Schmuckband Kreuzgang

Impuls und Predigt zum 5. Sonntag der Osterzeit

Auf La Graciosa – vor Lanzarote (c) Pfarrer Bretz
Auf La Graciosa – vor Lanzarote
Fr 8. Mai 2020
Pfarrer Wolfgang Bretz/Pfarrer Thomas Kalathil

Evangelium nach Johannes 14, 1-12  Ich bin der Weg

1 Euer Herz lasse sich nicht verwirren. Glaubt an Gott und glaubt an mich! 2 Im Haus meines Vaters gibt es viele Wohnungen. Wenn es nicht so wäre, hätte ich euch dann gesagt: Ich gehe, um einen Platz für euch vorzubereiten?

3 Wenn ich gegangen bin und einen Platz für euch vorbereitet habe, komme ich wieder und werde euch zu mir holen, damit auch ihr dort seid, wo ich bin. 4 Und wohin ich gehe - den Weg dorthin kennt ihr. 5 Thomas sagte zu ihm: Herr, wir wissen nicht, wohin du gehst. Wie können wir dann den Weg kennen?

6 Jesus sagte zu ihm: Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben; niemand kommt zum Vater außer durch mich.

7 Wenn ihr mich erkannt habt, werdet ihr auch meinen Vater erkennen. Schon jetzt kennt ihr ihn und habt ihn gesehen. 8 Philippus sagte zu ihm: Herr, zeig uns den Vater; das genügt uns. 9 Jesus sagte zu ihm: Schon so lange bin ich bei euch und du hast mich nicht erkannt, Philippus? Wer mich gesehen hat, hat den Vater gesehen. Wie kannst du sagen: Zeig uns den Vater? 10 Glaubst du nicht, dass ich im Vater bin und dass der Vater in mir ist? Die Worte, die ich zu euch sage, habe ich nicht aus mir selbst. Der Vater, der in mir bleibt, vollbringt seine Werke. 11 Glaubt mir doch, dass ich im Vater bin und dass der Vater in mir ist; wenn nicht, dann glaubt aufgrund eben dieser Werke! 12 Amen, amen, ich sage euch: Wer an mich glaubt, wird die Werke, die ich vollbringe, auch vollbringen und er wird noch größere als diese vollbringen, denn ich gehe zum Vater.

Impulstext zum 5. Sonntag der Osterzeit von Pfarrer Bretz 

Dieser Text begleitet mich bei vielen Trauergottesdiensten. Habt keine Angst. Ihr seid nicht heimatlos. Im Herzen Gottes habt ihr ein zu Hause. Seine Liebe begleitet uns und lässt uns nicht los.

Ich bin der Weg, sagt Jesus. Christ-sein ist kein vorgestanzter Weg für alle gleich, normiert, bewertet.

Christsein ist Weggemeinschaft mit dem Auferstandenen – einmalig, individuell, unverwechselbar. Eine Freundschaft ins Leben und fürs Leben – bis in die Ewigkeit der göttlichen Liebe. So viel sind wir Gott wert. So viel investiert er für uns und in uns.

Ich werde euch zu mir holen, damit ihr dort zu Hause seid, wo ich zu Hause bin – das ist doch keine Drohung!

Wenn uns im Tod niemand ruft, sind wir verloren.

Das Grundwort der Liebe ist doch: Ich will Dich bei mir haben. Wir wollen zusammen sein.

Der Auferstandene will keinen seiner Menschenbrüder und seiner Menschenschwestern vermissen, will uns alle einmal bei sich haben.

 

