„Was katholisch ist wird nicht mehr festgemacht an der privaten Lebensführung, sondern am Selbstverständnis einer Einrichtung, auch einer Diözese“, sagte Bischof Kohlgraf im Hinblick auf die Änderung der Grundordnung, die gestern in Würzburg bei einem Treffen aller deutschen Diözesanbischöfe beschlossen wurde. „Dieser Grundsatz nimmt Institutionen stärker in die Pflicht. Das ist nicht lediglich dem Zeitgeist geschuldet, sondern ein Stück weit das Annehmen einer Wirklichkeit, wie sie ist“, sagte Kohlgraf. Auch das Bistum sei nun in der Pflicht, Hilfestellung bei der Frage zu geben: ‚Was ist katholisch?‘. „Es geht dabei nicht um die Erfüllung einer Quote, sondern um den Geist der Diakonie und Mitmenschlichkeit“, sagte Kohlgraf. Mit der Schulgesellschaft sei ein klarer Bildungsauftrag verbunden, sowohl den Schülerinnen und Schülern gegenüber, als auch in Bezug auf ihre Eltern und Familien. Bischof Kohlgraf sagte, ihm sei bewusst, dass katholische Schulen nicht unumstritten seien. „Wir sind keine Ausbildungsstätte für von der Welt abgewandte Eliten und wir sind auch nicht dazu da, künftige Kirchensteuerzahler heranzuziehen. Dieses Bild von katholischer Schule entspricht nicht der Wirklichkeit“, betonte er. Es gehe vielmehr darum, im Sinne von Sankt Martin, mit Blick auf den Pastoralen Weg im Bistum Mainz, Leben, Glauben, Ressourcen und Verantwortung zu teilen. „Unsere Schulen sollen ein Ort des Friedens sein, an denen die Gottesfrage wachgehalten wird“, wünschte sich Kohlgraf.