duffrer, und der Hauptprediger dieser Festwoche, Pfarrer Anton Eder, Naters/Schweiz. Unter den Pilgergruppen hieß er die „Oppelner" besonders willkommen. Seit vielen Jahren nehmen aus Oberschlesien stammende Wallfahrer am Rochusfest teil. Dankbar begrüßte Choquet auch die „Chorgemeinschaft Rochusberg", die sich aus verschiedenen Binger Chören zusammensetzt und den Gottesdienst musikalisch mitgestaltete. Ebenso würdigte er das Engagement der „Rochusjer", kleiner Jungen und Mädchen in Binger Pilgertracht. Bei den Fürbitten überreichte Pater Krasenbrink allen Vortragenden eine Muschel als Zeichen der Pilgerschaft. In den Fürbitten wurde besonders der Opfer der Flutkatastrophe gedacht, für die auch die Kollekte dieses Tages bestimmt war.
Sk (MBN)
Klein-Zimmern. Naturerfahrung und Gemeinschaftserlebnis, kreatives Spiel und Erholung, sind die zentralen Stichworte, die das Konzept des neuen Pausenhofs des Jugendhilfezentrums St. Josephshaus in Klein-Zimmern charakterisieren. Am Freitag, 16. August, wurde das mehr als 1500 Quadratmeter große Gelände feierlich eingeweiht und offiziell seiner Bestimmung übergeben.
Die Idee zu dem naturnahen Pausenhof kam auf, weil die Jugendlichen sich offensichtlich nicht gerne auf den Freiflächen zwischen den Gebäuden der Einrichtung aufhielten, erklärte der Leiter des St. Josephshauses, Gerald Weidner. Nun wollte man vor allem ihrem Bedürfnis, der Natur nahe zu sein, gerecht werden. Weidner hieß als Ehrengäste u.a. die Dezernentin für Schulen und Hochschulen im Bischöflichen Ordinariat Mainz, Ordinariatsdirektorin Dr. Gertrud Pollak, und den Vorsitzenden des Verwaltungsrates des St. Josephshauses, Domkapitular Hans-Jürgen Eberhardt, die Vertreter der Kommune und die beiden katholischen Ortspfarrer, Peter Kern und Herbert Wendt, willkommen.
Zu den Ehrengästen gehörte auch der Direktor des Caritasverbandes Offenbach, Simon Tull, als Vorsitzender der Caritas-Landesarbeitsgemeinschaft Hessen für Kinder-, Jugend- und Familienhilfe. Gefreut hat Direktor Weidner, wie er bekannte, besonders die Begeisterung, mit der rund 70 Helferinnen und Helfer – vor allem jugendliche Bewohner der Einrichtung, Erzieherinnen und Erzieher, Lehrer der dem St. Josephshaus angeschlossenen Bischof Ketteler-Schule, wie auch Verwaltungsangestellte und Eltern – sich an der Gestaltung des Platzes im Oktober des vergangenen Jahres beteiligten. „Es war eine Gemeinschaftsaktion, wie sie nur selten vorkommt", unterstrich Weidner. Er dankte allen Beteiligten und würdigte besonders das Engagement von Domkapitular Eberhardt, der nicht nur symbolisch Hand angelegt, sondern länger mitgeholfen habe. Ebenso lobte er die Unterstützung durch den Baudezernenten des Bistums Mainz, Ltd. Baudirektor Dr. Ing. Manfred Stollenwerk.
Eberhardt, Vorsitzender des Diözesan-Caritasverbandes und Dezernent für Caritas- und Sozialarbeit im Bischöflichen Ordinariat, dankte in seiner Eigenschaft als Verwaltungsratsvorsitzender allen, die bei dem „großartigen Werk" mitgearbeitet haben. Er stellte fest, dass Bischof Wilhelm Emmanuel von Ketteler vor rund 150 Jahren mit der Gründung dieser Einrichtung eine sehr gute Idee hatte. Finanzielle Engpässe habe es in all diesen Jahren seit der Gründerzeit immer gegeben. Aber Ketteler habe das St. Josephshaus mit Grund und Boden gut ausstatten können. Dies sei nun durch die Einrichtung des Schulhofs optimal genutzt worden, stellte Eberhardt fest.
