Mainzer Bistumsnachrichten Nr. 8 / 2026

Mainz, 18. April 2026: Der Mainzer Bischof mit den vier neuen Diakonen im Bistum Mainz (v.l.n.r.): Dr. Karl Josef Gruber, Joseph Möller, Bischof Peter Kohlgraf, Mario zur Löwen und Alexander Deick. (c) Bistum Mainz / Blum
Mainz, 18. April 2026: Der Mainzer Bischof mit den vier neuen Diakonen im Bistum Mainz (v.l.n.r.): Dr. Karl Josef Gruber, Joseph Möller, Bischof Peter Kohlgraf, Mario zur Löwen und Alexander Deick.
Datum:
Mi. 29. Apr. 2026
Von:
hoff (MBN)

In der aktuellen Ausgabe mit dem Bistum Mainz auf dem Katholikentag in Würzburg, der Weihe der Diakone mit Bischof Peter Kohlgraf, einem Gesprächsabend mit Bischof Kohlgraf zum Tag des Buches, neuen Aufgabenbereichen für Weihbischof Joshy Pottackal, Bistum Mainz gibt 800.000 Euro für Projekte weltweit, Martin Buhl wird Mitglied der Katholikentagsleitung für Paderborn 2028, der ersten Konferenz der Pfarreileitungen der neuen Pfarreien, einem Besuch von Holocaust-Überlebenden im Bistum Mainz, und einer Würdigung des früheren Diözesankirchenmusikdirektors im Bistum Mainz, Ildefons Bollinger, der im Alter von 96 Jahren verstorben ist.

 

Bistum Mainz auf dem Katholikentag in Würzburg (13.-17.5.)

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Bistumsstand, Podien und Musik mit Mainzer Beteiligung im Überblick

Würzburg. Unter dem Motto „Hab Mut, steh auf“, findet von Mittwoch, 13., bis Sonntag, 17. Mai der 104. Katholikentag in Würzburg statt. Das Bistum Mainz präsentiert sich mit einem eigenen von der Abteilung Öffentlichkeitsarbeit gestalteten Stand auf der Kirchenmeile (Nummer FB-N-10) in der Nähe der Friedensbrücke. Die Bistumsleitung sowie zahlreiche Ehrenamtliche werden vor Ort sein. Der Mainzer Bischof Peter Kohlgraf wird an einer Liturgiewerkstatt zum Thema „Wenn die Kirche nicht mehr im Dorf bleibt“ mitwirken, sowie an einem Podium zum Thema Antifeminismus. Die Bevollmächtigte des Generalvikars, Ordinariatsdirektorin Stephanie Rieth, wird an einem Gespräch zum Thema Missbrauchskrise beteiligt sein. Eine Terminauswahl.

 

Donnerstag, 14. Mai

Am Donnerstag, 14. Mai, hält Pastoralreferentin Dr. Claudia Sticher von 11.30 bis 12.30 Uhr eine Lesung aus ihrem Buch „Ich darf nicht schweigen (Hildegard von Bingen). Mut, Visionen und der Kampf für Gerechtigkeit“. Die Veranstaltung wird musikalisch begleitet von Geigerin Annette Beck aus Mühlheim/Main. Ort der Veranstaltung: Hochschule für Musik, Standort Hofstallstraße, Kleiner Saal, Hofstallstr. 6-8. Außerdem ist Sticher am Donnerstag- und Freitag-Nachmittag mit der Geschichte „Ijobs Frau“ im Bibelerzählzelt im Zentrum für Spiritualität aktiv (Programmnummer DK48).

 

Die christliche Liedermacherband und Chor Laetitia plus aus Obertshausen hat am Donnerstag, 14. Mai, von 14.00 bis 15.00 Uhr einen Auftritt in St. Gertraud (Pleicherkirchplatz 1a, 97070 Würzburg) mit dem Titel: „Das Vaterunser: Ein Mutmachgebet. Ein Lied für jede Zeile des Gebets Jesu“.

 

Am Donnerstag, 14. Mai, von 14.00 bis 15.30 Uhr nimmt Dr. Regina Heyder vom Theologisch-Pastoralen Institut Mainz an einer Fishbowl-Diskussion mit dem Titel: „Gewalt- und geschlechtersensible Theologien. Konsequenzen aus Missbrauch und Frauenfeindlichkeit“ teil. Ort: Don-Bosco-Berufsschule, Schottenanger 10, 1. OG, Turnhalle. Weitere Teilnehmerinnen sind Sr. Teresa Forcades i Vila OSB (Montserrat/Spanien) und Sr. Philippa Haase OFM, Pastoraltheologin (Regensburg). Die Gesprächsleitung übernimmt Dr. Aurica Jax, Theologin aus Münster.

 

In der Rubrik „Gottesdienste | Liturgiewerkstatt“ nimmt der Mainzer Diözesanbaumeister Johannes Krämer am Donnerstag, 14. Mai von 16.30 bis 18.00 Uhr an der Veranstaltung „Liturgische Räume für kleiner werdende Gottesdienstgemeinden. Transformationsprozesse im Sinne des Konzils?“ teil. Ort: Mutterhausareal der Schwestern des Erlösers, Domerschulstraße 1, Gebäude Ost, EG, Honorinesaal, 97070 Würzburg. Außer ihm wird auch Professor Dr. Stephan Winter, Liturgiewissenschaftler aus Tübingen, dabei sein.

