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Musik und die Freiheit der Seele – „Gefangenenchor“ in der JVA Darmstadt-Eberstadt in Kooperation mit der Dotter-Stiftung

Gefängnischor_Bild anonymisiert
„Ein Highlight war für mich die Teilnahme am ‚Gefangenenchor‘ und der Auftritt im Gottesdienst. Dabei habe ich mich richtig frei gefühlt, fast gar nicht mehr wie im Gefängnis.“ Das sind die Worte eines Inhaftierten, der sich mit Begeisterung an dem Chor-Projekt beteiligt hat.
Datum:
20. Aug. 2026
Von:
Engelbert Renner u. Martin Schmitt

„Dass gemeinsames Musizieren eine stärkende und auch befreiende Wirkung auf die Seele eines Menschen hat, ist sicherlich keine ganz neue Erkenntnis. Dass es sich aber in solchen Worten eines Inhaftierten mir gegenüber auf diese Art bewahrheiten würde, hat mich dann doch sehr berührt“. Dies sagt der katholische Gefängnisseelsorger der JVA Darmstadt-Eberstadt, Pastoralreferent Engelbert Renner, der dieses Chorprojekt auf Anregung und mit tatkräftiger Unterstützung des ökumenischen Arbeitskreises Gefangenenseelsorge des Pastoralraums Darmstadt Süd-Ost auf die Beine gestellt hat. Die Dotter-Stiftung konnte als Sponsor des Projektes gewonnen, die Gefängnisleitung überzeugt und zwei engagierte Musiker als Dirigenten gefunden werden.

So finden seit Mitte Juli 2025 und nach der Projektverlängerung um ein weiteres Jahr seitens der Dotter-Stiftung bis mindestens Ende Juni 2027 immer am Dienstagabend wöchentliche Chorproben unter der Leitung von Michael Böttger oder seinem Vertreter Peter Paletta in der Kapelle der JVA statt.

Zum erarbeiteten Repertoire des Chores gehören mittlerweile einfache, aber begeisternde Lieder unterschiedlichster Stilrichtungen und Sprachen, bis hin zu afrikanischen Stücken. Auch haben sich ein Schlagzeuger, ein Bassist und ein Gitarrist unter den Teilnehmern zur musikalischen Begleitung gefunden. 10-15 Gefangene bilden dabei den Stamm des auf maximal 15 Teilnehmer begrenzten Chores. Gleichzeitig scheiden immer wieder Mitglieder aus, weil sie entlassen oder auch verlegt wurden und es stoßen neue hinzu. Die Warteliste für interessierte Gefangene wird zurzeit immer länger.

Die durchweg positiven Rückmeldungen dieser Männer unterschiedlichsten Alters bestätigen die Intention des Projektes, den Inhaftierten der JVA Darmstadt-Eberstadt Erfolgserlebnisse, Gemeinschaftserfahrungen und Freude an der Musik zu ermöglichen.  Der Gefängnisseelsorger Engelbert Renner und der gesamte Arbeitskreis Gefangenenseelsorge sind überzeugt von der Sinnhaftigkeit solcher Erfahrungen im ansonsten eher tristen Gefängnisalltag.

Ermöglicht wurde das Projekt durch die Zusage der Dotter-Stiftung, die die Chorleiter finanziert, und die Bereitschaft der Diözese Mainz, die Abrechnungen über ihr Finanzwesen abzuwickeln. Ohne diese Beteiligten, den Gefängnisseelsorger und das Engagement des Arbeitskreises wäre das Projekt ganz sicher nicht durchführbar gewesen.