„Ein Segen zu lieben“ (22.9.)

Tag der Ehejubiläen mit Bischof Kohlgraf im Mainzer Dom

Tag der Ehejubiläen 2019 (c) Bistum Mainz
Mo 9. Sep 2019
am (MBN)

Mainz. Zum ersten Mal findet im Mainzer Dom ein Tag der Ehejubiläen statt. Der Gottesdienst, dem der Mainzer Bischof Peter Kohlgraf vorsteht, beginnt am Sonntag, 22. September, um 14.00 Uhr.

Die Einladung von Bischof Kohlgraf zu diesem Gottesdienst wurde an rund 1.500 Paare geschickt, die in diesem Jahr ihre Silberhochzeit bzw. ihr 50., 60. oder 65. Ehejubiläum feiern. Aufgrund der großen Resonanz – 400 Paaren konnte eine Zusage gegeben werden – können nur die Paare an dem Gottesdienst teilnehmen, die eine persönliche Einladung und Einlasskarten erhalten haben. Der Tag der Ehejubiläen steht unter der Überschrift „Ein Segen zu lieben“ und wurde vom Referat Erwachsenenseelsorge im Bischöflichen Ordinariat Mainz vorbereitet. Im Interview sprechen Stephan Weidner, Barbara Wolf und Margit Feist über die Vorbereitungen und den Ablauf des Tages.

Mainzer Bistumsnachrichten (MBN): Warum veranstalten Sie diesen Tag?

Stephan Weidner: Es ist ein guter Brauch, Jubiläen zu feiern. Sie machen deutlich, dass es etwas Besonderes ist, wenn man eine Sache über einen langen Zeitraum erlebt, schafft und gestaltet. Andere Bistümer bieten ähnliche Veranstaltungen schon lange an. Jetzt hat auch Bischof Kohlgraf diese Idee aufgegriffen und Ehejubilare nach Mainz eingeladen. Stellvertretend für die Menschen im Bistum bringt er damit die Freude über gelingende Ehen zum Ausdruck. Es ist wunderbar, wenn Menschen glücklich in Beziehungen leben. Das Erlebnis, dass es so viele Paare gibt, die ihren Weg mit Gott als Dritten im Bunde gestalten, ist eine Ermutigung. Auch bietet der Tag das Erlebnis einer besonderen Gemeinschaft, die man ansonsten vielleicht nicht mehr erleben kann.

MBN: Was erwartet die teilnehmenden Paare?

Barbara Wolf: Sie erwartet ein festlich gestalteter Gottesdienst mit unserem Bischof und zehn Konzelebranten, dem Mädchenchor des Domes und der Möglichkeit zum Empfang eines persönlichen Segens am Ende des Gottesdienstes. Im Gottesdienst können die Paare auch ihr Eheversprechen bekräftigen, das sie sich vor vielen Jahren gegeben haben. Anschließend gibt es im Erbacher Hof eine Begegnung bei Kaffee und Kuchen, zu der auch der Bischof dazu kommen wird. Die Paare können im Kreuzgang außerdem noch ein Erinnerungsfoto von sich machen lassen, und das Dom- und Diözesanmuseum hat alle teilnehmenden Paare eingeladen, kostenlos einen Blick in die aktuelle Ausstellung zu werfen.

MBN: Warum ist Paaren die Teilnahme an dieser Art von Veranstaltung wichtig?

Margit Feist: Es ist vor allem Anerkennung, Dankbarkeit, Hoffnung, Ermutigung und die Bekräftigung des gegenseitigen Versprechens: All das wird in der Feier zum Ausdruck kommen. Das stärkt eine lange gelebte Beziehung und belebt sie neu. Auch vom Bischof eingeladen worden zu sein, hat viele Paare sehr gefreut. Der festliche Rahmen für das persönliche Jubiläum erscheint vielen passend.

Tag der Ehejubiläen (c) Bistum Mainz

MBN: Die Resonanz auf Ihre Einladung war groß. Hatten Sie das erwartet?

Stephan Weidner: Wir waren gespannt. Ohne zu ahnen, wie die Feier angenommen wird, haben wir staunend beobachtet, wie schnell sich die möglichen 800 Plätze füllten. Das Interesse ging weit über unsere Erwartungen hinaus.

MBN: Sie mussten Paaren absagen, da war die Enttäuschung sicher groß. Wie gehen Sie damit um?

Barbara Wolf: Das war in der Tat eine schwierige Sache und hat viele Paare verärgert. Wir werben um Verständnis, nicht alles ist kalkulierbar. Und wir haben mit einem weiteren Angebot im kommenden Jahr reagiert. Am 26. April 2020 wird es eine zweite Feier für die Jubelpaare aus 2019 geben. Hierfür kann man sich noch anmelden. Die Feiern sollen in den nächsten Jahren fortgesetzt werden. Nach dieser Erfahrung haben wir aber gleich zwei, am 6. und am 12. September 2020, geplant.

MBN: Ein Ehejubiläum zu feiern, ist heute nicht mehr selbstverständlich. Was ist Ihr Tipp, damit eine Ehe gelingt?

Margit Feist: Es gibt keine Patentrezepte. Eine Beziehung ist sehr vielschichtig und nicht alles liegt in der Hand der Partner. Aber eine ganze Menge ist möglich. Ich selbst bin 36 Jahre verheiratet und sehe eine Menge Beziehungsarbeit, die mein Mann und ich geleistet haben. Darauf achten, dass der Partner bzw. die Partnerin sich entfalten kann, Bereitschaft zur Vergebung und zum Kompromiss, Zeit miteinander verbringen und gut miteinander reden: Das sind wichtige Dinge, die helfen, dass eine Ehe gelingt. Möglichkeiten um diese Dinge einzuüben bieten wir im Referat an.

MBN: Wie unterstützen Sie als Referat Erwachsenenseelsorge Paare nach der Hochzeit?

Stephan Weidner: Gut miteinander sprechen kann man lernen. Wir bieten Kurse dazu an, die von den Teilnehmerinnen und Teilnehmern als ausgesprochen hilfreich erlebt werden. Dazu gibt es Veranstaltungen, die es einem Paar ermöglichen, miteinander ihre Beziehung zu betrachten und neue Verabredungen zu treffen. Das Bistum Mainz bietet auch Beratungsmöglichkeiten im Konflikt- und Krisenfall und bei sozialen Problemen an. Viele Angebote gibt es zudem für die anstrengende, für die Beziehung oft harte Phase der Familiengründung, wenn die Kinder kommen: Familienzentren, Beratungsstellen, Familienbildung, Freizeiten und vieles mehr. Es lohnt sich, einen Blick auf unsere Homepage zu werfen.

Hinweis: Referat Erwachsenenseelsorge im Bischöflichen Ordinariat Mainz, Leitung: Stephan Weidner, Telefon: 06131/253-251, E-Mail: erwachsenenseelsorge@bistum-mainz.de, Internet: www.bistummainz.de/ews

Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Referats Erwachsenenseelsorge

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