 

Ebenfalls von 16.30 bis 18.00 Uhr findet am Donnerstag, 14. Mai, die Werkstatt „Erprobt, erlebt, ermutigt: Schule als Demokratielabor. Zu Erfahrungen und Methoden der Demokratiebildung“ im Maritim Hotel, 1. OG, Salon Echter, Turmgasse statt. Mit dabei sind Martin Buhl, Schulleiter und ZdK-Mitglied aus Riedstadt, Hans Hutzel vom Projekt Demokratiekultur in Waldorfschulen, Stuttgart, Julia Schad-Heim vom Referat Bildung und Jugendsozialarbeit bei In Via Katholischer Verband für Mädchen- und Frauensozialarbeit Deutschland, Freiburg/Breisgau, sowie Tom Urig von der Bundesarbeitsgemeinschaft Kath. Jugendsozialarbeit, Berlin. Vorbereitet wird die Veranstaltung vom Sachbereich des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK) gemeinsam mit dem Bündnis Zusammen für Demokratie.

 

Freitag, 15. Mai

Am Freitag, 15. Mai, gibt die christliche Liedermacherband Laetitia aus Obertshausen von 16.30 bis 17.30 Uhr ein Konzert mit dem Titel: „Steht auf für das Leben! Lieder von Mut, Hoffnung und Zuversicht“ in St. Gertraud, Pleichkirchplatz 1a, 97070 Würzburg.

 

Am Freitag, 15. Mai, findet im World-Café von 16.30 bis 18.00 Uhr die Veranstaltung „(Glaubens-)Wege eröffnen, Haltung zeigen, Schule gestalten. Impulse für Religionslehrkräfte zwischen Anspruch und Alltag“ mit Martin Buhl, Schulleiter und ZdK-Mitglied aus Riedstadt statt. Weiterer Mitwirkender ist der Religionspädagoge Professor Dr. Johannes Heger aus Würzburg. Die Veranstaltung wird vorbereitet von: Bundesverband der katholischen Religionslehrer und -lehrerinnen an Gymnasien (BKRG), Deutscher Katechetenverein (dkv), Lehrstuhl für Religionspädagogik der Universität Würzburg und Sachbereiche des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK). Ort: Burkardushaus, 1. OG, Raum 4/5, Am Bruderhof 1.

 

Der Gospelchor Rejoice aus Rödermark gibt am Freitag, 15. Mai, von 18.30 bis 19.30 Uhr ein Mitsing-Konzert mit dem Titel: „You are good“ in der Don Bosco Kirche, Schottenanger 15, 97070 Würzburg.

 

Samstag, 16. Mai

Am Samstag, 16. Mai, übernimmt Weihbischof Pater Joshy Pottackal um 7.30 Uhr die Konzelebration in der Heiligen Messe im Kiliansdom. 

 

Am Samstag, 16. Mai, nimmt der Mainzer Bischof Peter Kohlgraf von 11.00 bis 12.30 Uhr an der Liturgiewerkstatt/Gottesdienst mit dem Titel Bischof Kohlgraf: „Wenn die Kirche nicht mehr im Dorf bleibt - (Liturgisch) heimatlos in Großgemeinden?“ im Mutterhausareal der Schwestern des Erlösers, Gebäude Ost, EG, Honorinesaal, Domerschulstr. 1, teil. Weitere Mitwirkende sind der Mainzer Bistumspriester Professor Dr. Martin Stuflesser aus Würzburg, sowie Liturgiereferentin Nikola Banach aus Berlin.

 

Am Samstag, 16. Mai, findet von 16.30 bis 18.00 Uhr das Podium „Wer hat das Wort? Wie Antifeminismus Diskursräume verengt. Und wie wir sie wieder öffnen können“ mit Bischof Kohlgraf statt. Ort der Veranstaltung ist St. Johannis, Rennweger Ring 1 in 97070 Würzburg. Zu Beginn gibt die Direktorin der Bundesstiftung Gleichstellung, Lisi Maier aus Berlin, einen Impuls. Auf dem Podium sitzen neben Bischof Kohlgraf auch Josephine Ballon, Geschäftsführerin von HateAid Berlin, Dr. Katarina Barley MdEP, Vizepräsidentin des Europäischen Parlaments, Brüssel/Belgien, sowie Anna Klüsener, Bundesvorsitzende der Pfadfinderinnenschaft St. Georg, Düsseldorf. Die Moderation übernimmt Jutta Weduwen, Berlin. Anwältinnen des Publikums sind Joana Kulgemeyer und Annika Pohl aus Berlin.

 

In der Kategorie „Politik und Gesellschaft“ nimmt die Bevollmächtigte Rieth an einem Gespräch mit dem Titel „Verpasste Chancen - verständlicher Schutzreflex? Von Erkenntnissen und Möglichkeiten aus der Missbrauchskrise“ teil. Das Gespräch findet statt am Samstag, 16. Mai von 19.00 bis 21.00 Uhr im Maritim Hotel Würzburg, 1. OG, Saal Barbarossa, Pleichertorstraße 5, 97070 Würzburg. An dem Gespräch nehmen außer Rieth auch Professor Dr. Lars Castellucci MdB, Menschenrechtsbeauftragter der Bundesregierung, Berlin, Johannes Norpoth vom Betroffenenbeirat bei der Deutschen Bischofskonferenz, ZdK-Mitglied, Bonn, sowie Landesbischöfin Professorin Dr. Heike Springhart aus Karlsruhe teil. Die Gesprächsleitung übernimmt Joachim Frank, Chefkorrespondent DuMont Mediengruppe und ZdK-Mitglied aus Köln.