Der Pausenhof sei „kein Hinterhof", sondern ein offenes Gelände, das den Schülerinnen und Schülern Spaß mache und Erholungsmöglichkeiten schenke. Auch die Gärtnerei des St. Josephshauses habe die Möglichkeit, hier zu arbeiten. „Alle ziehen an einem Strick", unterstrich Eberhardt. Finanziert wurde die Umgestaltung des riesigen Platzes, bei der große Erdbewegungen erforderlich waren und viel Material eingesetzt wurde, mit rund 90.000 Euro durch das Bistum Mainz. Davon wurden auch die Spieleinrichtungen, das Mobiliar, die Neupflanzung von Sträuchern und Bäumen und die Pflasterung eines Teils des Platzes bezahlt. Zu den Attraktionen gehören eine achteckige fest installierte Tischtennisplatte und eine Roller-Skate-Bahn.
Der Leiter der Bischof Ketteler-Schule, Rektor Heiko Richter, betonte, auch er denke gerne an dieses Gemeinschaftserlebnis zurück. Nun werde der Schulhof zum Alltag der Schule gehören. Er ließ Schüler einen Text von Phil Bosmans lesen, in dem es heißt: „Das ist herrlich, einfach Mensch sein, tun, was Freude macht." Die Bischof Ketteler-Schule verfügt als Schule für Erziehungshilfe über 36 Plätze in vier Klassen. Neben Eberhardt und Dr. Pollak nahmen als weitere Mitglieder des Verwaltungsrates an der Feier teil der Dekan des Dekanates Dieburg, Pfarrer Harald Christian Röper, Eppertshausen, der Direktor des Caritasverbandes Darmstadt, Dr. Werner Veith, und dessen Vorgänger, Caritasdirektor i.R. Wilhelm Schulze.
Die Feier begann mit einem Wortgottesdienst, den Dekan Röper leitete. In seiner Predigt knüpfte er an den Schöpfungsauftrag aus dem Buch Genesis an, die Erde zu bebauen und sie „nicht kaputt zu machen". Wer sich erinnere, wie das Gelände des Pausenhofes früher ausgesehen hat, könne sehen, was hier schöpferisch geleistet wurde. Wenn der Mensch der Natur Gewalt antue, schlage diese zurück, mahnte Röper, und verwies auf die derzeitige Hochwasserkatastrophe an Donau und Elbe sowie ihren Nebenflüssen. Es sei wie bei den Menschen, wenn man ihnen Fesseln und eine Zwangsjacke anlege. Dies werde nicht nur im neuen Pausenhof, sondern auch in der Erziehung in der Jugendhilfeeinrichtung St. Josephshaus berücksichtigt.
Der Leiter der Forschungsstelle für Freiraum- und Spielraumplanung in Hohenahr bei Gießen, Dr. Roland Seeger, der das Konzept des Pausenhofes entwickelt und seine Erstellung betreut hat, betonte, dass auf dem Gelände 500 Arten von Lebewesen zu finden sind. Der Erziehungswissenschaftler und Psychologe hatte, bevor er sich selbständig machte, an der Pädagogischen Hochschule Ludwigsburg gelehrt und eine Dissertation über Spielplätze im Raum Ludwigsburg geschrieben, danach auch eine Spielplatzkonzeption für das Land Baden-Württemberg entwickelt. „Spiel verstehen wir als zentrale Lebensäußerung", unterstrich er am Rande der Einweihungsfeier in Klein-Zimmern. Jeweils in Kooperation mit den unterschiedlichen Trägern, hat Seeger bzw. die Forschungsstelle inzwischen eine Vielzahl von Plätzen geplant und gestaltet und darüber hinaus zwei Kolpinghaus-Hotels in Olpe/Sauerland und Wertach/Allgäu errichtet sowie ein katholisches Gemeindehaus in Elkhausen.
Frau Dr. Pollak freute sich ebenfalls über das gelungene Werk und erklärte, der Rhythmus zwischen Schulunterricht und Pause müsse gut geregelt sein, „damit Erziehung gelingt". Die Dezernentin wurde begleitet vom Referenten für Grund- , Haupt- und Sonderschulen in kirchlicher Trägerschaft, Oberschulrat Arnold Böhn, und dessen designierten Nachfolger, Rektor Hans-Gilbert Ottersbach. An die Einweihungsfeier schloss sich das traditionelle Sommerfest des St. Josephshauses an.
Sk (MBN)
Bad Wimpfen . Die Pfarrgemeinde Bad Wimpfen-Heilig Kreuz, hat am Donnerstag, 15. August, das 250-jährige Jubiläum ihrer Adam Ehrlich-Orgel in der ehemaligen Dominikanerkirche gefeiert. Genau vor 250 Jahren, am 15. August 1752, wurde die Orgel, wie die Chronik ausweist, erstmals im Gottesdienst gespielt. Die alte Staufferstadt am Neckar hat in der evangelischen Stadtkirche noch eine weitere Orgel des berühmten Orgelbauers Johann Adam Ehrlich (1703-1784) aus dem kleinen Dorf Wachbach bei Bad Mergentheim.
