Auf der diesjährigen Jahrestagung der Gesellschaft für mittelrheinische Kirchengeschichte wurde Dr. Jan Turinski, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Mainzer Kirchengeschichte, in den Vorstand der Gesellschaft gewählt. Als geschäftsführendes Vorstandsmitglied löst er Gabriela Hart ab, die seit 2019 als Geschäftsführerin der Gesellschaft wirkte und vom Präsidenten der Gesellschaft, Herrn Priv.-Doz. Dr. habil. Thomas Brockmann (Mainz), gebührend verabschiedet wurde.
Die diesjährige Jahrestagung wurde vom Bistum Speyer ausgerichtet und fand im Priesterseminar St. German statt. Die überaus gut besuchte Veranstaltung beschäftigte sich bei strahlendem Frühlingswetter mit dem Thema „Der Dom zu Speyer im Laufe des vergangenen Jahrtausends“. Eröffnet wurde die Tagung am Donnerstagabend mit einem Vortrag von Herrn Professor Dr. Erwin Reidinger (Winzendorf/Niederösterreich) zum Thema 2027: 1000 Jahre Kaiserdom zu Speyer. Unter Berücksichtigung archäoastronomischer Daten plädierte Reidinger in seinen Ausführungen für das Jahr 1027 als Erbauungsjahr des Speyerer Doms. Die weiteren Vorträge beschäftigten sich u.a. mit der Zerstörung des Doms im Neunjährigen Krieg (Pfälzischer Erbfolgekrieg) und dem Wiederaufbau im 18. Jahrhundert, der Baupolitik König Ludwigs I. von Bayern, den Domjubiläen des 19. und 20. Jahrhunderts sowie den Restaurierungsarbeiten am Dom seit 1930.
In seinem lebendigen öffentlichen Festvortrag sprach Prof. Dr. Bernd Schneidmüller, Heidelberg, über den Dom zu Speyer und seine Wege in die mittelalterliche Geschichte.
Die Ehrengabe der Gesellschaft erhielt in diesem Jahr der Archivar und Historiker Dr. Paul Warmbrunn aus Otterstadt. Wie der Präsident Priv.-Doz. Dr. habil. Thomas Brockmann in seiner Laudatio hervorhob, weist der Blick auf Paul Warmbrunns außerordentlich umfangreiche Publikationsliste ihn als einen der profiliertesten Kenner der frühneuzeitlichen Kirchengeschichte im Reich und speziell auch im südwestdeutschen und pfälzischen Raum aus. Warmbrunns Œuvre geht aber weit darüber hinaus; es löst in geradezu erstaunlicher Weise den Anspruch der modernen Landesgeschichte „In Grenzen unbegrenzt“ ein – und zwar sowohl im Hinblick auf die chronologische wie auf die thematische Erstreckung.
Die Gesellschaft für mittelrheinische Kirchengeschichte ist ein Verein zur Pflege der Kirchengeschichte im Bereich der katholischen mittelrheinischen Bistümer. Er wird getragen von den Bistümern Trier, Speyer, Limburg, Mainz, Fulda und Erfurt und steht allen Interessierten offen. Weitere Informationen finden Sie hier: Gesellschaft für mittelrheinische Kirchengeschichte e.V.