Dankworte nach dem Festakt anlässlich meines 70. Geburtstages

am 16. Mai 2006 in der Rheingoldhalle Mainz

Datum:
Dienstag, 16. Mai 2006

am 16. Mai 2006 in der Rheingoldhalle Mainz

Meine sehr verehrten Damen und Herren,

liebe Schwestern und Brüder im Herrn!

Im Gottesdienst haben wir dem Herrn des Lebens gedankt. Jetzt darf ich den vielen Menschen danken, die – begonnen mit meinen Eltern – von der Wiege bis heute mir zur Seite standen. Es tut mir leid, dass ich bei meinem Dank weit zurückbleibe hinter dem, was ich empfangen habe. Ich denke an meine Familie, nicht zuletzt meinen zu früh verstorbenen Bruder Reinhold und meine Verwandten, meine Seelsorger und meine Freunde, meine Lehrer und meine geistlichen Väter, die Mitbischöfe in der Bischofskonferenz und in aller Welt. Ich danke allen von Herzen, die ihre Anerkennung für meinen Dienst zum Ausdruck brachten: dem Heiligen Vater, Papst Benedikt XVI., dem Herrn Apostolischen Nuntius, Erzbischof Dr. Ender, Herrn Kardinal Walter Kasper und nicht zuletzt dem Stellvertretenden Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Dr. Heinrich Mussinghoff. Dem Vorsitzenden des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland, Bischof Wolfgang Huber, danke ich ebenso wie den Ratsvorsitzenden der letzten 20 Jahre, die zum größten Teil hier sind, und denen ich bis heute eng verbunden bin, nicht minder seiner Eminenz, Metropolit Augoustinos.

Es ist für mich eine große Ehre, dass der Herr Bundestagspräsident Dr. Norbert Lammert, Frau Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel, und die Herren Ministerpräsidenten der Bundesländer, in denen das Bistum Mainz wirkt, Herr Kurt Beck und Herr Dr. Roland Koch, an diesem Fest teilgenommen haben. Ich habe mich über Ihre anerkennenden Worte gefreut und empfinde sie als einen großen Ansporn zum weiteren Dienst. Nicht minder danke ich dem Herrn Bundespräsidenten für seine schriftlichen, zugleich veröffentlichten Glückwünsche. Herr Oberbürgermeister Jens Beutel, Sie wissen, dass ich mich freue, in dieser wunderbaren Stadt wohnen und ihr Ehrenbürger sein zu dürfen.

Ich danke allen, die mir in der täglichen Arbeit, aber auch bei Fest und Feier nahe sind: den Weihbischöfen des Bistums und den Mitgliedern des Mainzer Domkapitels, der Dezernentenkonferenz, den Leitern und den Mitarbeiterinnen sowie Mitarbeitern des Sekretariates der Deutschen Bischofskonferenz und des Katholischen Büros, ganz besonders aber den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern – den Sekretärinnen, den Persönlichen Referentinnen, dem Persönlichen Referenten und den Bischöflichen Kaplänen – sowie den Ordensschwestern im Bischofshaus, meinen Fahrern, nicht zuletzt aber auch meinen Ärzten, die mich immer kompetent und hilfsbereit begleitet haben.

Allen Freunden, die mir über Jahrzehnte die Treue gehalten haben, auch wenn ich wenig Zeit für sie hatte, sage ich einen herzlichen Dank. Viele wollen ungenannt bleiben. Für sie alle danke ich stellvertretend namentlich ganz besonders Herrn Alt-Bundeskanzler Dr. Helmut Kohl, den ich seit vielen Jahren einen Freund nennen darf.

Verehrte, liebe Damen und Herren, ich danke ganz besonders auch allen, die diesen Tag seit Wochen und Monaten vorbereitet haben. Ich denke dabei nicht nur an die Chöre und die Bläser des Mainzer Domes, allen voran Domkapellmeister Prof. Matthias Breitschaft, sondern auch das Ehepaar Berger und Herrn Gallardo, und Dr. Peter Frey als Moderator, dem ich schon lange freundschaftlich verbunden bin, sondern ganz besonders auch Herrn Generalvikar Prälat Dietmar Giebelmann, Herrn Domdekan Heinz Heckwolf und nicht zuletzt dem Leiter der Bischöflichen Kanzlei, Herrn Frank Flegel.

Lassen Sie mich diesen unvollkommenen Dank, der ganz besonders auch an die vielen Damen und Herren der Medien geht, abschließen mit einem Gebet, das ich bei Albert Schweitzer gefunden habe:

Niemand wird alt, weil er eine Anzahl Jahre hinter sich gebracht hat.

Man wird nur alt, wenn man seinen Idealen Lebewohl sagt.

Mit den Jahren runzelt die Haut,

mit dem Verzicht auf Begeisterung aber runzelt die Seele.

Sorgen, Zweifel, Mangel an Selbstvertrauen, Angst und Hoffnungslosigkeit,

das sind die langen, langen Jahre,

die das Haupt zur Erde ziehen

und den aufrechten Geist in den Staub beugen.

Du bist so jung wie deine Zuversicht, so alt wie deine Zweifel,

so jung wie deine Hoffnung, so alt wie deine Verzagtheit.

Solange die Botschaft der Schönheit, Freude, Kühnheit, Größe, Macht

von der Erde, den Menschen und dem Unendlichen dein Herz erreichen,

so lange bist du jung.

Erst wenn deine Flügel nach unten hängen

und das Innere deines Herzens vom Schnee des Pessimismus

und vom Eis des Zynismus bedeckt sind,

dann erst bist du wahrhaftig alt geworden.

Ich danke Ihnen allen nochmals und wünsche Ihnen mit Gottes Segen eine gute Heimfahrt!

© Karl Kardinal Lehmann

Es gilt das gesprochene Wort!

von Karl Kardinal Lehmann, Bischof em. von Mainz

Copyright: Karl Kardinal Lehmann, Mainz