Den Festgottesdienst konzelebrierten der Leiter des Bischöflichen Seelsorgeamtes in Mainz, Domkapitular Prälat Heinz Heckwolf, und der Ortspfarrer, P. Odo Kiefer OSB. Der Pfarrer erinnerte an die Dominikaner, die mehr als 500 Jahre in Bad Wimpfen wirkten und die Orgel in Auftrag gegeben hatten. Er verwies darauf, dass die Herzen zahlloser Menschen „durch diese Orgel zum Herrn erhoben wurden".
Heckwolf betonte in der Predigt, dass die Orgel in der ehemaligen Dominikanerkirche ein bedeutendes Kunstwerk sei, aber nicht um ihrer selbst willen errichtet wurde. Sie sei für den Gottesdienst geschaffen worden. Die an diesem Instrument gespielten Werke großer Künstler seien zunächst Musik, „die im Dienst der Verkündigung steht". Bei der Verkündigung gehe es immer um die Geschichte Gottes mit seiner Welt, um die Geschichte Gottes mit den Menschen, wie sie in der Gestalt Mariens in besonderer Weise sichtbar werde. Der Prediger ging auf das Festgeheimnis dieses Tages, die Aufnahme Mariens in den Himmel, ein und erklärte, Maria sei in besonderer Weise ein Zeichen der Gnade Gottes, Zeichen des Glaubens und Zeichen für den Sinn menschlichen Lebens. Die Kirche höre nicht auf, das, was an Maria geschehen sei, in die Welt hineinzutragen. Die Orgel mit ihrer Musik nehme die Melodie dieser Verkündigung auf. Dort, wo der Glaubende mit seiner Sprache am Ende sei, weil ihm für das undenkbar große Geschehen die Worte fehlten, baue das Orgelspiel kunstvolle Klangräume auf. „Wir können uns in diese Räume begeben, können hören und staunen, was Gott in Maria den Menschen geschenkt hat", unterstrich der Prediger.
Im Anschluss an den Gottesdienst fand im Rahmen der Bad Wimpfener Orgelfesttage 2002 anlässlich des besonderen Jubiläums ein Orgelkonzert statt. Der künstlerische Leiter der Orgeltage, Professor Christoph Bossert, spielte im Rahmen dieses „Wunschkonzertes" u.a. Werke von Mozart, J.S. Bach, Buxtehude und Mendelssohn Bartholdy.
Im Programmheft kündigen Bossert und die erste Vorsitzende des Vereins zur Förderung der Orgeln und der Orgelmusik in Bad Wimpfen e.V., Renate Lüdeking-Schreiber, zwei weitere große Jubiläen für das kommende Jahr an: den 300. Geburtstag von Johann Adam Ehrlich und den 350. Geburtstag von Johann Pachelbel. In diesem Jahr ging es in besonderer Weise darum, die Restaurierung der Orgel in der früheren Dominikanerkirche zu ermöglichen. Der Bad Wimpfener Bürgermeister, Claus Brechter, unterstreicht in seinem Grußwort im Programmheft, der Verein habe es sich auf die Fahnen geschrieben, die beiden Adam-Ehrlich-Orgeln in den Mittelpunkt seines Wirkens zu stellen und vor allem für die Orgel in der Dominikanerkirche eine umfassende Restaurierung anzustreben.
Nach Auffassung Bosserts bedarf es einer „bedeutenden kulturpolitischen Anstrengung", um jene Schäden, die 1972 (durch eine nicht adäquate Restaurierung) an Ehrlichs größter und bis dahin am besten erhaltenen Orgel entstanden waren, zu beseitigen. Dr. Achim Seip, Orgelsachverständiger für das Bistum Mainz und Mitarbeiter des Instituts für Kirchenmusik in Mainz, der an der Jubiläumsfeier teilnahm, unterstreicht im Programmheft, dass die Orgel in der Pfarrkirche Heilig Kreuz in Bad Wimpfen mit ihren 32 Registern, verteilt auf zwei Manuale und Pedale, Ehrlichs größte und bedeutendste Orgel ist. Heute präsentiere sich die Orgel in einem klanglich verfälschten und technisch dringend überholungsbedürftigen Zustand. Dennoch sei es als außergewöhnlicher Glücksfall zu bezeichnen, dass z.B. sämtliche sichtbaren Pfeifen an der Gehäusefassade noch original erhalten sind. Das Orgelgehäuse präsentiere sich noch in seiner ganzen Pracht und Monumentalität. Die größten Pfeifen an den Seiten des Gehäuses haben eine Länge von fast fünf Metern, wie Seip unterstreicht. Trotz dieser technischen Mängel begeisterte Bossert durch eine differenzierte, in der Registrierung sehr variable Darbietung. Deshalb werden die Orgelinteressierten sich freuen, wenn nach der Restaurierung die ursprünglichen Klangfarben und die Klangschönheit des Instruments wieder hergestellt sein werden.
