In jeder StadtPost Neu-Isenburg gibt es ein „Wort der Woche". Pfarrerinnen, Pfarrer und Vertreter der Kirchengemeinden aus Neu-Isenburg teilen ihre Gedanken zur Jahreszeit, zu Entwicklungen in unserer Gesellschaft oder zu Dingen, die sie aus christlicher Sicht bewerten, mit.
Das Niedrige
Bethlehem war zur Zeit Jesu ein kleiner Ort. Das Dorf war keine große Stadt wie Jerusalem, die wenige Kilometer nördlich von Bethlehem lag. Bethlehem war von Landwirtschaft geprägt. Da fand man zum Beispiel Hirten. Vielleicht haben manche Leute dieses kleine Dorf verachtet. Aber Gott erwählte dieses kleine Dorf, Bethlehem als den Geburtsort seines Sohnes Jesu Christi. Jesus wurde nicht in einer großen Stadt wie Jerusalem geboren, sondern in einem unscheinbaren und armen Ort wie Bethlehem. Das bedeutet: Gott kommt dorthin, wo wir ihn nicht erwarten. In dieser Weihnachtszeit sind wir also eingeladen, die Niedrigen, die Kleinen, und die Schwachen nicht zu übersehen. Wir sollten alle achten, besonders die Niedrigen unserer Gesellschaft.
Unter der Woche sah eine Frau immer einen Mann, der vor einem Supermarkt um Geld bettelte. Die Frau mochte das nicht. Sie dachte: „Er könnte ja arbeiten, wenn er wollte“. Sie verachtete den Mann. Eines Tages regnete es stark. Die Frau stürzte in der Nähe des Supermarkts, weil die Straße nass war. Menschen gingen vorbei, ohne ihr zu helfen. Nur der arme Mann half ihr und fragte sie: „Geht es Ihnen gut?“ Sie sah in den Augen des Mannes keine Verachtung, sondern nur Mitgefühl.
Lass uns die Niedrigen achten, weil wir nicht wissen, wann, wie, und woher unser Retter kommt.
Nonso Nwadiogbu, Kaplan St. Josef