Ein Jahr intensiver Arbeit an den Pastoralkonzepten

Rund 220 Gäste beim Neujahrsempfang des Bistums Mainz im Erbacher Hof

Mainz, 11. Januar 2020: Rund 220 Gäste waren zum Neujahrsempfang des Bistums Mainz mit Bischof Peter Kohlgraf im Erbacher Hof gekommen. (c) Bistum Mainz / Blum
Sa 11. Jan 2020
tob (MBN)

Mainz. „Nachdem sich auf Bistums- und Dekanatsebene die notwendigen Gremien gebildet haben, wird das Jahr 2020 ein Jahr intensiver Arbeit an den Pastoralkonzepten für die zukünftigen Pfarreien in unserem Bistum sein. Es geht darum, wie wir evangeliumsgemäß und zukunftsfähig in unserem Bistum Kirche sein können. Dazu werden im kommenden Jahr auf Bistums- und Dekanatsebene aussagekräftige Zwischenergebnisse erwartet.“ Das sagte der Mainzer Bischof Peter Kohlgraf beim Neujahrsempfang des Bistums Mainz.

Mainz, 11. Januar 2020: Zu Beginn hatten Sternsinger der Mainzer Pfarreien St. Peter / St. Emmeran ihre Segenswünsche überbracht. (c) Bistum Mainz / Blum

Er dankte allen Menschen, die sich im Bistum Mainz haupt- oder ehrenamtlich engagieren, für ihren vielfältigen Dienst: „Es ist nicht selbstverständlich, dass Menschen dieser Kirche ein Gesicht geben, gerade in einer Zeit, in der es oft nicht einfach ist, sich zur Katholischen Kirche zu bekennen.“ Zu dem traditionellen Empfang des Bischofs waren am Samstag, 11. Januar, rund 220 Gäste aus dem ganzen Bistum Mainz in den Ketteler-Saal des Erbacher Hofes in Mainz gekommen.

Für das Gelingen der anstehenden Arbeitsphase beim Pastoralen Weg seien besonders die Kommunikation untereinander, die geistliche Dimension des Weges und das Bild der neuen Pfarreien als Netzwerke entscheidend, sagte Kohlgraf: „Da in verschiedenen Gremien und an verschiedenen Orten sicher verschiedene Vorstellungen entwickelt werden, wird es auf einen intensiven Austausch und ein geduldiges Ringen aller Beteiligten ankommen, damit wir miteinander auf dem Weg bleiben. Die Runden der regionalen Statusgespräche und Austauschforen im März und November, die Halbzeitgespräche im Mai, die Versammlungen der synodalen Gremien und weitere Kommunikationsformate sollen dies ermöglichen. Die Arbeit im Kontext des Pastoralen Weges und die dazu notwendige Kommunikation kann nur gelingen, wenn alle Beteiligten dieser Arbeit und Kommunikation eine erkennbare Priorität einräumen.“

Ebenso wichtig sei es, sich die geistliche Dimension des Pastoralen Weges in Erinnerung zu rufen: „Immer wieder gibt es die Vermutung, dass es beim Pastoralen Weg doch vorrangig um Strukturen gehe. Grundlegender geht es aber darum, die kommenden Wege im Vertrauen auf Gottes Gegenwart und im Hören auf sein Wort mitzugehen. Diese und andere geistliche Haltungen werden darüber entscheiden, wie wir miteinander sprechen und umgehen, was wir hoffen und planen.“

Notwendig sei darüber hinaus, sich bewusst zu machen, dass mit der Bildung der neuen Pfarreien auch ein neues Verständnis von Pfarrei einhergeht: „Die Bildung von 50 Pfarreien in unserem Bistum ruft Bedenken hervor und ist für viele wenig verlockend. Dies liegt meines Erachtens vor allem daran, dass mit ‚Pfarrei’ das Bild der bisherigen ‚Pfarrgemeinden’ verbunden wird. Eine einfache Vergrößerung der Flächen der Pfarreien bei weitgehend gleichbleibenden Strukturen wäre in der Tat wenig verheißungsvoll. Es ist immer wieder zu verdeutlichen, dass wir uns die neuen Pfarreien als ein Netzwerk vielfältiger Gemeinden und Kirchorte wünschen, in denen Glaube vor Ort gelebt werden kann und gleichzeitig eine gute Zusammenarbeit und Vernetzung gelingt. Dies werde unter anderem nochmals mit einem Infoflyer „Pfarreien als Netzwerk“ deutlich gemacht.

Der Pastorale Weg im Bistum Mainz

Mainz, 11. Januar 2020: Das Jahr 2020 werde ein Jahr intensiver Arbeit an den Pastoralkonzepten für die zukünftigen Pfarreien in unserem Bistum sein, sagte Bischof Peter Kohlgraf. (c) Bistum Mainz / Blum

Beim Pastoralen Weg des Bistums Mainz, der sich als Prozess der geistlichen und strukturellen Erneuerung der Kirche im Bistum Mainz versteht, gibt es drei Phasen: Bis 2021 soll in einer ersten Phase in den Dekanaten ein Konzept erarbeitet werden. Von 2021 bis spätestens zum Jahr 2030 sollen in einer zweiten Phase die derzeit 134 Pastoralen Einheiten (Pfarrgruppen und Pfarreienverbünde) im Bistum dann nach und nach zu künftig rund 50 Pfarreien zusammengeführt werden. Dabei wird es voraussichtlich in den Dekanaten zu Ungleichzeitigkeiten kommen. Sobald eine neue Pfarrei errichtet ist, werden dann in der dritten Phase durch Pfarreientwicklungsprozesse die erarbeiteten Konzepte umgesetzt. In allen Phasen gibt es Möglichkeiten und Formen der Beteiligung.

