Margareten-Wallfahrt am 12. Juli 2026:Von der Kraft des Wachsenlassens

Das Evangelium des Tages vom Sämann, dessen Saat auf unterschiedlichen Boden fällt, stand im Mittelpunkt ihrer Verkündigung.
Sie begann ihre Predigt mit persönlichen Erfahrungen:
„Ich habe zuhause auch einen großen Garten und die Erfahrung, dass ich das Saatgut an der falschen Stelle ausgesät habe, habe ich auch schon gemacht. In dem vorderen Beet direkt vor unserem Anbau an der Küche gibt es eine Stelle, wo ich säen und pflanzen kann, was ich möchte, aber dort wohnt eine Wühlmaus, die alle Wurzeln und Samen frisst, so dass dort nie etwas wächst, oder zumindest nicht dauerhaft.
Stellen, an denen es zu felsig und zu trocken ist, gibt es auch und anstatt Dornen sind es bei uns Brennnesseln.
Es gibt aber auch andere Stellen, wo der Austausch zwischen Boden und Pflanzen wunderbar funktioniert und alles prächtig wächst und gedeiht. Wir haben zum Beispiel ein Erdbeerbeet, das uns jedes Jahr süße Erdbeeren schenkt, wunderbar duftende Kräuterbüsche und Herbstanemonen, die sich überall vermehren mit ihren zarten lilafarbenen Blüten.“
Dann verdeutlichte sie die frohe Botschaft des Evangeliums:
„Wenn ich das Evangelium höre, fällt mir noch etwas auf: Der Sämann prüft den Boden gar nicht vorher. Er sät großzügig und verschwenderisch. Aus menschlicher Sicht scheint das wenig sinnvoll zu sein. Aber vielleicht zeigt sich gerade darin etwas von Gott. Er schenkt sein Wort nicht nur dort, wo Erfolg garantiert scheint. Er vertraut darauf, dass selbst dort, wo wir nur Steine, Dornen oder trockenen Boden sehen, noch Frucht entstehen kann.“
Anja Günther verband in inspirierender Weise in ihren Ausführungen weitere Erfahrungen des Alltags mit der Lesung des Propheten Jesaja dem Evangelium des Tages von Matthäus.
Am Ende ihrer Predigt schlug sie die Brücke zur heiligen Margareta:
„Eine der vierzehn Nothelferinnen ist die heilige Margareta, der die heutige Wallfahrt gewidmet ist. Ihr Leben war alles andere als ein fruchtbarer Garten, sondern sie erlebte Ablehnung, Bedrängnis und Verfolgung. Menschlich gesehen schien das, was sie glaubte und wofür sie einstand, keine Zukunft zu haben. Und doch hat sie an Gottes Wort festgehalten.
Vielleicht ist gerade das ihre Botschaft für uns heute: Wir sehen oft nur den kargen Boden, die Felsen oder die Dornen. Wir sehen das, was schwerfällt oder nicht gelingt. Gott aber sieht schon die Frucht, die daraus wachsen kann. Margareta hat darauf vertraut, dass Gottes Wort stärker ist als Angst, Widerstand und Scheitern. Darum wird sie bis heute als Nothelferin angerufen.“
Nach der Eucharistiefeier bedankte sich Frau Margaretha Müller bei Anja Günther und allen, die den Gottesdienst vorbereitet hatten.
Danach feierten viele der Wallfahrenden bei heißen Bratwürsten, kühlen Getränken und einem großartigen Kuchenbuffet weiter auf dem schönen Gelände des Klosters Jakobsberg.