„Nicht nachdenken – einfach machen“

Gabriela Mohr über ihr Ehrenamt
Gabriela Mohr ist 42 Jahre alt, verheiratet und Mutter von drei Kindern. Sie engagiert sich in gleich mehreren Bereichen gleichzeitig. Ob im Kinderchor Herbstein, im NGL-Chor Lauterbach/Schlitz, im Liturgieausschuss mit Schwerpunkt Kirchenmusik oder als Katechetin in der Erstkommunionvorbereitung: Ihr Ehrenamt verbindet Generationen. „Ein Ehrenamt durch alle Altersgruppen“, beschreibt sie selbst treffend, was ihr Engagement ausmacht.
Wer von außen auf ihre vielfältigen Aufgaben blickt, ist oft überrascht – und zwar nicht nur von der Menge. „Viele staunen, dass ehrenamtliche Arbeit in der Kirche überhaupt Spaß macht“, erzählt Gabriela Mohr. Für sie selbst ist genau das aber ein wesentlicher Teil ihres Engagements. Es ist nicht nur Einsatz für andere, sondern gleichzeitig auch ein wichtiger Ausgleich zum Alltag. „Es tut mir gut und gibt mir Kraft“, sagt sie. Diese Kraft entsteht vor allem dort, wo Gemeinschaft erlebbar wird. Und das ist in ihren Aufgabenbereichen fast immer der Fall: im gemeinsamen Singen im Chor ebenso wie in der Arbeit mit den Kindern in der Erstkommunionvorbereitung. „Man ist eigentlich nie allein“, beschreibt sie diese Erfahrung. Es sind Momente, in denen Verbindung entsteht zwischen Menschen ganz unterschiedlichen Alters, mit unterschiedlichen Hintergründen, aber mit einem gemeinsamen Ziel.
Zentral für ihr Engagement ist dabei ihr Glaube. „Er trägt mich durch mein Ehrenamt“, sagt Mohr. Gleichzeitig ist es ihr wichtig, diesen Glauben weiterzugeben – auf ganz unterschiedliche Weise: durch Musik, durch Begleitung, durch gemeinsames Erleben. So wird das Ehrenamt für sie auch zu einem Ort, an dem Glauben lebendig bleibt. Für die Zukunft der Kirche sieht sie das Ehrenamt wie viele andere als unverzichtbar. „Ohne Ehrenamtliche kann die Kirche nur sehr schwer weiter bestehen“, ist sie überzeugt. Gleichzeitig nimmt sie wahr, dass das Engagement in der Kirche heute nicht immer die Anerkennung bekommt, die es verdient. Oft werde es belächelt oder nicht ernst genommen. Diese Entwicklung sieht sie kritisch. „Das macht es natürlich schwieriger, neue Menschen dafür zu begeistern.“
Dabei ist ihr Ansatz ganz klar und direkt: „Nicht lange nachdenken – einfach machen!“ Mit diesem Rat ermutigt sie andere, sich selbst auszuprobieren und eigene Erfahrungen zu sammeln. Denn aus ihrer Sicht wird häufig unterschätzt, wie bereichernd ein Ehrenamt sein kann – für die Gemeinschaft, aber auch für die eigene Persönlichkeit. Gleichzeitig betont sie aber, dass Ehrenamt auch Zeit braucht. „Der Aufwand wird oft unterschätzt“, sagt sie offen. Umso wichtiger ist es aus ihrer Sicht, das Ehrenamt sichtbarer zu machen und mehr Wertschätzung zu zeigen. Denn hinter jedem Engagement stehen Menschen, die bereit sind, Zeit, Energie und Herz einzubringen.
Für Mohr steht fest: Ehrenamt ist weit mehr als eine Aufgabe. Es ist ein Raum für Begegnung, für Gemeinschaft und für gelebten Glauben – quer durch alle Generationen.