„Ich hätte gerne, dass es endlich losgeht“

Mit „Feuer und Flamme“ präsentiert sich die Katholische Kirche beim Hessentag

Logo Hessentag Rüsselsheim (c) Bistum Mainz
Mo 29. Mai 2017
am (MBN)
Bis der Hessentag in Rüsselsheim (9.-18. Juni) startet, hat Carola Simon noch einiges zu tun. Die Pastoralreferentin muss sich um Anträge, Verträge und Vereinbarungen mit der Stadt Rüsselsheim kümmern. Unzählige Telefonate führen. Dafür sorgen, dass es genügend Ehrenamtliche gibt und diese auch entsprechend eingeteilt werden. Sich um Absprachen für die einzelnen Programmangebote kümmern. Und und und. Carola Simon ist die Projektleiterin für den Auftritt der Katholischen Kirche auf dem Hessentag. „Ich hätte gerne, dass es endlich losgeht“, sagt sie.
Hessentag 2017 katholisches Leitungsteam (c) privat

Die Katholische Kirche präsentiert sich auf dem Hessentag an drei Standorten. Am Seckendorffplatz direkt an der Hessentagsmeile, in der Kirche St. Georg (Königstädter Straße 20) und im Café Wunderbar der Caritas, das direkt am Seckendorffplatz liegt. Während am Seckendorffplatz auf die Besucherinnen und Besucher unter anderem ein buntes Bühnenprogramm wartet, wird es in der Kirche St. Georg vor allem spirituelle Angebote gebeten. „Wir starten hier jeden Tag um 16.00 Uhr mit einem Glockenkonzert: Von Samstag, 10., bis Samstag, 17. Juni, stellt die Rüsselsheimer Glockengilde jeden Tag eine europäische Läutetradition vor“, berichtet Simon. Dazu gibt es in der Kirche eine Glockenausstellung; auch eine Turmbesteigung ist möglich, „um sich den Hessentag einmal von oben zu betrachten“. Um 18.00 Uhr wird es dann jeden Tag eine Andacht geben – das Spektrum reicht von Taizé-Gebeten über eine traditionelle Vesper bis zu einem Gottesdienst für Singles. Und um 20.00 Uhr wartet auf die Besucher des Hessentages ein tägliches Konzertangebot: Gregorianik, Orgel- und Blechbläser, es treten Chöre aus der Region oder auch ein Akkordeonorchester auf. Koordiniert hat die Konzerte Regionalkantorin Regina Engel.

Fronleichnamsgottesdienst im Verna-Park

Ein besonderes Ereignis wird auch Fronleichnam sein. Denn da feiern unter dem Motto „Brot zum Leben“ zehn Gemeinden aus dem Dekanat im Rüsselsheimer Verna-Park einen Gottesdienst unter freiem Himmel. Hauptzelebrant ist der Dekan des Dekanats Rüsselsheim, Pfarrer Karl Zirmer, Konzelebrant ist Pfarrer Michael Eich; die Festpredigt hält Geistlicher Rat Pfarrer i.R. Bardo Maria Haus. Beginn ist am Donnerstag, 15. Juni, um 9.00 Uhr; es musizieren ein Projektchor und die Blasmusik St. Georg. Danach gibt es eine Prozession über die Hessentagsmeile zum Seckendorffplatz. Während der Prozession teilen Kommunionkinder und Erwachsene Rosen an umstehende Menschen aus. „Ich bin wirklich gespannt, wie das in Rüsselsheim ankommt; schließlich ist das hier keine übermäßig religiöse Stadt“, sagt Simon.

