Schmuckband Kreuzgang

PGR-Tag

Rückblick und Ausblick: "Eine Kirche, die teilt" - was heißt das für uns?

Eine Kirche, die teilt (c) Bistum Mainz
So 24. Mär 2019
Georg Dierschke + Henning Stahl

Einen ganzen Samstag lang nahm sich unser PGR Zeit, um seine Arbeit der letzten vier Jahre zu durchdenken, die Entwicklung unserer Pfarrei St. Bonifatius zu analysieren und einen Ausblick auf die nächste Wahlperiode zu wagen.
Im letzten Hirtenbrief wählte unser Bischof Kohlgraf  "Eine Kirche, die teilt" als Bild für den geistlichen Prozesses zum pastoralen Weg unseres Bistums: Leben teilen, Glauben teilen, Ressourcen teilen und Verantwortung teilen.
In seiner Arbeitstagung am 16. März 2019 stellte sich unser PGR diesen Fragen aus dem Blickwinkel unserer Gemeinde St. Bonifatius  und fand gemeinsam auch viele Antworten dazu. Diese Ergebnisse wurden der Gemeinde im Vorabendgottesdienst in Schwalheim und in der Hl. Messe in Bad Nauheim präsentiert.

Leben teilen:

In unseren Kirchen in Schwalheim und in der Kernstadt feiern wir gut besuchte Gottesdienste, auch in polnischer und phillipinischer Sprache. Dabei kommen die Gottesdienstbesucher/innen mit Pfarrern, Meßdienern, Lektoren, Kommunionhelfern, Organisten, Küstern und dem Blumendienst zusammen. Gottesdienste werden auch in den Senioreneinrichtungen und im Krankenhaus gefeiert. Die Musik bringt Kirchenchor, Kinder- und Jugendchor, Frauen- und Männerschola und viele Konzertbesucher zusammen. In den beiden Pfarrheimen treffen sich Senioren, die Kolpingsfamilie, eine Jugendgruppe, der Besuchsdienstkreis sowie Teilnehmer des Sprachunterrichts und des Frauenfrühstücks. Das Pfarrhaus ist Anlaufpunkt für viele Menschen, für Pfarrgemeinde- und Verwaltungsrat und für Dienstgespräche der Hauptamtlichen. Die Katecheten von Taufvorbereitung, Erstkommunion und Firmung kommen mit den ihnen Anvertrauten zusammen. Bei Hochzeiten und Beerdigungen erreichen wir viele Menschen. In unserer KiTa "Apfelwiese" und in der St. Liobaschule finden wir das bunteste Leben von Klein (U3) bis Groß (Erzieher, Eltern, Großeltern) - von kirchennahen bis kirchenfernen Menschen sind hier viele Kontakte möglich. Wir feiern Fronleichnam, Pfarrfest und Kirchencafe als Orte für Gespräch und Begegnung. Menschen treffen sich zu Exerzitien im Alltag, zu Bibelnachmittagen und Abendveranstaltungen. In unserer Pfarrei finden also schon viel mehr Begegnungen statt als man zunächst denken mag.

Glauben teilen:

Das fängt in der Familie an, geht über die Sakramentenvorbereitung weiter und hört in Schule und Kita nicht auf. Mit dem Kirchencafe und der neuen Taufpastoral sind in dieser Amtsperiode zwei gute Ansätze gelungen, doch andere Möglichkeiten wurden kaum genutzt. Ein schönes und weites Aufgabenfeld für die zukünftige PGR-Arbeit bleibt es daher, immer mehr Multiplikator und Ermöglicher zu werden als selbst zu organisieren und durchzuführen.

Ressourcen teilen

Unsere Hauptressourcen sind das Wort Gottes und die Sakramente. Materielle Dinge wie Gebäude und Geld sind Mittel zum Zweck. Die Ressource Personal ist am knappsten: Es wird immer schwierigere Aufgabe, Menschen für Kirche zu gewinnen, und die weniger werdenden können nicht noch mehr Aufgaben übernehmen: die Gefährdung der Überbeanspruchung ist groß - hier ist mehr Gemeinschaft nötig. Und wir müssen fragen: Was wollen, können oder müssen wir weglassen? Z. B. läßt sich unser Gottesdienstangebot ohne Kaplan nicht aufrecht erhalten - welche neuen Formen finden wir?

Verantwortung teilen:

Der geistige Prozess kann nur ein gemeinsamer Prozess aller Gläubigen der Gemeinde sein. Dazu gehört viel Kommunikation: Nur wenn wir miteinander reden und ausdrücken, was uns lieb und wichtig ist, aber auch wo sich jedes Gemeindemitglied einbringen kann, wird Neues Gestalt annehmen.
Kirche lebt schon seit der Zeit Jesu vom Wandel. In den letzten Jahrzehnten ist der gesellschaftliche Wandel schneller verlaufen, als Kirche darauf Antworten finden konnte - umso mehr muss sie weiter nach neuen Wegen zu den Menschen suchen, um Jesu Wort zu verkünden.