Rheinhessen. Von Sonntag, 12. April, bis Samstag, 18. April, besuchen vier Überlebende der Konzentrationslager und Ghettos das Bistum Mainz, um Schülerinnen und Schülern ihre Erfahrungen aus der Zeit des Nationalsozialismus zu schildern. Die Gäste werden in der Bildungsstätte Kloster Jakobsberg in Ockenheim wohnen. Begleitet werden die Zeitzeuginnen und Zeitzeugen von Ehren- und Hauptamtlichen des Bistums Mainz und des Maximilian-Kolbe-Werkes. In der aktuellen gesellschaftlichen Situation wollen die Zeitzeuginnen ihren Beitrag für ein Bewusstsein leisten, was passieren kann, wenn man die Demokratie und den Rechtsstaat nicht gegen seine Feinde verteidigt. Organisiert wird das Projekt von der Geschäftsstelle Weltkirche/Gerechtigkeit und Frieden im Bistum Mainz in Kooperation mit dem Maximilian Kolbe-Werk in Freiburg.
Die Überlebenden sind zwischen 81 und 91 Jahre alt. Sie wurden in dem Internierungs- und Arbeitslager Lebrechtsdorf-Potulitz, im Konzentrationslager Ravensbrück und im Ghetto Sambor inhaftiert. Außerdem ist Dorota Nowakowska zu Gast, die Tochter des Auschwitzüberlebenden Jacek Zieliniewicz. Sie erzählt die Geschichte ihres Vaters und setzt damit sein Engagement als Zeitzeuge fort. Sie ist eine familiär verbundene Zweitzeugin. Der Besuch der Zeitzeugen in Ockenheim wird von der Stiftung Erinnerung, Verantwortung und Zukunft (EVZ) gefördert.
Das Bistum Mainz entwickelt darüber hinaus ein Programm, um Menschen zu Zweit-zeug*innen auszubilden, die dann die Lebensgeschichte der Zeitzeug*innen, die schon lange ins Bistum Mainz kommen, in der Zukunft weitererzählen können.
An den Gesprächen nehmen Klassen bzw. Jahrgänge aus folgenden Schulen teil:
Am Mittwoch, 15. April, findet um 19.00 Uhr in der Integrierten Gesamtschule Kurt Schumacher Ingelheim (Albrecht-Dürer-Straße 30, 55218 Ingelheim am Rhein) ein Gespräch mit dem Zeitzeugen Mieczysław Grochowski statt unter dem Titel „Verschleppt und entrechtet: Gespräch mit dem Zeitzeugen Mieczysław Grochowski“. Grochowski wurde am 25. März 1939 in Pommern geboren. 1943 wurde die gesamte Familie in das Internierungs- und Arbeitslager Lebrechtsdorf-Potulitz verschleppt und bis 1945 dort inhaftiert. Nach der Befreiung musste die Familie ohne den Vater zurechtkommen, der das Konzentrationslager nicht überlebt hatte. Veranstaltet wird der Abend in Kooperation mit der IGS Kurt Schumacher Ingelheim, dem Arbeitskreis Jüdisches Bingen, dem Deutsch-Israelischem Freundeskreis und dem pax christi Rhein-Main Regionalverband Limburg-Mainz. Nähere Informationen: Margarete Ruppert, margarete.ruppert@igs-ingelheim.de; mobil 0171-4173935.
Hinweis: Weitere Informationen zu den Begegnungen: Stephanie Roth, zeitzeugen@stephanie-roth.de, mobil 0171-8289973, Dr. Christoph Krauß, frieden@bistum-mainz.de, www.bistummainz.de/zeitzeugenbesuche; Maximilian-Kolbe-Werk, Freiburg, www.maximilian-kolbe-werk.de