Weitere Themen und Termine

Mainz, 11. Januar 2020: Bischof Peter Kohlgraf dankte den

Breiten Raum werde nach wie vor die Aufarbeitung des sexuellen Missbrauchs in der Kirche auf Bistumsebene und auf Ebene der Bischofskonferenz einnehmen. Kohlgraf erinnerte daran, das der Synodale Weg, den die Deutsche Bischofskonferenz gemeinsam mit dem Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) führt, in drei der vier Themenbereiche im Wesentlichen auf die Ergebnisse der MHG-Studie zurückgeht. Ende Januar wird die erste Plenarsitzung des Synodalen Weges in Frankfurt stattfinden (31. Januar-1. Februar). Von Seiten des Bistums Mainz werden daran teilnehmen: Bischof Kohlgraf, Weihbischof Dr. Udo Markus Bentz, Pfarrer Markus Konrad (Priesterrat), Martin Buhl (Katholikenrat/ZdK), Daniela Ordowski (BDKJ/ZdK), Vera Scheuermeyer (BDKJ/ZdK) und Isabella Vergata (Muttersprachliche Gemeinden/ZdK).

Wichtige Termine für das Bistum im Jahr 2020 seien neben der Frühjahrsvollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz (2.-5. März) in Mainz auch die Eröffnung der diesjährigen Missio-Aktion im Mainzer Dom (4. Oktober), die zweite Jugendsynode (7. bis 8. November), das Gedenken an den 75. Todestag von Pater Alfred Delp SJ, der seine Jugend im Bistum Mainz verbracht hat, sowie die Vorbereitung auf den dritten Ökumenischen Kirchentag im Mai 2021 in Frankfurt, bei dem das Bistum Mainz eines der „gastgebenden Bistümer“ ist.

Die Geschäftsführende Vorsitzende der Diözesanversammlung, Dr. Hildegard Dziuk aus Darmstadt, rief dazu auf, das Licht von Bethlehem in der Welt zum Leuchten zu bringen: „Dort, wo Menschen einander ohne Ansehen der Person beistehen, wo Menschen sich einsetzen für Frieden, Gerechtigkeit und Bewahrung der Schöpfung, wo Menschen fähig sind, Verantwortung zu übernehmen und Unrecht wiedergutzumachen, kurz gesagt: wo immer Menschen bereit sind, ihren Glauben an Gott in Wort und Tat zu verkünden und unermüdlich mit bauen an seinem Reich, da kann man das Licht aus Bethlehem aufblitzen sehen.“ Es sei notwendig, „dass wir jeden Tag neu den Mut aufbringen, Hassbotschaften zu widersprechen. Einen Fanatiker können wir nicht überzeugen, aber wir haben sehr wohl Einfluss darauf, wo sich die große Masse der Unentschlossenen hinbewegt“.

Die Begrüßung und Moderation hatte Seelsorgedezernent, Ordinariatsdirektor Hans Jürgen Dörr, übernommen, der auch für die Pastoralen Räte im Bistum Mainz zuständig ist. Es sei wichtig, sich auf dem Pastoralen Weg des Bistums immer wieder in Erinnerung zu rufen, „dass wir zuerst zu denen gehen müssen, die an den Rändern von Kirche und Gesellschaft stehen“. Und weiter: „Als Kirche müssen wir uns immer wieder fragen: Sind wir eine geschlossene Gesellschaft oder eine Kirche mit offenen Türen.“ Dörr vertrat den Mainzer Weihbischof und Generalvikar, Dr. Udo Markus Bentz, der noch bis 15. Januar die Deutsche Bischofskonferenz beim 20. Internationalen Bischofstreffen im Heiligen Land vertritt. Bentz ist bei der Deutschen Bischofskonferenz Vorsitzender der Arbeitsgruppe Naher und Mittlerer Osten der Kommission Weltkirche.

Musikalisch gestaltet wurde der Empfang von den Singkids der dritten und vierten Klassen der Mainzer Martinus-Schule Oberstadt unter Leitung von Carina Ohler und der Mainzer Domkantorin Jutta Hörl. Zu Beginn hatten Sternsinger der Mainzer Pfarreien St. Peter / St. Emmeran ihre Segenswünsche überbracht. Eingeladen zum traditionellen Neujahrsempfang waren unter anderen die Mitglieder des Domkapitels und der Dezernentenkonferenz, die Ordensoberen und die Leitungen der Geistlichen Gemeinschaften, die Leiter der Bistumsschulen, die Mitglieder des Diözesan-Pastoralrates, des Diözesan-Kirchensteuerrates, der Verbände im Bistum Mainz und der diözesanen Einrichtungen sowie der Dekanatsräte der insgesamt 20 Dekanate im Bistum Mainz.