Mainzer Bistumsnachrichten Nr. 8 / 2023

Stephanie Rieth, die Bevollmächtige des Generalvikars, stellte die Ergebnisse der EVV-Studie bei der Vollversammlung des Katholikenrates vor (c) Bistum Mainz/Hoffmann
Stephanie Rieth, die Bevollmächtige des Generalvikars, stellte die Ergebnisse der EVV-Studie bei der Vollversammlung des Katholikenrates vor
Datum:
Mi. 12. Apr. 2023
Von:
hoff (MBN)

In der aktuellen Ausgabe mit einer Stellungnahme zur EVV-Studie der Frühjahrsvollversammlung des Katholikenrates, Bischof Kohlgraf zum „Pfarramt der Zukunft“, der Missa chrismatis im Mainzer Dom, der Amtseinführung der neuen Leitung der Akademie Erbacher Hof, der Zukunft der Kirchenzeitung „Glaube und Leben“, Wolfgang Pax im HR-Rundfunkrat, der Beisetzung von Kardinal Rauber in Rom, sowie der Dokumentation der Predigten an den Kar- und Ostertagen von Bischof Kohlgraf und Weihbischof Bentz. 

„Ein ganzes System ist schuldig geworden“

Während der Beratung der Stellungnahme zur EVV-Studie stimmten die Mitglieder über einzelne Formulierungen ab. (c) Bistum Mainz/Hoffmann
Während der Beratung der Stellungnahme zur EVV-Studie stimmten die Mitglieder über einzelne Formulierungen ab.

Katholikenrat des Bistums Mainz verabschiedet Stellungnahme zur EVV-Studie

Mainz. Im Zentrum der diesjährigen Frühjahrsvollversammlung des Katholikenrates im Bistum Mainz stand die „Studie zur Aufklärung von Taten gegen die sexuelle Selbstbestimmung im Verantwortungsbereich des Bistums Mainz“ (EVV). Die Bevollmächtigte des Generalvikars, Stephanie Rieth, stellte zunächst die Ergebnisse der Studie vor. Die Mitglieder verabschiedeten eine Stellungnahme zur EVV-Studie. Die Versammlung des höchsten Laiengremiums in der Diözese Mainz fand am Freitag, 31. März, und am Samstag, 1. April, im Ketteler-Saal des Erbacher Hofes in Mainz statt. 

Die Bevollmächtigte des Generalvikars, Ordinariatsdirektorin Stephanie Rieth, gab am Freitagabend einen Überblick über die Ergebnisse der Studie. Rieth ist zuständig für Aufarbeitung, Intervention und Prävention im Bistum Mainz. Im Hinblick auf die Zukunft sagte sie: „Es geht darum, wachsam und achtsam zu sein.“ Rieth warb dafür, ins Gespräch zu kommen: „Gespräche sind die wirksamste Form der Prävention.“

Am Samstag diskutierte und verabschiedete die Versammlung eine Stellungnahme zur EVV-Studie. Der Katholikenrat begrüßte die EVV-Studie als „wichtigen und unabhängigen Bestandteil des diözesanen Aufarbeitungsprozesses.“ In der Stellungnahme heißt es wörtlich: „Wir sind bestürzt über die Klarheit der Ergebnisse der EVV-Studie, die hohe Zahl an Tätern und Betroffenen in unserem Bistum sowie den menschenverachtenden Umgang mit den Betroffenen.“ Und weiter: „Fehlentwicklungen in der Vergangenheit, in denen Betroffenen nicht der notwendige Respekt und die angemessene Unterstützung gegeben wurden, wollen wir künftig vermeiden helfen. Die umfassende und nachhaltige Aufarbeitung hat daher für uns oberste Priorität.“

Nicht nur Kleriker und kirchliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter seien schuldig geworden, sondern „ein ganzes System, zu dem auch die kirchlichen Verbände, Pfarreimitglieder, Räte und sogar Familien der Betroffenen gehören“ habe versagt. Weiter heißt es: „Dieser Schuld wollen auch wir uns stellen und alles dafür tun, dass in Zukunft ein solches Systemversagen nicht mehr möglich wird, sowie Übergriffe und Missbrauchstaten verhindert werden.“

Der Katholikenrat sieht Handlungsbedarf im Hinblick auf „die zügige Erarbeitung der Schutzkonzepte gegen sexualisierte Gewalt in allen Pfarreien, Verbänden und kirchlichen Einrichtungen“, sowie „eine Selbstverpflichtung aller haupt- und ehrenamtlichen Verantwortungsträger*innen, um eine dauerhafte Umsetzung der Schutzkonzepte voranzutreiben“. Eine dritte Forderung lautet „Qualitätssicherung, Überprüfung und wirksame Konsequenzen durch die Bistumsleitung bei Nicht-Einhaltung der Schutzstandards“. Der vierte Punkt bezieht sich auf „klare Melde- und Beschwerdewege mit einer von der Leitung (auf allen Ebenen) unabhängigen Ansprechperson“. Ziel müsse es sein: „den größtmöglichen Schutz von Kindern, Jugendlichen und schutzbefohlenen Erwachsenen zu erreichen, in einem transparenten Prozess verlorenes Vertrauen wiederherzustellen und damit auch einen Kulturwandel in unserem Bistum herbeizuführen.“

Die Teilnehmenden hatten während der Versammlung die Gelegenheit, zwei Leitfragen zur EVV-Studie auf Stellwänden zu beantworten: „Was hat mich in der Studie am meisten erschüttert?“ Und „Was muss sich ändern, damit ich mich weiterhin in der Kirche engagiere?“. Die Antworten auf diese Fragen sollen an Bischof Peter Kohlgraf übergeben werden.

 

Aktion Wanderfriedenskerze

Ein weiteres Thema der Versammlung war die ökumenische Aktion Wanderfriedenskerze (wanderfriedenskerze.de) zum Gedenken an die Opfer von Krieg, Terror und Gewalt. An der Aktion sind auch die Geschäftsstelle Weltkirche/Gerechtigkeit und Frieden im Bistum Mainz, und pax christi Rhein Mainz – Regionalverband Limburg-Mainz beteiligt. Aufgrund ihrer Initiative verabschiedete der Katholikenrat den Beschluss: „Der Katholikenrat im Bistum Mainz unterstützt die alljährliche ökumenische Aktion „Wanderfriedenskerze“. Er informiert und motiviert Gemeinden, Verbände, Kirchorte, Pastoralräume und Regionen im Bistum Mainz, sich daran zu beteiligen.“ Der Antrag wurde einstimmig angenommen.

Hinweis: Die Stellungnahme des Katholikenrates im Wortlaut unter www.bistummainz.de

Nachricht voraus am 1.4.23                                                                                    hoff(MBN)

 

 

Dokumentation: Stellungnahme des Katholikenrates verabschiedet

Frühjahrsvollversammlung reagiert auf Veröffentlichung der EVV-Studie

 

Mainz. Bei seiner Frühjahrsvollversammlung im Erbacher Hof in Mainz hat der Katholikenrat des Bistums Mainz am 1. April eine Stellungnahme zur Veröffentlichung der EVV-Studie im verabschiedet. Im Folgenden dokumentieren wir den Wortlaut des Textes:

 

Wir wollen dazu beitragen, eine erneuerte Kirche zu werden

Stellungnahme des Katholikenrates im Bistum Mainz zur EVV-Studie

Der Katholikenrat im Bistum Mainz begrüßt die EVV-Studie als wichtigen und unabhängigen Bestandteil des diözesanen Aufarbeitungsprozesses.

Wir sind bestürzt über die Klarheit der Ergebnisse der EVV-Studie, die hohe Zahl an Tätern und Betroffenen in unserem Bistum sowie den menschenverachtenden Umgang mit den Betroffenen.

Fehlentwicklungen in der Vergangenheit, in denen Betroffenen nicht der notwendige Respekt und die angemessene Unterstützung gegeben wurden, wollen wir künftig vermeiden helfen. Die umfassende und nachhaltige Aufarbeitung hat daher für uns oberste Priorität.

 

Bereits 2018 hat die MHG-Studie ins öffentliche Bewusstsein gehoben, dass systemische Strukturen in der Kirche sexualisierte Gewalt bzw. deren Vertuschung begünstigt haben. Dennoch macht es uns fassungslos, dass auch den ehemaligen Mainzer Bischöfen in einem solchen Maße der Schutz des Systems Kirche wichtiger war als der Schutz, die Begleitung und Zuwendung zu den Betroffenen.

Wir sehen, dass nicht nur Kleriker und kirchliche Mitarbeiter*innen als Täter schuldig geworden sind, sondern ein ganzes System versagt hat, zu dem auch die kirchlichen Verbände, Pfarreimitglieder, Räte und sogar Familien der Betroffenen gehören. Dieser Schuld wollen auch wir uns stellen und alles dafür tun, dass in Zukunft ein solches Systemversagen nicht mehr möglich wird sowie Übergriffe und Missbrauchstaten verhindert werden.

Bereits im Jahre 2018 hat der Katholikenrat in einer Stellungnahme Bischof Kohlgrafs Bestrebungen zur Aufarbeitung begrüßt, offen und transparent den Weg der Aufklärung von Missbrauch im Bistum Mainz zu gehen. Gleichzeitig wurde die Prävention ausgebaut und der Schutz von Kindern und Jugendlichen in allen Bereichen kirchlichen Lebens an erste Stelle gestellt. Die nun vorgelegte Studie bescheinigt der Bistumsleitung, bereits wichtige Schritte in Bezug auf Prävention, Intervention und Aufarbeitung zurückgelegt und entsprechende Strukturen aufgebaut zu haben.

