Schmuckband Kreuzgang

Die Orgel in St. Bonifatius

 Als man in St. Bonifatius Anfang der neunziger Jahre den Beschluss fasste, eine neue Orgel zu bauen, konnte man noch nicht wissen, welche Bedeutung das neue Instrument für die St. Bonifatius-Gemeinde und für die umliegende Regionen einmal haben würde. Als op.1045 wurde die neue Orgel von der Orgelbaufirma Link in Giengen an der Brenz im Jahre 1995 gebaut und am 10. März 1996 feierlich geweiht. Sie verfügt über 34 klingende Register auf zwei Manualen und ist dispositionell mit ihrem charakteristisch bestückten Schwellwerk an die Tradition des französisch-romantischen Orgelbaus angelehnt.
Zeitgleich wurde im Jahre 1996 die Regionalkantorenstelle für die Dekanate Wetterau-Ost und –West eingerichtet, deren Dienstsitz man, nun mit neuer Orgel, in St. Bonifatius platzieren konnte.
Beim Bau der Orgel musste besonders darauf geachtet werden, dass der knapp bemessene Raum auf der Empore sinnvoll ausgenutzt werden und das Fenster auf der Westseite der Empore im Maßwerk frei bleiben konnte. 

Orgel der Gebrüder Link/Giengen a.d. Brenz (1996) (c) Foto J. Michalik
Orgel der Gebrüder Link/Giengen a.d. Brenz (1996)

So entstand unter Berücksichtigung der Proportionen des Kirchenraums ein Instrument, das die Formen des Raums in sich aufnimmt und mit musikalischen Ideen kombiniert.  Die äußere Konstruktion spiegelt daraus resultierend den Werkaufbau im Inneren wieder: über der als Nische eingebauten Spielanlage befindet sich das Hauptwerk, links und rechts davon das Pedal. Hinter dem Hauptwerk steht das Schwellwerk in einem geschlossenen Kasten, der durch Jalousien zum Öffnen eingerichtet ist.

Der Neubau der Link-Orgel in St. Bonifatius war der seit langem repräsentativste Orgelneubau in den Dekanaten Oberhessens, wenn nicht sogar im gesamten Bistum Mainz. Nach langen Jahrzehnten, in denen im Bistum Mainz vor allem kurzfristige Lösungen und wenig Durchdachtes zum Tragen gekommen waren, gab es zum erstenmal wieder einen Orgelneubau, bei dem Form, Konstruktion und Klang ein kompromissloses Ganzes ergeben haben.
Eines der vielen liebenswerten Details der Link-Orgel ist die hängende Traktur, die in Anlehnung an die traditionelle Orgelbaukunst so konstruiert wurde (Schleifladen mit mechanischer Spiel- und Registertraktur), dass äußerst sensibles Spiel zugelassen und ermöglicht wird.
7500 Arbeitsstunden waren nötig, um die neue Orgel fertig zu stellen, davon ein Großteil, um die Orgel zu intonieren, also jede der 2.185 Pfeifen einzeln zu formen und klanglich zu fassen.
Zahlreiche Konzerte sowie CD- und Rundfunkproduktionen unterstreichen den besonderen Stellenwert des Instruments innerhalb und außerhalb des Bistums Mainz. Sein Hauptaufgabenbereich ist jedoch die liturgische Gestaltung der Gottesdienste, zur Freude der Menschen und zur höheren Ehre Gottes.

Die drei Werke haben folgende Register:

Hauptwerk, C-g’’’ 
Bourdon 16’
Principal 8’
Rohrflöte 8’
Viola da Gamba 8’
Octave 4’
Hohlflöt 4’
Quinte 2 2/3’
Superoctave 2’
Cornett V
Mixtur IV 1 1/3’
Trompette 8’
Clairon 4’

Schwellwerk, C-g’’’
Diapason 8’
Bourdon 8’
Salicional 8’
Voix céleste 8’
Prestant 4’
Flûte 4’
Nasard 2 2/3’
Flageolet 2’
Tierce 1 3/5’
Larigot 1 1/3’
Plein Jeu IV-V 2’
Basson 16’
Trompette harmonique 8’
Hautbois 8’
-Tremulant-

Pedal, C-f’
Principal 16’
Subbass 16’
Octav 8’
Gedackt 8’
Oktav 4’
Bombarde 16’
Trompette 8’
Clairon 4’

Spielhilfen :
II/I
Ped./I
Ped./II