Ein Verhaltenskodex entfaltet seine Wirkung erst dann, wenn er im Alltag gelebt wird. Um die abstrakten, aber essenziellen Leitlinien zur Prävention sexualisierter Gewalt direkt in die Praxis zu tragen, hat die Koordinationsstelle Prävention gemeinsam mit einer Untergruppe des „Runden Tischs Prävention“ ein umfassendes visuelles Paket geschnürt.
Die zentralen Kernbotschaften wurden gezielt grafisch übersetzt, um Barrieren abzubauen und den Kodex in allen Einrichtungen visuell präsent zu machen. Seine offizielle Premiere feierte das Projekt kürzlich bei den Netzwerktreffen „ISK in die Praxis“ (April/Mai 2026).
Die Kernbereiche im Fokus
Die grafische Aufarbeitung deckt die sensibelsten und wichtigsten Schnittstellen des pädagogischen und pflegerischen Alltags ab. Visuell übersetzt wurden Richtlinien zu folgenden Themen:
22 Grafiken – Passgenau für jede Zielgruppe
Prävention muss sprachlich und visuell dort ankommen, wo die Menschen stehen. Deshalb ist ein Set aus insgesamt 22 maßgeschneiderten Grafiken entstanden, die sich gezielt an unterschiedliche Alters- und Lebensbereiche richten:
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Zielgruppe |
Fokus der visuellen Aufarbeitung |
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Kinder |
Altersgerechte, leicht verständliche Bildsprache zur Stärkung der eigenen Rechte. |
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Jugendliche |
Ansprache auf Augenhöhe, insbesondere bei Themen wie Mediennutzung und Grenzen. |
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Erwachsene |
Professionalisierung und Handlungssicherheit für Fachkräfte und Teams. |
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Pflegebereich |
Berücksichtigung der besonderen Nähe-Distanz-Dynamiken in der Pflege. |
Das pädagogische Werkzeug: Die neuen Poster
Aus den 22 Einzelgrafiken wurden vier bzw. fünf großformatige Plakate entwickelt. Diese Poster sind weit mehr als reine Dekoration – sie erfüllen ab sofort vier zentrale Funktionen in den Einrichtungen:
1. Orientierung im Alltag: Sichtbare Leitlinien.
Die Plakate hängen gut sichtbar in den Einrichtungen und bieten Klienten, Betreuten und Mitarbeitenden jederzeit eine schnelle Orientierung darüber, welche Werte vor Ort gelten.
2. Pädagogisches Werkzeug: Gesprächsanlass.
Fachkräfte können die Plakate aktiv in Gruppenstunden, Teammeetings oder Beratungsgesprächen nutzen, um über Grenzen und Verhaltensregeln ins Gespräch zu kommen.
3. Wiedererkennungsmerkmal: Einheitlicher Auftritt.
Durch das durchgängige Design schaffen die Poster einen träger- und einrichtungsübergreifenden Wiedererkennungswert für das Thema Schutz und Prävention.
4. Qualitätsstandard: Klares Versprechen.
Das Aushängen der Plakate signalisiert nach innen und außen: Hier wird aktiv hingeschaut. Die Einhaltung des Verhaltenskodex ist Teil unseres gelebten Qualitätsanspruchs.
Ausblick: Nach der erfolgreichen Erstvorstellung beim Netzwerktreffen im Frühjahr werden die Plakate nun sukzessive in allen angeschlossenen Einrichtungen ausgerollt. Sie bilden einen Meilenstein auf dem Weg, Schutzkonzepte fest in der alltäglichen Praxis zu verankern.