 

Gleichzeitig sehen wir noch weiteren Handlungsbedarf in Bezug auf…

  • die zügige Erarbeitung der Schutzkonzepte gegen sexualisierte Gewalt in allen Pfarreien, Verbänden und kirchlichen Einrichtungen
  • eine Selbstverpflichtung aller haupt- und ehrenamtlichen Verantwortungsträger*innen, um eine dauerhafte Umsetzung der Schutzkonzepte voranzutreiben
  • Qualitätssicherung, Überprüfung und wirksame Konsequenzen durch die Bistumsleitung bei Nicht-Einhaltung der Schutzstandards
  • klare Melde- und Beschwerdewege mit einer von der Leitung (auf allen Ebenen) unabhängigen Ansprechperson

 

Ziel muss es dabei sein, den größtmöglichen Schutz von Kindern, Jugendlichen und schutzbefohlenen Erwachsenen zu erreichen, in einem transparenten Prozess verlorenes Vertrauen wiederherzustellen und damit auch einen Kulturwandel in unserem Bistum herbeizuführen. Hierzu müssen bestehende Machtstrukturen kritisch geprüft und hin zu einer neuen Synodalität entwickelt werden. So fordern wir die Bistumsleitung unter Bischof Kohlgraf auf, dass auf Ebene des Bistums und der Pfarreien partizipative Strukturen geschaffen werden, die dem Bischof, den Pfarrern sowie den Laienvertretungen ein gleichberechtigtes Entscheiden in wesentlichen Dingen des kirchlichen Lebens einräumen. Der Pastorale Weg bietet hier im Blick auf die Erarbeitung synodaler Strukturen gute Möglichkeiten durch entsprechende Anpassung der Statuten.

Die Pfarreien in unserem Bistum dürfen im Umgang mit (neuen) Erkenntnissen über die Täter - insbesondere die Kleriker - nicht alleine gelassen werden. Aufgabe der Bistumsleitung muss es sein, im offenen Dialog und mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln hierbei Hilfe und Unterstützung zu leisten. Dabei braucht es auch eine angemessene Erinnerungskultur.

Wir selbst als Gemeindemitglieder und Verantwortliche in den Räten und Verbänden sind in der Pflicht, unsere Erwartungen an Kleriker klar zu formulieren und uns über ihre Rolle zu verständigen, der sie auch gerecht werden können. Alle - Klerus, hauptamtliche Mitarbeitende, Räte, Gemeinden und kirchliche Einrichtungen - sind in der Pflicht, vor Ort achtsam zu sein, um wirksamen Schutz vor Missbrauch zu gewährleisten und etwaige Verdachtsfälle nicht zu verharmlosen.

Damit Kirche sich entwickelt und erneuert, bedarf es der Zusammenarbeit von Bistumsleitung, aller Haupt- und Ehrenamtlichen in einem gleichberechtigten Miteinander. Der Katholikenrat ist bereit, kritisch-konstruktiv seinen Beitrag zu leisten, um der Kirche ein menschenfreundliches und lebensbejahendes Gesicht zu geben. Damit wollen wir glaubwürdige Zeugen für die Botschaft des Evangeliums sein und in der Kirche einen Schutzraum für alle Menschen bieten.

 

MBN

 

 

Kohlgraf: Priesterausbildung darf nicht in Sonderwelten stattfinden

Mainz, 30. März 2023: Ökumenische Diskussion über das
Mainz, 30. März 2023: Ökumenische Diskussion über das "Pfarramt der Zukunft" (v.l.n.r.): Prälat Burkard zur Nieden, Bischof Peter Kohlgraf, Professorin Dr. Ines Weber, Pfarrer Stefan Dumont und Professor Dr. Kristian Fechtner.

Internationale, ökumenische Historiker-Tagung diskutiert über „Pfarramt der Zukunft“

 

Mainz. Gerade vor dem Hintergrund der EVV-Studie zu sexualisierter Gewalt im Bistum Mainz sei es eine große Herausforderung für die Zukunft, dafür zu sorgen, dass die Ausbildung in Priesterseminaren „nicht in einer Sonderwelt stattfindet“, die nichts mit der Wirklichkeit der Gesellschaft zu tun hat. Das betonte der Mainzer Bischof Peter Kohlgraf am Donnerstagabend, 30. März, bei einer Internationalen ökumenischen Historiker-Tagung im Erbacher Hof in Mainz. „Einen klassischen Berufsweg gibt es heute nicht mehr. Die Wege in den Priesterberuf sind sehr individuell geworden. Deshalb ist es notwendig, die Ausbildungswege heute individueller zu gestalten“, sagte Bischof Kohlgraf. Obwohl es in den vergangenen Jahren schon viele Veränderungen gegeben habe, „haben wir noch zu stark ein Einheitsmodell in der Ausbildung“. Kohlgraf verwies darauf, dass im Mainzer Priesterseminar als „Haus der geistlichen Berufe“ inzwischen schon seit vielen Jahren alle pastoralen Berufsgruppen ausgebildet werden.

Bischof Kohlgraf sagte, dass auch heute noch Priesterbilder aus früheren Jahrhunderten präsent seien: „Die Transformationsprozesse hin zu anderen Priesterbildern sind oft schwierig.“ Es sei ein gutes Zeichen, dass heute die Reflexion über das eigene Leitungsverständnis in den Mittelpunkt rücke, sagte Kohlgraf. „Der Pfarrer muss heute nicht mehr nur fromm sein, sondern sich auch kritischen Diskussionen aussetzen.“ Und weiter: „Im Grunde versuchen wir gerade synodale Aspekte in unser Leitungsverständnis zu implementieren und sind dabei erst ganz am Anfang.“ Aber die ersten Erfahrungen zeigten auch, „dass die Arbeit in Teams für viele eine Entlastung ist“. Gerade vor dem Hintergrund der Diskussion um sexualisierte Gewalt und Übergriffigkeit sei die Entwicklung von Seelsorgestandards notwendig. Auf dem Podium diskutierten außerdem: Prälat Burkard zur Nieden, Evangelische Kirche Kurhessen-Waldeck, Professor Dr. Kristian Fechtner, Mainz, und Pfarrer Stefan Dumont, Boppard. Moderiert wurde die Runde von Professorin Dr. Ines Weber aus Linz.

Der öffentliche Gesprächsabend unter der Überschrift „Alte Ideale, neue Herausforderungen und die Suche nach dem Pfarramt der Zukunft“ fand im Rahmen der Tagung „Priester - Volkslehrer - Zeremonienmeister. Katholische und evangelische ‚Geistliche‘ in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts“ (29. bis 31. März) statt. Verantwortet wird die Tagung in Zusammenarbeit mit der Bistumsakademie Erbacher Hof von Professor Dr. Florian Bock, Ruhr-Universität Bochum, Dr. Benedikt Brunner, Leibniz-Institut für Europäische Geschichte Mainz, Professor Dr. Thomas Kuhn, Universität Greifswald, Professor Dr. Bernhard Schneider, Gesellschaft für mittelrheinische Kirchengeschichte und der Theologischen Fakultät Trier.

Nachricht voraus am 30.3.23                                                                                   tob (MBN)

 

Kirchliche Konflikte im Sinne der Gewaltlosigkeit austragen

Predigt von Bischof Peter Kohlgraf bei traditioneller Missa Chrismatis im Mainzer Dom

Mainz. Der Mainzer Bischof Peter Kohlgraf hat dazu ermutigt, „in die Lebenshaltung Jesu hineinzuwachsen und dadurch die Botschaft Jesu zum Strahlen zu bringen“. In der Karwoche feiere die Kirche die Hingabe Jesu, „sein Vorbild an Gewaltlosigkeit und Menschenfreundlichkeit“. Es gehe „um das Hineinwachsen in diese Haltung der Glaubwürdigkeit, der Selbstbeschränkung von Macht, die andere unterdrückt; es geht um Glaubwürdigkeit, das Zusammenkommen von Tat und Wort“, sagte Kohlgraf am Montagabend, 3. April, in seiner Predigt in der traditionellen Missa Chrismatis im Mainzer Dom.

Wörtlich sagte Bischof Kohlgraf: „Wir sind nicht selbst das Licht, sondern wir sollen Zeuginnen und Zeugen seines Lichtes sein. Das ist eine große Aufgabe, aber zugleich eine Entlastung. Unglaubwürdigkeit in der Kirche entstand und entsteht ja nicht zuletzt dadurch, dass sich Menschen als Heilsbringer gebärden und damit Macht missbrauchen. Das betrifft auch die seelsorglichen Beziehungen in der Kirche zwischen Menschen insgesamt. Nicht nur Bischöfe stellen sich auf einen Sockel oder genießen es, wenn sie von anderen erhöht werden.“

Und weiter heißt es in der Predigt: „Glaubwürdig sein, die Botschaft Jesu und damit ihn selbst zum Leuchten bringen, dafür will ich heute werben. Gerade von Jesus in seinen letzten irdischen Lebenstagen können wir lernen: Die Grundlage der Glaubwürdigkeit ist die Fähigkeit, seine Aussagen über Gott, seine Liebe und Hingabe an den Menschen in das eigene Leben zu übertragen. Es ist eine Lebensaufgabe, Wort und Tat immer wieder in eine Deckung zu bringen. Sicher muss ich als Person nicht mein Innerstes permanent nach außen kehren. Aber ich werde gut darauf achten müssen, dass ich Ansprüche an andere Menschen erst dann vorsichtig formuliere, wenn ich sie selbst zu leben bereit bin. Und wenn ich als Mahner auftrete, dann muss ich immer wieder auch zu meinen eigenen Fehlern und Grenzen stehen.“

 

Die Gewaltlosigkeit Jesu

„In dieser Woche stehen wir staunend vor der Gewaltlosigkeit Jesu“, sagte der Bischof mit besonderem Blick auf die Umsetzung von Gewaltlosigkeit im kirchlichen Leben. Bischof Kohlgraf: „Mir sind einige Begegnungen vom Synodalen Weg in Erinnerung geblieben. Und das erleben Menschen auch im Bistum: Gruppen reden über andere in der Kirche wie über Feinde, wenigstens Gegner. Die Bischöfe werden gegen andere ausgespielt und andersherum ebenso. Emotionen überlagern manchmal notwendige Sachdiskussionen. Es fallen Totschlagargumente: Die einen werden beschuldigt, zu erpressen, die anderen setzen durch Maximalforderungen unter Druck. Ich habe für die Synodaltexte gestimmt, weil die Themen brennen, und dennoch hat mich der Stil der Debatte und des Umgangs miteinander immer wieder befremdet. Synodalität müssen wir noch mühsam lernen. Gewalt ist auch, wenn Gruppen vor dem Frankfurter Kongresszentrum beten: ‚Herr, erlöse uns von Bischof Bätzing‘. Gewalt ist auch, wenn Feindbilder von verschiedenen Seiten aufgebaut werden. Es gibt Gewalt im Denken, Reden und Tun von ‚rechts‘ und ‚links‘, auch im Bistum Mainz. Sogenannte Progressive können sich als liberal präsentieren, solange eigene Macht nicht angefragt wird. Das gilt ebenso für sogenannte Konservative“, sagte der Bischof.

Gewalt habe viele Gesichter und geschehe täglich in der Gesellschaft, betonte Kohlgraf: „Menschen werden in Tat und Wort erniedrigt, auch in der Kirche. In der Nachfolge Jesu sollten wir jeden Tag beweisen: Wir können Konflikte im Sinne der Gewaltlosigkeit austragen und lösen. Wir können im Konflikt gewaltfrei bleiben und miteinander feiern und beten.“ Und weiter: „Christsein ist vom Prinzip so einfach wie wirkungsvoll: glaubwürdig zu leben versuchen, das eigene Denkmal vom Sockel holen, Jesus ins Leben holen, weil er der Erlöser ist. Christsein ist auch entlastend, weil ich nicht der Erlöser sein muss. Christsein in der Nachfolge Jesu als Leben ohne Gewalt in Gedanken, Worten und Werken, macht mich innerlich frei. Und wenn ich einen Menschen nicht wirklich lieben kann, darf ich ihn im Gebet an Gott abgeben.“

Konzelebranten des Gottesdienstes waren unter anderen Weihbischof und Generalvikar, Dr. Udo Markus Bentz, sowie der Mainzer Domdekan Henning Priesel. Der Gottesdienst war eingebettet in einen Geistlichen Tag für alle Priester und Diakone des Bistums. Im Gottesdienst hatten die anwesenden Priester ihre Bereitschaftserklärung zum priesterlichen Dienst erneuert und waren beim Gottesdienst zur Konzelebration eingeladen. Die musikalische Gestaltung hatte ein Vokalensemble des Mädchenchors am Dom und St. Quintin unter der Leitung von Domkantor Kaltenbach übernommen sowie Domkantorin Jutta Hörl. Der Mainzer Domorganist, Professor Daniel Beckmann, spielte die Domorgel.

 

Weihe der Heiligen Öle

Im Rahmen der Missa Chrismatis weihte Kohlgraf das Katechumenenöl (mit dem der Taufbewerber gesalbt wird), das Krankenöl (zur Spendung der Krankensalbung) und das Chrisam (das bei der Spendung der Taufe, des Firmsakramentes und der Priesterweihe Verwendung findet). Im Anschluss an die Missa Chrismatis nahmen Vertreter aus allen Pastoralräumen die heiligen Öle mit in die Pfarreien des Bistums.

 

Nachricht voraus am 3.4.23                                                                                      tob (MBN)

 

 

 

Neue Leitung der Akademie Erbacher Hof im Amt

Mainz, 4. April 2023: Besuch der neuen Akademie-Leitung in der Leitungskonferenz (v.l.n.r.): Weihbischof Udo Markus Bentz, Bischof Peter Kohlgraf, Marita Liebermann, Andreas Linsenmann und Gereon Geissler. (c) Bistum Mainz / Matschak
Mainz, 4. April 2023: Besuch der neuen Akademie-Leitung in der Leitungskonferenz (v.l.n.r.): Weihbischof Udo Markus Bentz, Bischof Peter Kohlgraf, Marita Liebermann, Andreas Linsenmann und Gereon Geissler.

Dr. Marita Liebermann und Dr. Andreas Linsenmann haben neue Aufgabe angetreten

 

Mainz. Dienstbeginn in der Akademie Erbacher Hof: Dr. Marita Liebermann und Dr. Andreas Linsenmann haben Anfang April ihre Aufgaben als Direktorin und Direktor der Akademie Erbacher Hof angetreten. Nachdem sie sich am Montag, 3. April, den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Erbacher Hofes vorgestellt haben, stand am Dienstag, 4. April, ein Besuch in der Leitungskonferenz des Bistums Mainz im Bischöflichen Ordinariat auf dem Programm. Dort begrüßten sie unter anderen der Mainzer Bischof Peter Kohlgraf, der Mainzer Weihbischof und Generalvikar, Dr. Udo Markus Bentz, sowie Bildungsdezernent Gereon Geissler und wünschten ihnen alles Gute für die neue Aufgabe.


PD Dr. Marita Liebermann
(Jahrgang 1973) studierte an der Universität Hannover die Fächer Deutsche Literaturwissenschaft und Italienische Literatur-, Sprach- und Kulturwissenschaft. Nach ihrer Promotion zur Dr. phil. im Jahr 2006 an der Universität Hannover mit einer Arbeit zum Thema „Giacomo Casanova. Die Geschichte seines Lebens“ war sie als Akademische Mitarbeiterin an der Universität Konstanz sowie bis 2014 als Akademische Rätin an der Sprach- und Literaturwissenschaftlichen Fakultät der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt tätig. Dort habilitierte sie sich im Jahr 2015 mit einer Arbeit zum Thema „Scharfsinn. Visualität im Argutia-Kult des Seicento - Studien zu Emanuele Tesauro, Galileo Galilei und Giambattista Marino“. Seit 2017 leitet sie als Direktorin das Deutsche Studienzentrum in Venedig, eine Einrichtung zur interdisziplinären kulturwissenschaftlichen und künstlerischen Erforschung der Geschichte und Kultur Venedigs. Ihre Tätigkeit erstreckt sich dort auf die Bereiche vor allem der Kulturarbeit und Kulturvermittlung sowie der Forschung und Nachwuchsförderung (Betreuung von Stipendiatinnen und Stipendiaten), aber auch der Administration und Repräsentation. Neben einer umfassenden Lehr- und Vortragstätigkeit hat sie sich vielfältig publizistisch betätigt. Marita Liebermann ist verheiratet.  

 

Dr. Andreas Linsenmann (Jahrgang 1973) studierte Diplom-Gesangspädagogik an der Staatlichen Hochschule für Musik in Karlsruhe und absolvierte anschließend ein Künstlerisches Aufbaustudium an der Schola Cantorum der Musikakademie der Stadt Basel sowie parallel ein Magisterstudium in Musikwissenschaft/Neuere und Neueste Geschichte an der Universität Karlsruhe. Seine musikalischen Fähigkeiten stellt er durch seine langjährige Konzerttätigkeit vor allem im Bereich der geistlichen Musik unter Beweis. Als Promotionsstipendiat des Cusanuswerkes wurde er an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz zum Dr. phil. mit einer Dissertation über „Musik als politischer Faktor - Konzepte, Intentionen und Praxis französischer Umerziehungs- und Kulturpolitik in Deutschland 1945-1949/50“ promoviert. Seit dem Jahr 2015 nimmt er die Stellvertretende Leitung des Studienbüros Geschichte an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz wahr, im selben Jahr übte er eine ERASMUS-Gastdozentur an der Karl Franzens-Universität Graz aus, sowie 2017-2021 die Vertretung der Professur für Neuere/Neueste Geschichte und Didaktik der Geschichte an der Universität Koblenz-Landau, Campus Koblenz. Seit 2021 hat er eine Projektstelle an der Universität Mainz im Rahmen des von der Stiftung Innovation in der Wissenschaft finanzierten Zukunfts-Formats „ModeLL-M“ (Mainzer Modelle für digital erweitertes Lernen und Lehren) inne. Auszeichnungen und Lehrpreise der Universitäten Koblenz-Landau und Mainz belegen seine hohe didaktische Kompetenz. Linsenmann ist verheiratet und hat mit seiner Frau zwei Kinder.

