Besuchsdienste umfassen das regelmäßige oder einmalige Aufsuchen von kranken, pflegebedürftigen oder einsamen Menschen in deren Privathaushalt, in Krankenhäusern oder in stationären Pflegeeinrichtungen. Ziel ist Begleitung, Unterstützung und soziale Teilhabe. Es handelt sich um einen besonders sensiblen Tätigkeitsbereich mit erhöhtem Schutz- und Hygienebedarf.
Typische Gefährdungen
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Biologische Gefährdungen: Kontakt mit Krankheitserregern (Infektionskrankheiten, multiresistente Keime/MRSA)
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Psychische Belastung: Konfrontation mit Sterben, Demenz, Leid; Gefühl der Hilflosigkeit
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Ergonomische Belastung: Unterstützung bei Positionswechseln, Hilfeleistungen ohne Ausbildung
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Unfallgefahr im Privathaushalt: Stolperfallen, schlechte Beleuchtung, unübersichtliche Räume
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Wegeunfälle (auf dem Weg zum/vom Besuch)
Erforderliche Maßnahmen
Hygiene und Infektionsschutz
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Ehrenamtliche über Hygieneregeln unterweisen (Händehygiene, Hustenetikette)
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Handdesinfektionsmittel für Besuche bereitstellen
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Information zu besonderen Schutzmaßnahmen bei bekannter Infektionskrankheit einholen (ggf. Abstimmung mit Pflegepersonal/Ärzten)
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Schutzhandschuhe und ggf. einfache Masken zur Verfügung stellen
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Hinweis: Bei Erkältungssymptomen auf eigener Seite → Besuch verschieben
Psychische Gesundheit und Begleitung
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Regelmäßige Supervision oder Reflexionsrunden für Besuchsdienstmitglieder organisieren
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Ansprechperson für Ehrenamtliche benennen (bei Überforderung)
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Klare Abgrenzung: Was ist Aufgabe der Ehrenamtlichen, was ist professionelle Pflege?
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Einführungsschulung vor Beginn des Einsatzes (Gesprächsführung, Grenzen der Tätigkeit)
Körperliche Sicherheit
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Keine körperlich belastenden Pflegetätigkeiten ohne Ausbildung (kein Heben, keine medizinische Versorgung)
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Besuche möglichst nicht allein durchführen (Zweier-Prinzip empfohlen)
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Informationen zu Hausumgebung vorab einholen (Hund im Haushalt, Zugangssituation)
Wegeunfallschutz
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Besuchsdienste sind als Diensttätigkeit zu qualifizieren → Wegeunfallschutz durch VBG/BGW ist sicherzustellen
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Fahrtenbücher / Einsatzpläne dokumentieren
Dokumentation
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Gefährdungsbeurteilung „Besuchsdienste" erstellen
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Unterweisung vor Aufnahme der Tätigkeit + jährliche Wiederholung dokumentieren
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Einsatzorte und -zeiten festhalten