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Arbeitssicherheit bei Outdoor-Übernachtungsveranstaltungen sicherstellen

Übernachtungsveranstaltungen outdoor umfassen mehrtägige Aktivitäten im Freien mit Übernachtung unter freiem Himmel oder in Zelten – z. B. Zeltlager, Pfadfindercamps, Wallfahrten mit Zeltübernachtung, Outdoor-Freizeiten oder Jugendcamps. Diese Formate sind durch erhöhte Wetterabhängigkeit, eingeschränkte Infrastruktur und größere körperliche Anforderungen geprägt.

Typische Gefährdungen

  • Witterungsextreme: Unterkühlung, Überhitzung, Blitzschlag, Sturm

  • Verletzungsgefahren durch Gelände: unebenes Terrain, Nässe, Dunkelheit

  • Tierkontakte: Zecken (FSME, Borreliose), Insektenstiche, ggf. Schlangen

  • Brandgefahr: offenes Feuer, Lagerfeuer, Kocher

  • Hygiene: kein fließendes Wasser, Feldtoiletten, Lebensmittellagerung

  • Dehydration und Erschöpfung bei Wanderungen / Aktivitäten

  • Psychische Belastung: Überfahrdung, Heimweh bei Kindern, Isolation bei Schlechtwetter

  • Eingeschränkte Erreichbarkeit von Rettungsdiensten (Abgelegenheit des Geländes)

Erforderliche Maßnahmen

Planung und Geländeauswahl

  • Gelände vorab besichtigen und Gefahrstellen kartieren

  • Wettervorhersage kontinuierlich beobachten (mehrtägige Prüfung vor Veranstaltung)

  • Standort des nächsten Krankenhauses / Rettungsdienstes und GPS-Koordinaten des Zeltplatzes sicherstellen

  • Mobilfunkversorgung prüfen; ggf. Satellitentelefon oder Funk erwägen

  • Flucht- und Evakuierungsplan für Schlechtwetter-/Notfallszenarien erstellen

  • Genehmigungen einholen (Zeltlager, offenes Feuer, Landnutzung)

Witterungsschutz

  • Zelte auf Windfestigkeit und Wasserdichtigkeit prüfen

  • Schlafzelte nicht in Senken (Kälteseen) oder unter Einzelbäumen (Blitzschlag) aufstellen

  • Evakuierungsplan bei Unwetter: stabiles Gebäude als Ausweichquartier vorab identifizieren

  • Bei Gewitter: Verhaltensregeln kommunizieren (Zelte verlassen, Abstand von Wasser und Bäumen)

  • Sonnenschutz: Sonnencreme, Kopfbedeckung, ausreichend Schatten und Wasser

  • Schlafsäcke und Isomatten nach Temperaturen auswählen

Brandschutz und Feuer

  • Lagerfeuerstelle mit Sicherheitsabstand anlegen (freistehend, kein Überhang)

  • Feuerlöschmittel (Eimer Wasser/Sand) permanent am Feuer bereitstellen

  • Feuerwache einteilen; Feuer nie unbeaufsichtigt lassen

  • Betriebsanweisung für Kochkocher und Gasflaschen erstellen und einweisen

  • Keine offene Flamme in oder direkt neben Zelten

Zeckenschutz und Hygiene

  • Ganzkörperticks-Kontrolle täglich, insbesondere bei Kindern

  • Langärmeliges, helles Schuhwerk und Kleidung empfehlen

  • Zeckenentfernungswerkzeug im Verbandskasten mitführen

  • FSME-Impfempfehlung prüfen (je nach Region und FSME-Risikogebiet)

  • Händewaschstation (Wasserkanister + Seife) einrichten

  • Trinkwasserversorgung sicherstellen (Trinkwasserbehälter, kein Leitungswasser aus unbekannten Quellen)

  • Lebensmittel kühl und tiersicher lagern (Kühlboxen, verschlossene Behälter)

  • Feldtoiletten in ausreichender Zahl und hygienisch getrennten Bereichen einrichten

Erste Hilfe und Notfallmanagement

  • Erweiterter Verbandskasten für Outdoor-Einsatz (inkl. Zangen, Rettungsdecke, Blasenpflaster)

  • Mindestens eine Person mit aktueller Erste-Hilfe-Ausbildung dauerhaft vor Ort

  • Notruf-Ablauf schriftlich festhalten und für alle einsehbar aufhängen: GPS-Koordinaten, Rettungsweg, Ansprechperson

  • Laufende Kontrolle auf Zeichen von Erschöpfung, Dehydration oder Hitzschlag

Aufsicht und Schutz (insbesondere bei Minderjährigen)

  • Nachtaufsicht: mindestens eine wache Aufsichtsperson, Begehungsrhythmus festlegen

  • Regel: Teilnehmende verlassen das Gelände nur mit Begleitung oder ausdrücklicher Erlaubnis

  • Verhaltenskodex und Grenzen klar kommunizieren (Respekt, Nähe und Distanz)

  • Anlaufstelle für Konflikte und Überforderung benennen

Dokumentation

  • Veranstaltungsspezifische Gefährdungsbeurteilung erstellen (Gelände, Aktivitäten, Zielgruppe)

  • Teilnehmerliste mit Notfallkontakten, Allergien, Vorerkrankungen, Medikamenten

  • Unterweisung aller Betreuungspersonen vor Veranstaltungsbeginn dokumentieren

  • Checkliste für tägliche Gelände- und Sicherheitsprüfungen führen