In jeder StadtPost Neu-Isenburg gibt es ein „Wort der Woche". Pfarrerinnen, Pfarrer und Vertreter der Kirchengemeinden aus Neu-Isenburg teilen ihre Gedanken zur Jahreszeit, zu Entwicklungen in unserer Gesellschaft oder zu Dingen, die sie aus christlicher Sicht bewerten, mit.
Auf verschlungenen Wegen zum Ziel
„Endlich habe ich das Gefühl, angekommen zu sein!“ Eine Person, die eine solche Aussage äußert, strahlt meist Freude und Erleichterung aus.
Endlich! – War doch der Weg bis dahin verschlungen und mühevoll. Wie in einem Labyrinth,
welches ein zutreffendes Symbol für unseren Lebensweg ist.
Denn in einem Labyrinth – nicht zu verwechseln mit einem Irrgarten - führt der Weg nicht direkt zur Mitte, sondern ist gekennzeichnet von vielen Schleifen, Rück- und Umkehrwegen. Es gibt keine Abkürzungen, jedes Wegstück gehört dazu.
Die verschlungenen Wege sind unsere Schwierigkeiten, Anstrengungen und Grenzen, die das Weitergehen erschweren und uns manchmal zweifeln lassen, ob wir noch auf dem richtigen Weg sind.
Da wird uns zuweilen ganz schön viel Geduld abverlangt. Oft erkennen wir erst rückblickend die Bedeutung der einzelnen Wegabschnitte und dass in ihnen vielleicht sogar ein Sinn steckte.
Ich finde es sehr hilfreich, das Bild des Labyrinths in sich zu tragen, um manches im Leben mit Gelassenheit zu sehen und unbeirrt weitergehen zu können. Auch wenn die Lösung nicht sichtbar auf der Hand liegt, besteht der Sinn vielleicht darin, zu lernen, zu entdecken, im Glauben und Vertrauen zu wachsen.
Gleichzeitig ist das Labyrinth auch ein Grundsymbol für den Weg der Erneuerung und Verwandlung.
Es lädt uns ein, uns neu auszurichten und gegebenenfalls unsere Richtung zu korrigieren. Und dies im Vertrauen auf die von Gott geschenkte Verheißung einer Ankunft am Ziel. Vielleicht ist unser Herz bei der Suche unser stärkster Kompass.
Ich glaube daran, dass Er – der Gott des Lebens – unsere Sehnsucht nach erfülltem Leben stillen will. Dass Er uns helfen will, zur Mitte in unserem Labyrinth zu gelangen und irgendwann dankbar festzustellen: „Ich bin angekommen. Endlich!“
Susanne Sturm, Gemeindereferentin St. Josef, Neu-Isenburg