 

Hinweis: www.ebh-mainz.de


Nachricht voraus am 4.4.23                                                                                     tob (MBN)

 

Zukunft der Kirchenzeitung „Glaube und Leben“

(c) Bistum Mainz / Blum

Verlagsgruppe übernimmt drei Kirchenzeitungen ab 2024

 

Osnabrück/Mainz. Die Verlagsgruppe Bistumspresse in Osnabrück hat am 29. März in einer Pressemeldung bekannt gegeben, dass sie ab dem 1. Januar 2024 die Kirchenzeitungen der Bistümer Fulda („Bonifatiusbote“), Limburg („Der Sonntag“) und Mainz („Glaube und Leben“) herausgeben wird. Im Folgenden dokumentieren wir die Pressemeldung im Wortlaut:

 

Verlagsgruppe Bistumspresse gibt Bistumszeitungen für Fulda, Mainz und Limburg heraus

Die Verlagsgruppe Bistumspresse (VBP) übernimmt zum 1. Januar 2024 die Bistumszeitungen der Diözesen Fulda, Mainz und Limburg. Damit werden die Zeitungen „Bonifatiusbote“, „Glaube und Leben“ und „Der Sonntag“ auch nach dem 31.12.2023 weiter erscheinen. Die Verlagsgruppe liefert schon jetzt den überregionalen Teil der drei Blätter. Künftig wird sie in Zusammenarbeit mit den drei Diözesen auch für die Bistumsseiten verantwortlich sein.

Gesellschafter der VBP sind der St. Benno-Verlag (Leipzig), die Bernward-Medien GmbH (Hildesheim) und der Verlag Kirchenbote (Osnabrück). Bis zum Jahresende ist auch die GKPM Gesellschafterin der Verlagsgruppe. Die VBP liefert die überregionalen Seiten für Bistumszeitungen in 13 Diözesen mit einer wöchentlichen Auflage von 75.000 Exemplaren.

„In der Verlagsgruppe können wir andere Synergieeffekte nutzen als bei der GKPM allein. Das ermöglicht es uns, die Zeitungen weiter herauszugeben“, sagten Thomas Hagenhoff und Ulrich Waschki, Geschäftsführer von VBP und GKPM. Sie hatten den Vorschlag zur Übernahme und Fortsetzung der Titel ausgearbeitet und den Gesellschaftern unterbreitet.

Danach bedient die VBP ab dem 1. Januar 2024 die bisherigen Abonnenten der GKPM. Die Abonnenten erhalten wie bisher wöchentlich ihre Zeitung. Lediglich die inhaltliche Struktur der Bistumsseiten wird sich ändern. Der Umfang von derzeit 18 Seiten pro Woche bleibt erhalten. Die Bistümer zahlen für die Regionalberichterstattung keine Zuschüsse, unterstützen aber durch redaktionelle Zulieferung. „Wir freuen uns, dass wir unsere Bistumszeitungen als Kanal der diözesanen Kommunikation erhalten können“, sagte der Limburger Generalvikar Wolfgang Rösch. Generalvikar Christof Steinert aus Fulda ergänzte: „Der Bonifatiusbote ist ein traditionsreicher Titel, der nun erhalten bleibt. Wie die anderen beiden Titel ist er ein Mittel, um kirchlich hochverbundene Menschen zu erreichen.“

2019 hatten die Bistümer mitgeteilt, dass die GKPM aus wirtschaftlichen Gründen zum 31.12.2023 ihr operatives Geschäft einstellen werde. Seitdem hatte die Geschäftsführung von GKPM und VBP an einem Weg gearbeitet, die Zeitungen weiter herauszubringen. „Ohne den Einsatz der bisherigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wäre diese Lösung nicht möglich. Sie sorgen dafür, dass die Zeitungen in gewohnter Qualität in dieser Übergangsphase erscheinen. Dafür gebührt ihnen ein ausdrücklicher Dank“, sagte Weihbischof Udo Markus Bentz, Generalvikar des Bistums Mainz.

Bisher werden die drei Zeitungen von der Gesellschaft für kirchliche Publizistik Mainz (GKPM) produziert. Der gemeinsame Verlag der drei Bistümer wird aber zum Jahresende geschlossen. Mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern war dazu schon 2019 ein Sozialplan vereinbart worden. Die derzeit noch 17 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gehen dann in die Passivphase der Altersteilzeit, erhalten Abfindungen oder nehmen eine Anschlussbeschäftigung bei einem der drei Bistümer auf. Die drei Zeitungen hatten Ende 2022 eine Auflage von 12.800 Exemplaren.

Die VBP produziert seit rund 30 Jahren am Standort Osnabrück überregionale Seiten für Bistumszeitungen. Dadurch können auch kleinere Bistümer ihre Zeitungen erhalten und hohe publizistische Qualität zu niedrigen Kosten produzieren.

 

Nachricht voraus am 29.3.23                                                                  PM (MBN)

Wolfgang Pax neu im Rundfunkrat

Erfahrener Netzwerker vertritt katholische Diözese im Hessischen Rundfunk

 

Limburg. Dr. Wolfgang Pax, Leiter des Kommissariats der katholischen Bischöfe im Lande Hessen und Domdekan des Limburger Domkapitels, vertritt seit Jahresbeginn die hessischen katholischen Diözesen im Rundfunkfunkrat des Hessischen Rundfunks. Er folgt auf Dr. Beate Gilles, die diese Aufgabe in den vergangenen zwei Jahren inne hatte und als Generalsekretärin der Deutschen Bischofskonferenz ihren Wohnsitz nun nach Nordrhein-Westfalen verlegt hat. 

Das neue Rundfunkratsmitglied ist ein Netzwerker und versteht es, theologische und kirchliche Positionen in den gesellschaftlichen und medialen Diskurs einzubringen. Dies wird er künftig auch im wichtigsten Kontrollorgan des Hessischen Rundfunks mit Vertreterinnen und Vertretern anderer gesellschaftlicher Gruppen und Organisationen tun. 

 

Wolfgang Pax wurde 1958 in Bad Iburg (Landkreis Osnabrück) geboren und nimmt seit vielen Jahren Leitungsaufgaben wahr. Unter anderem war er von 1996 bis 2005 Leiter des Dezernates Jugend im Bischöflichen Ordinariat und Diözesanjugendpfarrer. Von 2006 bis 2010 wirkte er als Dompfarrer in Limburg und seit 2010 leitet er das Kommissariat der katholischen Bischöfe im Lande Hessen und vertritt die Belange der hessischen Diözesen bei der Landesregierung, dem Landtag und den politischen Parteien. Zudem war er vier Jahre lang Bischofsvikar für den Synodalen Bereich im Bistum Limburg. Seit März 2022 ist er zusätzlich zu seiner Aufgabe in Wiesbaden Domdekan des Limburger Domkapitels.

 

PM (MBN)

Beisetzung von Kardinal Rauber am 31. März

Beileidstelegramm von Papst Franziskus an Bischof Kohlgraf

 

Vatikan/Mainz. Die Beisetzung von Karl-Josef Kardinal Rauber auf dem Campo Santo Teutonico im Vatikan findet am Freitag, 31. März, um 15.00 Uhr statt. Kardinal Gerhard Ludwig Müller, der auch Mainzer Priester ist, wird Grüße des Mainzer Bischofs Peter Kohlgraf überbringen. Karl-Josef Kardinal Rauber, der Priester des Bistums Mainz war, ist am Sonntag, 26. März, im Alter von 88 Jahren in Rottenburg verstorben.

Über den Apostolischen Nuntius in Deutschland, Erzbischof Dr. Nikola Eterović, hat den Mainzer Bischof Peter Kohlgraf ein Beileidstelegramm von Papst Franziskus zum Tod von Kardinal Rauber erreicht. Darin heißt es: „Sein priesterliches und bischöfliches Leben war besonders geprägt vom Dienst für den Nachfolger Petri. Dem ‚immerwährenden, sichtbaren Prinzip und Fundament für die Einheit‘ (Lumen Gentium 23). So konnte der Verstorbene sowohl an der römischen Kurie als auch in verschiedenen Teilen der Welt als Apostolischer Nuntius hingebungsvoll für die Einheit des Volkes Gottes wirken. Als wahrer Hirte der Kirche war er in all seinem Tun von der Liebe Christi erfüllt, die ihn drängte, diese nicht für sich zu behalten, sondern sie den Menschen vorbehaltlos und freudig weiterzugeben.“

 

Nachricht voraus am 30.3.23                                                                                   tob (MBN)

Dokumentation: Predigt von Bischof Peter Kohlgraf an Ostern

Pontifikalamt im Mainzer Dom wurde live gestreamt

 

Mainz. Der Mainzer Bischof Peter Kohlgraf am Ostersonntag, 9. April, im Mainzer Dom das Pontifikalamt gefeiert und dabei die Predigt gehalten. Der Gottesdienst wurde auf der Internetseite des Bistums live gestreamt. Im Folgenden dokumentieren wir den Predigttext im Wortlaut:

 

In Begegnungen zeigt sich Jesus als der Auferstandene. Es fasziniert mich immer wieder, wenn ich davon lese, dass die Freundinnen und Freunde Jesu die Auferstehung keineswegs erwarten, sondern davon ausgehen, dass sein Tod endgültig ist. Sie wollen ihn salben, sie rollen den schweren Stein vor das Grab. Es ist aus und vorbei. Der Osterglaube entsteht wohl nicht aus dem Wunschgedanken der Jüngerinnen und Jünger, sondern aus den Begegnungen mit dem Auferstandenen. Selbst das leere Grab wird nirgends als Beweis aufgeführt, sondern eher als Schwierigkeit und Rätsel. Entscheidend sind die Begegnungen. Und auch sie sind so unterschiedlich und teilweise verwirrend, dass sie nicht dafürsprechen, dass da jemand ein einheitliches Predigtkonzept entwickelt hätte. Maria Magdalena hält ihn für den Gärtner, die Emmausjünger wundern sich über den seltsamen Weggefährten und Kenner der Schrift, an anderen Stellen erkennen die Menschen Jesus erst, als er sie anspricht, andere teilen das Essen mit ihm, sie lernen zu verstehen, dass er kein Gespenst ist. Er kommt zu den Seinen, er ist der Jesus, den sie kannten und dem sie folgten, und dennoch entspricht er nicht dem Bild des irdischen Jesus. Die menschliche Sprache und auch die Vorstellungskraft versagt. Er ist kein Wunschbild, er ist Realität; er ist derselbe, aber nicht einfach zu erkennen.

