Kohlgraf zum pax christi-Präsidenten gewählt

Delegiertenversammlung der katholischen Friedensbewegung in Fulda

Fulda, 26. Oktober 2019: Der Mainzer Bischof Peter Kohlgraf ist neuer Präsident der deutschen Sektion der katholischen Friedensbewegung pax christi. (c) Bistum Mainz / Blum
So 27. Okt 2019
tob (MBN)

Fulda/Mainz. Der Mainzer Bischof Peter Kohlgraf ist neuer Präsident der deutschen Sektion der katholischen Friedensbewegung pax christi. Bei der Delegiertenversammlung am Samstagabend, 26. Oktober, ist er zum Nachfolger des früheren Fuldaer Bischofs Heinz Josef Algermissen gewählt worden.

Fulda, 26. Oktober 2019: Bischof Peter Kohlgraf nach seiner Wahl zum pax christi-Präsidenten vor einem Plakat mit dem pax christi-Leitwort

Kohlgraf machte deutlich, dass er die pax christi-Arbeit als Präsident gerne mitgestalten werde: „Wir erleben, wie fragil unsere Welt ist und wie sich gerade in den vergangenen Jahren ein Politikstil durchsetzt, der im Wesentlichen auf die Wahrung der eigenen Interessen ausgerichtet ist. Vor diesem Hintergrund bin ich von der Notwendigkeit überzeugt, dass christliche Gruppen Gerechtigkeit, Frieden und die Achtung der Menschenrechte aktiv einfordern.“

An der Delegiertenversammlung nahm unter anderen auch Marc Stenger, Bischof von Troyes in Frankreich, teil, der Co-Präsident von Pax Christi International ist. Im Anschluss an die Wahl von Bischof Kohlgraf fand die feierliche Verabschiedung von Bischof Algermissen als pax christi-Präsident statt, der seit 2002 Präsident der Bewegung war. Die Tagung, die am Sonntag, 27. Oktober, fortgesetzt wurde, fand im Bonifatiushaus in Fulda statt.

Fulda, 26. Oktober 2019: Die pax christi-Delegiertenversammlung fand im Bonifatiushaus in Fulda statt. (c) Bistum Mainz / Blum

Bischof Kohlgraf hatte sich bereits im Vorfeld der Versammlung mit einem Brief an die Delegierten gewandt. Darin schreibt er: „Als Bischof stehe ich in Kontakt mit Politikern und vielen gesellschaftlichen Gruppen. Aus diesen Kontakten wird mir immer wieder deutlich, dass Demokratie ein zu gestaltender Auftrag ist, und wir als Christen und als Kirche aufgerufen sind, daran mitzuwirken. Die katholische Friedensbewegung pax christi tut dies. Denn pax christi hält - auch in der Kirche - das Bewusstsein wach, dass Friede und Versöhnung im Zentrum der Botschaft Jesu Christi stehen und dies Konsequenzen für unser Handeln im Kleinen wie im Großen haben muss.“

Und weiter: „Am Engagement von pax christi beeindruckt mich vor allem das intensive Bestreben, diesen Frieden Christi wirklich konkret werden zu lassen, gerade auf der Ebene der Politik. Erinnerungsarbeit, die auf Versöhnung in Gegenwart und Zukunft ausgerichtet ist, der Einsatz gegen Aufrüstung, Waffenhandel und Rüstungsexporte, der Versuch, Gewaltfreiheit und alternative Konfliktlösungen zu fördern, das anhaltend schwierige Thema der Situation in Israel und Palästina - dies sind einige Felder der Arbeit von pax christi, die mir besonders wichtig sind.“

Fulda, 26. Oktober 2019: Der neue Präsident der deutschen Sektion von pax christi, Bischof Peter Kohlgraf, neben seinem Vorgänger Heinz Josef Algermissen (rechts). (c) Bistum Mainz / Blum

Peter Kohlgraf ist am 27. August 2017 zum Bischof von Mainz geweiht worden. Auf Ebene der Deutschen Bischofskonferenz ist er Mitglied der Kommissionen „Erziehung und Schule“ und „Ehe und Familie“. Vor seiner Bischofsweihe war er ab 2012 Professor für Pastoraltheologie an der Katholischen Hochschule Mainz. Kohlgraf war im Jahr 2000 mit einer Arbeit aus der Alten Kirchengeschichte promoviert worden; 2010 folgte die Habilitation im Fach Pastoraltheologie an der Universität Münster. Weitere berufliche Stationen waren unter anderem das Erzbischöfliche Kardinal Frings-Gymnasium in Bonn-Beuel (1999 bis 2003) und das Erzbischöfliche Gymnasium und der Höheren Handelsschule „Marienberg“ in Neuss (2009 bis 2012), wo er als Religionslehrer und Schulseelsorger wirkte. Außerdem war er von 2003 bis 2009 Repetent und damit stellvertretender Direktor des Erzbischöflichen Theologenkonvikts Collegium Albertinum in Bonn.

Zuletzt war von Bischof Kohlgraf das Buch „Vergeben und Versöhnen. Erfahrungen des Glaubens - Felder des Handelns“ erschienen. Er hatte das Buch noch als Professor für Pastoraltheologie an der Katholischen Hochschule Mainz geschrieben. Es war auf Basis einer Befragung des Bundesverbandes katholischer Ehe-, Familien- und Lebensberater entstanden, die sich mit dem Vergebungsverhalten von Paaren befasst hat.

pax christi (Friede Christi) ist eine Friedensbewegung in der Katholischen Kirche, die sich als ökumenisch versteht. Der Name geht auf das Leitwort von Papst Pius XI. (1922-1939) zurück: „Pax Christi in regno Christi - Der Friede Christi in Christi Reich“. Entstanden ist die Bewegung am Ende des Zweiten Weltkrieges in Frankreich im Sinne eines „Kreuzzuges des Gebets um Versöhnung“ und um Heilung Deutschlands von den Auswirkungen des Nationalsozialismus. pax christi verbindet Gebet und tätiges Handeln in der Tradition der Friedenslehre des Zweiten Vatikanischen Konzils. Die deutsche pax christi Sektion ist Mitglied des weltweiten Friedensnetzes Pax Christi International. Der pax christi-Regionalverband im Bistum Mainz hatte sich 2018 mit dem Regionalverband aus dem Bistum Limburg zum gemeinsamen Regionalverband pax christi Rhein-Main zusammengeschlossen und mit dem „Frankfurter Appell“ sein Selbstverständnis dokumentiert.

 

Hinweis: www.paxchristi.de