Kohlgraf: Dolmetscherin der Frohen Botschaft

Sendungsgottesdienst für eine neue Gemeindereferentin in der Mainzer Augustinerkirche

Mainz, 15. Juni 2019: Als Zeichen ihrer Sendung erhielt Christine Wüst-Rocktäschel von Bischof Peter Kohlgraf eine Heilige Schrift. (c) Bistum Mainz / Blum
Sa 15. Jun 2019
tob (MBN)

Mainz. Der Mainzer Bischof Peter Kohlgraf hat am Samstag, 15. Juni, eine neue Gemeindereferentin für das Bistum Mainz zu ihrem Dienst beauftragt. In seiner Predigt beim Sendungsgottesdienst für Christine Wüst-Rocktäschel (43) aus Mainz in der Mainzer Augustinerkirche sagte Kohlgraf:

Mainz, 15. Juni 2019:

„Stehen Sie für diese Freiheit ein, die Ihnen geschenkt ist. Stehen Sie für einen Glauben, der aus eigener Erfahrung lebt, der nicht nur wahre Sätze weitergibt. Lassen Sie andere Menschen an Ihrem Glauben teilhaben, ermöglichen Sie ihnen die Erfahrung eines liebenden und den Menschen zugewandten Gottes. Lassen Sie Christus in sich leben und strahlen Sie ihn aus! Leben Sie den Glauben, der keine Grenzen kennt. Dann beginnen die alten Worte zu sprechen. Werden Sie zu einer Dolmetscherin der Frohen Botschaft, in Tat und Wort, mit Ihrem ganzen Leben.“

Als Sendungsspruch hatte sich Wüst-Rocktäschel einen Satz aus dem Brief des Apostels Paulus an die Galater gewählt: „Zur Freiheit hat uns Christus befreit!“ (Gal 5,1). Dazu sagte Kohlgraf: „Wenn der Mensch keine innere Orientierung hat, die ihm hilft, seine Freiheit zu gestalten, erfährt er die Freiheit, alles tun zu können, als schrecklich. Stellen Sie sich vor, Sie können alles tun, alles ist egal, dann können sie auch alles lassen. Alles ist gleich-gültig, es gibt keinen überzeugenden Grund, sich für irgendetwas entscheiden zu müssen, im Letzten ist alles absurd, vergeblich. Freiheit braucht also eine innere Ausrichtung, damit sie menschenwürdig wird. Für Paulus bildet eine bestimmte Glaubenserfahrung den Grund und die Ausrichtung für seine Freiheit.“

Als Zeichen ihrer Sendung erhielt Christine Wüst-Rocktäschel von Bischof Kohlgraf eine Heilige Schrift. Die vergangenen zwei Jahre war sie als Gemeindeassistentin in Heidesheim tätig. Künftig wird sie als Gemeindereferentin in der Pfarrgruppe Mainz-Oberstadt arbeiten. Wüst-Rocktäschel ist verheiratet und lebt mit ihrem Mann und den beiden Töchtern in Mainz-Gonsenheim. Gemeindereferentin ist ihr zweiter erlernter Beruf: Nach dem Studium der Anglistik und Germanistik in Mainz arbeitete sie zuvor elf Jahre als Referentin für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit in Offenbach.

An dem Gottesdienst nahmen unter anderen auch der Mainzer Weihbischof und Generalvikar, Dr. Udo Markus Bentz, und Domkapitular Prälat Hans-Jürgen Eberhardt, Personaldezernent des Bistums Mainz, teil. Musikalisch gestaltet wurde der Gottesdienst von „Rückenwind“, der Musik- und Gesangsgruppe der Gemeindereferentinnen und            -referenten im Bistum Mainz, sowie von Domorganist Professor Daniel Beckmann an der Orgel. Im Anschluss an den Sendungsgottesdienst fand ein Empfang in der Aula des Mainzer Priesterseminars statt.

Stichwort: Gemeindereferentin/Gemeindereferent

Mainz, 15. Juni 2019: Christine Wüst-Rocktäschel beim Einzug zum Sendungsgottesdienst in der Augustinerkirche. (c) Bistum Mainz / Blum

Gemeindereferent ist ein hauptberuflicher pastoraler Dienst in der Kirche, der Frauen und Männern offen steht. In der Regel arbeiten Gemeindereferentinnen oder -referenten in Pfarreien und betreuen eigene Arbeitsgebiete, zum Beispiel Kinder- und Jugendgruppen, Gebetskreise, Kommunion- oder Firmunterricht, Religionsunterricht oder Erwachsenenbildung.

Das Studium im Fachbereich „Praktische Theologie“ an der Katholischen Hochschule (KH) Mainz dauert in der Regel sechs Semester und bildet den ersten Abschnitt in der Ausbildung für den pastoralen Beruf. Die Studentinnen und Studenten, die an der Katholischen Hochschule in Mainz mit dem Studium begonnen haben, wohnen in den ersten beiden Semestern im Kolleg des Dr. Maria Reinartz-Hauses in Mainz. An das Studium schließen sich zwei Jahre als Gemeindeassistentin oder -assistent in Pfarrei und Schule an.

Im Rahmenstatut der Deutschen Bischofskonferenz für Gemeindereferentinnen und -referenten heißt es: „Gemeinsam mit Priestern und anderen hauptamtlichen Mitarbeitern arbeiten Gemeindereferenten mit beim Aufbau und bei der Bildung lebendiger Gemeinden. Schwerpunkt ihres Dienstes ist die allgemeine Unterstützung des kirchlichen Amtes. Durch die Teilnahme an den drei Grunddiensten der Liturgie, der Verkündigung und der Diakonie tragen sie zur Wirksamkeit des Dienstes der Kirche in den verschiedenen Lebensbereichen bei.“