Wenn mich jemand persönlich fragt, ob ich die Berichte der Osterevangelien für glaubwürdig halte, würde ich trotz aller Fragen, die ich habe, gerade deswegen mit „Ja“ antworten. Er kommt ja nicht einfach ins irdische Leben zurück und lebt munter weiter. Er geht in eine andere, der Vorstellung entzogene Weise des Daseins, und ist doch ganz wirklich bei den Menschen. Einfach gesagt: Die Begegnung mit dem Auferstandenen muss anders sein als das Miteinander zu Jesu irdischen Lebzeiten. Was wäre eigentlich, wenn Jesus sich heute zu uns gesellt und mit uns ins Gespräch geht? Wie würden wir uns das vorstellen? Wir haben vielleicht Jesusbilder im Kopf: er mit langen Haaren, wallendem Gewand und dem typischen Schuhwerk.

Diesem Thema setzt sich ein Kurzfilm aus dem Jahr 1995 aus, mit dem Thema „Ernst und das Licht“. Die Handlung ist schnell erzählt. Ein Reinigungsmittelvertreter ist mit seinem Wagen auf dem Weg nach Hause und nimmt einen Anhalter mit. Dieser behauptet, Jesus, der Sohn Gottes zu sein, der nach 2000 Jahren endlich wieder auf die Erde kommt. Schon äußerlich wirkt dieser aus der Zeit gefallen. Beide kommen ins Gespräch. Jesus versucht in einer selten ungeschickten und altertümlichen Art, Ernst, den Vertreter, für seine Mission zu gewinnen, die Menschheit zu erlösen. Dieser interessiert sich für alles, nur nicht für das dringende Anliegen Jesu: sein Handy ist kaputt, er möchte schnell zu seiner Frau nach Hause. Der ganze „Missionsmist“ geht ihm zunehmend auf die Nerven. Jesus seinerseits hat in seiner Sprache und seinen Themen längst den Anschluss verpasst. Was auf der Erde vorgeht, weiß er nicht. Er war eben 2000 Jahre weg. Ernst schildert Jesus das wirkliche Leben. Ernst sagt: „Ok, mal angenommen, du sagst die Wahrheit, was willst du bei uns?“ Jesus antwortet: „Die Menschheit wartet seit 2000 Jahren auf meine Rückkehr. Nun werde ich sie erlösen“. Ernst: „Ich möchte dich nicht enttäuschen, aber daraus wird nichts. Vergiss es, ihr werdet nicht mehr gebraucht.“ Jesus: „Soll das heißen, es gibt auf der Welt niemanden mehr, der noch an Gott glaubt?“ Ernst: „Du sagst es. Die Leute interessieren sich nur für Gewalt, Sex und Geld.“ Jesus: „Ich bin die Rettung.“  Ernst: „Du brauchst hier keinen zu retten. Du brauchst nur ein bisschen an dich selbst zu denken.“ Jesus: „Ich gehe wieder zurück.“

Jesus, der Auferstandene, kommt zu den Menschen, er entspricht allen Klischees: unmodern, nicht mehr aktuell, in Sprache und Aussehen seltsam, keine Ahnung davon, was den Menschen heute wichtig ist. Selbstverständlich ist auch Ernst, der Vertreter, eine Karikatur des modernen Menschen: oberflächlich, konsumorientiert, an tieferen Fragen des Lebens und seiner Existenz nicht interessiert. Am Ende kommen die beiden nicht zusammen, sie haben sich nichts zu sagen. Der Auferstandene geht zurück in seine himmlische Blase, der irdische Ungläubige genügt sich mit seinem Alltag. Im Schulunterricht habe ich diesen Film einmal besprochen und eine Schülerin äußerte Kritik an Jesus. Er habe noch nicht einmal den Versuch unternommen, Ernst zu verstehen. Er habe einige Floskeln abgesondert, schließlich kapituliert und sich endgültig zurückgezogen. Er hätte besser zuhören müssen. Tatsächlich versteht dieser wiederkommende Jesus im Film den Menschen nicht. Der Film hat eine tiefgründige Botschaft und ist keineswegs dumm. Es ist nicht immer nur der oberflächliche Mensch, der Schuld daran trägt, dass die Botschaft vom Leben nicht ankommen kann. Es ist auch manchmal die Form und die Sprache der Verkündigung. So wie Jesus dort herüberkommt, erleben manche die Kirche: aus der Zeit gefallen, mit einer floskelhaften Sprache, sie versteht die Menschen dieser Zeit nicht mehr. Dagegen stehen die Evangelien: In den Osterevangelien begegnen wir einem Jesus, der eben nicht weit weg ist, sondern zuhört, erklärt, handelt, die Herzen brennen lässt und die Zeuginnen und Zeugen im Innersten bewegt. Er ist eben nicht für 2000 Jahre abgetaucht, sondern bleibt an der Seite der Menschen. Er nennt Maria beim Namen, dann erkennt sie ihn. Er bricht das Brot, und dann erkennen die Jünger ihn. Ich meine, dass die Botschaft des Evangeliums von der Kraft und Schönheit des Lebens aktuell ist. Wir müssen sie aus den Floskeln herausholen in die persönliche Begegnung mit Christus, dem Auferstandenen. Ich will an einer Kirche mitarbeiten, die Menschen diese Glaubenserfahrungen ermöglicht.

Die Osterevangelien erzählen nicht nur eine Geschichte, die sich vor 2000 Jahren ereignet hat, sondern sie erzählen von der Gegenwart des Auferstandenen in den vielen Formen und Lebenserfahrungen von Menschen heute. Deswegen stimmt von dieser Seite her die Aussage des Films für mich nicht. Jesus zieht sich nicht zurück, er bleibt bei den Menschen in dieser Welt. Er geht ihre Wege mit, er steht nicht einfach als Anhalter am Weg und redet auf sie ein, um seine Botschaft loswerden zu können. Und diese Christusbegegnung ist heute so vielfältig wie in den Texten vor 2000 Jahren. Er tritt in mein Leben, mit meinen Erfahrungen, mit meinen Freuden, Sorgen und Leiden. Er will mit mir in ein Gespräch gehen. Zu keiner Zeit haben die Jüngerinnen und Jünger seine Antworten als Floskeln erfahren. Aber es gibt Zeiten des Nichterkennens, es gibt Zeiten großer Nähe, es gibt Fragen, Zweifel und die Erfahrung des Getragenseins, es gibt die Erfahrung, dass er mich persönlich beim Namen ruft. Auch daher sind die Ostertexte so realistisch. Sie kennen die verschiedenen Facetten der Begegnung mit Christus auch heute. Die Geschichten in Bezug auf den Glauben sind oft leise und ohne Triumphalismus, ähnlich wie meine eigene alltägliche Glaubenserfahrung.

Auch der Mensch muss etwas beitragen, dass diese Beziehung gelingen kann. Wenn wirklich nur noch Geld, Macht und andere Dinge von Belang sind, am Ende nur noch eigene Stärke zählt, werde ich nicht verstehen, wozu ich einen Erlöser und Erlösung brauche. Ostern ist das Fest, an dem wir feiern, dass Gottes Macht dort am stärksten ist, wo der Mensch mit seiner Weisheit am Ende ist. Diese Schwäche darf ich in meinem Leben zulassen und dann öffnen sich vielleicht Augen und Herz für die Gegenwart des Auferstandenen. Er ist da, im Wort der Schrift, im Sakrament, in der Gemeinschaft der Kirche, in den Begegnungen mit Menschen, die mir helfen zu leben. Ich will gerettet werden. Das sage ich in vielerlei Hinsicht. Ich stehe auf gegen die Endgültigkeit und Sinnlosigkeit des Todes. Ich kann und will mich nicht damit abfinden, dass Gewalt und Tod in dieser Welt das letzte Wort haben sollen. Ich kann mich nicht mit dem Gedanken abfinden, dass Unrecht siegen soll. Ich lebe aus dem Glauben, dass mein Leben, dass die Welt einen Sinn hat, der ihr geschenkt ist. Ostern beginnt dort zu sprechen, wo Menschen nicht nur auf sich selbst und ihre Stärke setzen. Spätestens im Tod bin ich wirklich ohnmächtig, zu keiner eigenen Stärke mehr fähig. Aber gerade dann wird Gott mich tragen und begleiten.

