Mainz/ Teheran. Der Mainzer Bischof Peter Kohlgraf übernimmt die politische Patenschaft für die iranische Menschenrechtsanwältin Nasrin Sotoudeh und fordert ihre Freilassung. Die am 1. April 2026 festgenommene Menschenrechtsanwältin wird an einem unbekannten Ort festgehalten. Die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) fordert ihre sofortige Freilassung und macht auf die tausenden weiteren politischen Gefangenen der Islamischen Republik Iran aufmerksam, denen langjährige Haft, Folter und Hinrichtung droht.
„Mit dieser Patenschaft setzt Bischof Kohlgraf ein klares Zeichen der Menschlichkeit, der Solidarität und der Verantwortung gegenüber einer Frau, die seit Jahren mutig und friedlich für Menschenrechte, Gerechtigkeit und Freiheit im Iran eintritt. Nasrin Sotoudeh steht beispielhaft für viele Menschen im Iran, die allein wegen ihrer Überzeugungen, ihres Engagements und ihres Einsatzes für die Würde des Menschen verfolgt, unter Druck gesetzt und ihrer Freiheit beraubt werden.“, betont der Menschenrechtsaktivist Behrouz Asadi, der die politische Patenschaft zwischen dem Mainzer Bischof Kohlgraf und der IGFM vermittelt hat.
Sacharowpreisträgerin Nasrin Sotoudeh hat sich als Anwältin unermüdlich für Frauenrechte, politische Gefangene und für Andersdenkende eingesetzt und wurde daher selbst immer wieder verfolgt, unter Druck gesetzt und mehrfach inhaftiert. Auch ihr Ehemann Reza Khandan ist aufgrund seines Einsatzes für Menschenrechte seit 2024 im Evin-Gefängnis in Teheran inhaftiert. Er setzte sich unter anderem für Gleichberechtigung, gegen die Verschleierungspflicht von Frauen und gegen die Todesstrafe im Iran ein.
Bischof Kohlgraf hatte bereits im Jahr 2022 im Rahmen des Patenschaftsprojektes der IGFM erstmals politische Patenschaften für zwei Gefangene im Iran übernommen. Aktuell setzt er sich außerdem noch für Arian Farzamnia und Mahmoud Mehrabi ein. Bei Nasrin Sotoudeh übernimmt Bischof Kohlgraf mittlerweile zum vierten Mal eine politische Patenschaft. Reza Nowrozi, für den sich Kohlgraf eingesetzt hatte, war nach Angaben der IGFM im Mai 2023 aus dem Gefängnis entlassen worden. Seit dem Jahr 2009 hat die IGFM bereits über 300 politische Patenschaften initiiert und 2011 ein Programm für Patenschaften gestartet. Die IGFM leistet seit Jahrzehnten Einzelfallarbeit und setzt sich für politische Gefangene weltweit ein.