Schmuckband Kreuzgang

Wort zur Woche

„Wenn sich eine Tür schließt, öffnet sich eine Andere“

Wort zur Woche (c) D. Thiel
Wort zur Woche
Datum:
Do 27. Aug 2020
Von:
Dietmar Thiel

In Dezember 2018 startete die StadtPost eine neue Serie. In jeder StadtPost Neu-Isenburg gibt es ab sofort ein „Wort der Woche". Pfarrerinnen, Pfarrer und Vertreter der Kirchengemeinden aus Neu-Isenburg teilen ihre Gedanken zur Jahreszeit, zu Entwicklungen in unserer Gesellschaft oder zu Dingen, die sie aus christlicher Sicht bewerten, mit.

In der Ausgabe: Jahrgang 36, Ausgabe Nr. 35, Donnerstag, 27. August 2020, veröffentlichte die StadtPost folgenden Artikel:

„Wenn sich eine Tür schließt, öffnet sich eine Andere“

Der Monat September bringt für manche Menschen einen Neuanfang, u.a. beginnen viele Ausbildungsverhältnisse in diesem Monat.

Nach der Sommerpause, mit Urlaub, Erholung und Freizeit startet jetzt wieder für viele der Alltag mit all dem, was so dazugehört. In diesem Jahr allerdings alles unter „Corona-Bedingungen“.

Der Schriftsteller Andre Gide hat einmal gesagt: „Wenn sich eine Tür schließt, öffnet sich eine Andere. Die Tragik liegt darin, dass wir nach der geschlossenen Tür blicken, nicht nach der Offenen.“

Dieses Wort des französischen Literatur Nobelpreisträgers soll allen Mut machen, die mit etwas Wehmut in diesen Tagen zurückblicken auf eine Tür, die sich hinter ihnen geschlossen hat, die vielleicht auch unwiederbringlich zu ist. Mut, jetzt nach vorne zu schauen und zu gehen.

Manch einer wird trotzdem skeptisch bleiben und dem Zurückliegenden nachtrauern, andere werden es kaum erwarten können, die Klinke der neuen Türe herunterzudrücken.

Tragisch wird es dann, wenn jemand nur noch im Gestrigen, Vergangenen lebt, ohne nach den Möglichkeiten zu schauen, die vor ihm liegen.

In diesen Wochen, die weiterhin durch Corona geprägt sein werden, werden sich also so manche Türe öffnen und damit Neues preisgeben, was es dann zu entdecken gilt. Das ist die Dynamik des Lebens, die Andre Gide so treffend ins Wort gebracht hat.

Lassen Sie mich seinen Satz noch mit einem anderen ergänzen, der von Alfred Delp stammt und der uns Zuversicht schenkt, dass wir bei diesem Vorhaben nicht allein sind: „Lasst uns dem Leben trauen, weil wir es nicht allein zu leben haben, sondern Gott es mit uns lebt.“

So wünsche ich allen, die vor einer neuen Türe stehen, den Mut und die Zuversicht, offen der Zukunft zu begegnen. Gott behüte uns dabei!

Martin Berker, Pfarrer St. Josef, Neu-Isenburg