Schmuckband Kreuzgang

1300 Jahre Christen im Alzeyer Land

Steine und Rosette von St. Joseph Alzey (c) Pfarrer Bretz
Steine und Rosette von St. Joseph Alzey
Datum:
Do 13. Aug 2020
Von:
Pfarrer Wolfgang Bretz

1300 Jahre Christen im Alzeyer Land

Unsere Landschaft blickt auf eine lange christliche Geschichte. Die erste Gemeinde entstand sicher im römischen Kastell Alzeys im 4./5. Jahrhundert. Die Fundamente der Georgs-Kirche datieren ins 8. Jahrhundert.

 

Singende Steine

Das Bild zeigt die Bruchsteine in der Ostwand der jüngsten Kirche, St. Joseph III 1965-67.

Aber wer sein Ohr an den Stein legt, hört die Klage der am Antoniusfeuer Erkrankten, die im Antoniterhospital gepflegt wurden und den Chorgesang der Augustinereremeiten im Kloster St. Peter. Die Bruchsteine durften 1700 die Kapuziner aus den Ruinen für ihre Klosterkirche St. Joseph I (1701) verwenden und beim Neubau, St. Joseph II (1856) wurden sie weiterverwandt. Für den jetzigen Bau wurden die besten Steine beiseite gelegt für die Schauseite der Mauern.

Die meisten christlichen Gemeinden lassen sich jedoch erschließen durch Stiftungen von Gläubigen an die Klöster Lorsch oder Fulda.

So wissen wir von Gau-Heppenheim und Framersheim durch die Stiftungsurkunde 878, vom 28. Februar 790 an das Kloster Lorsch, Reg.2162:

In Christi Namen wende ich, der Priester Gomonolf, dem heiligen Märtyrer Gottes Nazarius ein Geschenk zu.  .. Ich übergebe in Heppenheim (Gau-Heppenheim) folgende Güter: zwei Hofreiten mit einer Kirche, die auf den Hofreiten errichteten Bauwerke, drei Weingüter und ….Ferner schenke ich in Framersheim Äcker, Felder, Wiesen, Weiden, Weinpflanzungen, Wege und …Geschehen im Kloster Lorsch am 28. Februar, Jahr wie oben. Handzeichen des Stifers Gomonolf. Handzeichen der Zeugen Wigher, Gisilhelm und Rifwin. Ruodolf hat diese Urkunde geschrieben.

 

In den Seelsorgeräumen Alzey-Land-St-Hildegard, Alzeyer-Hügelland, Petersberg gibt es vier Wüstungen. Orte die im 17. Jhd. In der Wirren des 30-jährigen Krieges zerstört wurden und untergingen.

Eggersheim bei Wahlheim mit St. Katharina, Eyche bei Nack, deren Pfarrkirche 2020 ergraben wurde und die die Pfarrkirche von Nack war. Ebenso Riede/Rhode und Aulheim. Zeugen von immenser Not und Zerstörung.

Die Vielfalt der Klöster, die aufgelöst wurden, zeugt von den geistlichen Bewegungen.

Im 10. Jhdt. die Suche nach einfacher benediktinischer Lebenweise von Ora et Labora in den Klöstern der Zisterzienserinnen.

Im 12. Und 13. Jhdt. die Hinwendung zum Leben von Armut und Verkündigung in den Städten durch die Bettelorden, hier der Augustinereremiten und der Kapuziner.

Die Antwort auf die Not des Antoniusfeuers, einer schrecklichen Pilzerkrankung, durch die Brüderschaft der Antoniter.

 

Im Folgenden werden die Pfarrkirchen fett gedruckt, mit Patrozinium und Erstnennung.

In der Reformation ‚untergegangene‘ Gemeinde mit ‚ehem.‘ Erstnennung und Patrozinium.

Die ehemaligen Klöster und geistliche Gemeinschaften mit Gründung und Auflösung:

 

Alzey St Joseph

St. Joseph, Klosterkirche 1701, Pfarrkirche 1856 und 1967

Ehem. St. Georg im Kastell 8. Jhdt.

