Schmuckband Kreuzgang

Bruder Alois †

Anteilnahme weit über Ober Mörlen hinaus

Bruder Alois Blatz, wie ihn zahllose Menschen kannten und schätzten (c) Familie
Di 5. Mär 2019
Henning Stahl

Die Friedhofskapelle konnte die zahlreichen Trauergäste bei Weitem nicht fassen - trotz schlechten Wetters standen während der Trauerfeier Hunderte noch auf dem Vorplatz,  gaben in langem Zug der Urne des Verstorbenen und seinen Angehörigen das letzte Geleit zur Grabstätte und füllten beim anschließenden Requiem fast alle Sitzplätze in der großen  Pfarrkirche St. Remigius.

Außergewöhnliche Lebensleistung des "Weißen Vaters" gewürdigt

So unkonventionell wie sein Leben verlief auch die Trauerfeier: Auf Wunsch des Verstorbenen erklangen  an Stelle der üblichen Trauerlieder dreimal fröhliche afrikanische Weisen.
Pfarrer Ryszard Strojek ließ in seiner Traueransprache die Vita  des Missionars noch einmal lebendig werden:
Als Landwirtssohn mit zwei Schwestern in Obermörlen geboren bereitete er sich zunächst darauf vor, den elterlichen Hof zu übernehmen. Er absolvierte die Landwirtschaftlehre, legte  sogar die Meisterprüfung ab und schloss auch noch eine Tischlerlehre mit der Gesellenprüfung ab.
In dieser Zeit entwickelte sich eine tiefe Verbundenheit zu seinem Heimatort und dessen Bewohnern, die er stets pflegte. Auch seine lebenslange aktive Mitgliedschaft als Fastnachter hat hier ihre Quelle.
Als seine Schwester einen Landwirt heiratete, der bereit war, den Hof zu übernehmen, konnte Alois Blatz einen Lebenstraum verwirklichen: In einer zehnjährigen Ausbildung bereitete er sich auf eine Missionstätigkeit in Afrika vor, die er anschließend drei Jahrzehnte lang in verschiedenen afrikanischen Ländern ausüben durfte.

Nimmermüder Einsatz für Menschen in Afrika

Um Geld für dortige Hilfsprojekte zu beschaffen, baute der kontaktfreudige "Weiße Vater" seinen riesigen Bekanntenkreis immer weiter aus, stellte in der Heimat Projekte öffentlich vor und schrieb unermüdlich tausende von persönlichen Briefen - neuzeitlich ausgedrückt zeigte er sich als wahrer Meister des "Fundraising", lange bevor wir diesen Begriff überhaupt kannten. Auch mit vielen Mitgliedern unserer Kolpingsfamilie und unseres Kirchenchors war er auf diese Weise innig verbunden.
Seine gelebte Nächstenliebe fand - über seinen Tod hinaus - hundertfache Resonanz, sowohl bei zahlreichen Menschen in Afrika wie auch bei vielen in seiner deutschen Heimat, die ihren "Bruder Alois" nicht vergessen werden.