Klimaschutzkonzept des Bistums Mainz vorgestellt

Kohlgraf: Realistischer Beitrag, um Verantwortung für die Schöpfung wahrzunehmen

Mainz, 7. Mai 2019: Weihbischof Dr. Udo Markus Bentz mit den Mitgliedern der Arbeitsgruppe Klimaschutz sowie Oliver Foltin (ganz rechts). (c) Bistum Mainz / Blum
Di 7. Mai 2019
tob (MBN)

Mainz. Das Bistum Mainz hat für seine Pfarreien und Einrichtungen ein Klimaschutzkonzept in Kraft gesetzt. Der Mainzer Weihbischof, Dr. Udo Markus Bentz, stellte das Klimaschutzkonzept am Mittwoch, 7. Mai, im Rahmen einer Sitzung der Arbeitsgruppe Klimaschutz im Bischöflichen Ordinariat in Mainz vor. Bentz, der auch Generalvikar des Bistums Mainz ist, würdigte das Konzept als Chance „ein wirksames Zeichen für den Klimaschutz zu setzen und so einen Beitrag im Bistum zu leisten, um dem Klimawandel im Rahmen unserer Möglichkeiten zu begegnen“.

„Die Bewusstseinsbildung zur Entwicklung ökologischer Routinen in den Einrichtungen und Pfarreien wird ein entscheidender Faktor für den Erfolg des Konzeptes sein. Jeder Einzelne von uns soll über alle konkreten Maßnahmen hinaus sein Bewusstsein schärfen, welchen Beitrag er für den Klimaschutz leisten kann“, betonte der Weihbischof. Innerhalb des Bistums ist künftig die Arbeitsgruppe Klimaschutz mit der Umsetzung des Konzeptes beauftragt.

Das Klimaschutzkonzept dient im Bistum als Grundlage für eine langfristige Prioritätenplanung und als Entscheidungshilfe, mit welchen Maßnahmen kurz-, mittel- und langfristig die Kohlendioxid-Emissionen und der Verbrauch für Strom- und Heizenergie im Bereich der Gebäude gesenkt werden können und ein anderes Mobilitäts- und Beschaffungsverhalten eingeleitet werden kann. Die vorgeschlagenen Maßnahmen sollen dazu dienen, die Kohlendioxid-Bilanz zu verbessern und damit die auf europäischer Ebene verabschiedeten Klimaschutzziele bis 2050 zu erreichen.

Geleitwort von Bischof Kohlgraf

In seinem Geleitwort zum Klimaschutzkonzept schreibt der Mainzer Bischof Peter Kohlgraf: „Es ist ein Konzept, das realistisch und alltagstauglich ist und gute Chancen hat, im täglichen Leben unseres Bistums umgesetzt zu werden.“ Die konkreten Maßnahmen seien ein wichtiger Beitrag, um Verantwortung für die Schöpfung wahrzunehmen. Spätestens seit der Enzyklika „Laudato si“ von Papst Franziskus sei der Klimaschutz „kein Randthema“ der Theologie mehr, sondern „gehört ins Zentrum der Kirche“. Der Bischof dankte der Arbeitsgruppe Klimaschutz für ihr großes Engagement bei der Erstellung des Konzeptes und der Begleitung bei der Umsetzung. Und weiter: „Mit Papst Franziskus will ich ermutigen zu diesen kleinen Schritten und ‚alltäglichen Gesten’, die die ‚Logik der Gewalt, der Ausnutzung und des Egoismus durchbrechen. Man soll nicht meinen, dass diese Bemühungen die Welt nicht verändern’.“

Das Klimaschutzkonzept wurde seit März 2017 mit fachlicher Unterstützung durch ein externes Institut, die Forschungsstätte der Evangelischen Studiengemeinschaft (FEST) in Heidelberg, unter Federführung von Dr. Oliver Foltin und Professor Dr. Volker Teichert, in mehreren Arbeitsschritten erstellt. Gefördert wurde das integrierte Klimaschutzkonzept durch die Nationale Klimaschutzinitiative (Förderkennzeichen: 03K04956) des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU) aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages.

Mitglieder der Arbeitsgruppe Klimaschutz sind: der ehrenamtliche Umweltbeauftragte des Bistums Dr. Franz J. Hock (Vorsitzender), Rainer Cebulla (Baudezernat), Manfred Kerz (Bischöfliches Jugendamt), Marcus Grünewald (Dekanate und Pfarrgemeinden), Volkmar Hommel (Finanzdezernat und Liegenschaften), Frank Flegel (Kanzlei), Anke Fery (Kindertagesstätten) und Joachim Schneider (Schulen, Hochschulen und Bildung).

Weitere Informationen zum Klimaschutzkonzept