Schmuckband Kreuzgang

Dreifaltigkeit

Dreiklang aus Theologie, Malerei und Musik

Datum:
So. 7. Juni 2020
Von:
Henning Stahl

Wieder durften 50 Gläubige in unserer Pfarrkirche einen besonderen Gottesdienst erleben: Die Heilige Messe am Dreifaltigkeitssonntag entfaltete einen ergreifenden Dreiklang aus Elementen der Theologie, der Malerei und der Musik.

Wir Christen verehren den dreieinigen Gott

Unser Pfarrer David J. Rühl hatte das bekannte Ikonenmotiv "Hagia Trias - Heilige Dreifaltigkeit" nach der Vorlage von Andrej Rubljow vor dem Altar aufgestellt. (siehe Foto).
Ausgehend von der nicht einfachen theologischen Darstellung eines dreieinigen Gottes, welche ja das Christentum von den anderen Weltreligionen unterscheidet, machte Rühl deutlich, dass die Zahl „Drei“ nicht auf numerisch zählbare Personen abhebt, sondern im Gegenteil symbolisch für einen wirklich all-umfassenden Gott steht. [1]

Durch Aussagen zur Gestaltung der Ikone (zum Beispiel zur Anordnung der drei Figuren in Kreisform, die alle dasselbe Gesicht haben, oder zur Symbolgestalt eines Kelches der beiden äußeren Figuren auf die mittlere hin)[2] konnte der Pfarrer ein tieferes Verständnis für die Botschaften dieser orthodoxen Bildtafel erzeugen.
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[1] Vgl. Büchner, Christine, Drei ist keine Zahl, CiG 23, Freiburg 2020, 237-238.

[2] Vgl. Sergejew, Valerij, Das Heilige Handwerk, Leben und Werk des Ikonenmalers Andrej Rubljow, Freiburg 1991. 172.

Wunderschöne Musik als unterstützendes Medium

Die Kirchenmusik unterstützte die theologischen und bildlichen Elemente dieses Gottesdienstes mit ihren Mitteln: Weil der Gemeindegesang in Corona-Zeiten auf absehbare Zeit nicht erlaubt ist, setzt Regionalkantorin Eva Maria Anton Einzelstimmen oder kleine Ensembles mit Orgelbegleitung ein.
In diesem Gottesdienst hatte sie die Liedauswahl ganz auf die außergewöhnliche Singstimme ihrer Tochter abgestimmt: Die erst fünfzehnjährige Lara Sokoli gestaltete die Teile „Kyrie“, „Gloria“, „Sanctus“ und „Agnus Dei“ aus der anspruchsvollen lateinischen „Missa de Angelis“ ebenso souverän wie schlichte neue Kirchenlieder mit deutschen Texten.
Dabei rührte sie die Teilnehmer/innen der Messe im Innersten an, manche sogar – wie ein ergriffener Gottesdienstbesucher es ausdrückte - „mit ihrer engelgleichen Stimme fast zu Tränen“. 

Diese Hl. Messe bleibt unvergesslich

Dass diese Hl. Messe außerdem – im Gegensatz zu früheren – ohne jede äußere Störung verlief, trägt sicherlich ebenfalls dazu bei, dass sie den teilnehmenden Gläubigen als sehr beeindruckend im Gedächtnis bleiben wird.