„Menschen sollen Spaß haben, Kirche kennenzulernen“

Auch Katrin Jäger ist die Vorfreude auf den Hessentag anzumerken. Eigentlich leitet sie die Katholische Jugendzentrale in Rüsselsheim, aber beim Hessentag ist sie die Verantwortliche für die Angebote auf dem Seckendorffplatz. Mindestens eine Million Menschen wird bei dem Landesfest in Rüsselsheim erwartet. Und da der Seckendorffplatz sowohl direkt an der Hessentagsmeile als auch in der Nähe der Pendelbusstation liegt, wird sicher so mancher Besucher bei den Angeboten der Katholischen Kirche halt machen. „Wir wollen uns als Katholische Kirche mit einem niederschwelligen Programm präsentieren. Die Menschen sollen Spaß haben, Kirche kennenzulernen“, sagt Jäger. Und das Programm ist vielfältig: Unter dem Motto „dome@home“ können sich die Hessentagsbesucher mit Hilfe spezieller VR-Brillen virtuell durch den Mainzer Dom bewegen oder bis zur Spitze des Domturms zum „Domsgickel“ hinauffahren. Auf der Bühne wird es unter der Überschrift „Feuer und Flamme für …“ Thementage mit Konzerten, Lesungen, Poetry Slam und Aktionen geben.  Los geht es am Freitagabend, 9. Juni, mit einem Konzert der Gruppe „Bollwerk“. Und auch für das leibliche Wohl wird gesorgt sein.

Hessens größtes Weihrauchfass

Schon die Monate der Planung haben Jäger begeistert: „Ich liebe es, Projekte vorzubereiten und mit Menschen und Gruppen zusammenzuarbeiten.“ Viele neue Kontakte seien entstanden, Netzwerke haben sich entwickelt. Bereichernd war für Jäger auch der Diözesanministrantentag am März: 65 Kinder und Jugendliche waren in Raunheim zusammengekommen und hatten Hessens größtes Weihrauchfass gebaut. Das Weihrauchfass wird nicht nur auf dem Seckendorffplatz zu sehen sein: Auch beim Hessentagsumzug am Sonntag, 18. Juni, ist es gemeinsam mit rund 30 Ministranten aus dem Dekanat dabei.

Café Wunderbar: Begegnungen abseits des Hessentagstrubels

Nur ein paar Schritte gegenüber des Seckendorffplatzes, an der Schillerstraße, liegt das Café Wunderbar der Caritas. Normalerweise ist in den Räumen die „Psychosoziale Kontakt- und Beratungsstelle“ des Caritasverbandes untergebracht. Für den Hessentag öffnet das Café seine Pforten, ein großes Banner über dem Café wird die Besucher des Hessentages auf das Angebot aufmerksam machen. „Während des Hessentags werden wir das Café als Begegnungscafé betreiben – für alle, die abseits des Hessentagstrubels zur Ruhe oder miteinander ins Gespräch kommen wollen“, sagt Jörg Ebermann vom Caritasverband. 50 Plätze wird das Café haben, dazu eine Bastelecke für Kinder, eine Wickelecke und einen begrünten Außenbereich. Täglich werden von 10.00 bis 20.00 Uhr gegen eine Spende Kaffee, Kuchen und alkoholfreie Kaltgetränke angeboten. Es gibt Kleinkunst, eine Bilderausstellung, dazu nachmittags zudem Livemusik in den Räumen des Cafés.

Ehrenamtliche aus Caritas und Pfarreien

Im Café Wunderbar wird der Betrieb durch Haupt- und Ehrenamtliche gewährleistet. Ebermann freut sich insbesondere darüber, dass sich auch Ehrenamtliche aus Pfarreien des Dekanates bei diesem Caritasprojekt engagieren. Flüchtlinge, die von Mitarbeitern der Caritas betreut werden, haben ihr Kommen zugesagt. Und es werden auch Frauen und Männer mitarbeiten, die zu den Gästen der Psychosozialen Beratungsstelle gehören. „Für uns wird der Cafébetrieb schon dann ein Riesenerfolg sein, wenn ein paar Vorurteile gegenüber psychisch kranken Menschen abgebaut werden“, sagt Ebermann. Er hofft, dass Einrichtungen der Caritas so „in ein neues Licht“ gestellt werden. Dass seine Klienten zeigen können: „Wir sind zwar in schwierigen Lebenssituationen, aber wir können ein super Café betreiben.“ Und auch für die Hauptamtlichen wird es „Neuland“ sein, betont Ebermann. „Wir sind an ,Komm-Strukturen‘ gewöhnt: Beim Hessentag können wir auf die Menschen zugehen.“

Hinweis: Das ausführliche Programm der Katholischen Kirche beim Hessentag im Internet unter www.hessentag-katholisch.de