„Lebensäußerung der Religionsfreiheit im öffentlichen Raum“

Predigt von Weihbischof Bentz bei der Mainzer Stadtprozession an Fronleichnam

Weihbischof Bentz (c) Bistum Mainz
Fr 27. Mai 2016
tob (MBN)
Mainz. Die Fronleichnamsprozession sei „keine Demo, aber sehr wohl eine Lebensäußerung der Religionsfreiheit im öffentlichen Raum“. Das sagte der Mainzer Weihbischof, Dr. Udo Markus Bentz, am Donnerstag, 26. Mai, in seiner Predigt beim Pontifikalamt im Mainzer Dom vor der traditionellen Stadtprozession.

Als Liturgie im öffentlichen Raum mache sie die Präsenz des Glaubens inmitten der gesellschaft deutlich, sagte Bentz. An Fronleichnam werde sichtbar, dass die Eucharistie sich nicht hinter Kirchenmauern einfangen lässt". Die gegenwart Gottes fließe "über den Raum der Kirche hinaus, hinein in unsere gesellschaftliche wirklichkeit".

Wörtlich sagte Bentz in seiner Predigt: „Auch die eucharistische Prozession ist Zeichen und Merkmal unsrer freiheitlichen Kultur. Sie ist Zeichen und Ausdruck unsrer im Grundgesetz garantierten Religionsfreiheit. Wenn gewisse politische Kräfte die Religionsfreiheit einer Religion auf den persönlichen, privaten Raum beschränkt sehen wollen, wird die Religionsfreiheit grundsätzlich in Frage gestellt. So rettet man das christliche Abendland nicht!“ Man höhle durch solche Beschränkungen ausgerechnet „das Christliche im Abendland“ aus, wie der Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK), Thomas Sternberg, hervorgehoben habe. Weiter sagte Bentz: „Wenn wir unseren eigenen, den christlichen Glauben öffentlich leben und bekennen und ihn nicht verschämt in die private Ecke persönlicher Innerlichkeit verbannen, müssen wir auch keine Angst haben vor der Lebensäußerung anderer Religionen im öffentlichen Raum!“