Nicht schlechte Erfahrungen, sondern gute Erwartungen
Der evangelische Theologe Ernst Lange hat einmal den prägenden Satz gesagt: „Christen sind Menschen, die sich nicht von ihren schlechten Erfahrungen leiten lassen, sondern von ihren guten Erwartungen.“ Ein Satz, der mir gefällt – gerade am Beginn eines neuen Jahres. Denn die Versuchung, sich von den schlechten Erfahrungen leiten zu lassen ist groß.
An schlechten Erfahrungen fehlt es den meisten nicht. Auch das vergangene 2025 war wieder reich an schlechten Erfahrungen: Noch immer tobt der Ukraine-Krieg. Und im Nahen Osten ist auch kein dauerhafter Friede in Sicht. Trumps zweite Amtszeit bereitet vielen Menschen weltweit große Sorgen. Diese Aufzählung lässt sich beliebig fortsetzen. Dazu kommen vielfältige schlechte Erfahrungen in unserem persönlichen Leben.
Die Frage ist darum nicht: Wie vermeide ich schlechte Erfahrungen? Die Frage ist vielmehr: Wie gehe ich mit meinen schlechten Erfahrungen um? Welche Macht gebe ich ihnen in meinem Leben?
„Christen sind Menschen, die sich nicht von ihren schlechten Erfahrungen leiten lassen, sondern von ihren guten Erwartungen“, schreibt Ernst Lange.
Warum gerade die Christen? Weil ihre Hoffnung nicht nur ein oberflächlicher Optimismus ist, nach dem Motto: „es wird schon irgendwie gut gehen“. Die Hoffnung der Christen hat einen Namen: Jesus Christus. Wer an Jesus Christus glaubt, dem erschließt sich Zukunft. Wer ihm glaubt, der gibt seinen guten Erwartungen den Vorrang vor seinen schlechten Erfahrungen. Es ist eine Erwartung, die Gott zutraut, dass er immer für eine Überraschung gut ist, dass er immer noch Möglichkeiten hat, wo ich mit meinem Latein am Ende bin.
Ich wünsche Ihnen und mir, dass wir uns im neuen Jahr 2026 von unseren guten Erwartungen leiten lassen und so Pilger der Hoffnung bleiben und werden.
Ihr Pfarrer Karl Zirmer