 

Weitere Mainzer Stände auf der Kirchenmeile

Auf der Kirchenmeile wird auch das Dom- und Diözesanarchiv des Bistums Mainz vertreten sein. Das Archiv beteiligt sich am Stand der Bundeskonferenz der katholischen Archive (LF-C-46) und das Team freut sich darauf, mit Interessierten ins Gespräch zu kommen. Der Leiter Dr. Thomas Brockmann, Eva Grabietz, Marion Singer, und Simone Gröber werden am Stand anzutreffen sein. Das Christliche Orientierungsjahr Mainz ist ebenfalls an einem Stand auf der Kirchenmeile vertreten. Gemeinsam mit den (Erz-)Diözesen Freiburg und Rottenburg-Stuttgart präsentiert sich das Team am Stand „Orientierungsjahre im Südwesten!“ (Standnummer MW-R-13 im Bereich Lebenswelten).

 

Hinweis: Weitere Informationen unter https://bistummainz.de/aktionen/katholikentage/wuerzburg-2026/

 

Nachricht voraus am 22.4.26                                                                                   hoff (MBN)

 

 

 

„Gott sucht keine Superhelden, sondern Menschen aus Fleisch und Blut“

Mainz, 18. April 2026: Die Weihe erfolgt durch Handauflegung und das anschließende Weihegebet des Bischofs. (c) Bistum Mainz / Blum
Mainz, 18. April 2026: Die Weihe erfolgt durch Handauflegung und das anschließende Weihegebet des Bischofs.

Bischof Peter Kohlgraf spendete vier Männern im Mainzer Dom die Diakonenweihe

Mainz. Durch Handauflegung und Gebet hat der Mainzer Bischof Peter Kohlgraf am Samstag, 18. April, Alexander Deick (26) aus Nackenheim-St. Gereon, Dr. Karl Josef Gruber (71) aus Ockstadt-St. Jakobus, Mario zur Löwen (46) aus Wickstadt-St. Nikolaus und Joseph Möller (31) aus Bürstadt-St. Peter bei einem Gottesdienst im Mainzer Dom zu Diakonen weiht. „Das Schöne am Seelsorgeberuf scheint mir zu sein, dass es keine menschliche Begabung gibt, die Sie nicht einbringen können“, betonte Bischof Kohlgraf in seiner Predigt. Die vier Kandidaten hatten sich als Leitmotiv für den Weihegottesdienst den Vers „Ich will den Namen des Herrn verkünden. Preist die Größe unseres Gottes!“ (Dtn 32,3) ausgewählt.

 

Wörtlich sagte der Bischof in seiner Predigt: „Jeder von Ihnen bringt seine eigenen Stärken mit in den Beruf des Diakons. Auch Ihre Schwächen und Grenzen gehören zu diesem Zeugnis, denn gerade sie können für andere stärkend sein: Gott sucht keine Superhelden, sondern Menschen aus Fleisch und Blut - mit Hand und Fuß, mit Herz und Verstand. Wer seine Stärken und seine Grenzen kennt, wird auch den anderen Menschen nicht als Konkurrenz, sondern als Ergänzung und Unterstützung verstehen.“

 

Und weiter: „Freude am Glauben leben und weitergeben ist ein wichtiger Punkt für den kirchlichen Dienst. Dazu muss man nicht naiv sein. Wir alle wissen um die Schwierigkeiten der Kirche, wir wissen um die Situation in Kirche und Gesellschaft. Gerade da brauchen Menschen Quellen des Glaubens, des Vertrauens und der Hoffnung. Sie brauchen heute dringend Vorbilder, die Licht in eine oft dunkle Welt bringen.“

 

Wieder gemeinsamer Weihetermin für Diakone und Ständige Diakone

Nachdem die Diakonenweihe von Priesteramtskandidaten und die Weihe von Ständigen Diakonen in den vergangenen Jahrzehnten in je eigenen Gottesdiensten stattgefunden hatte, wurde mit diesem Gottesdienst erstmals wieder ein gemeinsamer Weihegottesdienst gefeiert. Alexander Deick und Joseph Möller sind Priesteramtskandidaten und haben sich bei der Diakonenweihe zu einem zölibatären Leben verpflichtet; Karl Josef Gruber und Mario zur Löwen werden als Ständige im Bistum Mainz tätig sein, wobei sich Mario zur Löwen ebenfalls für den Zölibat entschieden hat. Die musikalische Gestaltung des Gottesdienstes hatten Domorganist Professor Daniel Beckmann an der Domorgel, eine Schola von Studierenden aus dem Haus der Kirchlichen Berufe unter Leitung von Mechthild Bitsch-Molitor übernommen.

 

Stichwort: Diakon / Ständiger Diakon

Diakone sind bereits in der Apostelgeschichte erwähnt. In der frühen Kirche wirkte der Diakon (griechisch: Diener) in der Armenpflege oder als Gehilfe des Bischofs beim Gottesdienst. Seit dem fünften Jahrhundert verlor das Amt an Bedeutung. Lange Zeit war der Diakon nur noch eine Durchgangsstufe auf dem Weg zur Priesterweihe. Das Sakrament der Weihe ist in der katholischen Kirche in drei Stufen gegliedert: die Diakonenweihe, die Priesterweihe und die Bischofsweihe. Das Zweite Vatikanische Konzil hat das eigenständige Amt des Diakons in der Dogmatischen Konstitution über die Kirche „Lumen Gentium“ vom 21. November 1964 erneuert und sein spezifisches Profil betont.

