Statement von Seelsorgedezernent Hans Jürgen Dörr

Pressekonferenz zur „Neustrukturierung des Bildungs- und Tagungsbereiches im Bistum Mainz“

Hans Jürgen Dörr (c) Bistum Mainz
Hans Jürgen Dörr
Datum:
Mi 30. Sep 2020
Von:
Seelsorgedezernent Hans Jürgen Dörr

Sehr geehrte Damen und Herren,

aus der Perspektive des Dezernates Seelsorge sind von der Schließung zwei Tagungshäuser betroffen, zum einen das Haus St. Gottfried in Ilbenstadt in der Wetterau in Oberhessen und zum anderen das Kardinal Volk-Haus auf dem Rochusberg in Bingen.

Das Haus St. Gottfried in Ilbenstadt dient der jugendpastoralen Arbeit im Bistum Mainz und steht darüber hinaus der Erwachsenenbildung, der Familienpastoral und der kirchenmusikalischen Arbeit zur Verfügung. Regelmäßig wird das Haus von Gruppen der Pfarrei Ilbenstadt genutzt. Es verfügt über 51 einfach ausgestattete Zimmer (überwiegend 2-, 3- und 4-Bettzimmer), davon nur 17 Zimmer mit Nasszelle. Die Ausstattung empfinden Familien und andere Nutzer als nicht mehr zeitgemäß. Für eine zeitgemäße Nutzung und höhere Qualitätsstandards bedarf es enormer Investitionen. Das Haus erwirtschaftet jährlich ein hohes Defizit und ist schon seit einigen Jahren nicht mehr wirtschaftlich zu führen. Aktuell hat die Corona-Pandemie die finanzielle Problematik in einer Weise verstärkt, die - und das ist besonders schmerzlich für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter - eine Schließung bereits zum Jahresende am 31. Dezember 2020 erforderlich macht.

Die pastoralen Aufgaben werden in anderen Einrichtungen des Bistums fortgeführt. Die Pfarrei Ilbenstadt kann vorerst die zur Verfügung gestellten Räumlichkeiten im Haus weiter nutzen, bis für die Gemeinde eine geeignete Lösung gefunden und die Folgenutzung des unter Denkmalschutz stehenden Hauses St. Gottfried geklärt ist.

Das Kardinal Volk-Haus auf dem Rochusberg in Bingen ist das Exerzitienhaus des Bistums und Dienstsitz des Zentrums für Glaubensvertiefung und Spiritualität. Das Bistum ist lediglich Mieter des Hauses. Die Schließung des Betriebes wird Ende 2022 erfolgen. Das Exerzitien-Kursprogramm wird bis etwa Herbst 2022 in der bisherigen Weise fortgeführt. 

Die zukünftige Konzeption des Handlungsfeldes „Glaubensvertiefung, Geistliche Begleitung und Spiritualität“ wird im Pastoralen Weg grundsätzlich geklärt und neu ausgerichtet. Ziel ist eine inhaltliche und örtliche Konzentration der Exerzitienarbeit im Bistum.

Wir stärken die verbleibenden Häuser

Mit der Aufgabe dieser beiden Einrichtungen wollen wir ganz bewusst eine Stärkung und teilweise Neuaufstellung der verbleibenden Tagungshäuser verbinden. Strategisches Ziel des Bistums ist eine zeitgemäße Neuausrichtung aller verbliebenen Häuser im Bistum Mainz und eine damit verbundene Profilierung der Einrichtungen. 

Es ist jetzt unser wesentliches Anliegen, dem Jugendhaus Maria Einsiedel in Gernsheim, dem Jugendhaus Don Bosco in Mainz, dem Kloster Jakobsberg in Ockenheim und dem Kloster Engelthal bei Altenstadt eine zukunftsfähige Perspektive zu geben.

Das Kloster Jakobsberg in Ockenheim spielt in unseren Zukunftsüberlegungen eine wichtige Rolle. Wir wollen in Zusammenarbeit mit den Missionsbenediktinern von St. Ottilien den Jakobsberg als geistliches Zentrum für die Diözese Mainz entwickeln. Zielperspektive ist ein Tages- und Gästehaus für wichtige pastorale Aufgaben: Spiritualität und Glaubensvertiefung, Exerzitienarbeit, kirchenmusikalische Bildungsarbeit, Angebote der Jugend- und Erwachsenenseelsorge und mit Blick auf die Herausforderungen des Pastoralen Wegs: unterstützende Kursangebote für Pfarreigremien und Pastoralteams in den neuen Pfarreien. Wesentliche Teile der bisherigen Arbeit in Bingen und Ilbenstadt können so auf den Jakobsberg verlagert und dort fortgeführt werden.

 

Mehr Informationen zum Thema auf: bistummainz.de/bildung-strukturwandel