Andachtsbücher des Mainzer Künstlers Robert Schwarz (bis 30.8.)

Ausstellung zeigt auch Bestände der Martinus-Bibliothek aus acht Jahrhunderten

Mainz, 25. März 2019: Helmut Hinkel (links) und Robert Schwarz mit einem der Künstlerbücher des ehemaligen Mainzer Stadtdruckers. (c) Bistum Mainz / Blum
Mo 25. Mär 2019
tob (MBN)

Mainz. Die Mainzer Martinus-Bibliothek zeigt ab Mittwoch, 27. März, eine Ausstellung mit Andachtsbüchern des Mainzer Künstlers Robert Schwarz sowie einer Auswahl der eigenen Bestände aus acht Jahrhunderten. Schwarz hat in den Jahren 1998 bis 2003 ein umfangreiches Konvolut von gedruckten und gemalten Künstlerbüchern mit dem Text oder Textauszügen des lateinischen Stundenbuches geschaffen.

Die Ausstellung „Schöne Stunden. Andachtsbücher von Robert Schwarz und der Martinus-Bibliothek aus acht Jahrhunderten“ ist - bei freiem Eintritt - bis Freitag, 30. August, in der Martinus-Bibliothek zu sehen. Zur Ausstellung ist ein 72-seitiger Katalog erschienen, der in der Bibliothek für neun Euro erhältlich ist.

Von den rund 30 verschiedenen Andachtsbüchern, die Schwarz geschaffen hat, sind in der Ausstellung acht zu sehen. Den Typus des Stundenbuches bezeichnete Schwarz bei einem Pressetermin am Montag, 25. März, als „die schönsten Bücher, die es überhaupt gibt. Das war für mich, der ich ja schon vorher Bücher gemacht habe, einfach faszinierend.“ Schwarz, der 1951 in Ludwigshafen geboren wurde, war unter anderem Lehrbeauftragter für Lithografie an der Kunstakademie Mainz. Im Jahr 1989 war er, als zweiter Preisträger, Stadtdrucker der Landeshauptstadt Mainz. Von 1979 bis 1998 hatte er sein Atelier in der Lampenfabrik in der Dagobertstraße. „Robert Schwarz hat mit seinen völlig ungewohnten Arbeiten erfasst, was die Andachtsbücher für die einfachen Gläubigen für eine Bedeutung hatten“, sagte der Direktor der Martinus-Bibliothek, Dr. Helmut Hinkel.

Ergänzt werden die lithographischen Neuschöpfungen und Umsetzungen von Stundenbüchern durch Robert Schwarz von Büchern der Martinus-Bibliothek. Aus dem reichen Fundus werden mittelalterliche und neuzeitliche Handschriften sowie Drucke vom 15. bis 20. Jahrhundert gezeigt: unter anderem Stundenbücher, Meditationen, Andachtsbücher, Gebetbücher, Breviere. Der Schwerpunkt der Auswahl liegt auf der Andachtsliteratur von und für Laien. Ausgestellt werden etwa liebevoll geschriebene Andachtsbücher von Frauen aus dem 18. Jahrhundert und Gebetbücher aus dem 19. Jahrhundert mit besonders kostbaren Einbänden. Andachtsbücher seien immer auch eine Spiegel der Frömmigkeitsgeschichte, sagte Hinkel.

Als Beispiel zur künstlerischen Umsetzung des „Gebetbuches von Kaiser Maximilian I.“ durch Robert Schwarz steuert die Martinus-Bibliothek den „Schatzbehalter“ bei, ein illustriertes Meditationsbuch für gestresste Laien (1491) sowie den Druck des „Theuerdank“ von Maximilian I. selbst. Zu seiner modernen künstlerischen Umsetzung des Hohen Liedes aus dem Alten Testament benutzt der Künstler die Übersetzung Goethes, deren Erstdruck gezeigt wird. Als besonderer Höhepunkt ist die Handschrift des „Büchleins von der ewigen Weisheit“ des Konstanzer Mystikers Heinrich Seuse (um 1400) zu sehen.

Vernissage (26.3.) und Finissage (27.8.)

Im Rahmen der Vernissage am Dienstagabend, 26. März, um 18.15 Uhr wird Professor Dr. Bernd Goldmann aus Bamberg einen Vortrag halten. Er spricht zum Thema „Schreiben - Drucken - Malen mit dem Lithostein“. Den Vortrag bei der Finissage am Dienstag, 27. August, um 18.15 Uhr übernimmt Dr. Stefan Soltek vom Klingspor-Museum in Offenbach. Er spricht unter der Überschrift „Von Tag zu Tag – Buchkunst von Robert Schwarz“.

Hinweise:

  • Der Ausstellungskatalog kostet neun Euro und ist in der Martinus-Bibliothek erhältlich. Der von Helmut Hinkel herausgegebene Band ist in der Reihe „Aus der Martinus-Bibliothek Mainz“ als Heft zehn erschienen. ISBN 978-3-934450-74-5.
  • Martinus-Bibliothek - Wissenschaftliche Diözesanbibliothek im Priesterseminar Mainz - Grebenstraße 8 (Eingang), Augustinerstraße 34 (Post), 55116 Mainz, Telefon: 06131/266-222, Fax: 06131/266-387, E-Mail: martinus.bibliothek@bistum-mainz.de, Internet: www.bistum-mainz.de/martinus-bibliothek