 

Dort heißt es: „Mit sakramentaler Gnade gestärkt, dienen sie in der liturgischen Diakonie, in der Diakonie des Wortes und der Liebe in Gemeinschaft mit dem Bischof und seinem Presbyterium dem Volke Gottes. Sache des Diakons ist es, je nach Weisung der zuständigen Autorität, feierlich die Taufe zu spenden, die Eucharistie zu verwahren und auszuteilen, der Eheschließung im Namen der Kirche zu assistieren und sie zu segnen, die Wegzehrung den Sterbenden zu überbringen, vor den Gläubigen die Heilige Schrift zu lesen, das Volk zu lehren und zu ermahnen, Gottesdienst und Gebet der Gläubigen zu leiten, die Sakramentalien zu betreuen, den Beerdigungsritus vorzunehmen.“ (Lumen Gentium 29)

 

Das Zweite Vatikanische Konzil eröffnete auch verheirateten Männern die Weihe zu so genannten Ständigen Diakonen. Dabei wird zwischen dem „Diakon mit Zivilberuf“ und dem „Diakon im Hauptberuf“ unterschieden. In der Diözese Mainz wurden 1971 die ersten Männer zu Ständigen Diakonen geweiht. Die Bezeichnung „Ständiger Diakonat“ macht deutlich, dass es sich nicht um eine Durchgangsstufe zur Priesterweihe handelt. Der Diakon ist in besonderer Weise zum helfenden Dienst aufgerufen und kann mit verschiedenen pastoralen und karitativen Aufgaben betraut werden. In der Liturgie assistiert er unter anderem bei Eucharistiefeiern. Er leitet Wortgottesdienste und spendet das Sakrament der Taufe. Außerdem kann er mit Beerdigungen und Trauungen beauftragt werden. Das Mindestalter bei der Diakonenweihe für Ständige Diakone liegt bei 35 Jahren für Verheiratete. Eine Bedingung für den Ständigen Diakonat ist, dass die Ehefrau des Bewerbers die Entscheidung zur Diakonatsweihe mitträgt. Bischöflicher Beauftragter für den Ständigen Diakonat im Bistum Mainz ist P. Ralf Sagner OP.

 

Fotos unter www.bistummainz.de/presse

 

Nachricht voraus am 18.4.26                                                                                     tob (MBN)

 

 

 

Kohlgraf: „KI ist ein Hilfsmittel, das man kritisch nutzen kann“

Mainz, 23. April 2026: Bischof Peter Kohlgraf im Gespräch mit dem Schriftsteller Hanns-Josef Ortheil (rechts). (c) Bistum Mainz / Blum
Mainz, 23. April 2026: Bischof Peter Kohlgraf im Gespräch mit dem Schriftsteller Hanns-Josef Ortheil (rechts).

Gespräch von Hanns-Josef Ortheil mit dem Mainzer Bischof zum Welttag des Buches


Mainz. Das Schreiben werde auch durch die Möglichkeiten Künstlicher Intelligenz (KI) nicht zu einem Ende kommen, hat der Mainzer Bischof Peter Kohlgraf betont. Bei einem Gespräch mit dem Schriftsteller Hanns-Josef Ortheil am Donnerstagabend, 23. April, im Glashaus des Mainzer Staatstheaters sagte er: „Man wird lernen müssen, die verschiedenen Arten von Texten zu unterscheiden und mit ihnen entsprechend umzugehen. Aber vielleicht hilft uns das auch, den Wert des eigenen Schreibens neu zu entdecken. Künstliche Intelligenz ist ein Hilfsmittel, das man kritisch nutzen kann.“ Kohlgraf hob hervor, „dass man Predigten selbst schreiben muss“. Einmal habe er eine KI gebeten, eine Predigt zu schreiben: „Aber das Ergebnis ist wenig überzeugend gewesen. In die Predigt muss das eigene Glaubenszeugnis mit einfließen.“

 

Der Abend stand unter der Überschrift „Glück und Gnade des Schreibens. Zur Begegnung des Menschen mit seiner Sprache“. Das Gespräch wurde vom Hörfunk des Südwestrundfunks (SWR) aufgezeichnet. Die Akademie des Bistums Mainz hat den ausgebuchten Abend mit rund 130 Gästen anlässlich des UNESCO-Welttag des Buches veranstaltet. 

 

„Man muss sich einen Rhythmus geben, wenn man schreibt“, berichtete Kohlgraf aus der Zeit seiner Promotion: „Das waren wichtige Jahre der Selbstdisziplin und Selbstbeobachtung für mich. Auch heute weiß mein Büro, dass bei mir mindestens ein Nachmittag in der Woche freigehalten werden muss für Textarbeit“, sagte der Bischof. Kohlgraf berichtete davon, dass er ein, zwei Jahre lang vor seiner Priesterweihe ein religiöses Tagebuch geführt habe, das er noch gelegentlich zur Hand nehme: „So ein Tagebuch bringt einfach Ordnung in den Kopf.“

 

„Der Beruf des Schriftstellers wird durch Künstliche Intelligenz nicht aussterben“, war sich auch Ortheil sicher. Er habe das Schreiben „mit acht Jahren begonnen, in einer kleinen Blockhütte im Westerwald“, erzählte Ortheil. Sein Vater habe ihn dabei sehr gefördert „und ich bekam Sympathie von meinem Vater für das Schreiben in der Blockhütte“. So habe er „das Glück des Schreibens“ erfahren: „Ich wollte es jeden Tag machen und empfand es als unangenehm, wenn ich nicht geschrieben habe. Es fehlt mir etwas, wenn ich nicht geschrieben habe. Es macht einfach zufrieden, wenn man im Schreiben auf etwas reagiert hat, was man in der Welt gesehen hat.“

 

Am Ende des Abends las Hanns-Josef Ortheil einen Abschnitt aus seinem im vergangenen Jahr erschienenen Roman „Schwebebahnen“ vor, in dem sich zwei Kinder auf die Beichte vor ihrer Erstkommunion vorbereiten. Die Begrüßung hatte Dr. Marita Liebermann, Direktorin der Akademie des Bistums Mainz, übernommen; moderiert wurde das Gespräch zwischen Ortheil und Kohlgraf von Alexander Wasner vom SWR.