Sk (MBN)
Lampertheim. Unter dem Motto „Miteinander im Schiff der Gemeinde" veranstalten die Lampertheimer Kirchengemeinden im Rahmen der diesjährigen „Lampertheimer Tage" am Donnerstag, 29. August, einen ökumenischen „Tag der Kirchen". Ab 15.00 Uhr werden die Kirchengemeinden die Schwerpunkte ihrer Arbeit auf dem Schillerplatz an verschiedenen Informationsständen vorstellen und durch Ansprechpartner/innen präsent sein.
Es beteiligen sich die katholischen Pfarrgemeinden Mariä Verkündigung und St. Andreas, die evangelische Lukas-Gemeinde und die evangelische Martin-Luther-Gemeinde, die Evangelisch-Freikirchliche Gemeinde (Baptisten) und die Evangelisch-Methodistische Gemeinde. Die Lukas-Gemeinde informiert über ihre Seelsorge vor allem in Situationen von Trauer, Alter und Einsamkeit. Die ehrenamtliche Tätigkeit, z.B. in Gestalt eines Besucherkreises, gehört zu den Kernanliegen der Martin Luther-Gemeinde. Ihr Engagement für Mission und Entwicklung in Tansania wird die Pfarrei St. Andreas den Besuchern des Kirchentages nahe bringen. Die Pfarrei Mariä Verkündigung informiert darüber, wie sie die Arbeit der aus Lampertheim stammenden Weißen Schwester Hildegard Nagel in Lusaka/Sambia unterstützt.
Die Baptistische Gemeinde wird ihre Seniorenarbeit und ihre „Hauskreise" vorstellen. Über „Armenspeisungen heute" wird die Methodistische Gemeinde berichten. Weitere Programmbeiträge zum „Tag der Kirchen" in Lampertheim kommen u.a. von den Kindertagesstätten, den Pfadfindern, den Kirchenchören und den Bläserchören. Zum Abschluss des Tags der Kirchen feiern die Gemeinden um 18.00 Uhr einen ökumenischen Gottesdienst auf dem Schillerplatz.
Sk (MBN)
Fulda/Darmstadt/Mainz. Zur traditionellen Polizeiwallfahrt lädt Landespolizeidekan Willi H. Knapp, Darmstadt, im Namen der katholischen Polizeiseelsorge im Lande Hessen für Sonntag, 29. September 2002, nach Fulda ein. Zu den Mitveranstaltern gehören die katholische Polizeiseelsorge in den Bundesländern Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz, Saarland und Thüringen sowie in Luxemburg und im Elsass.
Die Teilnehmer der Wallfahrt werden um 9.30 Uhr am Fuldaer Hauptbahnhof willkommen geheißen. Nach einer Statio zur Eröffnung startet um 10.30 Uhr eine Prozession durch die Stadt zum Dom. Hier findet um 11.30 Uhr ein Pontifikalamt mit dem Bischof von Fulda, Heinz-Josef Algermissen, statt. Musikalisch gestaltet wird der Gottesdienst vom Polizeichor Fulda und dem Polizeiorchester Rheinland-Pfalz.
Eingeladen werden zu dieser Wallfahrt jedes Jahr Polizeibeamte sowie deren Familien und Freunde. An das Pontifikalamt schließt sich ein Mittagessen im Hof des Priesterseminars an (bei schlechter Witterung im Dompfarrzentrum). Das Programm sieht um 14.00 Uhr eine Domführung und anschließend (14.30 Uhr) ein Platzkonzert im Schlossgarten durch den Musikverein Neuhof vor. Das Wallfahrtsprogramm schließt um 15.00 Uhr mit einer Abschlussandacht auf der Treppe zur Orangerie (bei Regenwetter im Stadtsaal).