Ehem. St. Nikolaus ab 1497

Ehem. OCist Heilig Geist, 1262-1564

Ehem. OCist St. Johann, 1290-1564

Ehem. OCist Himmelsgärten, 1295-1479

Ehem. OeremAug St. Peter, 1290-1550

Ehem. OeremAug Zu den Klingen, 1299-1499

Ehem. Antoniterhaus, 1341-1551

Ehem OFM.Cap., 1685-1797

Dautenheim

Ehem. O.Cist Weidas Marienkron,1237-1551

Schafhausen

Ehem. Kapelle St. Anna und St. Nikolaus

 

Alzey Weinheim St. Gallus

Weinheim

St. Gallus, 962

Bechenheim

St. Alban – Simultankirche 1755 neuerb.

Offenheim

St. Martin, 1765

Ehem. Hl. Veronika und Katharina, 13. Jhdt.

Mauchenheim

Ehem. St. Remigius

Ehem. OCist Paradies Maria, 1175-1559

Ehem. OCist Sion, 1247-1556

 

Alzey-Heimersheim St. Mauritius

Alzey-Heimersheim

St. Mauritius und Gefährte, 1355

Bermersheim

St. Martin – Simultankirche, 1141

Albig

Rathauskapelle Mariä Geburt, 1705

Ehem. St. Marien, 962

Lonsheim

St. Margaretha, 1349

 

 

Erbes-Büdesheim St. Bartholomäus

Erbes-Büdesheim

St. Bartholomäus, 1431

Ehem. St. Michael, 9. Jhdt.

Nack

Kapelle Mariä Himmelfahrt, 1901

Eyche

Wüstung – untergegangen 17. Jdht.Kirche ergraben 2020 , 12. Jhdt.?

Aulheim

Wüstung – untergangen 17. Jdht.

Riede oder Rhode

Wüstung – untergangen 17. Jhdt.

Nieder-Wiesen

Ehem. St. Georg, 1494

Wendelsheim

Ehem. St. Martin, 1431

 

Flonheim Unbefleckte Empfängnis

Flonheim

Unbefleckte Empfängnis, 1878

Ehem. St. Marien, 764

Ehem. Zu allen Heiligen, 1235

Uffhofen

Kapelle St. Martin, 1931

Ehem. St. Martin 1431

Bornheim

Ehem. St. Martin, 1243

 

Freimersheim St. Josef

Freimersheim

St. Josef, 15. Jhdt.

Ehem. St. Marien

Wahlheim

Ehem. Kapelle St. Martin

Egersheim

Wüstung, untergegangen 17. Jhdt., ehem. St. Katharina

Esselborn

Ehem. St. Petrus, 1408

Kettenheim

Ehem. Rathauskapelle St. Leonhard, 1705

Bis zur Reformation, Filiale von Egersheim

 

 

Ober-Flörsheim St. Peter und Paul

Ober-Flörsheim

St. Peter und Paul, 13. Jhdt.

Ehem. Kommende des Deutschen Ordens OT, 1273-1806

Flomborn

Rathauskapelle St. Remigius, 1705

Ehem. St. Udalricus, 1196

Eppelsheim

Ehem. St. Martin, 1202

Dintesheim

Ehem. St. Peter, 1498.

 

Gau-Heppenheim St. Urban

Gau-Heppenheim

St. Urban, 1347

Framersheim

St. Martin und Sieben Schmerzen Mariens, 1904

Ehem. St. Martin, 8. Jhdt.

 

Gau-Odernheim St. Rufus

Gau-Odernheim

Simultankirche St. Rufus, 9. Jhdt.

Ehem. OPraem St. Peter – Petersberg,1185-1566

Ehem. OPraem Gommersheim St. Marien und St. Johannes Evangelist, 1146-1563

Gau-Köngernheim

Ehem. St. Dionysius, 1272

 

Bechtolsheim Mariä Hmmelfahrt u St. Christopherus

Bechtolsheim

Simultankirche, 1292

Heilige Mutter Gottes u Heiliger Christopherus, 13. Jhdt

Biebelheim

Pfarrkirche im 13. Jhdt, 1276

Katholische Kirche – Neubau 1737 – Mariä Himmelfahrt