 

Fotos unter www.bistummainz.de/presse

 

Nachricht voraus am 23.4.26                                                                                      tob (MBN)

 

 

Neue Koordinationsstelle für Dialog und gesellschaftliche Verantwortung

Mainz, im April 2026: Die Mitarbeitenden des Bischofsvikariates von Weihbischof Pottackal (v.l.n.r.): hintere Reihe: P. Frano Prcela, Eva Baillie, Claudia Sticher, Christoph Krauß, Alexandra Baur und Klaus Baum. Vordere Reihe: Sana Iqbal, Luzeyi Kueluzukina, Weihbischof P. Joshy Pottackal, Nathalie Greifenstein und Sr. Helena Hopf. Es fehlen auf dem Bild: Annette Dittrich, Leandro Fontana und Verena Storch. (c) Bistum Mainz / Blum
Mainz, im April 2026: Die Mitarbeitenden des Bischofsvikariates von Weihbischof Pottackal (v.l.n.r.): hintere Reihe: P. Frano Prcela, Eva Baillie, Claudia Sticher, Christoph Krauß, Alexandra Baur und Klaus Baum. Vordere Reihe: Sana Iqbal, Luzeyi Kueluzukina, Weihbischof P. Joshy Pottackal, Nathalie Greifenstein und Sr. Helena Hopf. Es fehlen auf dem Bild: Annette Dittrich, Leandro Fontana und Verena Storch.

Aufgabenbereich gehört zum Bischofsvikariat von Weihbischof P. Joshy Pottackal O.Carm.

Mainz. Das neue Aufgabengebiet des Mainzer Weihbischofs, P. Joshy Pottackal O.Carm., nimmt mit der Gründung der neuen „Koordinationsstelle für Dialog und gesellschaftliche Verantwortung“ im Bischöflichen Ordinariat zum 1. Mai Gestalt an. Der Mainzer Bischof Peter Kohlgraf hatte den neuen Weihbischof zum Bischofsvikar für die Institute des geweihten Lebens und die Gesellschaften des apostolischen Lebens sowie für Ökumene, Weltkirche und gesellschaftliche Verantwortung ernannt.

 

„Als Karmelit ist es mir ein Herzensanliegen, mit den Instituten des geweihten Lebens und ihren Niederlassungen in unserer Diözese, aber auch mit den Gesellschaften des Apostolischen Lebens im Austausch zu stehen. Indien ist ein Land der Vielfalt – ,Einigkeit in Vielfaltʼ haben wir als Kinder schon beigebracht bekommen. Daher ist es schön, dass ich mit meinen indischen Wurzeln Verantwortung für den interkulturellen und interreligiösen Dialog auf Bistumsebene übernehmen darf. Ich freue mich auf die Aufgaben und Herausforderungen, die die neue Koordinationsstelle für Dialog und gesellschaftliche Verantwortung im Bischöflichen Ordinariat mit sich bringt, und auf die Zusammenarbeit mit den engagierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Koordinationsstelle und des Ordensreferates“ betont Weihbischof Pottackal.

 

In einem längeren Prozess haben die bisher eigenständigen Referate für Ökumene, Weltkirche, Gerechtigkeit und Frieden sowie den interreligiösen Dialog ein Konzept für eine engere Zusammenarbeit in der neuen Koordinationsstelle erarbeitet. „Übergeordnetes Ziel ist der Dialog mit Zivilgesellschaft, internationalen Partnern, ökumenischen Akteuren sowie mit anderen Religions- und Weltanschauungsgemeinschaften. Die Mitarbeitenden unterstützen Haupt- und Ehrenamtliche im Bistum, stellen Schnittstellen innerhalb der Struktur sowie in außerkirchlichen Kontexten her und beraten die Bistumsleitung in allen fachlichen Fragen des Feldes“, erläutert Dr. Eva Baillie, die die Leitung der Koordinationsstelle übernimmt; Weihbischof Pottackal übernimmt die Funktion des Dezernenten.

 

Bisher haben diese bislang selbstständigen Referate der neuen Koordinationsstelle zum Verantwortungsbereich von Generalvikar Dr. Sebastian Lang gehört. Auch das Ordensreferat aus der Personalabteilung des Bistums gehört künftig zum Verantwortungsbereich von Weihbischof Pottackal als Bischofsvikar für die Institute des geweihten Lebens und die Gesellschaften des apostolischen Lebens. Die Koordinationsstelle wird im Mai neue Räumlichkeiten in der Liebfrauenstraße 3 beziehen, das Büro des Weihbischofs wird am Liebfrauenplatz 10 eingerichtet, während das Ordensreferat weiterhin in den Räumlichkeiten der Personalabteilung in der Heringsbrunnengasse 4 bleibt.

 

Foto unter www.bistummainz.de/presse

 

Nachricht voraus am 24.4.26                                                                                       tob (MBN)

 

Bistum Mainz gibt 800.000 Euro für Projekte weltweit

Mit dem Fördergeld des Bistums Mainz wird zum Beispiel ein Projekt für psychologische Hilfe und Rehabilitation für Binnenflüchtlingskinder in der Ukraine unterstützt (c) Bistum Mainz/Weltkirche
Mit dem Fördergeld des Bistums Mainz wird zum Beispiel ein Projekt für psychologische Hilfe und Rehabilitation für Binnenflüchtlingskinder in der Ukraine unterstützt