Bei der diesjährigen Polizeiwallfahrt gilt ein besonderes Gedenken dem vor wenigen Wochen, am 3. Juli 2002, verstorbenen langjährigen Landespolizeidekan von Rheinland-Pfalz, Pfarrer Günter Brettnacher. Er war Initiator der alljährlich Ende September stattfindenden Polizeiwallfahrt, die erstmals 1991 durchgeführt wurde und als Ziel die Bischofsstadt Trier hatte.
Günter Brettnacher wurde am 7. Oktober 1940 in Heiligenwald/Saar geboren und nach Abschluss seines Theologiestudiums am 31. Juli 1966 in Trier zum Priester geweiht. Nach seiner Kaplanszeit wurde er 1971 Pfarrer in Steinbach und 1983 Pfarrer und Polizeiseelsorger in Lebach/Saar. 1983 übertrug ihm Bischof Hermann Josef Spital die Pfarrei Mariä Himmelfahrt in Koblenz-Asterstein und beauftragte ihn mit der Polizeiseelsorge in den Regionen des Regierungsbezirks Koblenz sowie der Seelsorge und dem berufskundlichen Unterricht an der Polizeischule in Wittlich.
Von 1987 bis zu seiner Entpflichtung im Jahr 2000 nahm Brettnacher für die katholischen Bistümer die Aufgabe des Landespolizeidekans von Rheinland-Pfalz wahr. Am 9. Juli 2002 wurde Brettnacher nach einem Trauergottesdienst mit dem Beauftragten der Deutschen Bischofskonferenz für die Polizeiseelsorge, Weihbischof Werner Radspieler, Bamberg, auf dem Friedhof seines Heimatortes Heiligenwald beigesetzt. Sein Amtsbruder in Hessen, Landespolizeidekan Knapp, würdigte in einem Nachruf die fachliche Kompetenz Brettnachers, seine Einsatzbereitschaft für die Polizeibeamten und ihre Angehörigen und seine liebenswürdige Art im Umgang mit Menschen.
Hinweis: Rückfragen bzw. Anmeldungen sind zu richten an Landespolizeidekan Knapp: Telefon/Fax: 06258/55399 oder an Polizeihauptkommissar Helmut Krimme, Polizeistation Hanau I, Telefon 06181/100610, Fax 06181/100691.
Sk (MBN)
Mainz. Über die Gründung einer katholischen Montessori-Schule in Leipzig berichtet am Sonntag, 25. August, der Leipziger Biologe Prof. Dr. Christian Wilhelm. Dazu lädt die Katholische Hochschulgemeinde Mainz (KHG) um 12.30 Uhr in die Mensa der KHG ein (Saarstr. 20). Die Begegnung und das Gespräch stehen unter dem Thema „Im Osten nichts Neues? Wahrnehmungen zu Gesellschaft, Kirche und Schule". Wilhelm ist Mitautor eines im Jahr 2000 im Benno-Verlag Leipzig erschienenen Buches „Hilf mir, ich selbst zu werden. Bildbetrachtungen zur Montessori-Pädagogik".
Wilhelm war während seines Biologiestudiums und seiner anschließenden Tätigkeit an der Mainzer Universität Mitglied der KHG Mainz. Von 1978 bis 1986 war er Sprecher der katholischen Friedensbewegung „Pax Christi" im Bistum Mainz und gehörte als Vertreter seines Verbandes auch dem Mainzer Diözesan-Katholikenrat an. Nach Abschluss seines Studiums lehrte er an der Mainzer Universität und folgte nach seiner Habilitation 1991 dem Ruf an die Universität Leipzig.
Nach der politischen Wende engagierten sich viele Eltern und Lehrer in Leipzig, unter ihnen Professor Wilhelm, für eine alternative Schulform. Sie wählten die christlich geprägte Pädagogik der Italienerin Maria Montessori (1870-1953). Auf Initiative des Anfang der 90-er Jahre in Leipzig gegründeten Montessori-Vereins e.V. konnte 1996 eine Grundschule in Trägerschaft des Bistums Dresden-Meißen gegründet werden. Sie war zunächst in einem ehemaligen Kindergarten untergebracht. 1997 wurde ihr das Gebäude einer Grundschule der Stadt Leipzig in der Alten Salzstraße zur Verfügung gestellt. Hier errichtete das Bistum Dresden-Meißen ab jenem Jahr ein Schulzentrum mit Grundschule und Mittelschule. Die Grundsteinlegung für einen Erweiterungsbau erfolgte im Oktober 2001 durch Bischof Joachim Reinelt, Dresden.
naw (MBN)