Gemeinsames Ziel: Brücken bauen für gesellschaftlichen Zusammenhalt in der globalen Welt

Neuer Mainzer Weihbischof im Austausch mit der Karl Kübel Stiftung

Weihbischof Joshy Pottackal zu Gast bei der Karl-Kübel-Stiftung in Bensheim. Hier neben Stiftungsratsvorsitzendem Dr. Matthias Wilkes (c) Thomas Zelinger
Datum:
Do. 28. Mai 2026
Von:
hoff (MBN)

Bensheim. Angesichts zunehmender Polarisierung ist der interkulturelle Austausch heute wichtiger denn je, um gesellschaftlichen Zusammenhalt zu stärken. Das bekräftigte der neue Mainzer Weihbischof Pater Joshy Pottackal bei seinem Besuch in der Karl Kübel Stiftung.

Pater Pottackal ist der erste Weihbischof in der Kirchengeschichte Deutschlands mit außereuropäischen Wurzeln. Er war einer Einladung der Stiftung gefolgt, die zu seiner alten Heimat Indien seit mehr als 50 Jahren enge Beziehungen im Bereich der internationalen Zusammenarbeit unterhält. „Die Berufung von Pater Joshy Pottackal ist ein mutiges, aber ebenso richtiges Zeichen der katholischen Kirche für eine gemeinsame globale Verantwortung über nationale Grenzen hinweg“, so Stiftungsratsvorsitzender Dr. Matthias Wilkes bei der Begrüßung des Weihbischofs in der Stiftungszentrale in Bensheim.

 

Vielfalt anerkennen und wertschätzen

Ilonka Boltze, Vorständin der Karl Kübel Stiftung, überreichte Weihbischof Joshy Pottackal die Biographie des Stiftungsgründers sowie ein Bild (c) Thomas Zelinger

Wie unsere Stiftung diesen Zusammenhalt konkret stärkt, erläuterte er am Beispiel der Koordinierungsstelle Vielfalt in der Kindertagesbetreuung in Hessen. Sie setzt sich dafür ein, dass das Bewusstsein für Diversität in der frühkindlichen Bildung gefördert, Vielfalt anerkannt und wertgeschätzt wird. Fachkräfte in Kitas erhalten praxisnahe Impulse für den Umgang mit Kindern und Eltern mit Fluchterfahrung und aus unterschiedlichen kulturellen Kontexten – damit Teilhabe von Anfang an gelingt.

Auch unser weltwärts-Freiwilligenprogramm trägt durch interkulturellen Austausch zum Miteinander bei. Es bietet jungen Menschen die Möglichkeit des Perspektivwechsels und sozialen Engagements im Kontext jeweils anderer Lebensbedingungen. Aktuell sind fünf weltwärts-Freiwillige aus Indien und von den Philippinen an der Bergstraße im Einsatz. „Der Freiwilligendienst fördert das Verständnis für andere Menschen und Sichtweisen. Das ist essenziell für ein friedliches Leben in einer globalen Welt“, betonte Wilkes.

 

Blick über den Tellerrand hinaus ist wichtig

Weihbischof Pottackal, der inzwischen seit mehr als 20 Jahren in Deutschland lebt, hob die Bedeutung solcher Lernwege hervor: „So ein Blick über den Tellerrand hinaus ist wichtig – sowohl für jeden Einzelnen wie auch für die Kirche. Er schafft Nähe, wo vorher Fremdheit war, und öffnet Raum für Verständnis.“

Mit seiner Erfahrung und interkulturellen Kompetenz ist er geradezu prädestiniert für die Anfang Mai neu geschaffene Koordinierungsstelle für Dialog und gesellschaftliche Verantwortung, deren Dezernent er ist. Weiß er doch, wie es sich anfühlt, zunächst fremd in einem Land zu sein. „In der Koordinationsstelle werden die bereits existierenden Fachstellen, die schon in der Vergangenheit bedeutende Arbeit in den Bereichen Gerechtigkeit und Frieden, Weltkirche, interreligiöser Dialog und Ökumene geleistet haben, zusammengefasst, um Vertretungsaufgaben zu koordinieren, Synergien zu erzielen und Ressourcen besser zu nutzen. Mit der Schaffung dieser Stelle unterstreicht das Bistum, dass der Bau von Brücken zwischen Menschen, Religionen, Kulturen und Ländern einen hohen Stellenwert hat."