„Ihr werdet nicht mehr gebraucht“, sagt Ernst im Film. Ich will ihm deutlich widersprechen. Gott wird gebraucht. Und es ist die Kernaufgabe der Kirche als österlicher Gemeinschaft der Hoffnung, seine Gegenwart zu erinnern und zu feiern. Ostern ist ja nicht zuletzt auch eingegangen in die Feier der Kirche. In der Liturgie feiern wir das Leben, das uns geschenkt ist. Wir feiern den Sieg des Guten, den Sieg des Lebens über den Tod. Wir feiern, dass das Böse nicht siegen wird. Manchmal staune ich über böse Kommentare, nicht allein über die konkrete Kirche, sondern über den Glauben an Gott insgesamt. Vertrauen wir wirklich auf eine Welt, in der die Kraft zum Leben allein aus dem Menschen kommt? An eine derartige Welt glaube ich nicht. Ich glaube aber fest daran, dass Menschen zum Guten fähig sind, weil die Kraft nicht allein aus ihnen, sondern aus Gott kommt, der seinen Sohn aus dem Tod geholt hat. Ostern lässt mich in den vielen Formen und Facetten mit der Gegenwart des Auferstandenen rechnen. Die Begegnung mit ihm ist weder plan- noch machbar. Sie hat so viele Formen, wie es menschliche Fragen und Themen gibt. Die Evangelien machen mich wachsam und hoffnungsvoll für seine vielen Möglichkeiten. Er lebt, er ist und bleibt da.

 

MBN

Dokumentation: „Keine Angst vor der Angst“

Predigt von Weihbischof Dr. Udo Markus Bentz in der Christmette im Mainzer Dom

 

Mainz. Der Mainzer Weihbischof und Generalvikar, Dr. Udo Markus Bentz, hat die Osterbacht am Samstag, 7. April, im Mainzer Dom gefeiert und dabei die Predigt gehalten. Der Gottesdienst wurde auf der Internetseite des Bistums live gestreamt. m Folgenden dokumentieren wir den Wortlaut seiner Predigt:

 

Herr, lass uns die Zwischenräume sehen und das Licht…

Zu manchen Zeiten scheint es einfacher zu sein, zum Karfreitag zu predigen als zu Ostern. Mit den vielen Facetten des Leids der Passion Jesu können wir uns in den vielen Facetten menschlichen Leidens identifizieren. Karfreitag ist immer, ob wir wollen oder nicht. Er verschwindet auch nicht mit dieser Osternacht. Ostererfahrungen hingegen scheinen flüchtiger, weniger greifbar zu sein.

Am Donnerstag erreichte mich ein kurzer Ostergruß einer Gemeindereferentin aus unserem Bistum. Gerne möchte ich diesen Gedanken mit Ihnen teilen. Sie schreibt in Anlehnung an eine Redewendung: „Manchmal sehen wir nur Bäume, Probleme dicht an dicht. - Herr, lass uns die Zwischenräume sehen und das Licht.“ (nach E. Matani)

Das Leid der Passion steht mit Wucht in unserem Leben: wie kratzige Baumstämme, Probleme dicht an dicht. Wo ist da Platz für Ostern? Ja, ich bete: „Lass uns die Zwischenräume sehen und das Licht!“ Ich wünsche Ihnen und ich wünsche mir selbst, dass dieser Blick auf das „dazwischen“, auf die Zwischenräume österlicher Hoffnung zwischen den Bäumen der Zumutungen des Lebens gelingt! Paulus hat uns das im Römerbrief zugesichert: „Wir wurden ja mit ihm begraben durch die Taufe auf den Tod, damit auch wir … in der Wirklichkeit des neuen Lebens wandeln.“ (Röm 6,4)

Die Wirklichkeit des neuen Lebens - Ostern - ist das ist das großartige Geschenk unserer Taufe: Auch wenn uns die harten Realitäten des Karfreitags anscheinend unausweichlich im Griff haben - als Getaufte wirkt auch die neue Wirklichkeit des österlichen Lebens schon in uns! „Manchmal sehen wir nur Bäume. Probleme dicht an dicht. Herr, lass uns die Zwischenräume sehen und das Licht.“

Österliche Erfahrungen sind wie ein plötzlicher, überraschender Lichtstrahl oder manchmal auch wie ein diffuses Licht zwischen dem Schatten der Bäume. Diese Sichtweise auf die Wirklichkeit ist nicht selbstverständlich. Das war es für die Jünger nicht. Das war es für die Frauen am Grab nicht. Das ist es für mich und für Sie nicht. Schauen wir genauer hin: Maria von Magdala und der anderen Maria sitzt der Schock und die Trauer fest im Nacken. Vor ihnen die harte Realität des Grabes. Es ist der bohrende Schmerz des Verlustes und der Ohnmacht. Dann aber blitzt im wahrsten Sinne des Wortes etwas ganz anderes auf. Das Evangelium sagt über den Engel, sein Aussehen sei wie ein „Blitz“ (vgl. Mt 28,3) gewesen: Zwischen Golgotha und dem Grab - dazwischen! - blitzt eine neue Wirklichkeit auf: „Fürchtet euch nicht, … er ist auferstanden!“ (Vgl. Mt 28, 5f) Das Grab ist nicht mehr die ganze und erst recht nicht die einzige Wirklichkeit! Deshalb sind die Frauen „voll Furcht und großer Freude“ (vgl. Mt 28,8). In dieser Ambivalenz erkenne ich meine eigene Situation: „Probleme dicht an dicht. - Herr, lass uns die Zwischenräume sehen und das Licht!“ Wenn wir an die Auferstehung glauben, sind wir gerufen, inmitten der Not dennoch und trotz allem „in der Wirklichkeit des neuen Lebens zu wandeln“, wie Paulus es uns ins Stammbuch schreibt. Man müsste uns daran erkennen, wie wenig wir Unheilspropheten sondern wie unverbesserlich wir Hoffende auf gute Wege für die Zukunft sind! Das ist und bleibt unsere Berufung als Christen, als Kirche inmitten unsrer von Leid geplagten Gegenwart.

 

Wie gelingt dies?

Alle Ostererzählungen haben etwas mit Bewegung zu tun: Maria von Magdala wird durch den Engel vom Grab weggeschickt. Sie muss in Bewegung kommen, damit sie dieses „Neue“ erfahren kann. Auf dem Weg begegnet sie dann ja auch dem Auferstandenen. Sie will ihn aber an den Füßen festhalten. Wieder muss sie loslassen und weitergehen. Ähnlich die Emmausjünger: Sie müssen sich auf den Weg machen - weg vom Ort des Grauens. Unterwegs begegnen sie dem Auferstandenen. Andere Jünger gehen weg aus Jerusalem. Sie machen ihre Erfahrungen unterwegs in Galiläa. Petrus springt am See von Tiberias in den See und schwimmt dem Auferstandenen entgegen. Alle müssen sie in Bewegung kommen. Alle müssen sie ihre innere Lähmung, die gefühlte Starre und Schwere aufbrechen und überwinden.

Schwestern und Brüder, das will ich mir zu Herzen nehmen. Wenn wir die Wirklichkeit des uns verheißenen neuen Lebens tatsächlich erfahren wollen, dürfen wir uns nicht der lähmenden Lethargie hingeben. Krallen wir uns nicht fest an dem, was uns bitter macht. Helfen wir einander, aus dieser Lethargie aufzubrechen. Hängen wir nicht starr am Gestern. Einander helfen aufzubrechen - das gehört zu Ostern dazu. Dazu braucht es oft nicht viel: ehrliche Zuwendung, schlichte Signale, wie wir füreinander da sind. Aufbrechen! Manchmal ganz konkret: laufen, sich bewegen. Dann aber auch im übertragenen Sinn: das „Gedankenkarussell“, das mich runterzieht, durchbrechen und ganz bewusst die Gedanken auf die „Zwischenräume zwischen den Bäumen“ richten.  Aufbrechen und Begegnen: Das ist die Dynamik der Ostererzählungen.

Mit einer österlichen Kirche ist es ähnlich: Zwar dürfen wir die alte Wirklichkeit in ihrer ganzen Ambivalenz nicht „wegschieben“. Dennoch werden wir nicht die Wirklichkeit des neuen Lebens erfahren, wenn wir krampfhaft festhalten an dem, was abgestorben und lebloses Relikt ist - wenn wir nur darauf starren, was war. Eine österliche Kirche hat den Mut, sich in Bewegung zu setzen und in aller Ungewissheit und Offenheit darauf zu vertrauen, dass schon längst eine neue Wirklichkeit begonnen hat! Eine österliche Kirche traut dieser neuen Wirklichkeit, ohne schon wieder alles in der Hand haben zu wollen oder schon alle Folgen abschätzen zu können. Es war auch für die ersten Jünger ein Risiko, sich der neuen Wirklichkeit anzuvertrauen, ohne zu wissen, wie es werden wird. Erst aufbrechen, dann erleben, was geschieht - das ist die Dynamik der Ostererzählungen. Wie hieß es? „Die vielen Bäume, Probleme dicht an dicht. Herr, lass uns sehen die Zwischenräume! Und das Licht!“

Leid ist immer persönlich, einzig und unverwechselbar. Aber auch die Wirklichkeit des neuen Lebens ist einzig und unverwechselbar. Der Auferstandene ist frei. Er ist souverän. Er zeigt sich wem, wann, wo und wie er will. Das verwirrt die Jünger: einmal ist es der Gärtner; dann sind es Engel; dann ist es ein Fremder; dann meinen die Jünger, er sei ein Gespenst. Das geht auch uns selbst so: So verschieden unsere Lebenskontexte sind, so verschieden und persönlich sind unsere Ostererfahrungen. Lassen wir uns durch die Vielfalt, manchmal auch die Gegensätzlichkeit unserer österlichen Glaubenserfahrungen nicht verwirren! Anscheinend gehört das zu Ostern dazu. Als Kirche müssen wir das lernen, auszuhalten: vielfältig, individuell unterschiedlich - ja auch gegensätzlich - können unsere Glaubenserfahrungen sein. Die eine Erfahrung ist aber nicht mehr oder weniger gewichtig als die andere. Jesus ist auch heute souverän und frei, wem und wie er sich zeigen will. Begegnen wir den verschiedenen persönlichen Glaubenserfahrungen deshalb nicht mit Skepsis. Sprechen wir uns nicht gegenseitig die Echtheit unsrer Erfahrung ab! Damals wie heute lässt sich die Wirklichkeit des neuen Lebens nicht in ein Schema pressen. Es wäre zwar einfacher. Es wäre aber kein lebendiges Leben, erst recht nicht das neue Leben. Das vergessen wir oft in unseren kirchlichen Diskussionen.