Ausschuss entscheidet über Vergabe der Mittel – digitales Treffen mit Partnern

Mainz. Das Bistum Mainz hat im Jahr 2025 insgesamt 800.000 Euro eingesetzt, um kirchliche Partnerinnen und Partner weltweit zu unterstützen. Über die Verteilung der Förderung entscheidet ein Vergabe-Ausschuss unter der Leitung von Generalvikar Dr. Sebastian Lang. Damit sich die Vertreterinnen und Vertreter von geförderten Institutionen weltweit und die Mitarbeitenden des Bistums Mainz besser kennenlernen, hat die Geschäftsstelle Weltkirche/Gerechtigkeit und Frieden im März 2026 zum zweiten Mal zu einem digitalen Fördertreffen eingeladen. Die Teilnehmenden stellten ihre Projekte vor und gaben Rückmeldungen über die Verwendung der Mittel. „Unsere Partnerinnen und Partner in Orden und Diözesen weltweit leisten Großartiges unter zum Teil extremen Herausforderungen und wir sind froh, dass wir durch den direkten Austausch mit Christinnen und Christen weltweit auch unseren diözesanen Blick auf Fragen globaler Gerechtigkeit schärfen können“, sagte Generalvikar Dr. Sebastian Lang.

 

Zuständig für die Vorbereitung des Treffens war Dr. Eva Baillie, Referentin für den Bereich Weltkirche im Bistum Mainz. Baillie: „Die Form des digitalen Austauschs ist eine Möglichkeit, die Partnerinnen und Partner miteinander ins Gespräch zu bringen, sowie Abläufe zu optimieren und Transparenz zu erhöhen.“ Die Teilnehmenden gaben positive Rückmeldung zu dem Treffen: „Vielen Dank für Ihren Einsatz weltweit, vor allem auch für Frieden und Versöhnung, den unsere Welt so dringend braucht“, sagte Teilnehmerin Sr. Regina Tesch OSB an das Bistum Mainz gewandt.

 

Mit dem Geld unterstützt das Bistum Mainz zum Beispiel Projekte zur medizinischen Grundversorgung in der Demokratischen Republik Kongo, den Bau eines Wasserpumpensystems in Uganda sowie Schulungen von indischen Ordensleuten im Bereich Kinderschutzpolicy. Auch Projekte zur Förderung von Katechese, Pastoralarbeit (zum Beispiel in Osttimor) sowie zur Sicherung von Nahrungsmitteln und Medikamenten (Südsudan und Angola) wurden gefördert.

 

„Etwa ein Drittel der Fördergelder refinanziert Projekte der katholischen Hilfswerke, gerade auch größere Summen werden ausschließlich über die Hilfswerke vergeben“, erklärte Baillie. „Als Bistum halten wir allerdings weiter an direkter Förderung fest, da wir hier direkt und zeitnah Projekte im sozial-pastoralen Bereich unterstützen können.“ Der Vergabeausschuss legt für jedes Jahr nach Rückmeldung der Partnerorganisationen ein Thema fest, um eine Priorisierung zu ermöglichen. Im Jahr 2024 stand das Thema psychische Gesundheit im Fokus, 2025 war es Folgen von (Binnen)migration und 2026 wird es Empowerment, also Befähigung und Bestärkung, sein.

 

Vergabe-Ausschuss Weltkirche

Eva Baillie organisiert auch die Treffen des Vergabe-Ausschuss Weltkirche des Bistums Mainz. Das Gremium tagt vier Mal im Jahr, Mitglieder sind Haupt- und Ehrenamtliche des Bistums, die sich in ihren jeweiligen Arbeitsfeldern mit Fragen von kirchlicher Entwicklungszusammenarbeit beschäftigen. Auch zwischen den Terminen besteht die Möglichkeit zur Not- und Katastrophenhilfe im Bereich Nahrungsmittel- und Medikamentensicherheit oder auch Rettungs- und Bergungsarbeiten. „Hier ist unser Ansprechpartner Caritas International, die direkt mit Partnerorganisationen vor Ort in Kontakt stehen und gezielt und schnell helfen können“, erklärte Baillie. Auch mit zivilgesellschaftlichen und politischen Partnerorganisationen stehe man in Kontakt, um sich auch über Veränderungen und Herausforderungen der Entwicklungszusammenarbeit auszutauschen. „Wir sind auch verstärkt mit anderen deutschen und deutschsprachigen Diözesen in Kontakt, um uns über Themen wie Missbrauchs- und Korruptionsprävention, Transparenz und Co-Förderung auszutauschen.“ Baillie lädt ein: „Wenn es Interesse an einer Mitarbeit gibt, kann man sich gerne bei uns melden unter weltkirche@bistum-mainz.de“.

 

Hinweis: Weitere Informationen unter bistummainz.de/weltkirche

 

Fotos unter www.bistummainz.de/presse

 

Nachricht voraus am 8.4.26             hoff (MBN)

 

 

 

Martin Buhl in Katholikentagsleitung für Paderborn 2028

Mitglied des Rates der Katholikinnen und Katholiken im Bistum Mainz

 

Mainz/Paderborn. Martin Buhl aus Riedstadt im Bistum Mainz ist Mitglied der Katholikentagsleitung für den 105. Deutschen Katholikentag in Paderborn. Das haben das Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) und das Erzbistum Paderborn am Dienstag, 21. April, in einer gemeinsamen Pressemitteilung bekanntgegeben. Buhl ist Mitglied des Rates der Katholikinnen und Katholiken im Bistum Mainz und von diesem Gremium ins ZdK entsandt. Die Mitglieder der Katholikentagsleitung bereiten zusammen mit der Programmkommission und dem Trägerverein des Katholikentags das Großereignis vor, das vom 24. bis 28. Mai 2028 stattfinden wird. Die Katholikentagsleitung ist das oberste beschlussfassende Gremium des Katholikentags in inhaltlichen und programmatischen Fragen. Es setzt sich aus Vertreterinnen und Vertretern des ZdK und des Erzbistums Paderborn zusammen.

