Unterwegs mit dem „we-care-Mobil“: Weihbischof Dr. Udo Markus Bentz im Gespräch mit Jugendlichen

Streetworkerin Steffi Wüstner, Weihbischof Dr. Udo Markus Bentz und die Sozialpädagogin Nadja Zocaro (v.l.n.r.) vor der Abfahrt mit dem „we-care-Mobil“ (c) Tanja Greitens
Streetworkerin Steffi Wüstner, Weihbischof Dr. Udo Markus Bentz und die Sozialpädagogin Nadja Zocaro (v.l.n.r.) vor der Abfahrt mit dem „we-care-Mobil“
Datum:
Fr. 12. Nov. 2021
Von:
Caritasverband Mainz e. V.

Gemeinsam mit zwei Streetworkerinnen des Projekts „we-care-Mainz“ suchte der Mainzer Weihbischof Dr. Udo Markus Bentz am Donnerstagnachmittag Jugendliche und junge Menschen auf öffentlichen Plätzen in der Neustadt auf, um mit ihnen ins Gespräch zu kommen. Das Förderprogramm hat zum Ziel, Menschen zwischen 15 und 25 Jahren zu erreichen, die mit Herausforderungen zu kämpfen haben und von den gängigen Hilfsangeboten nicht aufgefangen werden. Das gelingt unter anderem durch die aufsuchende Arbeit der Streetworker*innen, die täglich mit einem kleinen Bus, dem „we-care-Mobil“, auf den Straßen in Mainz unterwegs sind.

Weihbischof Dr. Udo Markus Bentz nahm die Einladung dankbar an, die Arbeit der Streetworkerinnen Nadja Zocaro und Steffi Wüstner anlässlich der „Armutswochen“ der Caritas zu begleiten. „Mich beeindrucken solche Projekte, die ganz bewusst in die Lücken unseres Hilfesystems gehen“, betonte der Weihbischof. „Nicht warten, bis Menschen kommen. Aktiv Ausschau halten und dorthin gehen, wo die Menschen leben - das ist die Dynamik des Evangeliums! Diese Bereitschaft, sich auf den Weg zu den Menschen machen, ohne zu wissen, was einem erwartet, das erhoffe ich mir, nicht nur für das caritative, sondern auch für das seelsorgliche Wirken der Kirche“, so Weihbischof Bentz. Der Bedarf an Hilfsangeboten ist da, denn viele Jugendliche sind während der Pandemie verloren gegangen. 84.000 Ratsuchende haben, laut Berufsbildungsbericht 2021, den Kontakt zur Berufsberatung der Arbeitsagenturen abgebrochen. Diesem Trend möchte „we-care-Mainz“ etwas entgegensetzen. Finanziert von der Stadt Mainz und dem Jobcenter ist das Projekt für die Teilnehmerinnen und Teilnehmer kostenlos.

Ziel der aufsuchenden Arbeit mit dem „we-care-Mobil“ war an diesem Tag die Mainzer Neustadt. Rund um den Goetheplatz sprach die Dreiergruppe junge Menschen an. „Dabei weiß man nie, wen man trifft“, erzählte Nadja Zocaro. Sie habe schon junge Menschen mit Trauma- oder Gewalterfahrung geholfen, aber auch wohnungslosen Jugendlichen Hilfsangebote unterbreitet. Andere wiederum benötigen Hilfe bei Anträgen und Telefongesprächen oder Unterstützung bei der Suche nach einem Praktikums- oder Ausbildungsplatz“, berichtete die Sozialpädagogin von ihren vielfältigen Erfahrungen. So wurden im Jahr 2020 trotz der Erschwernisse durch die Pandemie rund 2.000 junge Menschen in Mainzer Stadtteilen angesprochen. 

Beeindruckt zeigte sich Weihbischof Dr. Udo Markus Bentz nach seinem zweistündigen Einsatz rund um den Goetheplatz von der offenen Begegnung mit den jungen Leuten: „Alle Jugendliche haben auf unsere Ansprache reagiert, und mit allen sind wir ins Gespräch gekommen.“ Auch seine persönliche Bereicherung durch diese Begegnungen bringt er zum Ausdruck: „Diese Erfahrungen verändern meinen Blick. Durch sie bekommen die Themen, über die man in Konferenzen oder Diskussionen spricht, ein ganz konkretes Gesicht. Zudem sind diese Begegnungen für mich eine Herausforderung und Inspiration, die Botschaft Jesu konkret zu leben.“

Weihbischof Dr. Udo Markus Bentz und die Sozialpädagogin Nadja Zocaro (c) Tanja Greitens

„We-care-Mainz“ 

„We-care-Mainz“ ist ein Projekt des Caritas-Beratungs- und Jugendhilfezentrums St. Nikolaus, des Jobcenters Mainz sowie der Stadt Mainz, das Anfang 2020 gegründet wurde, um Zugang zu jungen, schwer erreichbaren Menschen zu bekommen. Ein Herzstück des Projekts sind die Streetworker*innen, die auf den Straßen der Stadt unterwegs sind, um Jugendliche und junge Erwachsene anzusprechen und Hilfe anzubieten. Mit dabei ist das „we-care-Mobil“, ein Transporter, mit dem die Kolleg*innen die verschiedenen Stadtteile anfahren und in dem auch vertrauliche Gespräche geführt werden können.

 

Armutswochen

Mit dem Format „Armutswochen“ richtet die verbandliche Caritas jedes Jahr im Herbst den Blick auf Menschen, die von Armut und Ausgrenzung betroffen sind. Dabei wird der Fokus der diesjährigen Armutswochen im Zeitraum vom 17.10.2021 (Internationaler Tag zur Beseitigung der Armut) bis zum 14.11.2021 (Welttag der Armen der katholischen Kirche) auf die Situation von (benachteiligten) Jugendlichen und jungen Erwachsenen in und nach der Pandemie gelegt.