Zerfällt damit diese Wirklichkeit des neuen Lebens in die bloße Subjektivität meiner eigenen Erfahrung? Ganz und gar nicht! Da gibt es noch eine andere Dynamik: Die Frauen gehen zurück zu den Jüngern und erzählen, was sie erfahren haben. Die Emmausjünger gehen zurück nach Jerusalem zu den anderen. Thomas muss in der Gemeinschaft der anderen Jünger sein, um Jesus zu begegnen.

Zwar zeigt sich der Auferstandene nie in gleicher Weise zu gleicher Zeit allen - das bleibt die Erfahrung der weltweiten Kirche durch all die Jahrhunderte. Aber erst indem die je eigenen Erfahrungen zurück- und eingebracht werden in die Gemeinschaft, erkennen die Jünger: Es ist der eine und selbe Jesus, mit dem wir nachösterlich so verschiedene Erfahrungen machen.

 

Auch das ist die Wirklichkeit des neuen Lebens: Wir setzen uns selbst nicht absolut, nicht als einzelne gegenüber den anderen, nicht als Gruppe gegenüber der Gemeinde, auch nicht als Kirche vor Ort gegenüber einer Weltkirche. Aber wir nehmen die Verschiedenheit der Erfahrungen ganz ernst und lernen damit umzugehen. Keiner wurde für sich selbst getauft. Dieses „zurückkehren“ der Jünger an Ostern zur Gemeinschaft der anderen bleibt auch für uns unverzichtbar. So geht Kirche! Und ich bin sehr zuversichtlich und das erhoffe und wünsche ich uns: Dass wir so die Gemeinschaft der Kirche nicht nur als Ballast sondern wieder mehr und mehr als bereichernde Kraftquelle für unseren eigenen Glauben erleben können. Das setzt aber voraus, dass wir uns eben auch als Kirche in diese Dynamik des neuen Lebens wagen! Auch in dieser Hinsicht gilt: Ja, wir sehen die Bäume, die Probleme dicht an dicht! Herr, lass uns die Zwischenräume sehen und das Licht! Amen.

 

MBN

Dokumentation: Karfreitag im Mainzer Dom

Predigt von Bischof Peter Kohlgraf bei Feier vom Leiden und Sterben Christi

 

Mainz. Der Mainzer Bischof Peter Kohlgraf an Karfreitag, 7. April, im Mainzer Dom die Karfreitagsliturgie begangen und dabei die Predigt gehalten. Im Folgenden dokumentieren wir den Predigttext im Wortlaut:

 

„Wenn das Weizenkorn nicht in die Erde fällt und stirbt, bleibt es allein. Wenn es aber stirbt, bringt es reiche Frucht.“ (Joh 12,24).

 

So deutet in den Reden des Johannesevangeliums Jesus selbst seinen bald kommenden gewaltsamen Tod. Leben gewinnt er für sich und für die vielen Menschen, indem er sein Leben hingibt. In den neutestamentlichen Schriften spürt man noch die Erschütterung der frühchristlichen Gemeinden. Wie kann es sein, dass der Messias leiden und sterben muss, und dann diesen schrecklichen Tod am Kreuz, an dem sich Sterben und Folter auf brutale Weise verbinden? Man spürt die Erschütterung, wenn der Evangelist Matthäus von Finsternis und Erdbeben zur Todesstunde Jesu erzählt, davon, dass der Vorhang im Tempel entzweireißt und die Toten aus den Gräbern kommen (Mt 27,45-56). Johannes wählt leisere Töne. Das Sterben und das Wachsen des Weizenkorns ist ein unauffälliges Bild, um den Kreuzestod Jesu deuten zu können und ihm einen tiefen Sinn für Menschen zu geben, die versuchen, in seiner Nachfolge zu leben. Ein wenig scheint die starke Erschütterung im Johannesevangelium zur Ruhe gekommen zu sein. Menschliche Erfahrungen helfen, das Schreckliche fruchtbar für den Glauben und das eigene Leben machen zu können.

Als ich vor beinahe sechs Jahren zum Bischof gewählt wurde, musste ich mein Bischofswappen gestalten. Es sollte etwas von meinem Glauben und meiner Lebenseinstellung wiedergeben. Vor diesem Hintergrund konnte ich mich mit dieser Herausforderung anfreunden. Sollte sich Jesus überhaupt auf die Gestaltung eines Wappens eingelassen haben (was wohl eher unwahrscheinlich ist), hätte er sich vielleicht tatsächlich für das Bild des Weizenkorns entschieden, das, indem es in die Erde fällt und stirbt, letztlich Frucht bringt.

Er hätte damit vielleicht seinem drohenden Tod eine Deutung gegeben, so wie wir es im Johannesevangelium lesen. Wir sehen so in dem Bild des sterbenden Weizenkorns ein Bild des Todes Jesu. Jesus sieht einen Sinn in seinem Sterben, auch wenn er angstvoll und nach Gott rufend in den Tod geht. Wir sehen ihn aber auch, wie er mit dem Gebet des Psalms sein Leben am Kreuz Gott anvertraut. Die biblischen Autoren beschreiben beide Seiten: den Schrei nach Gott und die Ergebenheit in seinen Willen, der auch im Sterben des Sohnes der liebende Vater an seiner Seite bleibt. Und das ist schon enorm viel, seinen Tod nicht als blindes, vernichtendes Schicksal zu sehen. Nicht umsonst nehmen viele Menschen diesen Text auch für Begräbnismessen. Der Mensch ist sterblich, aber viele Bilder der Natur verweisen darauf, dass die Vergänglichkeit ein notwendiger Schritt ist, um neues Leben finden zu können. Dem Weizenkorn sieht man in seiner Kleinheit und Erbärmlichkeit die Wachstumskraft nicht an, man zertritt es, man übersieht es. So wie Jesus darf ich auch mein Leben und meine Vergänglichkeit gläubig deuten. Gott hat in mich ein Potential hineingelegt, das mir sagt: Ich werde über den Tod hinaus leben, aber verwandelt.  Jedes Mal, wenn wir einen Menschen in die Erde senken, tun wir es als Christen in der Hoffnung, dass unser Leben neu wird, dass ungeahntes und wunderbares daraus entstehen kann. Paulus greift das Bild im 1. Korintherbrief auch auf: „Was gesät wird, ist verweslich, was auferweckt wird, unverweslich. Was gesät wird, ist armselig, was auferweckt wird, herrlich. Tod, wo ist dein Sieg? Tod, wo ist dein Stachel?“ (1 Kor 15,42f.55). Jesus deutet seinen Tod als einen notwendigen Schritt, um neues Leben zu finden. Und dennoch bleibt die Erfahrung, dass der Tod einen radikalen Bruch und Einschnitt bedeutet.  Wir schauen auf eine Welt, die von Gewalt und Tod geprägt ist, wo wir eher den Schrei Jesu nach dem Vater für angemessen halten als vertrauensvolle Hingabe. Es ist gut, dass die Texte des Neuen Testaments nicht nur die leisen Töne des Johannes kennen. Aber auch in den vielen so sinnlosen Toden dieser Welt ist das Hoffnungsbild des Weizenkorns wertvoll. Ich will es nicht missen.

Denn es geht nicht nur um Jesu Sterben. Eigentlich ist das ganze Leben Jesu bereits diese Bewegung, sich wegzuschenken. Das Bild des kleinen Korns steht für die Hingabe, die Jesus gelebt hat, und zu der er uns ruft. In Jesus offenbart sich Gott selbst, und er tut es nicht in Glanz und Macht, sondern in Armut und Schwäche. Der Tod Jesu am Kreuz ist nichts anderes als die Konsequenz seines Lebens. Er konzentriert sich nicht auf die Suche nach sich selbst, indem er sich nur um seine eigene menschliche Existenz dreht, sondern er verwirklicht sich selbst, indem er keine Angst davor hat, sich hinzuschenken. Wenn wir in der Nachfolge Jesu stehen, müssen wir fragen: Worin suchen wir unsere Selbstverwirklichung? Wenn wir das Bild des Weizenkorns auch nicht nur auf unsere Auferstehungshoffnung beziehen, sondern auf unsere gesamte Lebenshaltung, dann müsste sie etwas von dieser Sorglosigkeit widerspiegeln, die keine Angst davor hat, sich zu verlieren, wenn sie schenkt. Johannes, der Evangelist, betrachtet nicht nur den Tod, er bietet eine Lebenshaltung an, die gerade in der Welt, die so sehr geprägt ist von Tod und Gewalt, eine lebensnotwendige Alternative ist.

Was sind die Früchte meines Lebens? Jesus ist überzeugt, dass sein Leben und Sterben für andere fruchtbar geworden ist. Und tatsächlich ist uns in ihm ja etwas Unvorstellbares geschenkt. Wir formulieren, dass er uns mitnimmt in die Herrlichkeit des Vaters, dass wir hineingenommen sind in seinen Tod und in seine Auferstehung. Auch auf uns bezogen möchten wir für unser Leben, dass es irgendwie für andere fruchtbar wird. Das erreichen nach dem Wort Jesu nur die Menschen, die sich wegschenken können. Der Narzisst hinterlässt keine Frucht für andere.

