„Es ist Unrecht, was da geschieht“

Weihbischof Bentz ruft in einem Video zum Gebet für die Deeskalation und die Menschen in Jerusalem auf

WB Bentz Gebetsaufruf Israel (c) Deutsche Bischofskonferenz
WB Bentz Gebetsaufruf Israel
Datum:
Mi. 12. Mai 2021
Von:
Deutsche Bischofskonferenz

Zur Lage in Israel erklärt Weihbischof Dr. Udo Bentz (Mainz), Vorsitzender der Arbeitsgruppe Naher und Mittlerer Osten der Kommission Weltkirche der Deutschen Bischofskonferenz:

„Seit Tagen eskaliert die Gewalt in Jerusalem. Ich möchte Ihre Aufmerksamkeit auf die dortige Situation und die Menschen lenken. Ich möchte Sie dringend um Ihr Gebet für die Menschen in Jerusalem bitten. Die Ursachen für den Gewaltausbruch sind komplex – alle Beteiligten tragen Verantwortung, dass die Lage jetzt deeskaliert, dass die Spirale der Gewalt durchbrochen wird. Gestern haben sich die Patriarchen und die Oberhäupter der Ortskirchen in Jerusalem in einem eindringlichen Appell an die Öffentlichkeit gewandt und dazu aufgerufen, die Sicherheit aller Menschen in Jerusalem zu gewährleisten. Die Patriarchen erinnern daran, dass Jerusalem als eine heilige Stadt einen besonderen Status quo hat. Alle beteiligten Parteien tragen Verantwortung für diesen besonderen Status quo und dafür, dass diese sensible Situation bewahrt und jede Gewalt und Eskalation unterbrochen wird. In meinen Gesprächen erlebe und spüre ich die Besorgnis, dass die Situation weiter eskalieren könnte. 

Die Würde und die Sicherheit der Palästinenser, die von den geplanten Vertreibungen im Viertel Scheich Dscharrah betroffen sind, darf nicht weiter untergraben werden. Es ist Unrecht, was da geschieht. Aber auch militärische Reaktionen, Raketen, die sich gegen die israelische Zivilbevölkerung richten, sind durch nichts zu rechtfertigen. Sie sind keine Antwort auf politische Probleme. Das ist zutiefst zu verurteilen. Jetzt zeigt sich, dass die Konflikte im Heiligen Land nicht gelöst werden, wenn die Weltöffentlichkeit sie ignoriert. Durch die Geschehnisse der letzten Tage sehen wir, wie dringend notwendig es ist, auf alle Konfliktparteien einzuwirken, miteinander nach dauerhaften Lösungen zu suchen. Und so ist meine Bitte an Sie: Vergessen wir die Menschen im Heiligen Land nicht – beten wir für sie. Bleiben wir im Gebet mit den Menschen, besonders mit den Christen im Nahen Osten verbunden – um eine gute Zukunft, um eine gerechte Zukunft, um eine friedliche Zukunft. 

Von meinen Begegnungen mit dem Heiligen Land, vor allen Dingen auch von den jährlichen Treffen mit der Holy Land Coordination – einer internationalen Gruppe von Bischöfen, die sich jedes Jahr mit den Christen im Heiligen Land trifft und einen engen Kontakt zu den Ortskirchen pflegt – aus diesen Gesprächen und Begegnungen weiß ich, dass die Menschen immer dann besonders zu leiden haben, wenn die Religionsparteien den politischen Konflikt instrumentalisieren. Leider geschieht das auch jetzt wieder. Beten und bitten wir darum, dass die Lage deeskaliert, dass es Wege gibt zu einem friedlichen Miteinander. Ich danke Ihnen, wenn Sie dieses Anliegen mittragen und unterstützen.“

Hinweise

Das Video von Weihbischof Bentz ist auf dem YouTube-Kanal und der Facebookseite der Deutschen Bischofskonferenz, von Weihbischof Bentz und des Bistums Mainz verfügbar, außerdem auf  Twitter.

Die Abschlusserklärung des 21. Internationalen Bischofstreffens zur Solidarität mit den Christen im Heiligen Land vom 21. Januar 2021 ist unter www.dbk.de unter Aktuelles zu finden.

Auf der Themenseite Lage der Christen im Nahen Osten finden sich weitere Informationen.

Gebetsaufruf für Jerusalem (c) Deutsche Bischofskonferenz

Gebetsaufruf für Jerusalem

12. Mai 2021

Posting vom 15. Mai auf Facebook

Posting WB Bentz am 15 Mai (c) Weihbischof Udo Bentz