 

tob (MBN)

 

 

Erste Konferenz der Pfarreileitungen der neuen Pfarreien hat getagt

Die Konferenz der Pfarreileitung tagte erstmals im Erbacher Hof in Mainz (c) Bistum Mainz/Hoffmann
Die Konferenz der Pfarreileitung tagte erstmals im Erbacher Hof in Mainz

Leitende kamen im Erbacher Hof zusammen – Delegierte in verschiedene Räte gewählt

Mainz. Das Bistum Mainz hat zum ersten Mal die Pfarreileitungen der neu gegründeten Pfarreien und der Pastoralräume zu einer gemeinsamen Konferenz eingeladen. Am Mittwoch, 22., und Donnerstag, 23. April kamen etwa 80 Teilnehmerinnen und Teilnehmer im Erbacher Hof in Mainz zusammen. Sie wählten eine Sprecherin und einen Sprecher, einen Vorstand, sowie Delegierte in verschiedene Räte.  Weitere Programmpunkte waren Berichte der Bistumsleitung, und verschiedene Themen, welche die Pfarreien betreffen. Die gesamte Bistumsleitung nahm an dem Treffen teil. Die Moderation übernahm Clemens Weißenberger, Geschäftsführer der Konferenz.

 

Als gleichberechtigte Sprecherin und Sprecher wählte das Gremium Pfarrer Christian Feuerstein und Gemeindeassistentin und Koordinatorin Barbara Flößer. In den Vorstand wurden Verwaltungsleiterin Christine Richter, Gemeindereferent und Koordinator Michael Beermann, sowie Pfarrer Ulrich Neff gewählt. Diese fünf Gewählten sind automatisch Mitglieder der Diözesanversammlung. Pfarrer Feuerstein ist durch sein Sprecheramt Mitglied im Priesterrat geworden und Koordinatorin Flößer ist gleichzeitig Mitglied im Diözesanpastoralrat.

 

Delegierte in weitere Gremien

Es wurden zusätzlich je zwei Delegierte in den Diözesanpastoralrat und in den Diözesankirchensteuerrat gewählt:

 

Diözesanpastoralrat

  • Pfarrer Martin Berker
  • Koordinator Pastoralreferent David Haub

 

Diözesankirchensteuerrat

  • Pastoralassistentin und Koordinatorin Mareike Böhm
  • Verwaltungsleiterin Joanna Golonka-Becker

 

Sechs Delegierte wurden in die Diözesanversammlung gewählt

  • Gemeindereferentin und Koordinatorin Benedikta Caspari
  • Pfarrer Bernhard Hock
  • Verwaltungsleiter Matthias Kusch
  • Koordinatorin Petra Licht
  • Verwaltungsleiterin Christine Richter
  • Pfarrer Karl-Heinrich Stein

 

Konferenz der Pfarreileitung

Im Zuge des Pastoralen Weges werden im Bistum Mainz 46 neue Pfarreien gebildet. Die Leitung wird künftig in gemeinsamer Verantwortung getragen: Die neuen Pfarreien werden von einem leitenden Pfarrer, einer Koordinatorin bzw. einem Koordinator und einer Verwaltungsleitung gemeinsam geleitet. Deshalb treffen sich künftig nicht mehr lediglich die leitenden Pfarrer einer Gemeinde, sondern die Leitenden einer Pfarrei nehmen in ihren unterschiedlichen Rollen an der „Konferenz der Pfarreileitung“ teil. Sie dient der Beratung der Bistumsleitung und dem Austausch untereinander und tagt zweimal im Jahr. Vorsitzender der Konferenz ist der Diözesanbischof, im Falle seiner Verhinderung der Generalvikar oder die Bevollmächtigte des Generalvikars. Dem Vorsitzenden steht ein Vorstand zur Seite. Die Konferenz wählt Delegierte in die Diözesanversammlung, den Pastoralrat und den Kirchensteuerrat und vernetzt so die Themen und Räte miteinander.

 

Fotos unter www.bistummainz.de/presse

 

Nachricht voraus am 24.4.26                                                                  hoff (MBN)

 

 

 

„Fragt uns, wir sind die letzten...“ (12. bis 18. April)

Mieczysław Grochowski spielt auf seiner Trompete das von ihm komponierte Lied „Die Tränen der Kinder von Potulice“ (c) Bistum Mainz/Hoffmann
Mieczysław Grochowski spielt auf seiner Trompete das von ihm komponierte Lied „Die Tränen der Kinder von Potulice“

KZ- und Ghetto-Überlebende sprechen mit Jugendlichen im Bistum Mainz

Rheinhessen. Von Sonntag, 12. April, bis Samstag, 18. April, besuchen vier Überlebende der Konzentrationslager und Ghettos das Bistum Mainz, um Schülerinnen und Schülern ihre Erfahrungen aus der Zeit des Nationalsozialismus zu schildern. Die Gäste werden in der Bildungsstätte Kloster Jakobsberg in Ockenheim wohnen. Begleitet werden die Zeitzeuginnen und Zeitzeugen von Ehren- und Hauptamtlichen des Bistums Mainz und des Maximilian-Kolbe-Werkes. In der aktuellen gesellschaftlichen Situation wollen die Zeitzeuginnen ihren Beitrag für ein Bewusstsein leisten, was passieren kann, wenn man die Demokratie und den Rechtsstaat nicht gegen seine Feinde verteidigt. Organisiert wird das Projekt von der Geschäftsstelle Weltkirche/Gerechtigkeit und Frieden im Bistum Mainz in Kooperation mit dem Maximilian Kolbe-Werk in Freiburg.