Jesus sieht in dem Bild des Weizenkorns ein Symbol, in dem seine ganze Person wiedergegeben ist. Eigentlich sollten wir auch uns selbst in diesem Bild wiederfinden. Mit welchem Bild würden andere Menschen mein Leben beschreiben? Das Weizenkorn wäre ein unauffälliges, aber wunderschönes Lob. Wenn ich so leben und sterben könnte, wäre das eine gute Summe meines Lebens.

 

MBN

Dokumentation: Gründonnerstag im Mainzer Dom

Predigt von Bischof Peter Kohlgraf beim Abendmahlamt

 

Mainz. Der Mainzer Bischof Peter Kohlgraf an Gründonnerstag, 6. April, im Mainzer Dom das Abendmahlamt gefeiert und dabei die Predigt gehalten. Im Folgenden dokumentieren wir den Predigttext im Wortlaut:

 

„Mit großer Sehnsucht habe ich danach verlangt, vor meinem Leiden dieses Paschamahl mit euch zu essen.“ (Lk 22,15) Die Evangelien und Paulus in seinen Briefen setzen dann jeweils unterschiedliche Akzente, dieses Mahl zu deuten. Am Anfang aber steht die Sehnsucht Jesu, mit denen Mahl zu halten, die er liebt, die ihn lieben. Schaue ich in das „Lexikon für Theologie und Kirche“ (3. Auflage, 1993-2001), findet sich unter dem Stichwort „Sehnsucht“ ausschließlich die menschliche Eigenschaft, sich nach Gott auszustrecken und ihn zu suchen. Hier offenbart Jesus seine tiefe Sehnsucht, bei den Menschen zu sein und bei ihnen zu bleiben. Er bricht das Brot und reicht es ihnen, er teilt den Wein und sieht in der Frucht des Weinstocks den Hinweis auf den bleibenden Bund in seinem Blut, und er sagt die Hoffnung aus: Menschen aus allen Völkern und Nationen kommen einmal zusammen, um im Reich Gottes das große Festmahl der Versöhnung feiern zu können. Schließlich berichtet der Evangelist Johannes als einziger von der Fußwaschung. Das Johannesevangelium kennt keinen „Einsetzungsbericht“ des Abendmahls, da es bereits im sechsten Kapitel die drastische Brotrede überliefert hat. In dieser Brotrede macht Jesus vom Empfang seines Leibes in der Gestalt des Brotes das ewige Leben abhängig. Damals verließen ihn viele.

An diesem Abend will ich mich zunächst hineinversetzen in die tiefe Sehnsucht Jesu nach der Gemeinschaft mit seinen Jüngerinnen und Jüngern, ja mit „seinen“ Menschen. Im Wörterbuch findet man für das griechische Wort für „Sehnsucht“, auch die Bedeutungen „Leidenschaft“ und „Begierde“. Jemand, der so empfindet, brennt für jemanden, kann sich kaum zügeln. Mit einem derartigen inneren Feuer geht Jesus in das letzte Abendmahl. Angesichts seines Todes denkt er nicht an sich, sondern will seinen Freunden etwas mitgeben. Wir erleben Jesus hier nicht klagend. Vielmehr nimmt er das vorweg, was in den nächsten Tagen geschehen wird: seine Hingabe für die Menschen und das Versprechen seiner bleibenden Gegenwart in Brot und Wein. So wie das Brot aus vielen gemahlenen Körnern bereitet wird und Leben schenkt, so lässt sich Jesus zermahlen, um sich zur Speise zu geben. So wie der Wein aus vielen zerstoßenen Trauben bereitet wird, so schenkt er Leben und Freude in Fülle, indem er sein Leben hingibt.

Ich glaube: Die Sehnsucht Jesu an diesem einen Abend, seine Leidenschaft und Begierde beschränkt sich nicht auf diesen einen Abend. Jesus lädt seine Kirche ein, dies immer wieder zu vollziehen, zu seinem Gedächtnis. Gedächtnis ist nicht eine Erinnerung an Vergangenes, sondern macht jemanden gegenwärtig. Christus nimmt seinen Tod vorweg, aber er spricht auch von der Zukunft im Reich Gottes mit seinen Jüngerinnen und Jüngern. Wenn die Gemeinde zu seinem Gedächtnis Brot und Wein nimmt, hingibt und teilt, ist er selbst gegenwärtig. Sein Tod wird verkündet, seine Auferstehung gefeiert. Er selbst ist und bleibt der Einladende. Die christliche Gemeinde spielt nicht das Abendmahl nach, sondern Christus versammelt uns als Gastgeber um seinen Tisch. Er gibt sich hin, er nimmt uns mit in seine Hingabe und in seine Auferstehung. Wie damals sehnt er sich danach, mit uns dieses Mahl zu halten. Er empfindet dieselbe Leidenschaft, dieselbe Begierde. Weil er das Leben nicht für sich behalten will, sondern weitergeben. Weil er mit uns feiern will: dass sein Bund ewig währt, dass Gott seine Versprechen der Vergangenheit nie zurücknimmt, dass er treu bleibt, auch wenn die Menschen seine Leidenschaft und Sehnsucht nicht mit dem gleichen Feuer und der gleichen Begeisterung beantworten oder sogar schuldig werden und ihn verlassen.

In der Zeit der Corona-Pandemie gab es eine Karikatur auf der Grundlage der Abendmahlsdarstellung von Leonardo da Vinci. Anders als im Original da Vincis sitzen die zwölf Apostel nicht an einem Tisch mit Jesus, sondern sind auf einem Bildschirm auf digitalen Kacheln verbunden, wie aus der Not heraus nicht nur Konferenzen gestaltet wurden, sondern auch Gottesdienste gefeiert. Digitale Begegnungen haben einen Sinn, aber die Feier der Eucharistie lebt von der Präsenz. Ohne moralischen Zeigefinger will ich an die Sehnsucht Jesu erinnern: Er will mit uns Mahl halten, er will sein Leben in Brot und Wein weitergeben und uns als Auferstandener Speise sein zum ewigen Leben. In jeder Eucharistiefeier wird das letzte Abendmahl gegenwärtig, aber mehr noch: Jesu Hingabe in Tod und Kreuz und sein Sieg über den Tod, an dem er uns allen Anteil geben will.

In der Nacht nach dem letzten Abendmahl zeigen die Jünger: Sie haben den Ernst der Botschaft in den starken Zeichen von Brot und Wein nicht verstanden. Sie gehen mit Jesus in den Ölgarten und schlafen. Dies ist eine der ebenfalls bleibenden ernüchternden Erfahrungen Jesu über die Zeiten hinweg. Selbst der engste Kreis lässt Jesu Leidenschaft und Sehnsucht nicht existenziell an sich heran. Sie verschlafen seine Botschaft, seine Hingabe, sie sind nicht bereit oder fähig, in seine Haltung der Hingabe an andere hineinzufinden.

Der Evangelist Johannes berichtet von der Fußwaschung an den Jüngern. Wenn wir in dieser Liturgie Männern und Frauen die Füße waschen, zeigt dies: Wir spielen nicht einfach theatralisch das Letzte Abendmahl nach. Papst Franziskus hat den bis dahin geltenden Ritus an zwölf Männern im Jahr 2016 verändert. Es geht um einen Ritus, der alle Menschen in den Blick nimmt. Der jüdische Religionsphilosoph Martin Buber hat einmal von der biblischen Botschaft als „Lebewort“ gesprochen. Es geht nicht um Erinnerung, sondern um die Vergegenwärtigung der Hingabe Jesu, die sich in der Fußwaschung zeigt. Auch sie ist eine Vorwegnahme von Tod und Hingabe Jesu. Es ist ein schönes Ritual, wenn der Bischof im Dom oder der Priester in der Gemeinde diesen Ritus vollzieht. Wichtiger aber scheint mir: Mit diesem Ritual wird an die vielen Menschen erinnert, die Tag für Tag aus einer gläubigen Haltung heraus Fußwaschung in vielen Formen vollziehen. Der Gründonnerstag ist somit nicht nur der Tag der Eucharistie und der Sakramente. Er ist nicht nur der Abend, der Leben, Sterben und Auferstehen Jesu zusammenfasst. Er ist auch der Abend, der die „Caritas“ zum „Lebewort“ erhebt. Nächstenliebe ist Gottesdienst, das macht Jesus uns vor. Ich will heute den Vielen danken, die in der Liturgie und Verkündigung und auch in der Zuwendung zum Nächsten Gottes Zuwendung erfahrbar machen für andere, oft ohne große Öffentlichkeit und Dankbarkeit. In ihnen zeigt sich etwas von der Leidenschaft und Sehnsucht Jesu, auch wenn der Alltag oft mühsam sein kann.

Wenn wir heute Gottesdienst feiern, eröffnen wir keine „Passionsfestspiele“, sondern tauchen ein in der Gegenwart Jesu, des Erlösers. Er sehnt sich nach uns, heute wie vor 2000 Jahren. Er will uns mit Leidenschaft begegnen. Möge etwas von seiner Leidenschaft und Sehnsucht unseren Verstand und unser Herz ergreifen. Und darüber hinaus: möge seine Leidenschaft zum Lebewort werden in der Liebe zu Gott und zum Nächsten.

 

MBN