Für Christen ist die Fastenzeit die Vorbereitungszeit auf ihr wichtigstes Fest, auf Ostern. Ein anderer Name für diese Zeit, der theologisch präziser ist, lautet „Österliche Bußzeit“.
Die Botschaft der Österlichen Bußzeit ist eine Botschaft, die uns alle betrifft. Denn „Tut Buße! Kehrt um!“ heißt so viel wie: „Ändert Euch! Ändert euer Leben!“.
Die Bibel geht davon aus, dass es eine Diskrepanz gibt zwischen dem, was wir Christen tatsächlich sind und dem, was wir eigentlich sein sollen. Und sie erwartet von uns, dass wir uns Mühe geben, soweit wie möglich diese Differenz zu verkleinern. Wir werden sie aber nie ganz aufheben können. Deshalb wird der Ruf „Kehrt um“ gültig bleiben, solange wir leben.
Umkehren hat etwas mit Umdenken zu tun. Nur wer bereit ist umzudenken, wird auch fähig umzukehren. Weil wir durch die Sünde verwundete Menschen sind, kommen wir immer wieder vom Wege ab; wir können ohne ständige Kurskorrekturen nicht leben, wir müssen immer wieder umkehren.
Es muss sich etwas ändern und wir müssen uns ändern. Aber das ist nicht alles. Christen sind überzeugt: Wir können uns auch ändern, weil Gott selber uns dazu seine Kraft und seinen Geist gibt. Es liegt an uns, ob wir dieses Angebot annehmen und mit unseren bescheidenen Möglichkeiten und in Seiner Kraft aufbrechen, um uns selbst und so auch die Welt zu verändern.
Pfarrer Karl Zirmer