Monsignore Klaus Mayer wird 85 (24.2.)

Generalvikar Dietmar Giebelmann überbringt Grüße und Glückwünsche des Bistums

MAYER (c) am (MBN) (Ersteller: am (MBN))
Datum:
Mo. 18. Feb. 2008
Von:
am (MBN)
Mainz. Der langjährige Pfarrer von Mainz-St. Stephan, Monsignore Klaus Mayer, vollendet am Sonntag, 24. Februar, sein 85. Lebensjahr. Aus diesem Anlass findet in der St. Stephans-Kirche um 11.00 Uhr ein Gottesdienst statt; Monsignore Mayer hält den Gottesdienst und wird predigen. Nach der Predigt wird der Generalvikar des Bistums Mainz, Prälat Dietmar Giebelmann, die Grüße und Glückwünsche des Bistums Mainz überbingen. Im Anschluss an den Gottesdienst ist ein Empfang in der Kindertagesstätte der Pfarrei vorgesehen.
MAYER (c) tob (MBN) (Ersteller: tob (MBN))

Klaus Mayer wurde am 24. Februar 1923 in Darmstadt als Sohn eines jüdischen Kaufmanns geboren. Bis 1934 lebte er in seiner Geburtsstadt. Sein Vater war ein Jahr zuvor nach Argentinien emigriert. Mayer fand Unterschlupf im Benediktinerkloster Ettal in Oberbayern. Als „Mischling ersten Grades“, wie es damals hieß, stand Klaus Mayer in ständiger Lebensgefahr. Als das Gymnasium in Ettal durch die Nationalsozialisten aufgelöst wurde, holte Mayer die Reifeprüfung am damaligen Adam Karillon-Gymnasium (heute Rabanus Maurus-Gymnasium) in Mainz nach. Wegen seiner Kontakte zu jüdischen Gruppen lebte er in ständiger Angst, verhaftet und in ein Konzentrationslager deportiert zu werden. Er versteckte sich als Hilfsarbeiter in einer Holzhandlung und als Bauhelfer. Nach dem Krieg trat Mayer in das Mainzer Priesterseminar ein. Er wurde am 30. Juli 1950 durch Bischof Dr. Albert Stohr in Mainz zum Priester geweiht. Nach Kaplansjahren wurde er 1958 Pfarrer in Gau-Bickelheim. Von 1965 bis zu seinem Ruhestand im Jahr 1991 leitete er die Pfarrei St. Stephan.

In den 1970er-Jahren gelang es Mayer, den Künstler Marc Chagall für die Gestaltung der Kirchenfenster von St. Stephan in Mainz zu gewinnen. Diese werden jährlich von rund 200.000 Menschen besucht. Sie sind mit fast 180 Quadratmetern das größte Glaskunstwerk, das der Künstler je geschaffen hat und das einzige Kunstwerk, das er einer deutschen Kirche gewidmet hat.

Mayer wurde für seine Verdienste bereits mehrfach ausgezeichnet. Unter anderem wurden ihm das Bundesverdienstkreuz Erster Klasse, der Verdienstorden des Landes Rheinland-Pfalz und die französische Auszeichnung „L’Ordre des Arts et des Lettres au grade d’Officier de la Republique française“ verliehen. Die Stadt Mainz zeichnete ihn bereits am Tag nach der Einweihung des ersten Chagall-Fensters mit der Gutenberg-Plakette aus. Es folgten 1983 die Gutenberg-Büste und 1991 der Ehrenring der Stadt Mainz; im Jahr 2005 wurde er zum Ehrenbürger der Stadt Mainz ernannt. 1985 verlieh ihm Papst Johannes Paul II. den päpstlichen Titel Monsignore.

Die Chagall-Fenster von St. Stephan

Am 10. April 1973 hatte Mayer den Künstler Marc Chagall in einem Brief angefragt, ein Kirchenfenster für die Mainzer Kirche St. Stephan zu schaffen. Der damals bereits 86-jährige Chagall schuf das erste Fenster 1978 zum Thema „Gott der Väter“. Es folgten acht weitere Fenster zur biblischen Heilsgeschichte. Nach dem Tod Chagalls (1985) hat der Leiter des Ateliers Jacques Simon in Reims, Charles Marq, der als Glaskünstler die meisten Fensterentwürfe Chagalls umgesetzt hatte, das Werk des großen Künstlers mit zusätzlichen Fenstern fortgesetzt. Bis heute wird Mayer nicht müde, die biblische Botschaft Chagalls zu deuten. Seit 1978 hat er in fast 3.000 Meditationen weit über 400.000 Besucher der St. Stephans-Kirche direkt angesprochen.