Appell für interreligiösen Gebetstag am 14. Mai

Bistum Mainz unterstützt das vom Vatikan mitgetragene Anliegen

CIBEDO in Frankfurt hat zum interreligiösen Gebetstag einen Gebetsvorschlag veröffentlicht. (c) CIBEDO
Mo 11. Mai 2020
tob (MBN)

Mainz. Das Bistum Mainz unterstützt das Anliegen nach einem Interreligiösen Gebetstag. Der „Hohe Ausschuss für die menschliche Geschwisterlichkeit“ hat angesichts der Corona-Pandemie alle Menschen gleich welcher Religion zum Gebet und zur Unterstützung von Betroffenen aufgerufen und den 14. Mai als gemeinsamen, interreligiösen Gebetstag vorgeschlagen. Der Gebetsappell des „Hohen Ausschusses“ ist Ausdruck der enger werdenden Zusammenarbeit zwischen dem Heiligen Stuhl und Vertretern der islamischen Welt. Die christlich-islamische Begegnungs- und Dokumentationsstelle der Deutschen Bischofskonferenz CIBEDO in Frankfurt hat zum interreligiösen Gebetstag einen Gebetsvorschlag veröffentlicht.

Ein besonderer Meilenstein dieser Zusammenarbeit war das christlich-muslimische Grundlagendokument („Dokument über die Brüderlichkeit aller Menschen für ein friedliches Zusammenleben in der Welt“), das Papst Franziskus bei einer Reise in die Vereinigten Arabischen Emirate am 4. Februar 2019 unterzeichnet hat. Beauftragt mit der Umsetzung des Dokumentes ist der sogenannte „Hohe Ausschuss für menschliche Geschwisterlichkeit“. Die Arbeitsgruppe, die aus Vertretern des Christentums, Islams und Judentums besteht, steht unter Federführung der Vereinigten Arabischen Emirate.

In seiner Einladung zum interreligiösen Gebetstag vom 2. Mai 2020 sich der „Hohe Ausschuss“ an „alle religiösen Führungspersonen und Menschen der Welt“. Angesichts der „großen Gefahr“ der Corona-Pandemie sollten sie sich „betend, fastend und mit Werken der Barmherzigkeit an Gott wenden und ihn im Gebet anflehen“. Die Vertreter der Arbeitsgruppe schlagen als Datum für die interreligiöse Initiative den kommenden 14. Mai vor. Dieser solle fortan der „Tag des Gebets, des Fastens sowie der Werke der Barmherzigkeit und des Bittens für die Menschheit“ sein.

Im Folgenden dokumentieren wir den Wortlaut des Appells:

Appell zum Gebet für die Menschheit

An alle unsere Geschwister, die an Gott den Schöpfer glauben,
an alle unsere Geschwister der Menschheit weltweit,

zurzeit ist unsere Welt wegen der weiten Verbreitung des Corona-Virus COVID-19 mit einer großen Gefahr konfrontiert, die das Leben von Millionen Menschen global bedroht. Wir betonen hier unsere Überzeugung von der hochrelevanten Rolle der Medizin und der wissenschaftlichen Forschung bei der Bekämpfung dieser Epidemie. Gleichzeitig darf man in dieser ernsten Krise nicht vergessen, sich an Gott den Schöpfer zu wenden. Daher appellieren wir an alle Menschen auf der ganzen Welt, sich betend, fastend und mit Werken der Barmherzigkeit an Gott zu wenden und ihn im Gebet anzuflehen. Jeder Mensch ist da, wo er sich befindet, und je nach seiner Religion, seinem Glauben und seiner Konfession, dazu aufgefordert, damit Gott diese Seuche beseitigt, uns aus diesem Verhängnis rettet, die Wissenschaft inspiriert, ein heilendes Medikament zu entwickeln, und der Welt dazu verhilft, die gesundheitlichen, wirtschaftlichen und menschlichen Auswirkungen dieser weitverbreiteten gefährlichen Pandemie zu überwinden.

Der Hohe Ausschuss zur Umsetzung der Ziele des Dokuments über die Brüderlichkeit aller Menschen schlägt daher vor, den Donnerstag, 14. Mai 2020, zum Tag des Gebets, des Fastens sowie der Werke der Barmherzigkeit und des Bittens für die Menschheit zu erklären. Der Ausschuss lädt alle religiösen Führungspersonen und alle Menschen auf der Welt dazu ein, diesem Appell nachzukommen und sich gemeinsam mit einer Stimme an Gott den Erhabenen zu wenden, dass Er die Menschheit bewahre und ihr dazu verhelfe, diese Pandemie zu überwinden und Sicherheit, Stabilität, Gesundheit und Wohl zurückzubringen, sodass unsere Welt nach dieser Seuche menschlicher und geschwisterlicher werde als zuvor.“

Hinweise: