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Premiere beim Papst

Audienz von Bischof Kohlgraf und Weihbischof Pottackal bei Papst Leo XIV
Mehr als Smalltalk – Bischof Peter Kohlgraf und Weihbischof Joshy Pottackal hatten am 31. August ihren Antrittsbesuch bei Leo XIV. – an einem außergewöhnlichen Ort.
Datum:
Do. 3. Sept. 2026
Von:
Anja Weiffen | Redaktion Glaube und Leben

Ein gutes, ehrliches und brüderliches Gespräch war es, sagt Peter Kohlgraf über das Treffen mit Papst Leo XIV. Der Mainzer Bischof beschreibt den Papst als „sehr freundlich, sehr zugewandt und sehr gut informiert“. Zusammen mit dem Mainzer Weihbischof Joshy Pottackal war Kohlgraf zum Antrittsbesuch bei Papst Leo nach Rom gereist. Die Audienz fand jedoch nicht wie sonst üblich im Vatikan statt, sondern in der Sommerresidenz der Päpste, in Castel Gandolfo. „Das war schon etwas Außergewöhnliches. Wir waren dort, wo Touristen in der Regel nicht hinkommen. Dadurch hatte der Besuch etwas Familiäres“, berichtet Bischof Kohlgraf nach dem Aufenthalt wieder zurück in Mainz.

Mehr als Smalltalk

Für die Mainzer Bischöfe nahm sich Papst Leo eine Stunde Zeit. „Wir sind mit dem Taxi hingefahren“, erzählt Peter Kohlgraf. „Da wir die Fahrtzeit nicht genau abschätzen konnten, waren wir viel zu früh dort und haben erst einmal außerhalb des Palazzos Apostolico gewartet.“ Doch sie wurden bald hineingelassen und die Audienz begann sogar eine Viertelstunde früher.

Inhalte aus den Gesprächen mit dem Papst werden grundsätzlich nicht veröffentlicht. „Aber wir haben keinen Smalltalk geführt, das war schon ein tiefergehendes Gespräch“, sagt Kohlgraf und ergänzt: „Was man sagen kann: Wir haben über die Situation im Bistum Mainz und über die der Kirche in Deutschland gesprochen.“ Papst Leo redete auf Italienisch, ein Dolmetscher übersetzte. „Um die Nuancen im Gespräch zu verstehen, war das Übersetzen für uns wichtig“, sagt der Bischof.

Wie fühlt man sich nach einer Audienz mit dem Papst? „Gefreut habe ich mich vor allem, dass das Gespräch stattfand. Ich hatte mit einem guten Gespräch gerechnet, und so war es auch“, antwortet Kohlgraf. Im Vorfeld hatte er für den Antrittsbesuch einen geeigneten Zeitpunkt abgewartet. Im März hatte das Bistum Mainz mit dem Karmeliterpater Joshy Pottackal einen neuen Weihbischof bekommen. Mit dessen Teilnahme am Einführungskurs für neue Bischöfe in Rom bot sich „eine gute Gelegenheit“, so Kohlgraf, gemeinsam erstmals Papst Leo zu besuchen.

Auch Treffen mit Bischofspräfekt

In Rom waren Kohlgraf und Pottackal zentral in der Stadt bei den Karmeliten, den Ordensbrüdern des Weihbischofs, untergebracht. Während des Aufenthalts trafen sie auch Erzbischof Filippo Iannone, ebenfalls Karmelit und Präfekt der Kongregation für die Bischöfe. „Da war erst einmal der Dank, dass das Bistum Mainz mit Pater Joshy einen neuen Weihbischof bekommen hat“, sagt Kohlgraf. Zudem sei Erzbischof Iannone der Ansprechpartner für den Synodalen Weg in Deutschland. Zurzeit steht noch die Rückmeldung des Vatikans zur Synodalkonferenz aus, die eigentlich im November stattfinden sollte. Diese wurde erst einmal verschoben. Kohlgraf: „Mit Erzbischof Iannone habe ich auch über den Synodalen Weg gesprochen. Ich persönlich wäre froh, wenn hier bald eine Entscheidung getroffen würde.“