 

Die Überlebenden sind zwischen 81 und 91 Jahre alt. Sie wurden in dem Internierungs- und Arbeitslager Lebrechtsdorf-Potulitz, im Konzentrationslager Ravensbrück und im Ghetto Sambor inhaftiert. Außerdem ist Dorota Nowakowska zu Gast, die Tochter des Auschwitzüberlebenden Jacek Zieliniewicz. Sie erzählt die Geschichte ihres Vaters und setzt damit sein Engagement als Zeitzeuge fort. Sie ist eine familiär verbundene Zweitzeugin. Der Besuch der Zeitzeugen in Ockenheim wird von der Stiftung Erinnerung, Verantwortung und Zukunft (EVZ) gefördert.

 

Das Bistum Mainz entwickelt darüber hinaus ein Programm, um Menschen zu Zweit-zeug*innen auszubilden, die dann die Lebensgeschichte der Zeitzeug*innen, die schon lange ins Bistum Mainz kommen, in der Zukunft weitererzählen können.   

 

Besuchstermine

An den Gesprächen nehmen Klassen bzw. Jahrgänge aus folgenden Schulen teil:

  • Montag, 13.4.: Sebastian-Münster-Gymnasium Ingelheim
  • Dienstag, 14.4.: Elisabeth-Langgässer-Gymnasium Alzey, Gymnasium am                           Römerkastell Alzey
  • Mittwoch, 15.4.: BMS Ingelheim, Hildegardisschule, Paul-Schneider-

Gymnasium Meisenheim

  • Donnerstag, 16.4.: Maria-Ward-Schule Mainz
  • Freitag, 17.4.: IGS Europa Mainz, Rochusrealschule Bingen

 

Öffentliche Abendveranstaltung

Am Mittwoch, 15. April, findet um 19.00 Uhr in der Integrierten Gesamtschule Kurt Schumacher Ingelheim (Albrecht-Dürer-Straße 30, 55218 Ingelheim am Rhein) ein Gespräch mit dem Zeitzeugen Mieczysław Grochowski statt unter dem Titel „Verschleppt und entrechtet: Gespräch mit dem Zeitzeugen Mieczysław Grochowski“. Grochowski wurde am 25. März 1939 in Pommern geboren. 1943 wurde die gesamte Familie in das Internierungs- und Arbeitslager Lebrechtsdorf-Potulitz verschleppt und bis 1945 dort inhaftiert. Nach der Befreiung musste die Familie ohne den Vater zurechtkommen, der das Konzentrationslager nicht überlebt hatte. Veranstaltet wird der Abend in Kooperation mit der IGS Kurt Schumacher Ingelheim, dem Arbeitskreis Jüdisches Bingen, dem Deutsch-Israelischem Freundeskreis und dem pax christi Rhein-Main Regionalverband Limburg-Mainz. Nähere Informationen: Margarete Ruppert, margarete.ruppert@
igs-ingelheim.de; mobil 0171-4173935.

 

Hinweis: Weitere Informationen zu den Begegnungen: Stephanie Roth, zeitzeugen@stephanie-roth.de, mobil 0171-8289973, Dr. Christoph Krauß, frieden@bistum-mainz.de, www.bistummainz.de/zeitzeugenbesuche; Maximilian-Kolbe-Werk, Freiburg, www.maximilian-kolbe-werk.de

 

Foto unter www.bistummainz.de/presse

Nachricht voraus am 9.4.26       PM (MBN)

 

 

Ildefons Bollinger im Alter von 96 Jahren verstorben

Würdigung des früheren Diözesankirchenmusikdirektors im Bistum Mainz

 

Herne/Mainz. Der frühere Mainzer Diözesankirchenmusikdirektor Ildefons Bollinger ist am 23. März im Alter von 96 Jahren in Herne verstorben. In einem Beitrag auf seiner Internetseite würdigt das Institut für Kirchenmusik im Bistum Mainz das Wirken von Bollinger: „Mit ihm verliert das Bistum Mainz eine Persönlichkeit, die die kirchenmusikalische Arbeit über viele Jahre hinweg nachhaltig geprägt hat.“

 

Ildefons Bollinger (Jahrgang 1929) war in den Jahren 1953 bis 1980 als Musiklehrer am Herner Pestalozzi-Gymnasium und als Kirchenmusiker in Herne-Börnig tätig. 1980 kehrte er in sein Heimatbistum Mainz zurück und wirkte bis zum Jahr 1994 am Institut für Kirchenmusik und als Glockensachverständiger. Nachdem er 1988 zum Kirchenmusikdirektor und Diözesanpräses der Kirchenchöre ernannt worden war, leitete er von 1991 bis 1994 das Institut für Kirchenmusik im Bistum Mainz und trug als Diözesankirchenmusikdirektor die Verantwortung für die Kirchenmusik im gesamten Bistum.

 

„In einer Zeit des Umbruchs und der liturgischen Neuorientierung nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil verstand er es, Tradition und Erneuerung miteinander zu verbinden und die kirchenmusikalischen Reformideen des Konzils umzusetzen. Ein großes Anliegen war es ihm dabei, die Gemeinde durch Musik und Gesänge aktiv in die Liturgie einzubeziehen“, schreiben der Mainzer Domdekan Henning Priesel als Geistlicher Beirat des Instituts für Mainzer Kirchenmusik und der Mainzer Diözesankirchenmusikdirektor Lutz Brenner in einer Würdigung des Verstorbenen. Und weiter: „Besonders wichtig war ihm die Ausbildung nebenamtlicher Kirchenmusikerinnen und Kirchenmusiker. Unter seiner Leitung wurde das Mainzer Institut für Kirchenmusik zu einer Ausbildungs-, Beratungs- und Fortbildungsstelle für Organisten, Chorleiter und Kantoren weiterentwickelt.“

 

tob (MBN)