Weihbischof Bentz regt Martinsläuten im Bistum Mainz an

Verbindende Gebetsinitiative zum abendlichen Angelusläuten der Kirchen

Weihbischof Udo Markus Bentz hat dazu eingeladen, sich im Rahmen der Gebetsinitiative Martinsläuten jeden Abend im Gebet miteinander verbinden. (c) Bistum Mainz
Do 19. Mär 2020
tob (MBN)

Mainz. Der Mainzer Weihbischof und Generalvikar Dr. Udo Markus Bentz hat dazu eingeladen, dass sich die Katholiken im Bistum Mainz im Rahmen der Gebetsinitiative Martinsläuten jeden Abend im Gebet miteinander verbinden. 

In einem Video, das am Donnerstag, 19. März, auf der Internetseite des Bistums Mainz veröffentlicht worden ist, erläutert Bentz seine Einladung zu einem „Netzwerk der Betenden“: „Der heilige Martin ist unser Bistumspatron. Mit ihm verbinden viele den Gedanken der Nächstenliebe und des Teilens. Wir wollen eine Kirche sein, die teilt: die Sorgen, die Verantwortung für die Menschen, das Mitgefühl - auch gerade in Zeiten von Corona. So habe ich die herzliche Bitte, dass wir zu den örtlich üblichen Zeiten des Angelus-Geläutes alle einladen, sich zu Hause zum Gebet zu versammeln und ein schlichtes „Vater unser“ beten, ein Gebet aus dem Gotteslob oder eine der Gebetsanregungen von der Internetseite des Bistums Mainz nutzen. Wichtig ist, dass wir uns in Gott festmachen, dass wir uns erfahren als der lebendige Leib Jesu mit den vielen Gliedern.“ Sichtbares Zeichen der Gebetsinitiative Martinsläuten solle eine Kerze sein, die von den Beteiligten ins Fenster gestellt wird, um ihre Verbundenheit innerhalb des Bistums auch nach außen deutlich zu machen.

Mit dem Martinsläuten greift Weihbischof Bentz eine Gebetsinitiative zum Angelus-Läuten aus dem Dekanat Dreieich auf und regt an, sie auf das ganze Bistum auszuweiten. Bentz verweist in dem Video auch auf den Brief des Mainzer Bischofs Peter Kohlgraf vom 13. März, der sich im Zuge der Absage aller Gottesdienste im Bistum an die Gläubigen gewandt hatte. Darin ermutigt Kohlgraf die Gläubigen andere Formen des geistlichen Lebens zu pflegen wie das Hausgebet in der Familie, Bibellektüre, Psalmengebet oder die Nutzung von geistlichen Angeboten in den Medien.

Als Kirche sind wir für Zusammenhalt in Gesellschaft mitverantwortlich

Gleichzeitig dankt der Weihbischof den Menschen im Bistum Mainz für „viele Initiativen und kreative Ideen, die es mittlerweile in unserem Bistum gibt und die den Menschen geistliche Orientierung und Halt geben“. Und weiter: „Ich möchte unsere Priester und Seelsorgerinnen und Seelsorger ermutigen zu überlegen, wie sie in diesen Zeiten den Menschen konkret nahe sein können, ohne jemanden durch das Infektionsrisiko zu gefährden.“ Diese „aufsuchende Seelsorge“ könne etwa in einem Telefonanruf zum Ausdruck kommen bei Menschen, die ansonsten regelmäßig zum Gottesdienst kommen, oder durch ein Faltblatt mit einem geistlichen Wort, das in die Briefkästen verteilt wird. Wörtlich sagte Bentz: „Als Kirche sind wir in diesen Tagen mitverantwortlich dafür, dass der Zusammenhalt in unserer Gesellschaft stark ist.“

Auch an Kar- und Ostertagen keine Gottesdienste

Weihbischof Bentz hat in den aktualisierten Dienstanweisungen für die Mitarbeiter im Bistum Mainz darauf hingewiesen, dass auch die Gottesdienste an den Kar- und Feiertagen dem grundsätzlichen Verbot zur Feier von öffentlichen Gottesdiensten unterliegen. Bis auf Weiteres gilt im Bistum Mainz, dass die Feier von öffentlichen Gottesdiensten an allen Gottesdienstorten verboten ist.

Hinweise:

Martinsläuten täglich um 19:30 Uhr - Gebetsinitiative im Bistum Mainz (c) Bistum Mainz

Martinsläuten täglich um 19:30 Uhr - Gebetsinitiative im Bistum Mainz

19. Mär 2020

Weil in Zeiten der Corona-Pandemie öffentliche Gottesdienste und gemeinsame Gebetszeiten untersagt wurden, sind alle Gläubigen des Bistums Mainz dazu aufgerufen, das tägliche Angelus-Läuten zu einem gemeinsamen Gebet zu nutzen, eine Kerze aufzustellen und sich mit allen Christinnen und Christen im Gebet und dem Martinsläuten zu verbinden. Wie unser Bistumspatron, der Hl. Martin, teilen wir unser Leben, unsere Sorgen und unsere Hoffnung.