Mainz. Die Bevollmächtigte des Generalvikars, Ordinariatsdirektorin Stephanie Rieth, hat begrüßt, dass es durch das Zusammenwirken des Sozialdienstes katholischer Frauen (SkF) und Kinderklinik in Mainz neben der Möglichkeit einer vertraulichen Geburt auch weiterhin die Möglichkeit gebe, ein Neugeborenes anonym rund um die Uhr an einem sicheren Ort abzugeben. Für Frauen in akuten Notlagen könne dies ein letzter Ausweg sein und lebensrettend.
Das betonte Rieth bei einem Besuch der Mainzer Babyklappe am Freitag, 24. Juli. Die Babyklappe war am 23. April an der Kinderklinik des Mainzer Universitätsklinikums neu eröffnet worden als Kooperationsprojekt zwischen SkF als Träger der Babyklappe, der Universiätsmedizin und der Stadt Mainz. Im Oktober 2025 war die Babyklappe an bisherigen Standort am Bruder Konrad-Stift geschlossen worden. Die dortigen Marienschwestern hatten die Einrichtung seit 2002 betreut.
„Mit der Wiedereröffnung setzen der SkF, die Uniklinik und die Stadt Mainz ein starkes Zeichen für den Schutz von Neugeborenen und die Unterstützung von Müttern in extremen Krisensituationen. Die Option für das Leben – besonders das gefährdete - ist ein zutiefst christlicher und caritativer Auftrag“, sagte Rieth, die die Suche nach einem neuen Standort nach Schließung der Babyklappe am Bruder-Konrad-Stift aktiv begleitet hatte. Rieth konnte sich bei dem Besuch über die ersten Erfahrungen mit dem neuen Standort austauschen mit: dem Vorstandsvorsitzenden des Universitätsklinikums, Prof. Ralf Kiesslich, der Leiterin der Kinderklinik, Prof. Corinna Grasemann, sowie den drei SkF-Vorstandsmitgliedern Gabriele Hufen, Andrea Litzenburger und Waltraud Schier sowie Melanie Scheer und Kerstin Dornbusch aus dem Hildegard-Haus des SkF.
Die Babyklappe ist technisch so ausgestattet, dass unmittelbar nach der Ablage des Kindes ein Alarm ausgelöst wird. Fachpersonal der Universitätsmedizin Mainz kümmert sich umgehend um das Neugeborene und sorgt für eine medizinische Erstversorgung. Parallel wird das Jugendamt der Stadt Mainz informiert, um das weitere Vorgehen im Sinne des Kindeswohls zu regeln.
Das Angebot richtet sich an Frauen, die sich in einer ausweglos erscheinenden Situation befinden und ihr Kind anonym abgeben möchten. Um Frauen in dieser äußerst belastenden Lebenslage nicht allein zu lassen, stehen ergänzend Beratungs– und Hilfsangebote des SkF zur Verfügung, die bereits im Vorfeld der Geburt oder im Anschluss anonym in Anspruch genommen werden können.