1 Petr 2,4-7 Eine königliche Priesterschaft

4 Kommt zu ihm, dem lebendigen Stein, der von den Menschen verworfen, aber von Gott auserwählt und geehrt worden ist! 5 Lasst euch als lebendige Steine zu einem geistigen Haus aufbauen, zu einer heiligen Priesterschaft, um durch Jesus Christus geistige Opfer darzubringen, die Gott gefallen! 6 Denn es heißt in der Schrift: Siehe, ich lege in Zion einen auserwählten Stein, einen Eckstein, den ich in Ehren halte; wer an ihn glaubt, der geht nicht zugrunde. 7 Euch, die ihr glaubt, gilt diese Ehre. Für jene aber, die nicht glauben, ist dieser Stein, den die Bauleute verworfen haben, zum Eckstein geworden, 8 zum Stein, an den man anstößt, und zum Felsen, an dem man zu Fall kommt. Sie stoßen sich an ihm, weil sie dem Wort nicht gehorchen; doch dazu sind sie bestimmt. 9 Ihr aber seid ein auserwähltes Geschlecht, eine königliche Priesterschaft, ein heiliger Stamm, ein Volk, das sein besonderes Eigentum wurde, damit ihr die großen Taten dessen verkündet, der euch aus der Finsternis in sein wunderbares Licht gerufen hat. 10 Einst wart ihr kein Volk, jetzt aber seid ihr Gottes Volk; einst gab es für euch kein Erbarmen, jetzt aber habt ihr Erbarmen gefunden.

 

Ernst Alt Mose und Aaron (c) E. Alt
Ernst Alt Mose und Aaron

Eine Skizze von Ernst Alter – Mose und Aaron – 26 auf 35 cm – Rom 1988. Die Bronzeausführung ist im Portal einer Kirche in Saarbrücken.

Zugegeben es ist auf den ersten Blick seltsam. Es begleitet mich seit Jahren. Ein alttestamentliches Symbol christlicher Existenz.

Aaron ist Priester – er lebt die Verbindung von Himmel und Erde, damit der Himmel gegenwärtig bleibt und anbricht.

Mose ist der Prophet, der sagt was jetzt Sache ist und wo es jetzt langgeht. Er muss den Weg durch die Wüste in das Land der Verheißung begleiten. Eine harte Aufgabe, alle wollen den Himmel auf Erden aber beim Alten bleiben.

Die Lesung des ersten Petrusbriefes sagt von den Getauften, von jedem Getauften, jeder Getauften: Du gehörst zur königlichen Priesterschaft.

Wir sollen wie Aaron in jedem Augenblick dem Himmel einen Weg ins heute öffnen.

Wir sollen unter allen Menschen prophetisch und verantwortlich Schritte zum menschlicheren Dasein gehen. Altes zurücklassen und im Vertrauen Gottes seine Wege gehen-

Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben – diese Zusage haben wir an diesem Sonntag von Jesus gehört.

Eine königliche Priesterschaft – jeder und jede – Mose und Aaron zugleich – mit Jesus.

Einen gesegneten Sonntag Ihnen allen.

 

 

Psalm 84    Freude am Heiligtum

1 Für den Chormeister. Nach dem Kelterlied.

2 Wie liebenswert ist deine Wohnung, du HERR der Heerscharen!

3 Meine Seele verzehrt sich in Sehnsucht nach den Höfen des HERRN. Mein Herz und mein Fleisch, sie jubeln dem lebendigen Gott entgegen.

4 Auch der Sperling fand ein Haus und die Schwalbe ein Nest, wohin sie ihre Jungen gelegt hat - deine Altäre, HERR der Heerscharen, mein Gott und mein König.

5 Selig, die wohnen in deinem Haus, die dich allezeit loben.

6 Selig die Menschen, die Kraft finden in dir, die Pilgerwege im Herzen haben.

7 Ziehen sie durch das Tal der Dürre, machen sie es zum Quellgrund und Frühregen hüllt es in Segen.

8 Sie schreiten dahin mit wachsender Kraft und erscheinen vor Gott auf dem Zion.

9 HERR, Gott der Heerscharen, höre mein Bittgebet, vernimm es, Gott Jakobs! [Sela] 10 Gott, sieh her auf unseren Schild, schau auf das Angesicht deines Gesalbten!

11 Ja, besser ist ein einziger Tag in deinen Höfen als tausend andere. Lieber an der Schwelle stehen im Haus meines Gottes als wohnen in den Zelten der Frevler.

12 Denn Gott der HERR ist Sonne und Schild. Der HERR schenkt Gnade und Herrlichkeit. Nicht versagt er Gutes denen, die rechtschaffen wandeln.

13 HERR der Heerscharen, selig der Mensch, der auf dich sein Vertrauen setzt!