„Gebet rund um die Uhr“ in Mainz-Bretzenheim

Weihbischof Bentz feierte Gottesdienst zum offiziellen Beginn der Gebetsinitiative

Mainz, 2. Februar 2020: Mit einer Eucharistiefeier in der Kapelle der Heiligen Familie in Mainz-Bretzenheim hat der Mainzer Weihbischof und Generalvikar Dr. Udo Markus Bentz den offiziellen Beginn der Initiative „Gebet rund um die Uhr in Mainz“ gefeiert. (c) Bistum Mainz / Blum
Mo 3. Feb 2020
tob (MBN)

Mainz. Mit einer Eucharistiefeier in der Kapelle der Heiligen Familie in Mainz-Bretzenheim hat der Mainzer Weihbischof und Generalvikar Dr. Udo Markus Bentz den offiziellen Beginn der Initiative „Gebet rund um die Uhr in Mainz“ gefeiert. Zum ersten Advent 2019 hatte die Initiative mit der Eucharistischen Anbetung in der Kapelle begon-nen. Mit dem Gottesdienst beginnt nun die Ewige Anbetung, 24 Stunden am Tag und sie-ben Tage in der Woche. 

Mainz, 2. Februar 2020: Bei der Eucharistischen anbetung wird eine konsekrierte Hostie in einer Monstranz „ausgesetzt“, das heißt zur Anbetung auf den Altar gestellt.

„Diese Gebetsinitiative zeigt, dass eine betende Kirche eine lebendige Kirche ist“, sagte Weihbischof Bentz bei dem Gottesdienst am Sonntagabend, 2. Februar. „Kirche lebt von solchen Menschen und Orten. Die Lebenskraft des Gebetes hat die Kraft, aus diesem Mauern hinauszugehen und in unser Bistum hinein zu strahlen“, sagte Bentz. Für viele Menschen scheine Gott heute „ein verborgener Gott zu sein, zu dem die Menschen keine Verbindung mehr haben“, sagte der Weihbischof. „Manche haben Gott ganz vergessen. Dagegen hilft nur die Erinnerung: Gott will gesucht werden und Gott kann gefunden werden, wenn wir uns auf den Weg machen, ihn zu suchen. Deshalb braucht es Menschen, die Gott nicht vergessen haben, damit andere daran erinnert werden, dass es sich lohnt, Gott zu suchen.“ 
 
Weiter sagte Bentz: „Den gottvergessenen Menschen muss jemand begegnen, der von Gott erfüllt ist. Es braucht Menschen, die in unserer schnelllebigen Zeit Zeichen setzen und sich selbst Gott hingeben, der sich in der Eucharistie zeigt.“ Die Begegnung mit Gott im Gebet sei eine Möglichkeit, die sakramentale Gegenwart Gottes erfahrbar zu machen, genauso wie dies etwa in der Hinwendung zu Menschen geschehe, die Hilfe brauchen. Bentz hob hervor, „dass es nicht darum gehen kann, diese verschiedenen Möglichkeiten des Christseins gegeneinander auszuspielen“. Konzelebrant des Gottesdienstes war Pfarrer Markus Kölzer, Dekan des Dekanates Mainz-Stadt.

Rund 140 Teilnehmer zwischen 13 bis 89 Jahren

Mainz, 2. Februar 2020: Bei der Gebetsinitiative beteiligen sich bereits 140 Menschen zwischen 13 und 89 Jahren. (c) Bistum Mainz / Blum

Ursula Schwarz, bei der die Fäden der Gebetsinitiative zusammenlaufen, hat mittlerweile 140 Menschen gefunden, die sich regelmäßig beteiligen werden. „Die Jüngste ist 13 Jahre alt und der Älteste 89 Jahre.“ Fünf derzeit noch nicht vergebene Gebetsstunden werden aktuell noch mit Springern gefüllt. Dabei kommen die Teilnehmer nicht nur aus Mainz. Manche reisen für die Gebetsstunden aus Rodgau oder Bingen an. Außerdem gebe es auch mehrere evangelische Teilnehmer. Am Ende des Gottesdienstes dankte Schwarz für die Unterstützung der Bistumsleitung. Bischof Peter Kohlgraf habe ihr von Beginn an Mut gemacht für das Projekt. Dank sagte sie auch Dekan Kölzer und dem Diözesancaritasverband, der einer Nutzung der Kapelle für die Ewige Anbetung zugestimmt habe.

Mainz, 2. Februar 2020: „Diese Gebetsinitiative zeigt, dass eine betende Kirche eine lebendige Kirche ist“, sagte Weihbischof Udo Markus Bentz in seiner Predigt. (c) Bistum Mainz / Blum

Im vergangenen November hatten David Craig von der Initiative „Adoration for vocations“ (Anbetung für Berufungen) aus den USA und Dekan Bernhard Hesse aus Kempten/Bayern in Mainz-Bretzenheim unter der Überschrift „24/7-Gebet in einer Pfarrei“ über ihre Erfahrungen mit einer Eucharistischen Anbetung rund um die Uhr berichtet. Hesse hatte 1997 eine tägliche 24-Stunden-Anbetung in seiner Pfarrei begründet, die bis heute fortbesteht. Craig hatte die Initiative „Adoration for vocations“ 1995 anlässlich des 50. Priesterjubiläums von Papst Johannes Paul II. mitbegründet.

Stichwort: Eucharistische Anbetung

Mainz, 2. Februar 2020: Bei Ursula Schwarz laufen die Fäden der Gebetsinitiative zusammen. (c) Bistum Mainz / Blum

Die Eucharistische Anbetung, die auch als „Aussetzung des Allerheiligsten“ bezeichnet wird, ist eine Gebetsform in der katholischen Kirche. Dabei wird eine konsekrierte Hostie in einer Monstranz „ausgesetzt“, das heißt zur Anbetung auf den Altar gestellt. Die in der Eucharistiefeier gewandelten (konsekrierten) Gaben von Wein und Brot werden als das Allerheiligste Altarsakrament bezeichnet. In ihnen ist nach kirchlicher Lehre Christus gegenwärtig. Während der gewandelte Wein in der heiligen Messe getrunken und nicht aufbewahrt wird, werden die konsekrierten Hostien am Ende der Messe als das Allerheiligste im so genannten Tabernakel aufbewahrt. Der Tabernakel als Ort des Allerheiligsten ist in der katholischen Kirche seit jeher ein Ort der stillen Anbetung.

Formen der Eucharistischen Anbetung haben sich in der Kirchengeschichte nicht nur in Klöstern entwickelt, etwa das Kloster der Ewigen Anbetung der Klarissen-Kapuzinerinnen in der Mainzer Innenstadt. Auch während der Weltjugendtage hat die Anbetung mittlerweile einen festen Platz bei den Vigilfeiern. Daraus haben sich in vielen deutschen Städten die „Nightfever“-Veranstaltungen entwickelt, bei denen die Anbetung wesentlicher Bestandteil ist. In der Mainzer Augustinerkirche findet regelmäßig ein „Nightfever“-Abend statt.

Hinweis: Kontakt zur Gebetsinitiative bei Ursula Schwarz, Telefon: 06131/3337864, E-Mail: anbetung@pfarrgruppe-zaybachtal.de, www.pfarrgruppe-zaybachtal.de