Anhaltend hohe Nachfrage nach Schwangerschaftsberatung in Hessen

Jahresbericht der Katholischen Schwangerschaftsberatung 2017 veröffentlicht

Do, 22. Nov 2018
Marie-Christin Böhm
Mainz. Der Deutsche Caritasverband hat seinen Jahresbericht zur Katholischen Schwangerschaftsberatung 2017 veröffentlicht.

Im hessischen Teil des Bistums Mainz suchten im vergangenen Jahr 2.847 Ratsuchende katholischen Beratungsstellen auf. Damit blieb der Umfang der Anfragen auf nahezu gleich hohem Niveau wie im Vorjahr.

Das Durchschnittsalter der beratenen Frauen betrug 28,2 Jahre. 60 Prozent der ratsuchenden Frauen haben einen Migrationshintergrund. Der Anteil der Frauen aus dem nichteuropäischen Ausland ist im Vergleich zum Vorjahr weiterhin gestiegen und liegt bei 37,5% (2016:31,6%).
Die Lebenssituation der Frauen und Paare, die eine Beratungsstelle aufsuchen, ist vielfach von Armut gekennzeichnet. Nur 60 Prozent der ratsuchenden Frauen standen dem Arbeitsmarkt im Jahr 2017 zur Verfügung. So ist zumeist auch die finanzielle Situation der Anlass, eine Beratungsstelle aufzusuchen. „Wir helfen Frauen in finanziellen Notlagen zum einen mit Anträgen an die Bundesstiftung in Hessen. Zum anderen stellen wir aus dem Bischöflichen Hilfsfonds unseres Bistums unbürokratische Soforthilfen zur Verfügung. Die Klärung der finanziellen Fragen und Sorgen ist für die Frauen ein erster wichtiger Schritt und Grundlage für die weitere Beratung zu Themen von Schwangerschaft und Leben mit dem Kind “ so Diözesancaritasdirektor Thomas Domnick.
Hebammenmangel und Rückgang der Geburtskliniken
Eine alarmierende gesundheitspolitische Entwicklung zeichnet sich durch Engpässe in der Hebammenversorgung und der Schließung von Entbindungsstationen in kleineren Krankenhäusern ab. So hat mittlerweile jede zweite Ratsuchende Fragen zu Vorsorge, Schwangerschaft und Geburt. Die katholischen Beratungsstellen im Bistum haben auf diese Entwicklung reagiert und Angebote für Mütter und Babys entwickelt. „Da Frauen heute kaum noch Hebammen finden, sind sie mit ihren Fragen und Sorgen vielfach auf sich allein gestellt. Diesen Frauen bieten wir in unseren Beratungsstellen Hebammensprechstunden, offene Mütter- und Babycafés, Familienpatenschaften sowie passgenaue Informationen rund um Schwangerschaft, Geburt und Leben mit dem Kind an. Mit diesen niedrigschwelligen Angeboten erreichen wir auch benachteiligte Frauen und Frauen mit Fluchthintergrund und bieten ihnen Entlastung in ihrem Alltag“ beschreibt Domnick die aktuelle Entwicklung in der Schwangerenberatung. (mcb)
Hintergrund
Im hessischen Teil des Bistums gibt es elf Beratungsstandorte (u.a. in Darmstadt, Offenbach und Gießen), drei Nebenstellen und 13 Außensprechstunden von Caritas und Sozialdienst katholischer Frauen. Hier wurden in der Schwangerenberatung 2017 insgesamt 14,64 Fachpersonalstellen vorgehalten. Über die Bundesstiftung „Mutter und Kind“ sowie den kirchlichen und bischöflichen Hilfsfond wurden 1.900 Anträge gestellt und rund 940.000 Euro an zusätzlichen Hilfen vermittelt.
Weitere Informationen zur Schwangerenberatung der Caritas vor Ort finden sich unter www.caritas-bistum-mainz.de