Erste Dezernentin des Bistums Mainz

Dr. Gertrud Pollak, Dezernentin für Schulen und Hochschulen, geht in den Ruhestand

Mainz, 11.2.2019: Geht zum ersten März in den Ruhestand: die langjährige Dezernentin für Schulen und Hochschulen, Dr. Gertrud Pollak (c) Bistum Mainz
Mo 11. Feb 2019
am (MBN)

Mainz. Die langjährige Dezernentin für Schulen und Hochschulen im Bistum Mainz, Ordinariatsdirektorin Dr. Gertrud Pollak, geht zum 1. März in den Ruhestand. Der Mainzer Bischof Peter Kohlgraf wird die Verdienste Pollaks im Rahmen eines festlichen Abendessens mit Wegbegleitern, Freunden und Mitarbeitern am Freitag, 22. Februar, im Erbacher Hof in Mainz würdigen. 

 

Die Feierstunde beginnt um 17.00 Uhr mit einem Abendlob in der St. Bernhard-Kapelle des Erbacher Hofes. Anstelle von persönlichen Geschenken bittet Pollak um Spenden zugunsten des Projektes „Mainzer Domorgel“. Aktuell ist die Leitung des Dezernates Schulen und Hochschulen zusammen mit dem Dezernat Weiterbildung, das seit Februar vakant ist, ausgeschrieben.

In Schulen wirkt Kirche in die Gesellschaft

Im Jahr 2000 hatte Pollak den Bereich des Dezernates Schulen und Hochschulen übernommen. Zuvor war sie im Bistum Mainz bereits seit 1989 Direktorin und Dozentin für Dogmatik an der Fachakademie zur Ausbildung von Gemeindereferentinnen und Gemeindereferenten. 24 kirchliche Schulen aller Schularten – angefangen von Grundschulen über Förder- und Berufsschulen bis zu Gymnasien – mit rund 10.000 Schülerinnen und Schülern und 1.000 Lehrerinnen und Lehrern stehen in der Verantwortung ihres Dezernates. Dazu kommen der Religionsunterricht an fast 1.000 Schulen auf dem Gebiet des Bistums Mainz mit etwa 3.000 Religionslehrkräften und die Schulpastoral, sowie Fortbildung und Begleitung der Lehrkräfte und der schulpsychologische Dienst.

Pollak betont, dass die Bildungsangebote von Kirche in weiten Kreisen der Gesellschaft hohe Akzeptanz erfahren – sei es im Religionsunterricht, sei es an Schulen in kirchlicher Trägerschaft. Pollak ist sich sicher, dass kirchliche Schulen – trotz demographischer Veränderungen – für Schüler und Eltern weiterhin attraktiv bleiben. „Es sind gute Schulen, die gemäß unserem Motto ,Den Menschen stärken‘ eine besondere Förderung mit jedem Schüler suchen. Es sind Schulen, an denen christliche Werte eine Rolle spielen und Christ-Sein gelebt wird.“

„Natürlich sind unsere Schulen keine Bastionen einer heilen Welt. Die Probleme der Gesellschaft gibt es auch bei uns. Diese versuchen wir, im Sinne jedes Kindes gut zu lösen“, sagt Pollak. Sie ist überzeugt, dass kirchliche Schulen den „Wert der Religion in einer Gesellschaft sichern helfen“. Deswegen ist ihr auch an einer „guten Elternarbeit“ gelegen, um die Eltern bei der Erziehung ihrer Kinder zu stärken und deren „religiöses Interesse“ wach zu halten.

Pollak hat zahlreiche Kontakte zur Bildungspolitik auf Landes- und Bundesebene sowie zur evangelischen Kirche gehalten. „Es ist wichtig, dass wir als Bistum Mainz in alle bildungspolitischen Entwicklungen in Rheinland-Pfalz und Hessen involviert sind“, sagt sie. In ihren Verantwortungsbereich fällt auch die Katholische Hochschule (KH) in Mainz; als bischöfliche Hochschuldezernentin stand sie außerdem in engem Austausch zur Katholisch-Theologischen Fakultät in Mainz und zu den theologischen Instituten in Gießen und Darmstadt, wo junge Menschen für das Lehramt Katholische Religion ausgebildet werden.

Großes überdiözesanes Engagement

Auch überdiözesan ist Pollak vielfach engagiert gewesen: Sie war von 2012 bis 2017 Mitglied im Vorstand der bundesweiten Konferenz der Leiterinnen und Leiter der katholischen Schul- bzw. Hochschuldezernate. 2006 bis 2009 war sie deutsche Vertreterin in der römischen Kommission des Rates der Europäischen Bischofskonferenzen (CCEE) zu Religion und Schule und von 2001 bis 2011 Beraterin der Kommission für Erziehung und Schule der Deutschen Bischofskonferenz

Schönstatt-Bewegung als geistliche Heimat

Als ihre „geistliche Heimat“ nennt Pollak die Schönstatt-Bewegung. Seit 2007 ist sie Mitglied der Generalleitung des in vier Kontinenten vertretenen Säkularinstituts „Frauen von Schönstatt“. Bereits nach ihrem Theologie-Studium war sie von 1984 bis 1986 als Bildungsreferentin in einem internationalen Projekt der Schönstatt-Bewegung in Vallendar tätig. „Diese Zeit hat mich sehr geprägt. Ich habe hier verstanden, was Weltkirche bedeutet, und konnte erleben, wie Kirche in anderen Ländern Gesellschaft prägt oder auch nicht.“ Zudem war sie von 1992 bis 1999 Mitglied im Vorstand der Arbeitsgemeinschaft der Säkularinstitute in Deutschland und in diesem Zeitraum auch Mitglied des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK). In diese Jahre fällt ihre Teilnahme als Expertin an der Weltbischofssynode in Rom 1994 zum Thema „Das geweihte Leben und seine Sendung in Kirche und Welt“.

Gertrud Pollak wurde am 18. März 1954 in Geislingen an der Steige geboren. Sie studierte in Freiburg i.Br. Germanistik und Katholische Theologie für den Unterricht an Gymnasien. Danach absolvierte sie eine Ausbildung zur Pastoralreferentin (1986 bis 1989). 1986 wurde sie mit einer Dissertation bei Professor Dr. Karl Lehmann - damals schon Bischof von Mainz - im Fach Dogmatik zur Doktorin der Theologie promoviert. Von 1989 bis 1999 war sie Direktorin und Dozentin für Dogmatik an der Fachakademie zur Ausbildung von Gemeindereferentinnen und Gemeindereferenten in Mainz. Im Januar 2000 wurde Pollak in der Nachfolge von Domkapitular Prälat Ernst Kalb Dezernentin für Schulen und Hochschulen im Bistum Mainz. Damit war sie die erste Frau im Bistum Mainz, die Mitglied der Dezernentenkonferenz geworden ist.